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Luftiger Grießbrei

Nicole Stich ist hier gerade irgendwie groß im Kurs! Innerhalb kürzester Zeit drei nachgemachte Rezepte, nur das Bloggen dauert manchmal etwas länger.
Dieses Rezept allerdings ohne das Rhabarberkompott aus dem Buch "Sweets", nur mit Zimtzucker, den dafür aber besonders schön drauf drapiert... und er ist nicht nur einschnelles süßes Mittagessen, sondern für mich auch durch Kindheitserinnerungen richtiges "Seelenfutter".
Deshalb darf er auch beim entsprechenden Event von "Schmeckt nach mehr" mitmachen.



Es gibt viele Rezept mit Eischnee, der nach dem Abkühlen untergehoben wird, was mich aber wiederum stört, da ich rohes Eiweiß nicht so gerne im Essen hab. Hier wird es noch unter den heißen Grießbrei gehoben und so wenigstens ziemlich durcherhitzt.

Mir war der Brei aber nach dem Abkühlen fast zu fest, deshalb werde ich das nächste Mal etwas weniger Grieß nehmen.


Flaumiger Grießbrei 

1 l Milch
50 g Zucker
1 Prise Salz
1/2 TL gemahlene Vanille
1 abgehobeltes Stück unbehandelte Zitronenschale mit ca. 4-5 cm Länge
120 g Weichweizengrieß
2 Eier, getrennt
40 g Butter

Milch mit Zitronenschale, Salz, Vanille und Zucker in einem Topf aufkochen lassen. Unter ständigem Rühren den Grieß einrieseln lassen. Hitze zurückschalten und die Masse unter gelegentlichem Weiterrühren 4 bis 5 Minuten köcheln lassen, bis ein dicklicher Brei entsteht. In der Zwischenzeit das Eiweiß steif schlagen.
Die Zitronenschale aus dem Brei entfernen. Nacheinander Butter und Eigelbe zügig unterrühren, dann den Eischnee unterheben.

Am besten noch warm auf Schüsselchen verteilen. Als besonderen Clou für meine Mädels (sieht man auf dem Foto aber nicht ganz so gut) habe ich mit Hilfe von  Capuccinodekoschablonen ein Schneeflockenmuster aus Zimtzucker aufgestreut
Die




Schokoladen-Madeleines

Für dieses Rezept hier braucht man nicht mal ein Rührgerät, nur ein bisschen Zeit sollte man übrig haben. Aber dabei handelt es sich hauptsächlich um Wartezeit, wirklich viel Arbeit machen diese Madeleines nicht.


Also nichts für den schnellen Hunger, wer aber während der Wartezeit durchgehalten und nicht schon den ganzen Teig genascht hat, der wird mit einem sehr leckeren Gebäck belohnt.
Der Geschmack wird nämlich nicht nur von Schokolade bestimmt, auch die gebräunte Butter fügt ihr einzigartig nussiges Aroma hinzu und rundet das ganze geschmacklich richtig schön ab.
Auch wenn die Masse nicht aufgeschlagen wird, geht das Gebäck (durch eine gehörige Dosis Backpulver) gut auf.

Das größte Lob kam von meiner Großen: "Mama, die Muschelmuffins darfst du mal wieder machen" (da sieht man mal wieder, wie amerikanisch die Kinder schon geprägt sind ;-))

Zu Verdanken habe ich das Rezept Christophe Felder und seinem Buch "Die hohe Schule der Patisserie", in das ich irgendwie viel zu wenig reinschaue.

