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Parmesan-Grissini - vorsicht, herzhaft!

Ein Rezept aus dem wunderbaren Buch "Made in italy " von Giorgio Locatelli.


Sie sind knusprig, würzig und der Teig ist viel besser zu verarbeiten als bei den Laugengrissinis (da fester) für den gleichen Anlass im letzten Jahr. Es war nämlich wieder Nachbarschaftshock angesagt. Und ich bin immer noch nicht der Salatheld - und bringe deshalb auch keinen mit. Für den Hausgebrauch kann ich inzwischen ganz gut Salate machen (ich habe erst mit 30 angefangen, dieses Grünzeug zu essen), aber jemand anderen kann ich das , was ich da  so fabriziere nicht zum Verzehr anbieten. Ich will ja keinen Nachbarschaftsstreit heraufbeschwören ;-) - "Die wollte uns vergiften...)

Aber Backen klappt ja halbwegs und meist auch ohne größere Zwischenfälle. Also habe ich mich daran gemacht, eine ganze Serie von Käsegebäck zu produzieren.

Und diese hier waren die absoluten Lieblinge meiner beiden Mädels (und irgendwie auch aller anderen Kinder) aus der Käsegebäckreihe. Und auch sicher das kalorienärmste. Ich selbst kann mich noch nicht entscheiden, ob mir diese hier oder doch die Chilli-Mandel-Biscuits lieber waren, deren Rezept in ein paar Tagen kommt.

Sie werden zwar garantiert nicht alt, aber sollte der Fall doch eintreten - vielleicht weil ihr die 4-fache Menge für nur 2 Personen zubereitet habt, dann kann man sie fein zermahlen auch wunderbar als besonders schmackhafte Panade für Hähnchenbrust oder ähnliches verwenden.


Parmesan-Grissini

50 g weiche Butter
200 ml Milch
10 g Hefe
375 g Weizenmehl Type 550
50 g fein geriebener Parmesan
10 g Salz


Mehl in eine Schüssel geben. Eine Kuhle formen und die Milch hineinschütten. Hefe reinkrümeln, mit etwas Mehl vom Kuhlenrand verrühren und 15 ruhen lassen.

Alle anderen Zutaten für den Hefeteig zugeben und kräftig (und lange) zu einem glatten Teig verkneten.

Teig auf eine saubere Arbeitsfläche legen und mit einem feuchten Geschirrtuch zugedeckt ungefähr 30 Minuten gehen lassen.

Dann breit und flach drücken, mit den Fingern mehrere Löcher hineindrücken und zuerst das Linke, dann das rechte Drittel auf das mittlere Drittel falten. Wieder mit den Finger Löcher eindrücken und nochmals abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

In dieser Zeit nach 15 Minuten den Backofen auf 230°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig halbieren und jeweils zu einem großen Rechteck ausrollen (aber nicht breiter als euer Backblech!).

Quer in ungefähr 1 cm breite Streifen schneiden und jeden Streifen locker von der Mitte aus zu den Rändern hin leicht rund rollen. Der Teig soll dabei leicht gedehnt werden.

Auf die Backbleche legen. Sollten die Stangen an den Enden noch etwas dickere Knubbel haben, diese jetzt mit dem Finger etwas platter drücken.

Nochmals 10 Minuten ruhen lassen, dann die Temperatur des Ofens auf 180°C herunterschalten und die Grissini in ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Auf einem Gitter komplett abkühlen lassen, dann steht dem Knabberspaß nichts mehr im Wege.


Eine kleine Meerjungfrau

Zu Beginn des Sommers im Juni/Juli häufen sich bei uns die Geburtstage. Und die Kinder warten inzwischen schon auf eine Zuckerfigur, die sie dann als Deko für ihre Kindergeburtstagstorte verwenden können (bevor sie meist bis auf das letzte Zuckerstückchen vernichtet wird, aber zum Glück nicht an einem einzigen Tag).

 
Johanna, die Größte meiner Schwester, wurde 7 und wollte mit ihren Freundinnen und Freunden einen Unterwassergeburtstag feiern.

