/

Ein Nusskuchen, der eigentlich ein Mandelkuchen sein wollte

Hier ist noch ein Rezept, das schon eine Weile bei meinen "Das-muss-ich noch-veröffentlichen-Rezepten" rumdümpelt.
Nicht weil er nicht schmeckt. Mir sah er oft nur zu unscheinbar aus und es gab immer etwas anderes zu veröffentlichen.
Aber jetzt habe ich praktisch meine ganzen Rest-Rezepte so langsam veröffentlicht, wieder mal keine Lust auf Backen, noch weniger Lust, einen Blogbeitrag zu schreiben und so darf jetzt endlich dieser Kuchen ran.
Der Text, den ich damals geschrieben habe passt noch ziemlich genau (ausser, dass es noch nicht so heiß ist, und wir nicht mehr unterm Dach wohnen)

Manchmal bin ich total verpeilt. Und diese Hitze in unserer Dachwohnung tat noch ihr übriges. Eigentlich wollte ich schon lange die spanische Mandeltorte von Adolf Andersen nachbacken und war mir auch sicher, alle Zutaten da zu haben. Und was fand ich in den Vorräten?
Absolut so überhaupt gar keine Spur einer Mandel, weder ganz, gemahlen, gehackt oder in Blättchen. Nicht mal einen Krümel. Und statt dessen 7 (!!!!) ganze Packungen Nüsse. Was hab ich mir dabei wohl gedacht...

Deshalb wurde kurzerhand aus dem Mandel- ein Nusskuchen und das auch noch ein ziemlich leckerer. Das Marzipan hält den Kuchen auch über meherere Tage trotz der verhältnismäßig geringen Anzahl an Eier schön feucht und gibt eine "elegante" Note in den ziemlich rustikalen Kuchen. 
Wer es nicht ganz jugendfrei braucht nimmt statt der Milch wie im Originalrezept lieber Mandellikör. Was ich noch weggelassen habe, ist der Mürbteig unter dem Rührteig, aber wer Lust hat macht einfach einen dazu und bäckt in aber nicht vor.


Spanisch-schwäbischer Nusskuchen

270 g Nüsse oder Mandeln
130 g Marzipanrohmasse
200 g Butter, weich
160 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eier
50 ml Milch
75 g Mehl (Type 550)
2 g Backpulver

Eventuell ganze Mandeln zum Verzieren

Ofen auf 200°C vorheizen und die Nüsse/Mandeln auf einem Blech verteilen. Diese dann im Ofen rösten, bis sie zu duften beginnen. Aus dem Ofen nehmen, komplett abkühlen lassen und fein mahlen.

Ofen auf 160°C zurückschalten und Kuchenform mit 26 cm Durchmesser ausfetten und ausmelieren.

In der Zwischenzeit kann auch schon mit dem Teig begonnen werden. Dazu Marzipan kurz in der Mikrowelle bei mittlerer Stufe leicht erwärmen (dann lässt es sich leichter im Teig verteilen) und mit Butter und Zucker und dem Salz schaumig rühren. Eier und Milch nacheinander zugeben und unterrühren.

Jetzt braucht man die gemahlenen Nüsse und das Mehl, gemischt mit Backpulver. Das alles wird gemischt und so kurz wie möglich untergehoben

Teig in die Backform geben und im Backofen ca. 50 bis 60 min backen.
Herausnehmen und komplett in der Form abkühlen lassen.




Feuerwehrmann Sam


Diesen Feuerwehrmann gab es vor einiger Zeit zum Geburtstag meines Neffens ...



Genauer gesagt vor ziemlich genau einem Jahr. Denn gestern vor einer Woche war es wieder so weit und Benni wurde inzwischen 6.
Damit ich ihn nicht noch länger "liegen" lasse, veröffentliche ich ihn nochmal schnell.
Denn er sieht zwar nicht perfekt aus (und in der Zwischenzeit würde ich ihn auch komplett anders modellieren), aber zumindest anschauen kann man ihn, ohne Augenschmerzen zu bekommen.