Schokoladen-Madeleines

140 g Butter
2 Eier
1/4 TL gemahlene Vanille
90 g Zucker
2 EL flüssiger Honig
140 g Mehl
1 TL Backpulver
20 g Kakaopulver
40 g dunkle Schokolade (70% Kakao), fein gehackt
Zuerst wird die braune Butter hergestellt, da sie vor der weiteren Verwendung wieder soweit abkühlen muss, dass sie lauwarm ist.
Dazu wird die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze geschmolzen und solange weiter erhitzt, bis sie zuerst schäumt und dann eine goldbraune Farbe annimmt.
Um die festen Bestandteile zu entfernen,durch ein feines Sieb in eine Schüssel gießen und beiseite stellen.
Eier, Vanille und Zucker in eine weitere Schüssel geben und solange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann wird der flüssige Honig unter weiterem Rühren zugegeben und eingearbeitet.
Mehl, Backpulver und Kakao werden gemischt und zusammen zur Eimasse gegeben, indem sie darüber gesiebt werden. Zu einer homogenen Mischung verrühren.
Zum Schluß die nun lauwarme braune Butter zugeben und zusammen mit den Schokoladenstückchen unterziehen.
Die Schüssel abdecken und die Masse 2 h ruhen lassen.
Backofen auf 210°C vorheizen und die Madeleinesform vorbereiten (je nach Form ggf. ausbuttern und ausmelieren).
Mit Hilfe eines Esslöffels den Teig in die Vertiefungen füllen und im heißen Ofen 12 Minuten backen.
Die heißen Madeleines aus der Form entfernen und vollständig auskühlen lassen.
Meine Madeleinesform hatte 9 Vertiefungen und ich habe aus dem Teig 18 Madeleines erhalten.
Wer keine entsprechende Form hat, kann auch eine Muffinform nehmen und die Vertiefungen nicht zu voll machen.
Nach Wunsch können die Madeleines noch mit 100 g temperierter dunkler Schokolade auf der "Muschelseite" bestrichen werden.



Olé - es gibt Crema catalana

Zorra von 1 x umrühren bitte sucht diesen Monat zusammen mit Nele von den Küchendelikten und "Pralinenwahnsinn" spanische Rezepte. Natürlich gibt es dort auch viele leckere süsse Sachen. 
Vor allem haben es mir die Mandelkekse vom letzten Mallorcaurlaub angetan. Ziemlich dick und schön mürb, mit einer ganzen Mandel in der Mitte. Leider suche ich nun schon über ein Jahr nach einem passenden Rezept. Vielleicht ist es ja in ihrer Sammlung dabei, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben...


So habe ich mir was anderes gesucht und bin auch schnell fündig geworden.
Bei Michel Roux gibt es eine katalanische Creme, die sich lecker anhörte und auch ohne großen Aufwand nachzumachen ist.

Katalanische Creme ist eine Art cremiger Flammeri, mit Zimt, Fenchel, Orange und Zitrone aromatisiert und nach dem Abkühlen mit braunem Zucker bestreut und karamellisiert. Passt also genau zu unserem recht herbstlichen Wetter zur Zeit.
Mein einzigstes Problem war die Ziegenmilch im Originalrezept. Sie ist selbst (oder gerade) hier auf dem Land nicht so leicht aufzutreiben. Und an die Ziegen, die hinter der Friedhofsmauer grasen, habe ich mich nicht herangetraut. erstens sind es nicht meine, zweitens kann ich nicht melken und drittens habe ich schon immer die Hosen voll, wenn sie auch nur auf mich zukommen. Aber Michel Roux "erlaubt" als Ersatz auch Kuhmilch und für die muss ich nur an den Kühlschrank, ohne auf Abenteuertour zu gehen.

Das Ergebnis war sehr gut. Schön samtig und ein toller Kontrast der kalten, würzigen Creme und der heißen Karamellkruste, die erst direkt vor dem Servieren zubereitet wird. Und ich habe mich gefreut, dass ich das erste Mal meinen kleinen Küchenbrenner benutzen konnte, den ich mir im Sommer von einem Gutschein zum Geburtstag besorgt habe.

Das Rezept ergibt 4 großzügige oder 6 normale Portionen. Wir haben nur die Hälfte zubereitet, sonst kann man mich bald in die Küche rollen. Unten stehen allerdings die normalen Mengen aus dem Rezept.


Crema catalana

750 ml Milch (von Ziege oder Kuh)
1 gehäufter TL Fenchel, zerstossen
1 Zimtstange, in kleine Stücke gebrochen
150 g Zucker
Schale von jeweils einer unbehandelten  Orange und Zitrone
2 Eier
6 Eigelb
40 g Speisestärke

zum Karamellisieren:
80 g brauner Zucker

Milch, die Gewürze und 100 g Zucker in einem kleinen Topf langsam zum Kochen bringen. Erst wenn die Milch aufschäumt, die Schalen der Zitrusfrüchte zufügen und den Topf von der Hitzequelle entfernen. 10 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit Eier, Eigelb und restlichen Zucker in eine hitzefeste Schüssel geben und leicht schaumig schlagen. Speisestärke zugeben und glatt rühren (sollten kleine Klümpchen zusehen sein, kann man mit einem Pürierstab sie vernichten).

