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Warmes Couscous-Frühstück

Ich esse oft und gerne Müsli mit Joghurt zum Frühstück und mache dazu auch mal mein Granola selber. Um ein bisschen Abwechslung zu haben und meinen Mädels auch mal zumindest ansatzweise Müsli näher zu bringen (sie probieren meine Knusperflocken noch nicht mal...) habe ich mal diese Variante eines warmen und vor allem weicheren ;-) Frühstücks ausprobiert.


Es ist ein ziemlich schnelles Frühstücksrezept aus der Dampfgarbibel , dem Buch aus dem ich gerade "testkoche".
Man kann es mit Trockenfrüchten nach Wahl mischen oder in der Zeit, in der es sich der Couscous im Warmen gemütlich macht, ein bisschen frisches Obst dafür schnippeln.
Im Original wird noch Hanföl zugefügt, auf das ich aber verzichtet habe.

Ein bisschen habe ich an der Vorgehensweise geschraubt, denn mir schien es nicht sinnvoll, zuerst die Milch in einem Topf warm zu machen und dann noch den Couscous damit im Dampfgarer zu kochen - dann kann ich normalerweise gleich abspülfreundlicher den Couscous auch noch in den Topf schmeißen.
Auf meine reine Dampfgarart verlängerte sich natürlich die Garzeit etwas.
Ehrlich gesagt geht das Ganze auch komplett in einem Topf ohne Dampfgarer, aber wenn man schon so ein Spielzeug hat... und außerdem sollte es ja ein Testrezept für den Dampfgarer sein ;-).


Es hat erstaunlich gut geschmeckt. Der Couscous wird durch die Milch irgendwie samtig und zart, sehr mild im Geschmack und für einen sanften Start in den Tag genau richtig. Ein bisschen Pep bringt das knusprige Müsli und so war es insgesamt ein gelungenes Experiment.

Das Rezept ist normalerweise für 4 Personen. da bei uns aber nur eine ganze und zwei halbe Portionen Frühstücken, gab es nur die halbe Menge des hier aufgeführten Rezepts.

Warmes Couscous-Frühstück

 
250 g Couscous
400 ml Milch
50g Müsli (ohne Trockenfrüchte)
50 g Trockenfrüchte (Rosinen, klein geschnittene Aprikosen, Cranberries,...) oder frisches Obst in der Menge, die ihr wollt
1 EL Honig
(1 EL Hanföl)
 
Den Dampfgarer auf 80°C vorheizen, dabei die Milch in einem ungelochten Garbehälter schon mal miterwärmen.
 
Den Couscous auf die Milch streuen und dann mit einer Gabel gut unterrühren.
Wenn Trockenfrüchte verwendet werden, diese auch noch unterrühren.
Im Dampfgarer bei 80°C 5 Minuten quellen lassen.
 
Zum Schluss Müsli, Honig (und Hanföl) zugeben, mischen und schon ist das Frühstück fertig.




Die Zuckertussi und eine Info für alle diesjährigen Brautpaare

Nach der Eiskönigin und ihrer Schwester hat mein Schwager auch einen Geburtstagswunsch geäußert. Normalerweise bekommen ja nur die Kinder hier eine Figur, aber ich muss ja schließlich auch meine Finger trainieren.


Er wünschte sich eine etwas weiblichere Figur - und so entstand diese hier.

Sie hatte schon von Anfang an ihren Namen weg, noch bevor überhaupt ein Bein modelliert war und hieß für uns nur "die Zuckertussi".


Ganz so tussimäßig ist sie am Ende doch nicht geworden.

Wie immer besteht sie aus Modellierfondant mit Blütenpaste gemischt und im Inneren durch ein paar kleinere Holzstäbe stabilisiert.



Vielleicht hat der eine oder andere Leser hier ja schon mitgekriegt, dass ich auch individuelle handgefertigte Tortendekorationen anbiete.
Deshalb mache ich hier mal ein bisschen Werbung in eigener Sache, bevor die Hochzeitssaison richtig startet.
Falls jemand eine ausgefallenere Dekoration mag, darf derjenige sich gerne bei mir melden - ich fertige Brautpaare oder auch Blumengestecke auf den persönlichen Wunsch zugeschnitten an - mit der passenden Kleidung/Frisur oder auch die Lieblingsblumen.