Brownie-Cookie-Cups oder manchmal muß man sich nicht entscheiden

Kennt ihr das auch? In kleinen wie in großen Dingen- ihr könnt euch einfach nicht entscheiden. Egal ob es jetzt das Urlaubsziel ist oder schon früher welches der rosa Kleidchen für den Kindi - immer kann man nur eines haben.


Wenn ihr euch auch damit schwer tut, dann habe ich zuerst mal die perfekten Cookies für euch. Denn hier heißt es nicht Brownie oder Cookie - das ist einfach beides.
Innen chewy, außen mit der typisch dünnen aber knusprigen Browniekruste. Und mega-schokoladig.
Ein Löffel lösliches Kaffeepulver gibt auch hier wieder noch einen geschmacklichen Kick, sticht aber nicht heraus.
Einfach perfekt!


Das Rezept ist von Manuela Kjeilen aus ihrem Die Backfee. Zuckersüß: Zarte Cupcakes, Cookies, Kuchen und andere Versuchungen - Buch. Sie macht mit einem Erdnussbutter-Cream-Cheese-Frosting wunderbare Sandwiches daraus (genehmigt aber auch das Einfach-So-Vernaschen).
Aber mein Vorratsschrank nahm mir diese Entscheidung - Füllen oder nicht einfach -  ab. Keine Erdnussbutter da - kein Cookiesandwich.

Aber ein bisschen was hermachen sollte zumindest ein Teil der Cookies dennoch. Ich fällte ganz schnell eine Entscheidung ( ja, sowas gibt es ab und an bei mir auch ...) und füllte einen Teil des Teiges in ofenfeste kleine Förmchen.
Etwas länger gebacken und noch warm als Nachtisch mit Straciatellaeis und etwas Alibi-Obst serviert. LECKER!!!!

Und die fehlende Erdnussbutterfüllung ist ein schöner Grund, sie nochmals zu Backen, dann mit Füllung. Man muss ja schließlich vergleichen.

 

Brownie-Cookie-Cups


250 g dunkle Schokolade (meine hatte 60% Kakaoanteil), grob gehackt
40 g Butter
1/2 TL gemahlene Vanille
150 g Zucker
2 Eier
50 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 TL lösliches Kaffeepulver (gehäuft)

Backofen auf 180°C vorheizen und, falls nur Cookies gebacken werden sollen, zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Butter und 200 g der Schokolade in einem Topf bei kleinster Hitze auf dem Herd schmelzen, dabei immer wieder umrühren. Wenn alles geschmolzen ist, zum Abkühlen kurz beiseite stellen.
Zucker, Vanille und Eier mit dem Handrührgerät hellschaumig aufschlagen.

Die Butter-Schokoladenmischung zur Zucker-Ei-Masse gießen und unterrühren, bis eine homogene Mischung entstanden ist.
Mehl, Backpulver und die restlichen 50 g Schokolade in kleinen Stückchen unterheben.

Für Cookies: Den Teig in Häufchen von ca. einem EL aufs Backblech setzen (ca. 12 pro Blech, sie laufen etwas breit, deshalb Abstand lassen)
Ungefähr 10 Minuten backen, es. strömt dann ein unwiderstehlicher Schokoduft aus dem Backofen.

Auf einem Kuchengitterauskühlen lassen und dann dürfen sie gegessen werden.

Für Cookie-Cups: Jeweils ca. 2 EL Teig in kleine ofenfeste Förmchen füllen. Die Förmchen auf das Gitterblech in den Backofen stellen und 15 bis 18 Minuten backen.
Nur kurz abkühlen lassen (solange, bis man sich beim Naschen nicht mehr den Mund verbrennt...).
Jeweils eine Kugel Eis darauf, vielleicht noch ein paar Vitamine dazu und fertig ist ein Nachtisch der auch was hermacht.

