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Schweizer Brot

Ich habe wieder mal ein Brot bzw. Brötchenrezept für euch. Dieses Backwerk heißt ja "Schweizer Brot", aber ich finde, es sind eigentlich aneinander gebackene Brötchen.
Die Zubereitung ist recht einfach, allerdings benötigt sie etwas Zeit - hauptsächlich aber nur Wartezeit.
Deshalb solltet ihr etwas Überblick haben, wann ihr das Brot/die Brötchen braucht und rechtzeitig anfangen.


Wie schon die Schildkröten aus Fladenbrotteig vor gut einem Jahr stammt auch dieses Rezept von Lutz Geißler aus seinem Brotbackbuch Nr. 1 .
Ich werde ja nicht müde, zu betonen, wie viel lieber mir diese langsam gereiften Teige sind, da das Aroma einfach unvergleichlich besser ist - und man ist nicht so lange am Stück an die Küche gebunden, da der Teig ja größtenteils keine Streicheleinheiten und Zuwendungen braucht.

Hier wird mit einer sogenannten Biga gearbeitet. Diese Bezeichnung stammt aus Italien und beschreibt einen sehr festen Vorteig, der aber trotzdem für genügend Geschmacksstoffe und eine bessere Frischhaltung sorgt.



Mir hat der Gedanke gefallen, dass sich jeder von diesen Brotstangen seinen Teil abbrechen kann. Und damit sich die Arbeit auch lohnt (und das Backhaus sowieso in dieser Woche kein Brot für uns hergab), habe ich zum Glück gleich die doppelte Menge zubereitet. Das unten aufgeführte Rezept ist aber nur die einfache Menge!

Wir wurden für unsere Geduld mit einem schön fluffigen Innenleben unter einer dünnen und knusprigen Kruste belohnt. Geschmacklich ist das Brot eher mild, aber doch deutlich aromatisch. Aber bitte erwartet keine superluftigen Brötchen- die Krume ist schon eher kleinporig und kompakt wie bei einem Brot.

Meinen Bildern sieht man heute die strahlenden Sonne an. Das passiert, wenn man einfach losfotografiert, die Bilder nicht wirklich anschaut, alles aufisst und ein paar Tage später den Post schreibt ;-) (und dann noch ein halbes Jahr wartet, um das Rezept zu veröffentlichen....)

Schweizer Brot


Vorteig (Biga)
 
0,5 g Frischhefe
60g Wasser (lauwarm)
65 g Weizenmehl 1050
65 g Weizenmehl 550

Alle Zutaten in eine verschließbare Schüssel geben und zuerst mit einem (Holz)Löffel mischen. 
Dann von Hand zu einen sehr festen, homogenen Teig kneten.
Die Schüssel mit dem Deckel verschließen und 16 - 18 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Am nächsten Tag wird dann der Hauptteig zubereitet.

Hauptteig:
Vorteig
90 g Weizenmehl Type 1050
75 g Weizenmehl Type 550
4 g Frischhefe
85 g Wasser
20 g Olivenöl
9 g Salz

Alle Zutaten außer das Öl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Hinweis:
Ich hatte zwischendurch Angst um meine Maschine, da sie doch sehr zu ächzen anfing und habe von Hand weitergeknetet.

5 Minuten auf niedrigster Stufe und nochmals 5 Minuten auf der nächst höheren Stufe kneten.

20 g Pflanzenöl entweder tropfenweise ganz langsam bei laufender Maschine zugeben und nach fertiger Zugabe nochmals 5 Minuten auf Stufe 2 weiter kneten.
Oder das komplette Öl auf einmal zugeben von Hand einarbeiten (das ist aber eine schön glitschige Angelegenheit) und dann nochmals 5 Minuten auf Stufe 2 der Maschine kneten.
Der Teig sollte sich straff anfühlen und nicht kleben.

Abgedeckt 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen, dann ganz kurz durchkneten (auch Ausstoßen genannt).
Weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.
6 Teiglinge à ca. 80 g abstechen und rund schleifen.(Das heißt von Hand mit etwas Druck rund formen, dabei soll der Teig recht straff gehalten und gedehnt werden).