Da darf natürlich eine Meerjungfrau auf der Torte nicht fehlen, damit die "echten" Meerjungfrauen und Wassermänner eine standesgemäße Party feiern können.


Wie immer aus Modelierfondant mit 2 Zahnstochern als Inhalt, um sie etwas abzustützen. Inzwischen bekomme ich die Hautfarbe auch halbwegs hin (meine erste Meerjungfrau für meine Kleine vor 1 1/2 Jahren sah aus, als ob sie zu lange auf der Sonnenbank verbracht hätte).






Raspberry Velvet MiniGugl

Vor einer Weile habe ich euch bei Facebook meine von Maren von Malus Köstlichkeiten geschenkte Miniguglform gezeigt. Da meine Mädels total auf sie abgefahren sind, sollte sie auch schnell ausprobiert werden. Man sollte es nicht glauben, trotz Backwahn und allem zugehörigen (tausend Backformen, Bücher, Dekokram,...) hatte es bisher keine Miniguglform in meine Küche geschafft - obwohl sie schon eine Weile auf meiner heimlichen Wunschliste stand. Noch mal ein dickes Danke an Maren!


Aber jetzt bin ich dann auch endlich voll im Trend und kann mitgugln (wie immer ein bisschen später dran als alle anderen :-) ).

Ich wollte was farblich passendes zur Form machen, fragt mich aber nicht, wie ich auf die seltsame Idee gekommen bin, den die Form ist rot. Und Farbe im Kuchen verwende ich eigentlich nicht so gern (nur ab und an auf der Deko, die die meisten sowieso nicht mitessen).
Und so blieb fast nichts anderes übrig, außer Red Velvet MiniGugl. Eine liebe Leserin brachte mich noch auf die Idee, Himbeeren reinzupacken, was ich dann in Form von Himbeerpulver auch gemacht habe (meines ist von Madavanilla - Himbeer Fruchtpulver ). Wer keins hat, lässt es einfach weg, dann ist es das Originalrezept, allerdings ohne den leckeren Himbeergeschmack (sie schmecken dann nur leicht schokoladig).
Auch auf die Farbe kann man ohne irgendwelche Auswirkungen verzichten - sie sind dann eben nicht rot sondern eher hellbraun.

Herausgekommen (falls sie raus wollten...) sind saftige und doch fluffige kleine Küchlein, die perfekt in eine kleine Hand passen. Natürlich durfte das zugehörige Cream Cheese Frosting mit weisser Schokolade nicht fehlen, das geschmacklich perfekt passt. Und die Gugl-Öffnung in der Mitte bietet sich auch einfach zum Was-Rein-Füllen an.
Im Vergleich zu anderen Rezepten mit reinem Frischkäse gibt hier die saure Sahne ein etwas säuerlicheres und frischer schmeckendes Frosting. Die Idee ist von Rose Levy Beranbaum aus dem Heavenly Cakes - Buch.

Trotz heftigstem Einfetten habe ich leider nur die Hälfte der Gugl unbeschadet aus der Form bekommen, was sich aber nach öfterem Backen hoffentlich von selbst erledigt. Und so war es zusätzlich noch ganz praktisch, dass ich noch etwas Frosting zubereitet hatte - das eignete sich nämlich auch hervorragend als Klebstoff, um die kleinen Scheisserchen wieder zusammenzupuzzeln.

Das Rezept ergibt ungefähr 45 Minigugl.



Raspberry Velvet MiniGugl

Teig:
100 g Butter, weich
175 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
25 g Zartbitterschokolade, geschmolzen
2 EL Sonnenblumenöl
1 TL Essig
1 EL Himbeerpulver (optional)
1/4 TL rote Speisefarbe (optional, im Original 2 TL)
1 Msp gemahlene Vanille
120 g Sahne
200 g Mehl (Type 405)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 EL Backkakao

White Chocolate Cream Cheese Frosting:
45 g weiße Schokolade
65 g Frischkäse, glatt gerührt
15 g Butter, weich
1 TL saure Sahne
 
Ofen auf 175°C vorheizen, und die Vertiefungen der Miniguglform ausfetten.
 