Cosmea und Colette (Schokokuchen)

Schon lange wollte ich unbedingt mal Cosmeablüten aus Blütenpaste herstellen, hatte aber nie den richtigen Anstoß dazu. Als ich dann für jemand anderen anfing, Rosen zu machen, konnte ich mich dann nicht mehr bremsen und versuchte mich daran. Allerdings brauchte es drei Anläufe, bis ich dann halbwegs damit zufrieden war.
Nur um dann nicht zu wissen, was ich mit den Blüten anstellen sollte. Um sie nur einstauben zu lassen fand ich sie zu schade und wenn sie schon ewig rumliegen, mag ich sie auch nicht mehr den Mädels überlassen, um sie zu vernichten.


Deshalb landeten sie schon nach einem Tag ganz schnell auf einem farblich passenden Kuchen (bin ich den blöd - mache einen Kuchen passend zur Deko????).
Und als ich diesen Post hier so tippte, fiel mir auch noch auf, dass sogar die Namen zueinander passen ;-)

Aber ich muss zugeben, den Kuchen hätte ich auch sowieso gemacht. So langsam ist die Backunlust überwunden und ich mache mich daran, meine Nachbackliste abzuarbeiten. Wie weit ich komme, weiß ich nicht, denn dieser Kuchen war so lecker schokoladig, saftig und dabei auch noch locker, dass er am gleichen Tag schon wieder fast komplett weg war und ausdrücklich nochmal nachbestellt wurde. (Ok es war nur eine kleine Form mit ca. 20 cm Durchmesser, aber trotzdem ...)

 
Aber was will man von einem Rezept von Pierre Herme auch anderes erwarten - er kann eben auch einfache Kuchen in lecker, nicht nur aufwendige Kompositionen. Das Rezept stammt übrigens aus seinem "Larousse - Schokolade"-Buch und ist dort nur eines von vielen möglichen Schokokuchen.

Aber der Löffel löslicher Kaffee im Teig wirkt sich eindeutig sehr positiv auf den Geschmack aus - irgendwie (und das ich als Nicht-Kaffeetrinker) macht er die Schokolade intensiver und das Aroma abgerundeter.


Schokokuchen Colette

Teig:
125 g Zucker
3 Eier
125 g weiche Butter
150 g Schokolade mit 70% Kakaogehalt
60 ml Milch
125 g Mehl
1 TL löslicher Kaffee
1 Prise Salz
 
Guss:
ca. 100 g Vollmilchkuvertüre
Backofen auf 180 °C vorheizen.
Eine Springform mit 20 bis 22 cm Durchmesser ausfetten.
 
Die Eier trennen.
Eigelbe und Zucker hellschaumig schlagen. Die Butter in kleinen Stückchen zugeben und unterschlagen.
 
Schokolade in einen kleinen Topf geben und auf niedrigster Temperatur auf dem Herd schmelzen lassen Dabei gut beobachten und immer wieder umrühren, damit die Schoko nicht anbrennt (aber so kann man sich ein Wasserbad ersparen). Die Milch und den Kaffee zur geschmolzenen Schokolade geben und rühren, bis eine homogene Mischung entstanden ist.
 
Die Schoko-Milchmischung zur Eimasse geben und gut verrühren.
 
Die Eiweiße in einer sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen.
Mehl und Salz mischen und unter den Schokoladenteig mischen.
Zum Schluss zuerst ca. 1/3 des Eiklars grob unter den Teig rühren, dann den Rest vorsichtig unterheben.
 
In die Backform füllen und ca. 40 Minuten backen (Garprobe nicht vergessen).
 
Zum Abkühlen mit der Form zuerst 10 Minuten auf ein Gitter stellen, dann vorsichtig aus der Form lösen und komplett abkühlen lassen.
 
Die Kuvertüre für den Guss schmelzen und mit einem glatten Messer oder einer Palette auf der Oberfläche verteilen.
 
 
Nach Wunsch noch dekorieren.
 

Kokosnuss, Oskar und Mathilda

... waren von meiner Großen auf die Torte zum Kindergeburtstag gewünscht.
Sie verschlingt die Bücher vom kleinen Drachen Kokosnuss im Moment geradezu.