Hier eine kleine Auswahl an Brautpaaren:



Der Feuerwehrmann mit der Barut im brennenden Herz:


 
oder auch Blumen:



Hier findet ihr genauere Informationen: Klick



American Zupfcake

Russischer Zupfkuchen gehörte lange zu den Lieblingskuchen meines Mannes, den er vereint das was er gerne mag - Schokokuchen und Käsekuchen.


Durch meine Bloggerei und dem damit verbundenen "es gibt (fast) nichts zweimal" hat er ihn schon sehr lange nicht mehr auf dem Kuchenteller gehabt.

Als ich dann eine Art Käsekuchen nur mit Schmand backen wollte, habe ich ganz spontan einen dunklen Boden, aus dem auch der "Zupf" oben drauf besteht, statt dem normalen Mürbteig gemacht.

Und das ist herausgekommen- (m)ein american Zupfcake. Von außen ganz unscheinbar wie in normaler Zupfkuchen. Aber nicht wie erwartet eine normale eher luftige Käsekuchenmasse, sondern eine wunderbar cremige, genau so wie sie in einem original Amerikanischen Cheesecake sein soll.

Also das beste aus beidem vereint - dieser Kuchen war der heimliche Star auf der Kaffeetafel zum Geburtstag meiner Großen.

Und noch ein Hinweis. Bei der hier beschriebenen Vorgehensweise zum Backen bekommt eure Cheesecakemasse an der Oberfläche garantiert keine Risse und bleibt auch schön hell, wieder genau so wie er sein soll ;-)

amerikanischer Zupfkuchen


Schokoladenmürbteig:
150 g weiche Butter, gewürfelt

150 g Zucker

2 Eigelb

300 g Mehl, Type 405
30 g Kakaopulver
1 TL Backpulver
 
Käsekuchenmasse:
1 kg Schmand
40 g Speisestärke (oder Vanillepuddingpulver)
120 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1 Prise Salz
2 Eier
 
Für den Teig Butter und Zucker schaumig schlagen, dann die Eigelbe unterrühren.
Mehl, Kakao und Backpulver mischen. Vorsichtig untermengen und dabei so wenig wie möglich rühren.

 

Mindestens 30 Minuten luftdicht verschlossen kühl stellen.
In der Zwischenzeit kann die Füllung vorbereitet werden. Dazu Stärke, Vanille, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Schmand und Eier zugeben und nur solange rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.
 
Den Backofen auf 170° C vorheizen und eine Springform mit 26 cm Durchmesser ausfetten und melieren.
 
Ungefähr 3/4 des Schokoladenteiges auf den Boden der Springform geben und zu einer ungefähr gleichmäßig dicken, lückenlosen Schicht andrücken. Ihr braucht keinen Rand formen, der hält sowieso nicht, den jetzt wird der Boden ohne Füllung vorgebacken.
Und das für 15 Minuten auf der untersten Schiene.
 
Dann die Käsekuchenmasse darauf verteilen und glatt streichen.
Das restliche Viertel des dunklen Teiges in walnussgroße Stücke zupfen und auf der Oberfläche des Kuchens verteilen.
 
Die Springform wieder in den Ofen stellen. Sobald der Kuchen drin ist,
die Temperatur des Backofens auf 110°C reduzieren.
Nochmals für ca. 75 Minuten backen.
Der Kuchen wird nicht viel Farbe bekommen, aber die Füllung sollte in dieser Zeit fest werden.
 
In der Springform komplett abkühlen lassen, dann steht dem Käsekuchengenuss nichts mehr im Wege.

Und weil ich gerade festgestellt habe, dass Zorra diesen Monat Saures will, schick ich ihr noch ein Stückchen zu ihrem monatlichen Blogevent rüber - dieses mal unter dem Motto "Sauer macht lustig"  mit ganz vielen Sauermilchprodukten.
 







Die Eiskönigin-Torte zur passenden Party

Meine Große hatte ihrem Vater zum Kindergeburtstag eigentlich nur Pappteller mit der Eiskönigin als Motiv abgeschwatzt. Die wollte ich nicht so ohne Zusammenhang auf den Kuchentisch stellen und so gab es einfach eine komplette Eisköniginparty. Dazu darf der passende Kuchen natürlich nicht fehlen.