Für den Teig Butter und Zucker mit Salz schaumig rühren. Das Ei unterschlagen.
Geschmolzene Schokolade, Öl, Essig, Himbeerpulver, Vanille und die rote Farbe zugeben und unterrühren.
 
Mehl, Backpulver, Natron und Kakao mischen. Abwechselnd in ca. 2 Portionen mit der Sahne zugeben und jeweils gut mit einem Spatel unterheben.

Die Förmchen fast eben voll füllen. Ich habe es zuerst mit einem Teelöffel versucht, bin dann aber sehr schnell auf einen Gefrierbeutel umgestiegen, dem ich eine Ecke abgeschnitten habe. So konnte ich ihn wie einen Spritzbeutel benutzen.
 
In ungefähr 18 Minuten goldbraun backen, dann aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Die Form erneut ausfetten und mit Teig befüllt nochmals auf die gleiche Art backen. Ich hatte soviel Teig, dass auch ein dritter Backdurchgang nötig war (meine Mädels freuten sich über die vielen Gugls).

Während die Gugl backen, kann das Frosting zubereitet werden. Dazu einfach die weiße Schokolade über einem warmen Wasserbad schmelzen. Die weiche Butter zugeben und unterrühren, bis sie komplett eingearbeitet ist. Frischkäse und Saure Sahne ebenfalls einrühren, bis alles eine homogene Masse ergibt.





Ich bin noch was schuldig - das letzte Treffen der Ulmer Tortenverrückten

Am 20. Juli (leider auch schon wieder ein paar Tage her) war es nach längerer Zeit endlich wieder soweit: Torten"Stammtisch" bei Caro von der Backwerkstatt.


Caro war so lieb und hat 4 Tortenverrückte (Birgit, Vanessa, Tamara und meiner einer) zu sich in ihren Kursraum eingeladen, um gemeinsam mal wieder ein bisschen mit Zucker zu basteln. Da sie dort normalerweise Kurse rund um Motivtorten gibt (schaut mal ihr Kursprogramm an), ist sie dort für solche Anlässe bestens ausgestattet. Wir kannten alle Caros Kursraum schon, die restlichen Teilnehmer unseres Treffens hatten schon bei Caro verschiedene Kurse gemacht und ich durfte mit meinen Mädels bei ihrer Einweihung im April dort auch schon Rosen aus Blütenpaste herstellen.

Caro und ich hatten ein kleines Programm vorbereitet. Wir wollten Cupcakes etwas sommerlich dekorieren und so zeigte Caro uns, wie man kleine Frangipanis aus Blütenpaste herstellt. Es entstanden süße kleine Blüten, die sich sehr gut auf den Cupcakes machten.
Ich hatte natürlich nicht nur meine Kamera daheim vergessen (die Fotos, die ihr hier seht, hat mir Caro zur Verfügung gestellt - Danke!), sondern auch vergessen, Cupcakes zu backen.
Also auch noch ein Dankeschön an Tamara, die nicht nur mich mit leckeren frisch gebackenen Blaubeermuffins mit Zucker-Muskatkruste versorgte.


Mein Anteil am Treffen waren ganz einfache Zuckerblüten, die nur aus ausgestochenen Kreisen hergestellt werden und durch ein bisschen Falten erheblich komplizierter aussehen, als sie sind. Sie erinnern an aus Filz oder Stoff genähte Blumen und auch wenn sie nicht lebensecht aussehen, finde ich sie doch ganz hübsch.


Das Highlight des ganzen Treffens war aber die Einweihung von Caros Shopecke. Dort können ihre Kursteilnehmer sich jetzt direkt eine Grundausstattung besorgen, ohne lange in diversen Onlineshops suchen zu müssen (in diesem Bereich ist Ulm und Umgebung eben noch ein Dorf - Motivtortenkram gibt es dort nicht). Neben diversen Werkzeugen gibt es auch Backformen, Fondant zum Eindecken, Blütenpaste und sonst noch vieles, was das Bäckerinnenherz begehrt.