10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Die Teiglinge durch Rollen leicht länglich formen und mit ihren jetzt entstandenen länglichen Seiten dicht an dicht aneinander mit ca. 5 mm Abstand auf Backpapier setzen.

Abgedeckt bei Zimmertemperatur 45 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Backofen auf 230°C vorheizen.

Die Teiglinge sollten nach den 45 Minuten Gare soweit aufgegangen sein, dass sie sich jetzt berühren.

Mit einem scharfen Messer längs über alle Teiglinge hinweg diese 1,5-2 cm tief einschneiden.

In dem 230°C heißen Backofen mit Schwaden 10 Minuten backen. Ich habe wie immer meine Blumenspritze genommen.
Nach diesen 10 Minuten die Backofentür öffnen und den Dampf entweichen lassen, dann Temperatur auf 200°C senken und noch weitere 10 Minuten backen.
In den letzten 5 Minuten davon die Backofentüre einen Spalt öffnen, so wird die Kruste schön knusprig.

Das Brot sollte am Ende goldbraun sein. Brot direkt nach dem Backen mit Wasser abstreichen.
 

Chocolate Snickers Cookies

Kennt ihr sie noch?

Das Rezept stammt aus der allerersten Lecker Bakery aus dem Jahr 2012, landete (nicht nur) auf meiner Nachbackliste - und wartete dort ein Weilchen.
Diese Cookies wurden damals gefühlt von sämtlichen Blogs nachgebacken und sehr gelobt, passten aber seither nie in meinen "Backplan" (vielleicht sollte ich aber auch nur mal die Nachbackliste besser organisieren...).

 
Bei Erdnüssen in Backwaren brauchten wir eine Weile, bis wir uns damit anfreundeten. In der Zwischenzeit verwende ich sie aber zum Backen ganz gerne und sogar Erdnussbutter findet sich als Stammgast in meinem Vorratsschrank. Diese wird hier zwar nicht gebraucht, aber ein immerhin irgendwie ein fast naher Verwandter von Snickers.

Jetzt endlich schafften sie es in meinen Backofen - und wie so oft mit einem Hauch Wehmut, dass ich sie nicht früher gebacken habe, auf die Hüften.

Zum Geschmack muss ich wohl nicht viel schreiben - Schokolade, Erdnuss, Karamell sagt wohl schon alles. Und das Ganze noch in lecker knusprig...


Chocolate Snickers Cookies

150 g Zartbitter-Schokolade
200 g kleine Erdnuss-Karamellriegel (z. B. Mini-Snickers)
125 g weiche Butter
1 Prise Salz
175 g Zucker
1/4 TL Vanille, gemahlen 
1 Ei (Größe M)
200 g Mehl
1 TL Backpulver
1 EL Kakaopulver

Schokolade hacken und über einem warmen Wasserbad schmelzen und wieder etwas abkühlen lassen.

Backofen auf 175°C vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Snickers grob hacken.
Butter, Salz, Zucker und Vanille mit den Schneebesen des Handrührgerätes verrühren. Erst Ei, dann die geschmolzene Schokolade unterrühren.
Mehl, Backpulver und Kakao mischen, unter die Butter-Schokomischung rühren. Ca. 130 g der gehackten Snickers unter den Teig heben.
Mit einem Esslöffel je 10 Häufchen auf die Bleche setzen (Abstand halten), diese etwas flacher drücken. Restliche Snickers oben in die Häufchen drücken.
Nacheinander ca. 10 Minuten backen dann auf dem Backblech abkühlen lassen. Sie sind am Anfang leicht zerbrechlich.
 

Schokotorte mit Zimt-Tonkacreme

Diese Torte kann auch unter dem Motto "Tarnen und Täuschen" laufen. Durch die hellbraune Farbe der Zimt-Tonkacreme dachten alle an eine Latte-Macchiatocreme und wurden durch eine winterlich-würzige, luftige Masse überrascht.