Hier ist also meine Version der Eiskönigin mit ihrer kleinen Schwester:



"Unterlage" war eine einfache Sachertorte mit ca. 20 cm Durchmesser.

Nebenbei gab es noch Amerikaner mit mehr oder weniger gelungenen Schneeflocken darauf (das Rezept dazu gibt es auch noch bald).

Passende Spiele haben wir uns auch ausgedacht.
Dem Schneemann Olaf haben wir mit verbundenen Augen die Nase wieder angesteckt (oder wenigstens versucht, die richtige Stelle zu finden). Dann haben wir feste im Schnee gebuddelt, um kleine Schätze (Flummis) freizulegen. Topfschlagen gab es auch, aber auf andere Art - einen zuvor gekühlten Topf zwischen normalwarmen rausfinden, aber auch mit verbundenen Augen.

Wir haben versucht, 10 mit Olafs bemalte und gestapelte Pappbecher mit einem Schneeball umzuschiessen (der aus weißer Wolle war).

Den Dauerbrenner - Schokolade auspacken haben wir auch nicht vergessen - dazu braucht es ja auch Handschuhe, Schal und Mütze wie bei der Eiskönigin.

Dann haben wir aus Marshmallows und Keksen uns noch ein paar Olafs gebastelt, die die Kinder mit nach Hause genommen haben.


Zu guter Letzt gab es zum Abendessen noch das schon gepostete Schneeflockenbaguette, zusammen mit Saitenwürstchen, Pommes, Olafs Nasen (gelbe Rüben), Gurkenstücken und geschmolzenem Schneedip.

Ich glaube, den meisten Kindern hat es gut gefallen - mir auch, aber ich war am Ende trotz Hilfe meiner Schwester komplett KO.

Buchvorstellung: Gutes Essen - Lebensmittel selber machen von Bettina Snowdon

Wie ihr vielleicht wisst, mache ich auch manchmal gerne meine Grundlebensmittel selbst. Nicht nur Brot, auch Milchprodukte wie Mascarpone oder Ricotta oder Sirups als Grundlage für Limonaden sind so schon in meiner Küche entstanden. Vielleicht sind das ja nach Reste aus meinem Lebensmitteltechnologiestudium? Schon damals hat mir das Technologische Praktikum am besten gefallen.

Deshalb habe ich mich auch sehr auf und über das Buch "Gutes Essen - Lebensmittel selber machen " *von Bettina Snowdon aus dem Verlag der Stiftung Warentest gefreut.


Die Autorin Bettina Snowdon ist vom Fach, den sie ist diplomierte Ernährungswissenschaftlerin und arbeitet seit vielen Jahren als Lektorin und Projektmanangerin für verschiedene Ratgeber- und Kochbücherverlage, stets mit dem Schwerpunkt Essen und Trinken. Seit 2010 arbeitet sie auf freier Basis hauptsächlich für Buchverlage, für die sie erfolgreich bereits mehr als 15 Bücher entwickelt und geschrieben hat.

Ganz kurz gesagt bietet das Buch nicht nur Rezepte sondern auch kompakt das Grundwissen, dass ich im Studium mitbekommen habe in interessanter und informativer Form aufbereitet. Besonders gefreut hat mich dabei die Kleinigkeit, dass "meine" alte Uni das Buch wissenschaftlich überprüft hat.

Das Buch ist in die gängigsten Grundrohwaren der Küche eingeteilt, wobei das Einmachen bzw. Haltbarmachen von Obst und Gemüse komplett außen vor gelassen wird.