Also machte ich mich nach einer ganzen Weile "Zuckerknetabstinenz" mal wieder ans Modellieren. Meine Mädels haben mich tatkräftig unterstützt und die Geschenke, Blümchen usw., die mit den dreien auf die Torte sollten ganz alleine modelliert ("von denen darf aber keiner was essen!!!")


Um dann festzustellen, das sie gar nicht auf der 2. Bestellung zum Kindergeburtstag, dem Riesencupcake, Platz nehmen konnten. Sie waren einfach zu groß (obwohl sie das in echt gar nicht so sehr sind. Vielleicht war auch mein Cupcake letztendlich zu klein ;-)


Einen zweiten "normal" großen Kuchen mit mehr Sitzfläche wollte ich nicht backen, denn Erfahrungsgemäß hätten wir dann noch eine Woche lang Kuchenreste vom Kindergeburtstag essen müssen.



Deshalb wurde der Cupcake auf der Platte einfach zur Seite gerückt und die drei nahmen daneben Platz.



Zitronen-Pfirsich-Sahnetorte mit Baiserknusperschicht

Ein sommerlicher Tortentraum für alle, die es gerne süß, knusprig und auch sauer mögen.


...und sie hat sogar auf Anhieb funktioniert...
Dafür konnte ich sie nicht so recht auf ein schönes Bild bannen. Aber ich hoffe, ihr lasst euch nicht davon abschrecken.

Das Rezept stammt von Adolf Andersen, dessen klassische aber dennoch sehr leckeren und nicht zu gehaltvollen Rezepte mir einfach immer sehr gut gefallen. Ein paar Schritte habe ich mir gespart (den Mürbteig und das Fruchtsaftgelee oben drauf), dafür etwas mehr Biskuit und zusätzlich noch für etwas Farbe und mehr Fruchtgeschmack Pfirsiche verwendet. Das Ergebnis ist trotz viel künstlerischer Freiheit aber trotzdem ein Nachbacken wert!
Und verzichtet auf keinen Fall auf die Baiserschicht, denn die macht aus der ansonsten doch normalen Sahnetorte ein geschmackliches Erlebnis. Auch wenn es vielleicht etwas aufwendig erscheint und er bereits am Vortag gebacken werden muss...


Vor allem wenn ihr gerade nicht so gut drauf seid - die Torte wird euch auf jeden Fall gelingen (sagt eine, die die paar Torten davor komplett vers... hat). Denn spätestens beim Probieren gilt: Sauer macht lustig (und Torte glücklich).

Und falls ihr Interesse an noch mehr relativ klassischen Tortenrezepten habt: Dieses hier stammt aus dem Buch Traumhafte Torten: Kreationen eines Spitzenkonditors von oben genanntem Adolf Andersen und ist voll damit.


Zitronen-Pfirsich-Sahnetorte


Biskuit
50 g Butter, verflüssigt
4 Eier
180 g Zucker
1/4 TL gemahlene Vanille
1 Prise Salz
210 g Weizenmehl Type 405

Baiser:
2 Eiweiß
100 g Zucker

Zitronensahne:
600 g Sahne
2 Blatt Gelatine
180 g Zucker
geriebene Schale von 2 unbehandelten (und gewaschenen) Zitronen
120 ml frisch gepresster Orangensaft

Füllung:
1 Dose Pfirsiche, gut abgetropft und in Spalten geschnitten

Dekoration:
200 g Sahne
Schokoladedekorblättchen

Am Vortag den Baiserboden zubereiten.
Die Eiweiße mit dem Handrührgerät sehr schaumig schlagen. Darauf achten, dass die Rühschüssel und -besen komplett fettfrei sind (sonst wird nichts steif). Langsam den Zucker einrieseln lassen und dabei weiterschlagen, bis die Masse steif ist und glänzt. Beim Probieren oder Verreiben zwischen den Fingern sollten kaum mehr Zuckerkristalle zu spüren sein.
Ofen auf 140°C vorheizen. In der Zwischenzeit 1 Backbleche mit Papier auslegen. Einen Kreis mit 24 cm Durchmesser aufzeichnen. Den Baiser innerhalb dieser Kreisform verteilen und glatt streichen.
Das Blech in den Ofen stellen und 20 min die Temperatur beibehalten, dann auf 100°C runterstellen, einen Kochlöffel so in die Tür klemmen, dass ein Spalt offen bleibt und noch ungefähr 2 h weiter trocknen lassen. Nach dieser Zeit den Baiserboden vorsichtig lösen, umdrehen und noch weitere 30 Minuten trocknen lassen.
Auf einem Gitter abkühlen lassen und vor Luftfeuchte geschützt bis zum nächsten Tag aufbewahren.

