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Bärentatzen

Wer jetzt an die trockenen und harten muschelförmigen Dinger in dicker Zuckerkruste denkt, liegt (zum Glück) falsch. Das hier ist viel viel besser, praktisch gesehen der "König" auf unserem Plätzchenteller.


Jetzt kommen endlich (nicht nur) meine Lieblinge, natürlich gespritzt und mit Schokolade. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, mit Marzipan im Teig und Nougat gefüllt.

Die gab es auch schon bei meiner Mutter und das Rezept habe ich mir beim Auszug vor 11 Jahren geklaut.
Ohne Bärentatzen gibt es bei uns keine Weihnachten, es müsste einfach ausfallen. Schon als meine Schwestern und ich noch klein waren, waren diese am begehrtesten. Wir drehten den Teller so lange, bis wir gesehen hatten, wo sie herausspickeln, um dann darauf zu lauern, wann irgendein Erwachsener sie frei geräumt hatte und sofort zuzuschnappen (bei uns galt die Regel, was man anfasst, ist man, aber immer ein Bredle nach dem anderen und wenn man selbst freiräumte, war vielleicht ein anderer schneller...)

Aber leider ist der Teig nicht ganz leicht handzuhaben, da er etwas hart und zäh ist. Da hat schon so mancher Spritzbeutel dran glauben müssen, weshalb ich jetzt auf eine Gebäckpresse umgestiegen bin (und mich jetzt nur noch ärgere, das nicht viel früher getan zu haben). Aber das Ergebnis ist mir jeden Spritzbeutel, den ich geschrottet habe und alle schmerzenden Oberarme wert. Wenn ich es so betrachte, habe ich ja vielleicht sogar etwas gespart, weil ich nicht in die Muckibude rennen musste. Und wenn man sich dafür ein bisschen anstrengen musste, schmeckt das Ergebnis gleich doppelt so gut (falls das hier überhaupt noch geht).

Bärentatzen

50 g Marzipan
150 g Zucker
2 kleine Eier
250 g weiche Butter
1 Prise Salz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
175 g (Weizen-)Stärke
50 g Kakaopulver
200 g Mehl
 
Füllung:
150 g Nougatmasse
 
Dekoration:
150 g Vollmilch- oder Zartbitterkuvertüre
 
Marzipan in der Mikrowelle bei niedrigster Stufe leicht erwärmen. Dadurch wird das Marzipan weicher und lässt sich besser im Teig verteilen.
 
Eier und Zucker mit dem Marzipan schaumig schlagen. Butter, Zitronenschale und Salz gut unterrühren und alles hellcremig aufschlagen. 
Stärke,
Kakaopulver und Mehl mischen. Zur Eiercreme geben und mit einem Spatel gut unterheben.
 
Backofen auf 180°C vorheizen.
 
Teig in einen Spritzbeutel (oder eine Gebäckpresse) mit Sterntülle geben und Stäbchen mit ca. 5 bis 6 cm Länge auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche spritzen. Dabei so spritzen:
Spritzbeutel senkrecht zur "Arbeitsfläche" halten und leicht drücken, so das ein am Untergrund haftender Tupfen entsteht. Druck beibehalten und auf der Arbeitsfläche leicht nach oben führen, die Richtung nach unten wechseln und nach 5 bis 6 cm Länge des Teigstrangs mit etwas stärkerem Druck wieder leicht zurück auf den Teigstrang führen und dort mit einer Art Tupfer abschließen (nicht mehr drücken).
 
In 12 bis 15 Minuten backen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
 
Nougatmasse im Wasserbad weich werden lassen, mit einem Teelöffel eine kleine Menge auf die glatte Seite eines Stäbchens geben und etwas verteilen. Auf ein Backbrett oder ähnliches legen (am besten mit Papier belegt).Ein unbestrichenes Stäbchen sanft darauf drücken und so mit allen Stäbchen weitermachen, bis Nougat und Stäbchen aufgebraucht sind.
 
Sobald das Nougat fest geworden ist, die Kuvertüre temperieren und jeweils eine Spitze des Gebäcks eintauchen, etwas abtropfen lassen und zum Fest werden wieder auf das Backbrett legen.
 
 




Kommentare:

  1. Die kenne ich gar nicht, schon seltsam, die regionalen Unterschiede. Aber sie klingen so lecker, dass ich sie unbedingt backen will. :-) Ich habe einen recht stabilen Spritzbeutel aus beschichtetem Stoff, ich hoffe, er hält das aus. Was für eine Sterntülle hast du denn genommen? Es gibt so viele unterschiedliche...
    Liebe Grüße,
    Eva

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  2. Liebe Barbara,
    das hört sich superlecker an, für mich als Schokoladenjunkie. Und da der Sport momentan ein bisschen kurz kommt, überleg ich, die noch in mein Fitness- äh, Backprogramm aufzunehmen. Ist auf jeden Fall gespeichert und ich dank dir recht herzlich fürs Teilen!
    Liebe Grüße
    Ilka

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  3. Hallo Eva, bei mir ist der Beutel mit der Zeit aussen richtig glitschig geworden, wenn deiner also gut beschichtet ist und du ein eiskaltes Händchen hast, geht es bestimmt. Meine Sterntülle hat ca. 13 mm Durchmesser an der breitesten Stelle und relativ große gebogene Zacken (ist von Kaiser mit der Typenbezeichnung 43-5)
    Liebe Ilka, vielleicht liegt das an der Ulmer Luft mit dem großen Schokoladenhunger?

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  4. Mir geht's genau wie Eva, diese Kekse kenne ich auch nicht. Hören sich aber sehr lecker an. Marzipan ist immer gut :-) Ich glaub ich brauche auch bald mal eine Gebäckspritze.
    Liebe Grüße
    Maren

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  5. Nach so einem Rezept suche ich schon ewig, das sind meine absoluten Lieblings Weihnachtskekse. Danke, die werden diesen Advent direkt als erstes gebacken.

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    1. Gerne, bei uns geht es auch nie ohne ;-)

      Liebe Grüße,
      Barbara

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