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Buchvorstellung: Süße Liebe von Asa Swanberg

Heute will ich Euch das im August erschienene Buch "Süße Liebe" von Asa Swanberg vorstellen. Auf dieses Buch war ich mehr als gespannt.
Der Verlag ist bekannt für sehr schön fotografierte Werke, mir aber eher im Garten-/Dekobereich. Dieses Buch wirbt auf der Rückseite mit den Worten "das wahrscheinlich schönste Backbuch der Welt".

Aber Schönheit ist das Eine. Ich finde, ein Backbuch sollte nicht nur zum Anschauen da sein, auch die Rezepte müssen funktionieren und das Ergebnis zumindest essbar, aber am besten lecker sein.  
Die Autorin und ihre Foodstylistin Malou Holm stellen an sich den Anspruch, beides zu vereinbaren. Laut Vorwort soll es "hübsch und lecker" werden. Nachdem ich das gelesen hatte, war ich noch mehr gespannt.

Asa Swanberg ist in Schweden eine ziemlich bekannte Kochbuchautorin, die schon 10 Bücher (nicht nur übers Backen) veröffentlicht hat und noch für eine Backzeitschrift Rezepte entwickelt. Sie arbeitet bei beidem mit der Stylistin Malou Holm zusammen, und die Bilder im Buch sind wohl ihr gemeinsamer Stil.
   


Ein erstes Durchblättern zeigte wirklich sehr schöne Bilder in ungewöhnlicher Aufmachung und Ausstattung. Teilweise eher dunkel gehalten und im Stil der zwanziger und dreißigerJahre dekoriert mit Federn, schwerem Silber, Moos, Blüten und Glitzersteinen (und manchmal fehlt auch das Pin-up Girl im Hintergrund nicht) - sehr opulent. Und dann fast komplett weiße Bilder mit weißem Gebäck und wenig Deko (aber meistens gibt es irgendwo was wo funkelt). 



Das Foodstyling wurde komplett an die ebenfalls außergewöhnliche Kapitelaufteilung angepasst. Und dann fiel mir gleich noch die Vorliebe für die Kombination Schoko-Minze auf (die ich teile) und viel Kokos, Toffee und Pistazie.

Das Buch ist nämlich in folgende Kapitel eingeteilt:

  • Schokolade
  • Weisses
  • Nüsse
  • Fruchtiges 
So sind die Fotos in den Kapitel Schokolade und Nüsse, so ist mein Eindruck, eben so reichhaltig wie die Namensgeber. Bei "Weisses" erscheint alles luftiger und lockerer. Nur in "Fruchtiges" wird es etwas bunter, aber der Stil bleibt bei Art deco.
 Ein genauerer Blick auf die Rezepte zeigt eine Mischung aus traditionellen schwedischem Gebäck, teilweise modernisiert und Trendgebäcken wie Cheesecakes und Cakepops, aber auch Rezepte für anderes Süßes wie Eis und Cremes.



Manches hat einen eigenen Namen bekommen. So kann man sich ein Sündennest (die Schokotorte vom Titelbild) oder Engelsbiskuits und Nymphen der Nacht backen. Das las sich schon mal sehr gut und so konnte ich mich schon nach dem ersten Durchblättern fast nicht mehr vor Post-its retten.
Im Schokoladenkapitel fand ich Schoko-Toffeemousse-=Törtchen, einen Toffeecheesecake, Schokoladeschnecken und noch viel mehr, was mich gleich angesprochen hat.
Im weissen Kapitel gibt es einen weissen Schokokuchen mit Kardamom, eine Vanille-Lakritz-Torte (wohl eher für den abenteuerlustigen Bäcker geeignet), Marshmallows und Kokoscakepops.
Auch bei den Nüssen und Beim Fruchtigen wurde ich schnell fündig. Die Müsliriegel mit Lavendel werde ich sicher noch ausprobieren, genauso wie die Mazarintorte mit Tosca, die Pistazientörtchen und die Zitronentorte, die noch mit einer Kokosmousse gefüllt wird.