Das Ursprungsrezept für die Füllung stammt von Fabian Sänger aus seinen "Sweet Inspirations: Trends und Innovationen in Konditorei und Patisserie.. ", die ich etwas abgewandelt habe (ich habe nun mal keine Kakaobutter auf Lager...) und dann mit unserem Lieblingsbiskuit von Michel Roux und unserer eifreien, luftig -lockeren Lieblingsschokomousse kombiniert habe.
Obwohl die Tonkabohne wahrscheinlich inzwischen total out ist - ich mag diesen schlecht beschreibbaren aber einzigartigen Geschmack sehr gerne.

 
Geschmacklich hat alles gut harmoniert, Tonkabohne und Schokolade sind ja sowieso ein Traumpaar, aber der Zimt ergänzt das ganze um eine interessante kräftig-würzige Note.



Schokotorte mit Zimt-Tonkacreme

Genueser Biskuit:
4 Eier, Raumtemperatur
125 g Zucker
125 g Mehl
30 g Butter, geschmolzen und wieder auf Raumtemperatur abgekühlt

Creme diplomate mit Zimt und Tonkabohne:
120 g Milch
1 Ei
60 g Zucker
14 g Puddingpulver (Vanille- oder Sahnegeschmack)
4 g gemahlene Tonkabohne
4 g gemahlener Zimt
30 g Butter
200 g Sahne

Schokoladenmousse:
185 g Schokolade mit 60% Kakao
2 g Gelatine (gemahlen)
125 ml Milch
250 g Sahne

Zur Dekoration:
200 g Sahne
Schokoladenblättchen und -raspel


Für den Biskuitboden den Backofen auf 190°C vorheizen. Den Boden einer Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen.
Die Eier zusammen mit dem Zucker in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät, mit dem Schlagbesen versehen, sehr luftig aufschlagen (ca. 10 Minuten).
Das Mehl darauf sieben und sehr vorsichtig unterheben. Die Zutaten sollen nur gerade so eben eingearbeitet sein. Die Butter dazu gießen und ebenfalls so kurz wie möglich durch Unterheben einarbeiten.
Im Backofen auf der untersten Schiene ca. 25 Minuten backen.
Herausnehmen, den Rand lockern und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter stürzen.

Von der Milch 2 EL abnehmen und diese in einer kleinen Schüssel mit dem Puddingpulver glattrühren. Die restliche Milch, das Ei, Zucker sowie Tonkabohne und Zimt in einem kleinen Topf erwärmen, bis es dampft. Das angerührte Puddingpulver zugeben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und die Butter unter Rühren darin schmelzen lassen, bis sich wieder eine homogene Masse bildet.
Auf Raumtemperatur abkühlen lassen (in der Zeit kann die Mousse zubereitet werden). Dann die Sahne steif schlagen und unter den Pudding heben.

Dann kommt die Mousse au chocolat.
Dazu wird die Gelatine in wenig kaltem Wasser eingeweicht. Schokolade fein hacken und auf dem Wasserbad schmelzen. In einem Topf die Milch aufkochen lassen und von der Hitzequelle nehmen. Die Gelatine in der Milch auflösen.
Die Milch nacheinander in 3 Portionen zur geschmolzenen Schokolade gen. Dabei jede Portion gründlich mit einem Teigschaber unterrühren, bis sich wieder eine homogene Masse gebildet hat.
Sofort anschließend die Sahne steif schlagen. Vor dem Unterheben der Sahne die Temperatur der Schokomasse prüfen. Sie sollte zwischen 40 und 45°C liegen, darüber schmilzt die Sahne und das Mousse wird nicht luftig, darunter lässt sie sich nur schwer einarbeiten. Sahne vorsichtig unterheben.