4 bis 6 (je nach Grösse) hitzefeste Servierschälchen bereitstellen (ca. 10 bis 14 cm Durchmesser und 3 cm Höhe).

Unter weiterem Rühren die noch heiße Milch durch ein feines Sieb (um die Gewürze und Schalenstücke zu entfernen) zu der Eimischung geben. Anschliessend alles zusammen zurück in den Topf schütten und vorsichtig bei mittlerer Hitze unter weiterem Rühren eindicken lassen.

Auf die Schälchen verteilen, Oberfläche glatt streichen und mindestens 2 Stunden (bis zu einem Tag, dann aber abgedeckt) in den Kühlschrank stellen.

Kurz vor dem Servieren jeweils mit 1 EL Zucker bestreuen und mit dem Küchenbrenner oder unter dem heißen Backofengrill den Zucker karamellisieren. 5 Minuten ruhen lassen und den Vorgang mit dem restlichen Zucker wiederholen. So bekommt man eine schön dicke und knusprige Karamellschicht.


Ich könnte mir das ganze auch sehr lecker als Füllung für eine Tarte vorstellen.
Süsse Grüße,


Marmorkuchen mit ein bisschen Biss und Zimt und Tonka

Wir haben schon so viele Marmorkuchen probiert und es gibt unzählige Varianten, aber richtig zufrieden bin ich selten mit einem Rezept. Marmorkuchen hat irgendwie was Spezielles. Ich finde, er darf irgendwie nicht zu locker sein, sondern sollte eher etwas kompakt und etwas feucht, aber nicht zu sehr, sein. Ich glaube, das Geheimnis dafür liegt in der vergleichsweise (zu den anderen Zutaten) hohen Mehlmenge, die nicht durch mehr Ei und Fett, sondern etwas Milch ausgeglichen wird.



Dieses Rezept ist aber ein gutes Mittelding mit ein bisschen Extras zum Aufpeppen. Er ist nicht zu luftig, aber auch nicht so kompakt, daß er schwer im Magen liegt. Im Gegensatz zu anderen Rezepten enthält er nicht ganz so viel Zucker und Fett.
Und er bietet unendliche Variationsmöglichkeiten. Zum normalen Rezept (für das ich keine Ursprungsquelle mehr habe), dass mit Schokolade im braunen Teig für knackigen Biss sorgt , habe ich noch Zimt und Tonkabohne (passend zum schon sehr herbstlichen Wetter) zugefügt.

Aber auch der helle Teig bietet Platz für Abwandlungen, So kann auch er mit ungefähr 25 g gehackten Mandeln und/oder einem fein gewürfelten Apfel aufgepeppt werden.

Marmorkuchen mit Biss 

175 g Butter, weich
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Msp Vanille, gemahlen
4 Eier
350 g Mehl (Type 405)
1 Päckchen Backpulver
3 EL Milch

für den braunen Teig:
25 g Zucker
15 g Kakaopulver
2 EL Milch
25 g gehackte Schokolade
1 TL Zimt
1/4 Tonkabohne, gerieben


Ofen auf 180°C vorheizen, eine Kastenform mit 30 cm Länge vorbereiten. (fetten, melieren).

Für den Teig Butter und Zucker mit der Vanille und Salz schaumig rühren. Eier nacheinander einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl und Backpulver  mischen. Abwechselnd in ca. 3 Portionen mit der Milchzugeben und jeweils gut unterrühren. Nicht zu lange Rühren!

Ca. die Hälfte des Teiges in die Backform geben. Den restlichen Teig mit den Zutaten für den braunen Teig zu einer homogenen Masse rühren.
Über den hellen Teig geben und mit einer Gabel vorsichtig ein Marmormuster reinziehen (ich mache das immer mit Kreisbewegungen von unten nach oben).

Im Backofen ca. 45 Minuten goldbraun backen (Garprobe nicht vergessen!)
Ungefähr 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.



Amandine Tartes mit Himbeeren

Im Original nennt sich das Rezept "Blueberry amandine tartes" und ist ein Rezept für 6 kleine (mit 10 cm Durchmesser) Blaubeer-Mandeltartes von Eric Lanlard aus dem Buch "Tart it Up!: Sweet and Savoury Tarts and Pies". Es handelt sich um ein klassisches französisches Gebäck mit einem saftigen Guss aus Creme fraiche und Mandeln.