Die Gebäcke selbst sind meist nicht übermäßig kompliziert dekoriert. Wer kompliziert dekorierte Cakepops oder ähnliches erwartet ist hier falsch.

Letztendlich ausprobiert habe ich bisher: 
  • Vanillebrötchen (haben uns sehr gut geschmeckt)
  • Sommermuffins (mit Himbeeren und in einer eigenen Variation)
  • Weißer Schokokuchen mit Schokolade (eine skandinavische Blondievariante, kommt gerade frisch aus dem Ofen und duftet... Ich oute mich jetzt mal als Rohe-Teigesserin, der war schon mal sehr gut)
Die Rezepte dazu waren schlüssig und ohne Fehler beschrieben, ich hatte bei beiden nur das Problem, die Füllung bzw. die gesamten Streusel unterzukriegen.
Bei den Rezepten sind links immer die Zutaten angegeben, meist in der Reihenfolge der Zugabe. Setzt sich ein Rezept aus mehreren bestandteilen zusammen, dann werden die Bestandteile in der zeitlichen Abfolge in der sie zubereitet werden sollen, aufgeführt.

Manchmal werden typisch schwedische Zutaten (verschiedene Zuckersirups, getrocknete Sanddornblüten) benötigt, für die im letzten Teil des Buches aber geeignete Ersatzmöglichkeiten oder Bezugsquellen angegeben werden.

Einige Rezepte kamen mir entfernt bekannt vor, da ich auch schon Backen mit Leila von Leila Lindholm, einer anderen schwedischen Kochbuchautoin besitze. Zum Beispiel ist die Zusammensetzung der Sommermuffins mit den Haferflocken einem Rezept dort ziemlich ähnlich - aber wahrscheinlich eben dadurch, weil sie ein typisch schwedisches Backwerk sind.

Ich meine allerdings einen Fehler entdeckt zu haben, durch den aber die betroffenen Rezepte komplett mißlingen. Und zwar wird in einigen Rezepten Kondensmilch in der Dose karamelisiert. Das funktioniert nur mit gesüßter Kondensmilch, nicht mit der angegebenen normalen! Das Endergebnis davon schmeckt nicht karamellig sondern ...mmmh...nicht besonders lecker.
Ganz wichtig:vor dem Kochen Etikett der Dosen entfernen, sonst stinkt das abartig.

Von mir gibt trotzdem eine eindeutige Empfehlung für das Buch. Es werden ganz sicher noch einige der Rezepte nachgebacken, ich weiß auch schon das nächste....
Nicht nur schön, auch lecker! 

Asa Swanberg         
Süße Liebe: Kuchen, Torten und andere Köstlichkeiten 
Lifestyle Busse Seewald      
ISBN 978-3-7724-7356-2

Nochmals ein dickes Dankeschön an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!




Kommentare:

  1. Die Bilder gefallen mir sehr gut, besonders das Sündennest vom Cover. Nicht lachen, aber die Vanille-Lakritztorte finde ich sehr interessant. Ich liebe Lakritz. Bin mit dem Zeug quasi von der Mutterbrust entwöhnt worden *lach*

    Und nun bin auf den Urteil zum weißen Schokokuchen gespannt!

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  2. Sehr schöne Buch-Rezension. Ja mit der leidigen gezuckerten Kondensmilch. Habe ich einmal gemacht. geht mir viel zu lange und viel zu viel Dampf in der Küche. Da gebe ich meiner eigene Methode mit der Pfanne den Vorzug. Besteht auch keine Explusionsgefahr.

    Liebe Grüße
    Anna

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  3. Ja, es muß die gezuckerte Kondenzmilch z.B."Milchmädchen" von Nestle sein.
    Das steht schon in einem Dessert-Rezept von Tim Mälzer, es funktioniert...
    Ansonsten sind deine Rezensionen lustbereitend und liebevoll geschrieben - schööön!
    Liebe Grüße
    Ruth

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