Für den Zusammenbau den Biskuitboden horizontal halbieren und einen der so entstandenen beiden Böden auf eine Servierplatte legen.
Mit einem Tortenring, der ca. 1 cm im Durchmesser größer ist als die Böden umstellen.
Die Zimt-Tonkacreme kuppelförmig aufstreichen.Den zweiten Boden einsetzen und mit der Schokoladenmousse bedecken.
Mindestens 4 Stunden kühl stellen.

Zur Dekoration nochmals einen Becher Sahne steif schlagen und den Rand der Torte damit einstreichen. Dekorative Sahnetuffs aufspritzen und die Dekore auflegen. Mit Schokoraspeln bestreuen und servieren.

Orangenmarmeladeneis mit Straciatella - Eis für Erwachsene

... außer ihr habt Kinder, die sich für den leicht bitteren Geschmack von Orangenmarmelade begeistern können.

 
Meine Zwei Beiden verzichten da gerne dankend und geben für die nächste Ladung selbstproduziertes Eis lieber die Geschmacksrichtung Kaugummi in Auftrag. Oder laut der Kleinen "Schlumpf". Allerdings habe ich damit so meine Probleme. Ich weiß nicht, wie ein Schlumpf schmeckt und habe auch noch keinen in freier Wildbahn gesehen (ich weiß aber schon, dass sie das knallblaue gruselige Zeug aus der Eisdiele meint ;-)  ).
 


Nun aber zu diesem Eis. Es ist nach einem Rezept von Nigel Slater aus dem Küchentagebuch.
Er verwendet selbstgekochte Orangenmarmelade und schwärmt von der wunderbar cremigen Konsistenz des fertigen Eises. Die kann ich nur bestätigen, auch wenn ich zugegebenermaßen eine gekaufte Marmelade verwendet habe (aber extra ohne den Zusatz von Glucose-Fructose- oder Invertzuckersirup). Aus dem zum Einkochen zugesetzte Zucker bildet sich nämlich schon selbst dabei Invertzuckersirup (der aber für die Industrie praktischer und billiger ist).
Und genau dieser sich bildende Sirup sorgt dafür, dass sich das Eis auch direkt aus dem Tiefkühlschrank sehr gut portionieren lässt.
 
Wer süß und leicht bitter bzw. herb gerne mag wird dieses Eis lieben. Der Clou sind dabei natürlich die Schokostückchen aus dunkler Schokolade. Dabei bin ich aber von Slaters Anweisungen abgewichen. Wenn ich Schokolade hacke, werden mir die Stückchen zu groß. Ich wollte aber sehr feine, wie in Straciatellaeis. Deshalb habe ich die unten beschriebene Methode verwendet.
Wem das zu umständlich ist, der kann auch gerne auf fertige Schokoraspeln zurückgreifen.

Ich bin nicht ganz so der Bitter-Fan (man konnte und kann mich mit Orangeat und Gesellen sowie Kaffee jagen), aber dieses Eis habe ich trotzdem gerne gegessen.
Versucht es mal, es geht ganz einfach.


 

Orangenmarmeladeeis mit Straciatella


500 gr. Sahne
4 Eigelb
2 EL brauner Zucker
400 g Orangenmarmelade
100 g dunkle Schokolade (bei mir 70% Kakaogehalt, es geht aber auch normale Zartbitterschoko

Die Sahne in einem Topf zum Kochen bringen. Eigelb und Zucker in einem weiteren Topf oder einer hitzebeständigen Schüssel hell schaumig aufschlagen, bis die Farbe deutlich heller wird. Dann langsam die heiße Sahne einrühren.
 
Die Mischung zurück in den Topf geben, dann bei mittlerer Temperatur rühren, bis die Mischung andickt. Wer mag kann die Temperatur prüfen. Die sollte jetzt ungefähr 84°C betragen. Seit ihr noch darunter, bitte weiter erhitzen. Dann vom Herd nehmen.
Ich habe die Marmelade gleich unter die heiße Eiercreme gerührt. So löst sie sich besser auf und die Eiercreme kühlt dabei schon ein gutes Stück ab.
 