Sie sind sehr schnell gemacht, man braucht nicht mal ein Rührgerät dazu, nur ein bißchen Kühlzeit für den Mürbteig. Und trotzdem lecker (laut Katharina von Valentinas Kochbuch ihr Lieblingsrezept in diesem Sommer).

Bei uns gab es allerdings Himbeeren statt Blaubeeren drauf (Alternativvorschlag des Autors) und nicht den originalen Mürbteig, da Eric Lanlard eine sehr große Menge (und damit relativ dicken Boden) verwendet und mir seine sehr weiche Art zum Verarbeiten zu kompliziert war (hatte nicht soviel Zeit). Deshalb habe ich mir schnell einen eifreien aus einem Standardrezept zusammengebastelt (und diesen anders als im Rezept auch vorgebacken) und das Ei durch das entsprechende Gewicht Milch ersetzt.

Das Rezept ergab bei mir eine größere Tarte mit 22 cm und eine kleine mit 13 cm Durchmesser.


 Amandine Tartes mit Himbeeren

Mürbteig:
250 g Mehl Type 405
50 g Puderzucker
1 Prise Salz
150 g kalte Butter, gewürfelt (Temeperatur ca. 19°C, also nicht Kühlschrankkalt und steinhart)
65 ml kalte Milch

Füllung und Guss:
250 g Himbeeren, frisch oder TK

2 Eier
150 g Crème fraiche 
75 g brauner Zucker
50 g gemahlene Mandeln
15 g Maisstärke
optional 1 bis 2 Tropfen Bittermandelöl
15 g gehobelte Mandeln

Zuerst den Mürbteig herstellen. Dazu werden Mehl, Puderzucker und Salz kurz vermischt und dann Butter und Milch zugegeben. Schnell von Hand zu einem zusammenhängenden Teig verkneten, er muß aber nicht vollständig homogen sein. Mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Die Tarteförmchen bereitstellen (zum Beispiel 6 Stück mit 10 cm Durchmesser oder wie ich 1 mit 22 cm und 1 mit 13cm, oder ca. 4 mit 13 cm,...)
Ofen auf 180°C vorheizen.
Mürbteig ca. 3 bis 5 mm dick ausrollen und die Förmchen damit auslegen. Mit Backpapier und getrockneten Erbsen auslegen und ca. 10 Minuten blindbacken.

In der Zwischenzeit kann der Guss zubereitet werden. Dazu einfach die Eier mit der Crème fraiche glatt rühren. Die restlichen Zutaten außer Himbeeren und gehobelte Mandeln unterrühren.
Backpapier und Erbsen entfernen. Himbeeren auf den Tartes verteilen und Guss großzügig darüber verteilen. 
Gehobelte Mandeln darüberstreuen und nochmals 25 Minuten backen.

Kurz in den Formen abkühlen lassen, dann herausheben und noch warm oder komplett abgekühlt servieren.


Weißer Schokoladenkuchen mit Kardamom

..oh, wie der duftet, da kommen schon weihnachtliche Gefühle auf...
Hier kommt die skandinavische Antwort auf amerikanische Blondies, nur würziger und lockerer.

Endlich kann ich das letzte Testrezept aus "Süße Liebe" von Asa Swanberg bloggen, dass gerade im Ofen war, als mein PC beschloß, beinahe sein Leben auszuhauchen.
Im Original kommt noch ein Puderzuckerguß mit Zitronensaft und Zuckerperlen drauf, worauf wir verzichtet haben, aber tut euch keinen Zwang an: 175 g Puderzucker mit 1 EL Zitronensaft verrühren und drauf streichen, mit den Zuckerperlen bestreuen, und schon hat er einen etwas glanzvolleren Auftritt.

Weißer Schokoaldenkuchen mit Kardamom


100 g Butter, weich
85 g Zucker
1/2 TL Salz
2 TL Kardamom, frisch zerstossen
2 TL Vanillezucker
2 Eier
150 ml Milch
250 g Mehl (Type 405)
2 TL Backpulver
150 g weiße Schokolade, in grobe Stückchen geschnitten

Ofen auf 200°C vorheizen, einen rechteckigen Backrahmen mit ca. 20 x 20 cm Kantenlänge auf ein mit BAckpapier ausgelegtes Blech stellen

Für den Teig Butter und Zucker mit den Gewürzen und dem Salz schaumig rühren. Eier einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl und Backpulver und mischen. Abwechselnd in ca. 3 Portionen mit der Milch zugeben und jeweils gut unterrühren. Zum Schluß die Schokolade unterheben und ab damit in den Backrahmen.