So gibt es die folgenden Grundkapitel:
  • Getreide
  • Milch
  • Soja
  • Fleisch, Wurst, Schinken
  • Fisch
  • Essig

Die Kapitel sind alle ähnlich aufgebaut. Zuerst die Vorstellung der Rohwaren, dann die technologischen Grundlagen. Eine Art Grundarbeitsanleitung und dann die einzelnen Rezepte.
Im Kapitel Getreide geht es zuerst natürlich um die verschiedenen Getreidegattungen, das  Mahlen und die Lagerung sowie Haltbarkeit. Eine genaue Tabelle der Typen beschreibt die jeweiligen (Back-)Eigenschaften und Verwendungsarten, den Mineralstoffgehalt und zum Vergleich die Typenbezeichnung in Österreich.
Ähnlich genau ist die Beschreibung der Grundlagen der Brotbereitung und der Brotsorten. Kurz gefasst erfährt man das wichtigste über Teigausbeute, Teigarten und Teigführungen, Kneten,...

Es gibt Rezepte für Hefeteigbrote und Sauerteigbrote, zum Beispiel ein No-Knead-Brot, Baguettes, Roggenvollkornbrot oder Dinkel-Buttermilchbrot.


Auch ganz schnelle Rezepte für Brot nur mit Backpulver sind enthalten.

Die weiteren Getreideprodukte, die zum Selbermachen genau vorgestellt werden sind gefüllte und ungefüllte Teigwaren (mit Ei, mit normalem Mehl und Hartweizenmehl) sowie Seitan (aus Weizengluten) mit diversen Würzsuden.

Ein schön umfangreiches und detailliertes Kapitel zu Milchprodukten schließt sich an.
Es werden Sauermilchprodukte wie Dickmilch, Kefir, Joghurt, Quark und Frischkäse hergestellt, teilweise auf verschiedene Arten. Zusätzlich gibt es noch Rezepte zur Verwendung der selbst hergestellten Produkte - z. B. für Frozen Joghurt, Lassi oder Mohn-Marzipan-Joghurt.
Käse und Käseprodukte - Weichkäse, Schnitt- und Hartkäse sowie Sauermilchkäse (wer kennt nicht den Harzer Roller?) sind für den ambitionierteren Milchverwerter auch dargestellt und manchmal gar nicht so schwer selbst herzustellen. So kann man sich an Edamer Käse, Butterkäse oder Fetakäse versuchen, ich werde es wohl mal mit dem Harzer Roller oder Kochkäse versuchen, da er kein Lab zum Dicklegen braucht.


Den Abschluss des Kapitels über Milchprodukte bilden Molke- und Sahneprodukte wie Butter, Ricotta oder Mascarpone.

Das Kapitel über Soja zeigt die Herstellung von Sojamilch (und nach dem Grundrezept andere "Milch"arten wie Mandel,-Nuss,-oder Reismilch) und Tofu in verschiedenen Geschmacksrichtungen bzw. Würzlaken.

Das folgende Kapitel über die Herstellung von Fleischprodukten wie Wurst oder Schinken ist das umfangreichste im Buch und wahrscheinlich neben dem Kapitel über Fische auch das herausfordernste.
Die Autorin betont hier (wie auch z.B. bei den Milchprodukten) sehr stark die Wichtigkeit von absoluter Hygiene bei der Weiterverarbeitung von Fleisch. Hier muss eben nicht nur im schlimmsten Fall Lebensmittel weggeworfen werden, es kann auch bei unzureichender Hygiene und Kühlung zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch das Wachstum unerwünschter Keime und Mikroorganismen kommen.
Deshalb kommt auch für mich die häusliche Herstellung von Rohwurst wie Salami nicht in Frage, aber mit Brühwurst wie Leberkäse oder Weißwürsten könnte ich mich schon anfreunden.


Nichtsdestotrotz lernt man das wichtigste zu Nass- und Trockenpökeln, Trocknen, Kalt- und Heissräuchern (inklusive Bauanleitung zum eigenen Räucherofen).
Es wird Wurst genauso in Gläser und Dosen wie in Därme gefüllt und die Techniken dazu beschrieben.
So gibt es Rezepte zu den unterschiedlichsten Wurst- und Fleischwaren wie geräucherter Rohschinken, Kochschinken, mariniertes Beef-Jerky, Knackwurst, Jagdwurst oder auch Hausmacher-Leberwurst und die bereits oben genannten. Und natürlich noch viele mehr.
Ich werde auf jeden Fall noch den Leberkäse nachmachen - da brauche ich keinen Darm und Nitritpökelsalz ist in der Zwischenzeit z.B. Nitritpökelsalz * auch ganz günstig online zu bekommen (oder man fragt den Metzger seines Vertrauens nach einer kleinen Portion für den Anfang).