Hier sieht man die Shopecke im Hintergrund.

Und hier richtig:

Und irgendwann demnächst werde ich mir die Backwerkstatt-Schürze auch noch zulegen. Nicht nur, weil ich in der Küche ein kleines Ferkel bin und regelmäßig ein Schweinerei veranstalte. Und die Schürze natürlich auch sehr nett aussieht.
Sondern auch, weil ich einen erheblichen Nachteil an der neuen Küche entdeckt habe. Die neue Arbeitsplatte ist etwas höher als die alte und jetzt aus Stein. Deshalb weiß ich nicht genau, an was es von beidem liegt - aber seit dem Umzug werden mir sämtliche T-Shirts und sonstigen Oberteile um den Hosenbund/-knopf rum mit kleinen Löchern verziert. Nachdem ich das eine Weile beobachtet habe, weiß ich jetzt, dass die Reibung des Hosenknopfes an der Arbeitsplatte sämtliche nicht so stabilen Stoffzwischenlagen einfach niedermacht. Ich denke mal, eine Schürze ist eine wesentlich sinnvollere Investition als jede Woche 3 neue T-Shirts.

Übrigens blogtgt Caro auch und zwar auf "Mit Liebe gebacken" und Birgit findet ihr bald auf Birgits Backzauber. Von Caro gibt es jetzt ganz aktuell für alle Interessierten einen Newsletter. Dort findet ihr nicht nur Termine und Neues der Backwerkstatt, sondern auch Aktuelles aus der Region (was mit Backen und Co. zu tun hat - z.B. die Cake Germany-Messe in Esslingen). Schaut einfach auf die Backwerkstatt vorbei und fordert ihn über das Kontaktformular an.


Noch ein Dankeschön an Birgit für das sehr leckere Johannisbeergelee!

Gedämpfte Schokoladencreme im Gläschen mit Tonkahäubchen

Nachdem ich jetzt einen Monat ausgesetzt habe, habe ich heute wieder einen Beitrag für Zorras monatliches Blogevent. Dieses Mal richtet Claudia von Geschmeidige Köstlichkeiten das Event aus und sucht Rezepte für "Smooth Food". Damit sind nicht (nur) die zur Zeit fast allgegenwärtigen Smoothies gemeint. Auf Claudias Blog dreht sich nämlich alles um genussvolle Rezepte für Menschen mit Kau- und Essproblemen. Durch eine ehemalige Studienkollegin weiß ich, wie schnell man zum Beispiel durch einen Unfall mit folgender Kiefer-OP selbst vor einem solchen Problem stehen kann.
Bei ihr finden aber nicht nur Betroffene leckere, optisch ansprechende und in der Textur interessante Anregungen, auch Menschen, die zum Glück nicht an Kauproblemen leiden, werden ihre Rezepte ansprechend finden und einiges zum Nachkochen finden.

Ich wollte ein Dessert machen und ging mal davon aus, dass die meisten Betroffenen weiche und labbrige Rezepte im Puddingstil für Desserts schon zu genüge kennen. Bei mir sollte es etwas Kompakteres mit mehr Mundgefühl, etwas Intensives und auch ein bisschen Luxuriöses geben. Und da kommt bei mir meist gleich Schokolade in Spiel.
Dass hier immer wieder gerne Neues und auch außergewöhnlichere Zubereitungsarten ausprobiert werden, davon konntet ihr ja hier stellenweise schon ausgiebigst lesen. Und natürlich mache ich auch nicht vor unserem Dampfgarer halt - wenn man so ein Gerät hat, sollte es schließlich auch genutzt werden. Nur zur Deko eignet es sich nicht besonders gut - soooo hübsch ist er auch wieder nicht. Also nutzte ich die Gelegenheit.

Es regnete wie wahnsinnig und wir hatten auch wirklich Lust was süßes-schokoladiges. Wie schon oft in diesem Fall wurde ich in dem Buch Schokolade. Die Kochschule fündig, denn mir ist die Schokocreme eingefallen, die ich mir bisher immer verkniffen habe. Dort allerdings mit Espressogelee -brrr, bei uns mit etwas luftigerem obendrauf, einem mit Tonkabohne aromatisiertem Sahnehäubchen.