Nach 30 Minuten duftet es fast wie an Weihnachten und ihr könnt den Kuchen aus dem Ofen nehmen. Nach dem Abkühlen kann noch ein Guss drauf oder auch nur Puderzucker (oder auch gar nichts) und der Kuchen ist fertig zum Aufessen


Bananen-Schoko-Muffin und wie bekomme ich Bananen reif

Heute kommt nach längerer Zeit mal wieder Rose Levy Beranbaum zum Einsatz. Allerdings habe ich das Rezept an unseren Geschmack angepasst (Bananenkuchen pur ohne Schokolade kriege ich fast nicht runter) und einen Teil des Mehls durch Kakaopulver ersetzt, so schmeckt es nicht nur nach Banane, sondern auch noch schokoladig.

Rose hat auch einen Tip, um Bananen nachreifen zu lassen. Diese Methode ist aber nur für Bananen zu empfehlen, die noch püriert werden. Sie werden sehr süß und der Geschmack extrem bananig. Man nimmt sie einfach, wie sie sind und packt sie über Nacht in den Tiefkühler. Nach einer Nacht im Kälteschlaf kommen sie braun gebrannt wie frisch aus dem Urlaub wieder heraus. Ca. eine halbe Stunde auftauen lassen und sich dann beim Anfassen nicht ekeln, das ganze ist jetzt nämlich ziemlich schwabbelig (trotz Schale außen rum). Also lieber nicht direkt morgens nach dem Aufstehen machen, das könnte auf den Magen schlagen. Jetzt vorsichtig öffnen (nur am Zipfel) und in eine Schüssel quetschen, dann noch gründlich pürieren und schon fertig (auch wenn die Bananen gestern noch grün waren).

Die Muffins selbst werden erstaunlich lange nicht altbacken und lassen sich sehr gut auch im Kühlschrank aufbewahren (durch Öl statt Fett bleiben sie auch dort weich). Besonders gut würde sich auch noch ein Cream Cheese Frosting  (oder auch etwas weniger amerikanisch ein simpler Schokoguss) oben drauf machen.

Bei mir hat es 14 Muffins ergeben, man kann die Masse aber auch als Kuchen in einer Springform mit 26 cm Durchmesser backen.


Bananen-Schoko-Muffins

2 große reife Bananen, geschält, ergibt ca. 230 g Bananenpüree
120 g Schmand
2 Eier
2 TL Geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1 TL gemahlene Vanille
170 g brauner Zucker
110 g Sonnenblumen- oder Rapsöl
180 g Mehl, Type 405
20 g Kakao
1 TL Natron
3/4 TL Backpulver
1/2 TL Salz

Ofen auf 175° C vorheizen und die Muffinförmchen vorbereiten.
Bananen und Schmand mit einem Pürierstab zu einem feinen Püree verarbeiten. Eier, Zitronenschale, und Vanille zugeben und nochmals durchpürieren.
Die Mischung in eine Rührschüssel geben und den Zucker zufügen. Bei mittlerer Geschwindigkeit ungefähr eine Minute rühren, dann das Öl in einem feinen Strahl unter Weiterrühren einfliessen lassen.

Mehl, Kakao, Natron, Backpulver und Salz mischen und auf die Eimasse sieben. Weitere 2 Minuten rühren, bis eine homogene Masse entsteht. 
In die vorbereiteten Förmchen füllen und ca. 25 Minuten backen.

Wenn aus dem Teig ein Kuchen gebacken werden soll, dann nimmt man eine Springform mit 24 bis 26 cm Durchmesser und erhöht die Backdauer auf ungefähr 40 Minuten.




DER Apfelkuchen meiner Kindheit

Den gab es oft, da auch meine Mutter schon dem Backwahn verfallen war, als Backen noch altmodisch war (und der Kochbuchsammelsucht, was sich nicht alles vererbt...).
Und es war mein absoluter Lieblingsapfelkuchen. Lange war er in Vergessenheit geraten, aber da zur Zeit ja in vielen Blogs in Kindheitserinnerungen geschwelgt wird (Stevan Paul mit seinem neuen Buch ist Schuld daran), kam er mir wieder in den Sinn ... und am nächsten Tag schon in den Ofen.