Das Fischkapitel war für mich selbst das am wenigsten interessant - Meerwasserfische bekommen wir hier unverarbeitet nicht ausreichend frisch und auch hier ist absolute Hagiene oberstes Gebot.
Aber alleine das Durchlesen des Kapitels hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe einiges gelernt. Allein schon in der ausführlichen Warenkunde zu den wichtigsten Fischsorten.
Und darüber, was alles als "frischer" Fisch bezeichnet werden darf, war ich sehr erstaunt - nach der Definition ist auch der meiste Fisch hier bei uns frisch ;-)
Zum Einkauf wirklich frischen Fisches ist eine sehr schöne Tabelle abgedruckt, die für Mager- und Fettfische (Fische werden grob nach ihrem Fettgehalt in diese zwei Gruppen eingeteilt) die Indikatoren nennt und wie man daraus den Frischezustand des Fisches ableitet. Auf den verantwortungsvollen Fischeinkauf wird noch eingegangen, bevor es ans Ausnehmen, Schuppen, Räuchern (heiß und kalt), Marinieren oder Einsalzen und Einmachen in Öl oder Tunken geht. Auch Anchosen werden hergestellt, Fisch in Gelee eingelegt und auch getrocknet (wobei hier ein ganz besonderes Klima benötigt wird, dass in unseren Breitengraden eigentlich nicht zu finden ist).

Wer aber Zugang zu richtig frischem Fisch hat, kann sich über Rezepte und Anleitungen für Hering in süß-saurer Marinade, heißgeräucherte Forellen oder Thunfisch in würzigem Olivenöl freuen.

Für Essig lernen wir nicht nur die Herstellung aus Apfel, Obst- oder Beerenwein sondern auch, wie der Essig richtig auf einen Säuregehalt von 5% (soviel hat Essig im Handel) verdünnt wird.
Dieser )oder auch gekaufter) lässt sich dann mit Kräutern, Blüten, Gewürzen und noch mehr  aromatisieren - was natürlich auch genau erklärt ist.

Folgendes haben wir mit Erfolg ausprobiert:
  • selbstgebackenes Baguette - bei mir in Form einer Schneeflocke und die Kinder konnten nicht glauben, dass es selbst gebacken war
  • Dickmilch - in der luxuriöseren Sahnevariante - sehr lecker
  • Joghurt - wird es in Zukunft fast nur noch selbstgemacht geben
Abschließend lässt sich schreiben, dass das Buch bei mir sicher nicht im Schrank verstauben wird. Mir hat es (natürlich) hauptsächlich das Kapitel über Getreide angetan. Auch Milchprodukte werde ich noch einige herstellen - und diese wahrscheinlich auch immer wieder - bei uns bekommt man z.B. in der näheren Umgebung einfach keinen guten Ricotta.

Es enthält sämtliches Grundlagenwissen, das man zur Herstellung der beschriebenen Produkte braucht, in informativer Form aufbereitet und ist dabei trotzdem leicht und flüssig zu lesen. Man erhält einen guten Überblick und trotzdem auch genug Detailwissen.

Mir gefällt besonders, wie genau die Autorin auf die erforderliche Hygiene eingeht und dass sie auch mal davor warnt, es selbst zu versuchen, wenn man diese nicht gewährleisten kann.
Und trotzdem schafft sie es, dem "Selbermacher" die Scheu zu nehmen, den Leser zu ermutigen, auch mal was gewagteres wie  etwa Selber Wursten auszuprobieren, nimmt ihn an die Hand und erklärt auch mal, was warum schief gehen kann - und was dann zu tun ist.

Wer allerdings ein Buch zum Einmachen von Obst und Gemüse oder über Konfitüren und Marmeladen erwartet, der liegt hier komplett falsch.

Für alle anderen hier noch die genauen Daten zum Buch:

Gutes Essen - Lebensmittel selber machen*
Bettina Snowdon*
Verlag der Stiftung Warentest
ISBN: 978-3868510805

Noch mal ein Dankeschön an den Verlag der Stiftung Warentest für die freundliche Überlassung des Buchs zur Rezension. Meine Meinung zu diesem Buch und dieser Artikel sind davon nicht beeinflusst.