Am nächsten Tag für den Biskuitboden den Backofen auf 170°C vorheizen. Den Boden einer Springform mit 28 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen.
Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
Die Eier zusammen mit dem Zucker, der Vanille und dem Salz in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät, mit dem Schlagbesen versehen, sehr luftig aufschlagen (ca. 10 Minuten).
Das Mehl darauf sieben und sehr vorsichtig unterheben. Die Zutaten sollen nur gerade so eben eingearbeitet sein. Die Butter dazu gießen und ebenfalls so kurz wie möglich durch Unterheben einarbeiten.
Im Backofen auf der untersten Schiene ca. 25 Minuten backen.
Herausnehmen, den Rand lockern und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter stürzen.

Für die Zitronensahne die Gelatine einweichen. Zitronensaft, - schale und Zucker mischen. Nach 5 Minuten Einweichzeit die Gelatine in einem kleinen Topf auflösen (nicht Kochen lassen, sonst verliert sie die Gelierkraft).
In einem dünnen Strahl unter ständigem kräftigen Rühren zur Zitronenmischung geben.
Sahne luftig aufschlagen, aber nicht komplett steif.
1/4 der Sahne unter die Zitronenmischung mischen, dann die restliche Sahne vorsichtig untermischen.

Jetzt erfolgt der Zusammenbau.
Zuerst den Biskuitboden einmal horizontal halbieren, so dass zwei Böden entstehen.
Einen davon auf die Servierplatte legen und passgenau mit einem Tortenring umstellen.
Die Pfirsichspalten darauf verteilen und diese mit einem Drittel der Zitronensahne bedecken.
Den Baiserboden einlegen und leicht andrücken.
Darüber kommt noch zuerst ein weiteres Drittel der Zitronensahne, der zweite Biskuitboden und zum Abschluss das letzte Drittel der Sahnecreme. Glatt streichen und ungefähr 3 Stunden kühl stellen.

Nach dem Entfernen des Tortenrings mit der locker aufgeschlagenen Sahne zur Dekoration den Rand einstreichen und nach Wunsch oben Tupfen oder ähnliches Aufspritzen.
Mit Schokodekorblättchen oder nach der eigenen Vorstellung verzieren.


Schweizer Brot

Ich habe wieder mal ein Brot bzw. Brötchenrezept für euch. Dieses Backwerk heißt ja "Schweizer Brot", aber ich finde, es sind eigentlich aneinander gebackene Brötchen.
Die Zubereitung ist recht einfach, allerdings benötigt sie etwas Zeit - hauptsächlich aber nur Wartezeit.
Deshalb solltet ihr etwas Überblick haben, wann ihr das Brot/die Brötchen braucht und rechtzeitig anfangen.


Wie schon die Schildkröten aus Fladenbrotteig vor gut einem Jahr stammt auch dieses Rezept von Lutz Geißler aus seinem Brotbackbuch Nr. 1 .
Ich werde ja nicht müde, zu betonen, wie viel lieber mir diese langsam gereiften Teige sind, da das Aroma einfach unvergleichlich besser ist - und man ist nicht so lange am Stück an die Küche gebunden, da der Teig ja größtenteils keine Streicheleinheiten und Zuwendungen braucht.

Hier wird mit einer sogenannten Biga gearbeitet. Diese Bezeichnung stammt aus Italien und beschreibt einen sehr festen Vorteig, der aber trotzdem für genügend Geschmacksstoffe und eine bessere Frischhaltung sorgt.