Die Masse unter gelegentlichem Rühren vollständig abkühlen lassen; das geht am besten, wenn man den Topf in ein Spülbecken mit kaltem Wasser stellt.
 
Die Masse in die Eismaschine füllen und nach Herstelleranleitung gefrieren lassen.
In der Zwischenzeit habe ich die Schokolade über einem Wasserbad geschmolzen.
Kurz bevor das Eis fertig ist (es sollte schon Softeiskonsistenz haben), die Schokolade in einem dünnen Strahl in die noch rührende Eismaschine fließen lassen.
 
Sobald das Eis fertig ist aus der Maschine entnehmen und ggf. in einem verschließbaren Behälter noch nachgefrieren.

 

Luftige Gewürzküchlein (pain d'épices)

Ein einsames angebrochenes Glas Orangenmarmelade dämmerte noch im Kühlschrank und wollte weg. Es war schon eine gute Weile offen, ich weiß schon gar nicht mehr weshalb (vielleicht war es für das Eis, das ihr nächste Woche hier findet, das habe ich nämlich auch schon vor einer guten Weile fabriziert).
Irgendwas hatte ich damit gemacht - aber was?!
Zum So-Aufs-Brot-Essen ist sie mir (und nicht nur mir in diesem Haushalt) zu herb, also musste sie wo rein. Und zwar so gut versteckt, dass sie optisch nicht mehr auszumachen ist.


Irgendwie erinnerte ich mich dunkel an ein Kuchenrezept damit und wurde zuerst bei Pierre Hermé und dann bei Christophe Felder fündig. Pain D'épices heißt das Ganze im Original, also praktisch Gewürzbrot.

Eigentlich zwei ziemlich ähnliche Rezepte, nur bei Felder mit "endverbraucherfreundlicheren" Zutaten. Deshalb schnappte ich mir das Rezept und marschierte in die Küche. Obwohl es im Kapitel Adventsbäckerei zuhause war. Manchmal bin ich der Zeit wohl schon wieder soweit hinterher, dass ich ihr fast schon wieder voraus bin :-)


Das Wort "Brot" ist als Namensgeber etwas irreführend, denn es handelt sich zwar um ein Roggenmehlgebäck (was die Küchlein außerordentlich saftig macht), aber auch um sehr süße (und würzige) kleine Teilchen.
Die Konsistenz ist auch mehr kuchenähnlich als brotartig, also steht dem Einsatz zum Nachmittagskaffee nichts mehr im Wege.
Am Rezept selbst ist nichts auszusetzen, ich würde das nächste Mal nur etwas weniger Backpulver nehmen (da ich es etwas rausgeschmeckt habe, aber ich bin da auch etwas empfindlich). Und auf die klebrige Glasur aus Aprikosenkonfitüre und Orangenmarmelade habe ich dankend verzichtet.


Typisch ist das sogenannte "Viergewürz" (im Original Quatre èpices). Dabei handelt es sich um eine Mischung aus gemahlenem Muskat, Ingwer, Pfeffer und Nelken. Wer sie nicht als Mischung hat, kann sie sich auch selbst mischen.

Gewürzküchlein

100 ml Milch
4 Stück Sternanis
240 g Honig
25 g Mehl Type 405
150g Roggenmehl
25 g Kartoffelstärke
1 Päckchen Backpulver
15 g brauner Zucker
1 TL gemahlener Zimt
1/4 TL Viergewürz
240 g Orangenmarmelade
2 Eier
80 g weiche Butter
1 TL Salz

Backofen auf 170° C vorheizen. 2 Muffinbleche mit jeweils 12 Vertiefungen bereitstellen und mit Papierförmchen auslegen.

Die Milch in einem kleinen Topf aufkochen lassen. dann von der Hitzequelle nehmen und den Sternanis darin etwa 10 Minuten ziehen lassen.

In dieser Zeit kann der Teig zubereitet werden. Sofern ein flüssiger Honig verwendet wird, kann dieser direkt genutzt werden, eine festere Sorte sollte in einem Topf erwärmt werden.
Sämtliche trockenen Zutaten sowie die Orangenmarmelade mit dem Honig mischen und zu einem homogenen Teig rühren.