Nach dem Probieren muss ich gestehen - das ist wirklich keine Schokocreme für jeden Tag. Sie ist für echte Schokoladenjunkies, nämlich extrem schokoladig und durch die 70%ige Schokolade doch eher herb als süß. Kindern macht man damit nicht unbedingt eine Freude (die essen eher nur das Sahnehäubchen). Die Kombination mit hohem Kakaogehalt und eher wenig zugegebener Flüssigkeit sorgt für eine relativ feste Creme, deren Konsistenz an eine Ganache erinnert und viel fester als zum Beispiel Pudding ist. Geschmacklich schön intensiv, aber man sieht die Kalorien fast direkt vom Löffel auf die Hüften hüpfen, so gehaltvoll ist sie.
Ich musste feststellen, dass es wohl nicht nur ein Zuckerkoma sondern auch ein Schokokoma gibt. Nachdem ich nämlich mein Gläschen vernichtet hatte (und eigentlich wirklich pappsatt war), musste ich noch ein paar Löffel der Reste meiner Zwerge essen (die mir zum Wegwerfen zu schade waren) - danach war mir den ganzen Mittag gelinde gesagt nicht mehr ganz so wohl.

Für diese Creme braucht man aber nicht unbedingt einen Einbaudampfgarer, es genügt auch ein Dämpfkorb oder -einsatz für einen Kochtopf oder auch ein Wasserbad im Backofen.

Und noch ein Tipp: Hier werden sehr wenige Zutaten verwendete, dadurch steht und fällt der Geschmack dieses Nachtischs mit der Qualität der verwendeten Schokolade - nehmt also wirklich nur eine, die euch auch pur wirklich gut schmeckt. Wer es etwas süßer mag, kann auch Schokolade mit nur 60% Kakaogehalt verwenden, braucht dann aber etwas mehr, damit die Creme fest wird (das liegt am geringeren Kakaobuttergehalt)

Wir haben 4 flache, breite Gläschen mit 7,5 cm Durchmesser und 3 cm Höhe genommen. Ich würde etwas kleinere empfehlen (oder die Schokolade in einer dünneren Schicht einfüllen und vielleicht 6 Stück dann befüllen), damit die Portionen nicht ganz so mächtig werden.
Bei kleineren Gläschen kann die Garzeit dann um einige Minuten reduziert werden (ich würde sie ungefähr 15 Minuten garen).


Gedämpfte Schokocreme mit Tonkahäubchen

Schokoladencreme:
120 g dunkle Schokolade (70% Kakaogehalt) oder 140 g mit 60% Kakaogehalt
100 ml Milch
1 Ei
1 Eigelb
 
Sahnehäubchen:
100 ml Schlagsahne
1 TL Zucker
1/4 Tonkabohne, frisch gerieben
 
Die Schokolade schmelzen, am besten in einer hitzefesten Schüssel im Wasserbad.
In einem separaten Topf die Milch stark erhitzen und kurz vor dem Aufkochen von der Hitzequelle nehmen.
In 3 Portionen nacheinander zur flüssigen Schokolade geben, dazwischen jeweils immer gut mit einem Teigschaber unterrühren.
Ei und Eigelb leicht verschlagen und unter die Schoko-Milchcreme rühren, bis alles homogen ist.
 
Auf 4 bis lieber 6 hitzefeste Schüsselchen verteilen. Diese mit Frischhaltefolie möglichst dicht abdecken.
 
Im Dampfgarer:
In das Lochblech auf der 3. Schiene in den Dampfgarer geben. 15 (kleinere Gläschen) bis 20 (Gläschen mit 7,5 cm Durchmesser) Minuten lang bei 85°C Dampftemperatur garen.
 
Im Kochtopf mit Dämpfeinsatz:
In den Dämpfeinsatz stellen, Topf verschließen und bei mittlerer Temperaturstufe auch je nach Gläschengröße 15 bis 20 Minuten garen.
 