Mir hat der Gedanke gefallen, dass sich jeder von diesen Brotstangen seinen Teil abbrechen kann. Und damit sich die Arbeit auch lohnt (und das Backhaus sowieso in dieser Woche kein Brot für uns hergab), habe ich zum Glück gleich die doppelte Menge zubereitet. Das unten aufgeführte Rezept ist aber nur die einfache Menge!

Wir wurden für unsere Geduld mit einem schön fluffigen Innenleben unter einer dünnen und knusprigen Kruste belohnt. Geschmacklich ist das Brot eher mild, aber doch deutlich aromatisch. Aber bitte erwartet keine superluftigen Brötchen- die Krume ist schon eher kleinporig und kompakt wie bei einem Brot.

Meinen Bildern sieht man heute die strahlenden Sonne an. Das passiert, wenn man einfach losfotografiert, die Bilder nicht wirklich anschaut, alles aufisst und ein paar Tage später den Post schreibt ;-) (und dann noch ein halbes Jahr wartet, um das Rezept zu veröffentlichen....)

Schweizer Brot


Vorteig (Biga)
 
0,5 g Frischhefe
60g Wasser (lauwarm)
65 g Weizenmehl 1050
65 g Weizenmehl 550

Alle Zutaten in eine verschließbare Schüssel geben und zuerst mit einem (Holz)Löffel mischen. 
Dann von Hand zu einen sehr festen, homogenen Teig kneten.
Die Schüssel mit dem Deckel verschließen und 16 - 18 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Am nächsten Tag wird dann der Hauptteig zubereitet.

Hauptteig:
Vorteig
90 g Weizenmehl Type 1050
75 g Weizenmehl Type 550
4 g Frischhefe
85 g Wasser
20 g Olivenöl
9 g Salz

Alle Zutaten außer das Öl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Hinweis:
Ich hatte zwischendurch Angst um meine Maschine, da sie doch sehr zu ächzen anfing und habe von Hand weitergeknetet.

5 Minuten auf niedrigster Stufe und nochmals 5 Minuten auf der nächst höheren Stufe kneten.

20 g Pflanzenöl entweder tropfenweise ganz langsam bei laufender Maschine zugeben und nach fertiger Zugabe nochmals 5 Minuten auf Stufe 2 weiter kneten.
Oder das komplette Öl auf einmal zugeben von Hand einarbeiten (das ist aber eine schön glitschige Angelegenheit) und dann nochmals 5 Minuten auf Stufe 2 der Maschine kneten.
Der Teig sollte sich straff anfühlen und nicht kleben.

Abgedeckt 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen, dann ganz kurz durchkneten (auch Ausstoßen genannt).
Weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.
6 Teiglinge à ca. 80 g abstechen und rund schleifen.(Das heißt von Hand mit etwas Druck rund formen, dabei soll der Teig recht straff gehalten und gedehnt werden).

10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Die Teiglinge durch Rollen leicht länglich formen und mit ihren jetzt entstandenen länglichen Seiten dicht an dicht aneinander mit ca. 5 mm Abstand auf Backpapier setzen.

Abgedeckt bei Zimmertemperatur 45 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Backofen auf 230°C vorheizen.

Die Teiglinge sollten nach den 45 Minuten Gare soweit aufgegangen sein, dass sie sich jetzt berühren.

Mit einem scharfen Messer längs über alle Teiglinge hinweg diese 1,5-2 cm tief einschneiden.

In dem 230°C heißen Backofen mit Schwaden 10 Minuten backen. Ich habe wie immer meine Blumenspritze genommen.
Nach diesen 10 Minuten die Backofentür öffnen und den Dampf entweichen lassen, dann Temperatur auf 200°C senken und noch weitere 10 Minuten backen.
In den letzten 5 Minuten davon die Backofentüre einen Spalt öffnen, so wird die Kruste schön knusprig.

Das Brot sollte am Ende goldbraun sein. Brot direkt nach dem Backen mit Wasser abstreichen.