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Holunderblüten-Erdbeer-Charlotte

Ich habe das Gefühl, eine Charlotte (was ist eigentlich die Mehrzahl von Charlotte? Charlottes oder Charlotten?) zu machen ist gerade in. Kaum habe ich eine gemacht, sehe ich auf sämtlichen Blogs und auch sonst wo überall welche. Aber vielleicht ist das wie beim Schwanger sein. Kaum ist man selbst schwanger (ich spreche jetzt von der Vergangenheit, nicht daß jetzt alle meinen hier ist Nummer 3 im Anmarsch), sieht man in der Bekanntschaft überall Kugelbäuche und Kinderwägen. (Ich glaube das hat irgendwas mit der geänderten Wahrnehmung zu tun, davor achtet man einfach nicht drauf).

Falls ihr also schon die Schnauze voll habt von diesen Dingern, bitte nicht weiterlesen. Falls ihr nur ein bisschen Respekt vor dem Zusammenbau habt oder einfach interessiert sind, bitte unbedingt weiterlesen. Das Ganze ist mit einem Tortenring und frisch gebackenen, noch knusprigen Löffelbiskuits (oder auch gekauften) nämlich eigentlich ein Kinderspiel. 
Und ihr würdet auch geschmacklich was verpassen. 
Mit Holunderblütensirup getränkter Biskuit, Erdbeerscheibchen, die mit Vanillezucker mariniert werden und dazu noch eine extra-luftige Vanillecreme hören sich doch schon mal nicht schlecht an. Und dann kommt zu dem normalen Biskuit als Unterlage noch die besonders lockeren selbstgemachten Löffelbiskuits, die fast auf der Zunge zergehen...

Und weils gerade zum Thema passt, schicke ich die Torte zusammen mit herzlichen Glückwünschen zum ersten Bloggeburtstag zu Marlenes sweet things und ihrem Beerenevent:



Genug geschwärmt, hier kommt das Rezept. Der Boden ist in einer Springform mit 26 cm Durchmesser gebacken, die Torte an sich ist durch den Rand dann etwas größer.




Holunderblüten-Erdbeer-Charlotte

Biskuitboden:
3 Eier
75 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
100 g Mehl

Löffelbiskuits (ca.22 für den Rand, der Rest für innen):
3 Eier 
30 g Zucker
30 g Puderzucker + mehr zum Bestäuben
80 g Mehl

Vanillecreme:
6 g gemahlene Gelatine
350 ml Milch
75 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille 
1 Prise Salz
2 Eigelb
600 g Sahne

Zum Tränken:
70 ml Holunderblütensirup

500 g Erdbeeren 
(6 abnehmen, der Rest in Scheiben geschnitten und in einer Schüssel mit 1 TL Vanillezucker bestreut)


Zuerst den Biskuitboden herstellen. Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen. Eine Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen.
Die Eiweiße mit dem Salz steif schlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Nacheinander unter weiterem Schlagen die Eigelbe zugeben.
Mehl unter die Eimasse heben, dann die Biskuitmasse in die Form geben und ca. 20 bis 25  min backen. 

Solange der Boden im Ofen ist, sind die Löffelbiskuits dran. Wieder die Eiweiße steif schlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Nacheinander unter weiterem Schlagen die Eigelbe zugeben, dann den Puderzucker. Zum Schluß das Mehl unter die Eimasse heben.

Auf einem Backpapier 2x 2 Streifen im Abstand von ungefähr 8 cm aufzeichnen und das Papier dann umgedreht auf ein Backblech legen. Normalerweise sieht man die Striche jetzt noch. Einen Spritzbeutel mit runder Tülle (ca. 1 cm Durchmesser) direkt über der Tülle mit einer Wäscheklammer verschließen und in den Beutel die Biskuitmasse füllen (bei mir hat nicht alles auf einmal reingepasst, lieber nicht zu voll machen, sonst drückt es sowieso wieder oben raus). Ca. 24 "Stäbchen"  zwischen die Markierungen spritzen (also von einer zur nächsten, so werden alle schön gleich 8 cm lang). Falls noch Platz zwischen den Markierungen ist, mehr, aber der Rest muss nicht so schön gleichmäßig sein, der kommt eh in die Füllung (also reicht auch auf einem normalen Papier). Aber ungefähr 22 (lieber ein-zwei mehr, falls welche zerbrechen) werdet ihr für die Umhüllung brauchen. Wenn der Biskuit verbraucht ist, alles großzügig mit Puderzucker bestäuben und in 6 bis 8 min bei 160°C und Umluft goldbraun backen.