Im Wasserbad :
Backofen auf 100°C vorheizen. Ein Backblech einschieben und ca. 1 cm hoch mit kochendem Wasser füllen). Die Gläschen direkt in das heiße Wasser stellen und ebenfalls 15 bis 20 Minuten garen.
 
Nach dem Garen vollständig abkühlen lassen.
 
In der Zwischenzeit kann man die Sahne zusammen mit Zucker und Tonkabohne fest, aber nicht komplett steif schlagen.
Jeweils eine großen Klacks auf die Schokocreme setzen und nach Wunsch noch mit Schokoladenraspeln bestreuen.
 


peanut butter chocolate cookies /Erdnussbutter-Schoko-Cookies

Hier kommt das Gegenstück zu den Cayucos Cookies, die ich im Frühjahr mal verbloggt hatte und von denen ich doch etwas enttäuscht war.

 
Hier aber überhaupt gar nicht. Alle Erdnussbutter- und Schokofans sollten dieses Rezept von Dan Lepard unbedingt mal probieren - für mich die beste Art, ein angebrochenes Glas Erdnussbutter (das zumindest bei mir etwas verloren im Schrank stand) zu verwerten. Dan Lepard macht seine Cookies allerdings ohne Schokolade, aber für mich gehört das in Cookies einfach rein.
 
Der Teig wird durch den doch nicht unerheblichen Fettgehalt schön mürbe, aber für einen zumindest ansatzweisen gesunden Ausgleich sorgen noch ein paar knackige Haferflocken.

 

Peanut Butter Chocolate Cookies

200 g Erdnussbutter "crunchy"
125 g weiche Butter
175 brauner Zucker
150 g normaler Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1 Ei
150 g Mehl
100 g kernige Haferflocken
1 TL Natron
125 g dunkle Schokolade (bei mir 70% Kakaogehalt), in Stückchen geschnitten
 
 

Backofen auf 170°C vorheizen. Erdnussbutter, Butter mit beiden Zuckerarten und der Vanille schaumig schlagen.
Ei unterrühren.
 
Mehl mit Haferflocken und Natron mischen und zusammen mit den Schokostückchen ebenfalls unterrühren.
 
Mit einem EL kleine Häufchen (von ca. 30 g) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und nur solange backen, bis sie aufgegangen sind und sich am Rand bräunen. Das dauert ungefähr 12 bis 14 Minuten.
Mit dem restlichen Teig genau so verfahren (ich habe 3 Bleche mit jeweils ca. 12 Cookies herausbekommen).
 
Kurz auf dem Blech abkühlen lassen, bis sie etwas fester geworden sind, dann zum vollständigen Auskühlen auf ein Drahtgitter setzen.
 

Buchvorstellung Sweet Flowers von Peggy Porschen

Meiner Kleinen fielen fast die Augen aus dem Kopf, als wir das Paket aufpackten. Dann verschwand sie - und kam mit einem ganzen Block Klebezettel wieder "Ich mach wie du und kleb an alles was du mir machen sollst einen Zettel".

Und das sah dann so aus:


Da lag es also, das lang erwartete Buch von Peggy Porschen. Eines der einzigsten "Zuckerblumenbücher" auf deutsch, das ich kenne. So hübsch - und komplett zugekleistert.
So ungefähr auf jeder Seite klebte ein Zettel ;-), nicht nur pro schöner Blume einer, sondern an den Anleitungsseiten genauso (falls irgendwo auf der Seite ein komplettes Blümchen abgebildet war)

Und erst der Protest als ich die Kleber einige Zeit später zum Fotografieren abmachen wollte (Dann weißt du ja nicht mehr welche... Mein Argument, dass ich ja sowieso alle machen musste und dann bis zu ihrer Hochzeit in 25 Jahren noch nicht fertig bin, zog nicht so ganz. Also musste ich die Fotos heimlich machen (und die Zettel später wieder reinkleben - was ja nicht so schwer war, einfach auf jede Seite eins).