Eier, weiche Butter und Salz unterrühren, am besten kurz mit dem Handrührgerät.
Den Sternanis aus der Milch entfernen und die jetzt aromatisierte Milch zum Teig giessen.
Gründlich unterrühren.

Den Teig auf die 24 Mulden der Muffinbleche verteilen und jweils in ca. 25 Minuten goldbraun backen.
Ein köstlich weihnachtlicher Duft erfüllt dabei die Küche und kündigt rechtzeitig an, dass die Küchlein bald fertiggebacken sind.



Gute-Laune-Granola

Für alle, die nach den Feiertagen ein wenig kürzer treten wollen - und dabei nicht die gute Laune verlieren. Mit so einem Schmankerl kann der Tag nur gut beginnen.
Wie ihr vielleicht wisst, mache ich mir normalerweise mein Knuspermüsli selber.
Als ich letztens mal wieder durch mein Kochbuchregal stöberte, fiel mir das I love New York von Daniel Humm mal wieder in die Finger. Bisher noch fast unbekocht (sind halt schon etwas aufwendiger, die Sachen da drin...), aber immer sehr gerne angeschaut.
Fast augenblicklich fiel mir dann auch das darin enthaltene Knuspermüsli ein, von dem ich irgendwo gelesen hatte, dass es ganz superlecker sein soll.


Da ich sowieso mal wieder eine Ladung Nachschub brauchte, machte ich mich sofort mehr oder weniger nach Rezept ans Werk.
Und nach der ganzen Schlemmerei kann ein wenig pseudo-gesundes Müsli ja nicht schaden.
Natürlich war mal wieder nicht alles da, was er verwendet oder es wurde durch etwas anderes, das mir beim Durchstöbern der Speisekammer in die Hände kam - die Entscheidung, Olivenöl durch unraffiniertes und nicht-desodoriertes Kokosöl zu ersetzen war vielleicht ernährungsphysiologisch nicht die beste, geschmacklich aber umso mehr-.
Vom Ursprungsrezept ist nicht wirklich viel übrig, nicht einmal das richtige Verhältnis von Zucker zu den restlichen Bestandteilen (ich habe es etwas weniger süß gemacht - aber das Granola ist eindeutig süß genug!)


Aber eines muss ich zugeben - das Müsli ist sicher trotzdem noch eine kleine Kalorienbombe und geht wahrscheinlich auch als superknusprige Süßigkeit für Zwischendurch durch. Aber mit Naturjoghurt und frischem Obst dazu relativiert sich das Ganze dann auch wieder :-)

Und es schmeckt einfach umwerfend!

Wie ein kleiner Urlaub am frühen Morgen. Das machen für mich wohl die Kokosraspeln in der Mischung aus, zusammen mit der frischen Ananas, die ich zu meiner ersten Portion gegessen habe.
Das ist wohl so eine Art Pina-Colada-Effekt, der einen direkt in die Karibik entführt.

Die von mir aufgeschriebene Menge gibt einen ziemlich großen Vorrat an Knuspermüsli. Aber wenn es gut durchgetrocknet ist und dann vor Feuchte geschützt verpackt wird, dann kann man es auch eine gute Weile aufbewahren.


Gute-Laune-Granola

200 g kernige Haferflocken
200 g blütenzarte Haferflocken
160 g Kokosraspeln
50 g grob gehackte Walnüsse
30 g Leinsamen
150 g Mandelblättchen
50 g Mandelstifte (oder einfach 50 g Mandelblättchen mehr, bei mir waren sie aus)
1 Prise Salz
180 g brauner Zucker
140 g Kokosöl (unraffiniert und nicht desodoriert, am besten Bio)
140 g Ahornsirup
200 g Cranberries
 
Den Backofen auf 150°C vorheizen.
2 Backbleche mit Backpapier auslegen.
 