Endlich kommt die Vanillecreme dran. Dazu Gelatine in etwas Wasser einweichen. Milch mit Vanille Salz und Zucker in einem Topf aufkochen. Die Eigelbe in eine Schüssel geben und sobald die Milch kocht, diese unter Rühren dazugeben. Wieder zurück in den Topf geben und unter weiterrühren auf ca. 85°C erhitzen (die Milch dickt dabei leicht an). Von der Hitzequelle ziehen und die Gelatine darin auflösen.
Dann den Topf in ein kaltes Wasserbad stellen und unter gelegentlichem Rühren weitgehend Abkühlen lassen (auf ungefähr 40°C).
Sahne steif schlagen. 100 g davon abnehmen und für die Dekoration beiseite (kalt) stellen. Die restlichen 500 g unter die Eiermilch heben.

Den Biskuitboden auf einer Kuchenplatte in einen Tortenring legen, der ungefähr 2 cm größer eingestellt ist als der Boden. Die Löffelbiskuits senkrecht darum herum stellen, ggf. den Ring nachregulieren. Den Tortenboden mit ungefähr 2/3 des SHolunderblütensirups beträufeln, eine Schicht Erdbeeren und dann die Hälfte der Creme darauf verteilen.
Die restlichen Löffelbiskuits dich an dicht auflegen und mit dem restlichen Sirup bestreichen, dann die restlichen Erdbeeren und Creme.
Im Kühlschrank mind. 4 h fest werden lassen.
Dann mit der beiseite gestellten Sahne und den vorher abgenommenen Erdbeeren verzieren (und evtl. Schokoladenraspeln/Mandelblättchen,...) und den Tortenring Vorsichtig nach oben abziehen.

Fertig!










Kommentare:

  1. Diese Charlotte gefällt mir sehr gut. Auch die selbstgemachten Löffelbiskuits. Hört sich nach sehr viel Arbeit an. Aber ich denke das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand. Das mit der geänderten Wahrnhemung ist mir auch schon bei vielen Dingen aufgefallen. Manchmal gibt es aber auch so etwas wie einen kollektiven Gedanken, so wie plötzlich das Auto an verschiedenen Enden der Welt erfunden wurde. :-)

    Liebe Grüße
    Anna

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  2. Hallo Anna,
    irgendwie hat das Rezepte-Auf-Schreiben fast länger gedauert als das machen. Sieht hier aufwendiger auf, als es letztendlich war.
    Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir ja auch schon mal für das Australien-event bei Zorra mit den Lamingtons ohne Absprache den gleichen Einfall ;-)

    Liebe Grüße, Barbara

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  3. Hallo Barbara...
    Irgendwie hat meine Nachricht dich nicht erreicht...
    Danke schön fürs mitmachen...
    Könntest du mir Bitte deinen Beitrag per Email an mich senden.
    Es kommen sonst an viel zu vielen verschiedenen Orten Beiträge zusammen.
    Die Email Adresse findest du auf dem Blogbeitrag.
    Ganz Liebe Grüsse,
    Marlene

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  4. Gerad hab ich Dein tolles Rezept bei Marlene entdeckt. Ich hab echt noch nie eine Charlotte gemacht. Die kommt jetzt auf die Liste :-).
    Liebe Grüße, Daniela

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  5. Hallo Barbara. Ich bräuchte noch deine Stimme bis heute Abend. Liebe Grüsse, Marlene

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