Sweet Flowers

Aber ein bisschen hat sie ja auch recht. Dieses Buch ist ein richtiger Kleinmädchentraum. Und auch schon gereiftere Frauen im mittleren Alter finden sicher noch gefallen daran (ich sprech jetzt mal nicht nur von mir...). Und wenn schon nicht zum Nachbasteln, dann zum Anschauen.

Peggy Porschen hat inzwischen sehr viel Zuckerbäckererfahrung (seit 2003) und sie war auch eine der ersten, deren Tortendekorationsbücher auf deutsch übersetzt wurden. Und so ist auch dieses Buch mit Anleitungen für Zuckerblumen auch wieder eines der ersten seiner Art, das auf deutsch erhältlich ist.
Seit 2010 sind ihre Backwerke in einer Konditorei mit Café im Londoner Stadtteil Belgravia für jeden erhältlich und seit Anfang 2011 bietet sie in ihrer Academy verschiedenste Workshops rund ums Backen und Dekorieren von Torten an.
Sie selbst schreibt über dieses Buch, das es ihr liebstes und anspruchsvollstes Werk ist.

Der unverwechselbare Peggy-Porschen-Stil blinzelt einem von der ersten Seite an entgegen.
Pastellig-romantische Blumen auf Torten und Törtchen, wohin man blickt.

Nach einer nicht zu lang gehaltenen persönlichen Einführung geht es auch gleich mit den Grundlagen los.
Reich bebildert erhält man sämtliche notwendigen Informationen zu Grundausstattung, Spezialwerkzeugen, Blütenpaste (inkl. Rezept, auch wenn sich hier bei der Verwendung von Trockeneiweiß ein Fehler eingeschlichen haben muss, für normales Eiweiß passt es aber).

Und schon landet man mitten in den schönsten Blumenträumen.
In den folgenden Kapiteln werden jeweils eine oder mehrere Blumenarten vorgestellt und wie die entsprechende abgebildete Torte dekoriert werden soll, damit sie auch so aussieht.


Es gibt folgende 24 Torten ( und etwas mehr Blumen) zum "Nachbasteln":

  • Frühlingsblütenbouquet (Narzisse, Hahnenfuss, Hyazinte, Primel)
  • Violette Stiefmütterchen (Stiefmütterchen)
  • Frangipanis
  • Nelken-Pomander (Nelken)
  • Rosen und Maiglöckchen
  • Schneebälle
  • Dahlie Café au lait (Dahlie)
  • Gänseblümchenkranz (Gänseblümchen)
  • Herabfallende Hortensien (einzelne Blüten und eine Kugel)
  • Rosen - Veilchen - Cupcakes (Rosen, Veilchen)
  • Island - Mohn
  • Weisse Rosen und Blütenblätter
  • Ombré Blütenblätter
  • Wickenstrauss
  • englische Rosen
  • Schmuckkörbchen (Cosmea)
  • Pfingstrosen
  • Chrysanthemenbäume (Chrysanthemen)
  • weisse Orchideen (Singapur - Orchidee, Motten - Orchidee, Cattleya - Orchidee)
  • Feuerrote Anemone
  • Vintage - Blütenpracht (Rose, Hortensie, Stephanotis)
  • Kirschblüten
  • Kamelienspitze (Kamelie)
  • Blütenkaskade (Geißraute, Freesie,Papageientulpe, Pfingstrose)
Im Anschluss an die einzelnen Projekte gibt es noch ein Kapitel über Grundlagen. Hierbei werden Zeitplanung und das Backen der Kuchen (Grundausstattung dafür, Auskleiden einer Kuchenform, 3 Rezepte für Kuchen, Rezepte für englische Buttercreme, Ganache und Zuckersirup, Schichten und Überziehen von Lagentorten) behandelt. Auch findet man detaillierte Anleitungen zum Arbeiten mit Royal Icing und Aufbauen von mehrstöckigen Torten. Begriffserklärungen und ein Mengenleitfaden für verschieden große Kuchenformen runden das ganze ab.