Den braunen Zucker zusammen mit dem Kokosöl und dem Ahornsirup in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Die restlichen Zutaten außer die Cranberries in einer großen Schüssel vermischen.
Den Zuckersirup darüber gießen und unterrühren, bis alles gleichmäßig benetzt ist (am besten geht das Vermischen mit den Händen, die werden dabei aber schön klebrig).
 
Auf den beiden Backblechen verteilen und in den Ofen schieben.
Auf Umluft schalten, dann trocknet das Granola besser.
 
18 Minuten lang rösten, dabei alle 5 Minuten umrühren.
Nach 18 Minuten fühlen, ob sich das Granola noch etwas feucht anfühlt. Wenn ja nochmals weiter rösten, bis es wirklich trocken ist.
 
Auf den Backblechen vollständig abkühlen lassen, erst dann mit den Cranberries mischen und luftdicht verschlossen aufbewahren.
 
Mit Joghurt und frischem Obst genießen.
 


Das Rezept bittet aber auch genügend Spielraum für Variationen - tauscht zum Beispiel die Trockenfrüchte aus oder lasst sie ganz weg - ganz nach eigenem Geschmack!



Cookies & Cream Eis

Habt ihr alle schon Ideen fürs Weihnachtsdessert? Hier wäre noch ein Vorschlag. Und juhu, es gibt mal kein Buch sondern wirklich und wahrhaftig ein Rezept. Wenn auch nicht wirklich winterlich ;-)   ABER LECKER!

Die Idee habe ich bei Simone von der S-Küche geklaut.
Da ich einen riesengroßen (ca. 105 cm lang ;-) ) Oreofan hier habe, musste das Eis einfach nachgemacht werden, jedenfalls so ungefähr und wenigstens irgendwann...


Ich habe nämlich eine andere Vanilleeisbasis genommen und zwar die von The Icecreamists in doppelter Menge.

Und weil mein eines Mädchen die Füllung der Kekse so mag, habe ich sie auch gleich noch drin gelassen. Ok, ich hätte sie ihr auch pur verfüttern können, aber das war mir doch zu viel des Guten. Denn sie hätte garantiert die ganze Portion Füllung auf einen Sitz verhaftet.
Und genau diese hat sich auch noch gewünscht, dass ich einen Teil vom fertigen Eis in die Eispopsformen stopfe (so weiß sie ganz sicher, dass sie mehr davon abbekommt :-)  )



Insgesamt gibt das Rezept ungefähr einen Liter cremigstes Vanilleeis, auch wenn die Farbe bei mir sich in ein etwas schmuddeliges grau verwandelt hat. Ich war nämlich zu faul, die allerkleinsten Kekskrümel rauszusieben. Deshalb vielleicht nicht ganz so fotogen, aber umso leckerer.
meine süße Werkstatt


Cookies & Cream Eis


500 ml Vollmilch
250 g Sahne
1 Teelöffel gemahlene Vanille
4 Eigelbe 
170 g Puderzucker
1 Prise Meersalz
Oreokekse nach Geschmack, ich habe ca. 12 Doppelkekse genommen
 
 
Zuerst die Milch und die Sahne mit der Vanille aufkochen und vom Herd nehmen.
Eigelbe glatt rühren, dann Zucker und Salz zugeben und die Masse mit dem Schneebesen so lange aufschlagen, bis sie blass und luftig wird.
Nach und nach die Milchmischung vorsichtig dazugeben und unterrühren (sehr langsam, damit das Eigelb nicht stockt).
Die Masse dann in den Topf zurückgeben und nochmalerhitzen, bis sie leicht andickt (das passiert bei 82 bis 84°C).
Die Masse abkühlen lassen und danach für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen. 
Eismasse in die Eismaschine geben und nach Herstelleranleitung gefrieren.

In der Zwischenzeit die Kekse in Stücke zerbröckeln und bereitstellen.

Das fertig gefrorene Eis abwechselnd mit den Keksbröseln in eine Vorratsbehälter schichten und eventuell nochmals 2 Stunden nachgefrieren.