Alle mit * versehenen Links sind Affiliate Links





Apple Frites (oder auch Apfelkrapfen)

Um ein Valentinstagsrezept schummle ich mich dieses Jahr herum, dafür liegt mir der Tag einfach nicht genug am Herzen. Aber wenn ihr schon nichts für den Liebsten von mir bekommt, dann wenigstens was für seinen Rettungsring ;-).


Denn diese Krapfen haben mich schon im Herbst in dem Buch "Die Backfee. Süß und salzig " von Manuela Kjeilen für das Testbacken angelacht. Aber sie mussten bis zur passenden Jahreszeit warten, den Fettgebackenes kommt bei uns nicht wirklich oft auf den Tisch. Besser gesagt maximal 1 mal im Jahr - an Fasching. Und dann meist auch nicht selbstgemacht, sondern von der Oma geschnorrt.
Der Grund? Kann ich gar nicht so sagen. Vielleicht die Brandblase an meinem Unterarm, die mich wieder daran erinnert hat, das Frittieren auch mit der Fritteuse nicht nur nebenbei passieren sollte...


Egal, der Großteil von mir ist unbeschadet wieder aus der Küche gekommen und das Frittieren funktioniert mit der gehörigen Portion Vorsicht auch in einem normalen Küchentopf (dann habt ihr aber nicht eine so luxuriöse Temperaturangabe sondern müsst diese mit einem Holzkochlöffel prüfen - steigen Bläschen auf, ist das Fett heiß genug).

Was mich an diesen Apple Fritters so gereizt hat, war, dass eigentlich die inneren Löcher von Doughnuts dafür verwendet werden und die angeknabberten Frites dann aussehen, wie Monkey Bread. Und so ähnlich werden sie auch zusammengesetzt, nur dass noch weich gedünstete Äpfel reinkommen. Und ZIMT!!!. Dann muss ich sie ja backen....
Doughnuts habe ich nicht gemacht, aber ungefähr ein Drittel des Teiges dafür. So passt das Verhältnis von zimtigen Äpfeln zu lockerem Hefeteig .

Uns haben sie wunderbar geschmeckt, eine saftige Abwechslung zu den normalen schwäbischen Fasnetsküchle ohne Füllung und zu normalen Berlinern mit der immer gleichen Himbeermarmelade.

meine süße Werkstatt

Apple Frites



Hefeteig:
80 ml Milch, lauwarm
20 ml Wasser
14 g Hefe
1 EL Zucker
220 g Mehl
30 g weiche Butter
1 Ei
etwas gemahlene Vanille

1 Prise Salz
Apfelmischung:
250 g Äpfel
1 TL Zucker (Originalrezept 50 g)
3 EL Zitronensaft
1 EL Mehl
1 EL Zimt

Guss - Menge je nach Geschmack:
ca. 100 g Puderzucker
etwas Zitronensaft

Für den Hefeteig das Mehl in eine verschließbare Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen. In die Mulde die Milch und das Wasser gießen. Darin die Hefe mit einem TL des Zuckers auflösen.
10 Minuten stehen lassen.

Dann die restlichen Zutaten zugeben und zu einem homogenen Teig verkneten. 60 Minuten gehen lassen, nochmals durchkneten und auf einer Arbeitsfläche zu einem ungefähr 1 cm hohen Rechteck ausrollen.

 
Mit einem Messer oder noch besser einem Pizzarad in kleine Quadrate schneiden (ca. 2 x 2cm). Dabei müsst ihr nicht wirklich genau sein. Abdecken und weitere 20 Minuten gehen lassen.

In dieser Zeit die Äpfel schälen, entkernen und würfeln.
Zusammen mit Zucker und Zitronensaft in einem Topf weich dünsten (dauert ungefähr 5 Minuten).
Die gedünsteten Äpfel von der Herdplatte nehmen und weitere 5 Minuten abkühlen lassen.
Mehl und Zimt untermischen.

