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Gefülltes Spritzgebäck

Spritzgebäck in allen Varianten gehört ganz eindeutig zu meinen Lieblingsweihnachtsbredla.

Deshalb ging auch jede Weihnachten ungefähr ein Spritzbeutel drauf, durch den das Ganze gequetscht wurde und meine Oberarmmuskeln nahmen ungeahnte Ausmaße an.
Gegen die Muckis ist ja nichts einzuwenden, aber das mit dem Spritzbeutel hat mich doch einigermaßen gestört.

Deshalb haben wahrscheinlich meine Schwestern mich mal wieder für verrückt erklärt, als ich mir im Juni zum Geburtstag eine Gebäckpresse wünschte.

Aber vorausschauendes Denken macht sich bezahlt ;-) und so konnte ich vorgestern die erste große Spritzgebäckorgie starten. Es gab neben diesem hier noch Schokoladensandgebäck, von dem das Rezept am Samstag folgt.



Im Ursprungsrezept aus diesem Buch von Frederic Bau werden eigentlich größere Kreise von Hand gespritzt, ich habe aber zwei der Lochscheiben, die der Gebäckpresse beigelegt sind, ausprobiert. So sieht es zwar nicht so sehr nach liebevoll von Hand gespritzt aus, ging aber wirklich ruckzuck und schmecken tut es natürlich trotzdem wie selbst gemacht (ist es ja auch).

Bei dem Teig ist wichtig, dass er nach dem schaumig Rühren und der Mehlzugabe nur noch so wenig wie möglich bearbeitet wird, sonst wird das Ganze eher zäh statt himmlisch mürb. Und bitte wirklich Puderzucker verwenden, sonst hat man im fertigen Teig immer noch die Zuckerkristalle (da er wenig Flüssigkeit enthält, in der sich der Zucker auflösen kann).

Die Füllung ist eine Art Schokoladen-Mandel-Krokant und besteht aus Honig, Butter, Kakao und Mandeln und komplettiert das ganze, wie ich finde sehr gut. Allerdings habe ich sehr viel weniger davon gebraucht als im Rezept angegeben (und schreibe deshalb auch nur die halbe Menge auf) und einige der Zutaten angepasst (Honig statt Glucosesirup, kein Apfelpektin).

Auch ohne Füllung inzwischen mein liebstes Spritzgebäck.


Gefülltes Spritzgebäck

Füllung:

38 g Zucker
30 g Butter
12 g Honig
4 g Kakaopulver
50 g Mandelstifte

Teig:
150 g weiche Butter
100 g Puderzucker
1 Ei
15 g flüssige Schlagsahne
200 g Mehl
20 g Maisstärke
1 Prise Salz
1 Prise gemahlene Vanille (oder wie ich 1/4 Tonkabohne, gerieben)

Zuerst wird die Füllung hergestellt.
Dazu werden Butter und Honig in einem Topf erwärmt, bis die Butter geschmolzen ist.
Dann wird der Zucker gründlich untergerührt, gefolgt vom Kakaopulver und den Mandeln.
Das ganze schnell auf ein Backpapier geben, mit einem zweiten abdecken und ca. 5 mm dick ausrollen.
Mindestens 2 Stunden kalt stellen, damit sich das Krokant verfestigt.

Dann wird der Teig zubereitet.
Butter und Zucker schaumig rühren, dann Ei und Sahne unterziehen.
Mehl, Speisestärke, Salz und Vanille oder Tonkabohne mischen und so schnell wie möglich untermischen (nur bis ein homogener Teig entstanden ist, nicht mehr länger).

Mit einem Spritzbeutel mit Sterntülle (oder der Gebäckpresse) Kreise in der gewünschten Größe auf 2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche spritzen.

Ofen auf 180°C vorheizen.
Solange der Ofen aufheizt kann man entweder den Krokant mit einem Messer in Quadrate schneiden, die ungefähr dem Loch in der Mitte des gespritzten Gebäcks entsprechen, diese Leicht rundlich kneten und hineinlegen oder mit einer ungefähr passenden Lochtülle Kreise ausstechen.
Den so vorbereiteten Krokant in die Löcher legen und das ganze ungefähr 15 Minuten backen.
Vor dem Verpacken auf dem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Wer mag, kann das Gebäck auch noch mit temperierter Schokolade dekorieren, indem z.B. der Boden hineingetaucht oder die Schokolade darüber geträufelt wird.

Kommentare:

  1. Die können sich ja wirklich sehen lassen. Und wie du sagst bestimmt sehr lecker.
    Spritzgebäck habe ich nur einmal gemacht, denn ich finde die Spritzerei ganz schön anstrengend.

    LG Anna

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  2. Wunderschön! Ich habe zwar keine Presse, aber einen vernünftigen Spritzbeutel. Welchen Durchmesser für die Tülle würdest du empfehlen?
    Und, ähm, ich habe noch nie Spritzgebäck gemacht, wie fest oder flüssig ist der Teig?
    Liebe Grüße,
    Eva

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  3. Oh, lecker Spritzgebäck. Die erinnern mich an meine Sablee viennois mit Schokolade. Aber deine Plätzchen mit Krokant....mmmhh super!

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  4. Hallo ihr alle, durch einen normalen Spritzsack geht es ganz gut, das habe ich beim letzten Mal gemacht (der Spritzsack geht mir immer bei den Bärentatzen drauf, von denen das Rezept noch kommt), man braucht nur ein bisschen Durchhaltevermögen.
    Genommen habe ich eine Sterntülle mit "gebogenen" Zacken, an den Tiefpunkten der Zacken ungefähr einen Durchmesser von 15 mm.

    Viel Spaß beim Naschen!

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