Peggy Porschen

Nun aber zum wichtigsten, den Anleitungen. Sie sind immer auf die gleiche Weise aufgebaut. Zu Beginn werden Zutaten und Arbeitsmittel aufgelistet. Dann folgt die Vorgehensweise übersichtlich mit Schritt für Schritt Anleitungen  und Verweisen zu den zugehörigen zahlreichen Fotos der einzelnen Arbeitsschritte. Die Anweisungen sind detailliert und lesen sich schlüssig. Es gibt genaue Angaben, was für eine Torte für das Projekt benötigt wird und wie sie für die Blüten vorzubereiten ist - Tortengröße in Höhe und Durchmesser,...).
Werden Gestecke zusammengesetzt, so ist auch das Binden der einzelnen Blumen genau aufgezeigt und wie das ganze an der Torte befestigt werden soll.

Neben Blüten, die mit Ausstechern (ganz geschäftstüchtig meist Peggy-Porschen-Ausstecher) hergestellt werden, gibt es auch ein paar Anleitungen für schnellere und einfachere Blüten mit z. B. einem Sunflower-Präger für die ganzen Hortensienblüte oder komplett mit First - Impressions - Silikonförmchen wie die Chrysanthemen.


 
Im Vergleich zu anderen Zuckerblumenkünstlern wie Alan Dunn oder Paddi Clark eher stilisierte Blüten, immer schön pastellig und auch romantisch angehaucht.

Ich muss zugeben, die meisten Blüten sind schön anzusehen, aber manche ihrer Rosen gefallen mir einfach nicht besonders gut  (die zu sehr stilisierten, ich mag sie lieber lebensechter), sie sind mir fast zu grob und ähneln eher Marzipanrosen. Aber das Buch hat auch mir noch einige neue Anleitungen geboten (obwohl ich schon 3 englischsprachige Bücher zum Thema habe).

Und noch etwas hat mich ein bisschen gestört: es wird fast durchgängig (Roll-) Fondant, ein eigentlich fest stehender Begriff zum Überziehen der Torten als "Glasur" bezeichnet. Glasur ist für mich persönlich etwas ganz anderes (nämlich etwas, das flüssig außen auf eine Torte gestrichen wird). Auch die Technik, Blumen mit einem Mexican Hat herzustellen wird wortwörtlich als "mexikanischer Hut" übersetzt ( was sich für mich lustig angehört hat, aber ich bin eben nur englische Zuckerblumenbücher gewohnt).
Vielleicht sind der Übersetzerin die gebräuchlichen Begriffe in der "Motivtortenszene" unbekannt gewesen?
Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn das Buch ist meiner Einschätzung nach sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene Blumenkünstler eindeutig eine Empfehlung wert.
Das Herstellen der Blüten funktioniert mit etwas Übung und Improvisationstalent sicher auch mit Ausstechern anderer Hersteller oder (wenn nur wenige Blüten hergestellt werden sollen)  indem man sich Schablonen bastelt und mit dem Schneidrädchen die Blütenblätter einzeln ausschneidet.


Insgesamt ein richtiger Augenschmaus und die Bettlektüre meiner Kleinen (die das gewichtige und umfangreiche Buch gerade so halten kann, ohne dass es ihr dabei auf die Nase fällt).

Wer nach diesem Roman noch nicht das Interesse verloren hat:

Peggy Porschen *
Sweet Flowers
Fackelträger Verlag
ISBN 9783771645571
 
Wir haben uns an die Arbeit gemacht und Frangipanis nachgebastelt. Damit können wir wohl auch bestätigen, dass die Anleitungen funktionieren und die Blumen durchaus machbar sind (ich muss aber wohl schreiben, dass Frangipanis jetzt auch nicht die schwierigsten Blüten sind). Da ich keinen tropfenförmigen Ausstecher besitze, habe ich einen herzförmigen genommen und die Herzen in der Mitte halbiert.


Noch ein Dankeschön an der Fackelträger Verlag, der mir das Buch zur Rezension überlassen hat.
Dies hatte keinerlei Einfluss auf meine Meinung zum Buch.








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