Die Fritteuse auf ca. 180°C erhitzen (oder ein mit soviel Frittierfett - z.B. Sonnenblumenöl - gefüllten Topf, dass das Fett eine ca. 3 bis 4 cm dicke Schicht bildet - Temperatur wie oben beschrieben mit einem Holzkochlöffel testen).

Die Apfelmischung über den Teigquadraten verteilen und beides vorsichtig miteinander mischen.
Ca. 15 Kugel daraus formen und mit einem Tuch bedeckt nochmals 10 Minuten gehen lassen.
Dann vorsichtig ins heiße Fett setzen (die Temperatur ggf. etwas reduzieren) und eine Seite goldbraun ausbacken (bei mir hat das ungefähr 3 Minuten gedauert). Mit einer Gabel oder ähnlichem vorsichtig umdrehen und auch die andere Seite goldbraun ausbacken.
Merkt euch die Backzeit und brecht einen Krapfen auseinander. Sollte der Teig innen noch roh sein, müsst ihr die Frittierzeit für die anderen Krapfen erhöhen.


Für den Guss Puderzucker mit soviel Zitronensaft verrühren, bis eine sehr dickflüssige Paste entsteht. Die Krapfen eintauchen oder nur damit beträufeln.






selbstgemachter Joghurt

Jetzt gibt es also noch ein letztes Testrezept aus "Gutes Essen - Lebensmittel selber machen ", bevor ich das Buch vorstelle. Es ist garantiert nicht das letzte aus dem Buch gemachte Rezept, aber wahrscheinlich das, was ich in Zukunft am häufigsten so oder in der Variation als Sahnejoghurt wieder machen werde.


Ich bleibe mit diesem Rezept den Milchprodukten treu, denn Joghurt ist eines der meistgegessenen Lebensmitteln in unserem Haushalt (naja, außer Süßem vielleicht ;-)  ).
Alleine schon zum morgendlichen Müsli brauche ich immer Joghurt statt Milch.

Über die Unterschiede zu Dickmilch habe ich mich ja schon ausführlichst ausgelassen, jetzt gibt es dann das Rezept zum etwas säuerlicheren "Bruder" davon.

Auch hier muss man nicht viel machen - außer es dem zukünftigen Joghurt kuschelig warm machen - und braucht eigentlich genauso wenige Zutaten. Dafür kommt ihr aber auch viel schneller in den Genuss des Endprodukts als bei Dickmilch.

Probiert einfach mal beides aus und entscheidet selbst, was euch besser schmeckt.
Der selbstgemachte Joghurt ist gekühlt 1 bis 2 Wochen haltbar (da er etwas saurer ist als Dickmilch  kann er länger aufbewahrt werden), säuert aber mit der Zeit noch etwas nach. Wer ihn mild mag, sollte ihn also baldmöglichst aufessen.

Wer hat und mag, kann auch einen Joghurtbereiter verwenden, aber es geht auch ohne.



Selbstgemachter Joghurt

1 l Milch
3 EL Naturjoghurt (nicht wärmebehandelt)
 
 
Den Backofen auf 50°C aufheizen (oder den Dampfgarer auf 40°C).
Die Milch in einem Topf auf 35 bis 40°C erwärmen. bitte nicht heißer machen, so sterben die Joghurtkulturen ab.
Unter Rühren mit einem Schneebesen den Joghurt zugeben ( die erforderliche Menge am besten aus der Mitte des Joghurtglases entnehmen).
 
In saubere und verschließbare Gläser füllen und auch verschließen.
 
Den Backofen abschalten , aber die Beleuchtung anlassen (sie strahlt im weiteren normalerweise genügend Wärme aus). Eventuell ein Thermometer mit in den Ofen legen, damit die Temperatur kontrolliert werden kann (und ggf. doch wieder etwas aufgeheizt werden kann).
Falls der Dampfgarer benutzt wird, diesen eingeschaltet lassen.
 
Jetzt heißt es warten, aber nur 6 bis 8 Stunden.
Durch leichtes Kippen der Gläser könnt ihr erkennen, ob der Joghurt angedickt ist. Wenn das nach 12 Stunden immer noch nicht passiert ist, solltet ihr den Ansatz entsorgen, denn dann ist etwas schief gelaufen.
 
Im Kühlschrank wird der Joghurt dann noch vollständig stichfest.