Weil es der beste Apfelkuchen überhaupt ist, sollen noch andere dran teilhaben und ich gebe ihn an Persis von "Ein Keks für unterwegs" weiter: 

Keks unterwegs

Der Clou: geschlagene Sahne im Guss macht ihn locker und trotzdem saftig und der Geschmack...

Ganz bin ich meinen Erinnerungen aber nicht treu geblieben. Um dem ohnehin schon besten Apfelkuchen aller Zeiten noch die Krone aufzusetzen, habe ich statt dem normalen Mürbteig einen Mandelmürbteig verwendet .. und es war noch besser.
  

Apfel-Sahne-Kuchen

Mürbteig:
225 g Mehl
50 g Mandeln, gemahlen
150 g Butter
100 g Puderzucker
1 kleines Ei
etwas gemahlene Vanille
ggf. ein Schuß Sahne

Belag:
4 bis 5 säuerliche Äpfel
Saft einer Zitrone

Guss:
150 g weiche Butter
125 g Zucker
1 Ei
geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
100 g Mehl
250 g Sahne

Wer mag: 100 g Mandelblättchen und 1 EL Zucker

Zuerst den Mürbteig zubereiten. Dazu alles ausser dem Mehl grob zusammenkneten. Dann das Mehl zugeben und kneten, bis ein homogener Teig entstanden ist. Ist er zu bröselig, etwas Sahne zugeben.
Am besten 30 Minuten kühl stellen.

In der Zwischenzeit Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und ausmelieren.
Äpfel schälen, achteln und Kernhausstücke entfernen. Mit Zitronensaft beträufeln, um ein Verfärben zu verhindern. 

Ofen auf 180 °C vorheizen. Mürbteig ausrollen und den Boden der Springform damit auslegen. Mit dem restlichen Teig einen ungefähr 4 cm hohen Rand in die Springform formen.

Für den Guss wird eine Art Rührteig hergestellt, indem Butter, Zucker, Ei und Zitronenschale schaumig geschlagen werden. Mehl zufügen und nur kurz unterrühren.
Sahne steif schlagen und unterheben.
Den Guss auf den Äpfeln verteilen, dann evtl. noch Zucker und Mandelblättchen darauf verteilen.

Der Kuchen braucht ca. 55 bis 60 Minuten im Ofen. Nach dem Backen komplett in der Form erkalten lassen.



Buchvorstellung "Liebes Bisschen"

Heute stelle ich eine der vielen Backbuchneuerscheinungen in diesem Herbst vor.
Es handelt sich um "Liebes Bisschen" von Laura Seebacher aus dem Hause GU.
Einige Blogs haben ja schon darüber berichtet und einen ersten Eindruck verschafft, jetzt ist mein Bericht "dran".


Laura Seebacher betreibt in Hamburg ein kleines Cafe mit dem Namen "Liebes Bisschen" und ist mit einem anfänglichen Umweg über die Modebranche und nach einer Ausbildung an der bekannten "le-Cordon-Bleu"-Kochschule in London dorthin gekommen (allerdings sieht man die Einflüsse der Modebranche doch noch teilweise, es gibt eine Handtaschen- und eine Spitzenblusentorte im Buch).

Auch hier gibt es Süßes für alle Gelegenheiten, nicht nur Gebackenes. Eins ist allen Rezepten im Buch gemeinsam: jedes hat ein Bild und das Rezeptergebnis wurde sehr schön und teilweise aufwendig dekoriert (und noch schön fotografiert). Beinhaltet ein Rezept etwas kompliziertere Arbeitsschritte, wurden diese in Step-by-Step-Bildern festgehalten.


Das Buch ist nach einer sehr persönlichen und sympathischen Einleitung in 5 Kapitel unterteilt:
- Basics
- Kleine Sünden (im weiteren Sinne Süßigkeiten wie Pralinen, Fudge, Kekse, Nougat)
- Süße Teilchen (Doughnuts, Cakepops und Törtchen)
- Kuchen und Mini-Kuchen (Tartelettes, Torten)
- Haute Couture (aufwendig dekorierte oder in der Herstellung kompliziertere Torten, auch die zur Zeit immer mehr im Trend liegenden Motivtorten haben es in das Buch geschafft)

Im Kapitel Basics finden sich neben der nötigen Backausstattung auch die verwendeten Zutaten und der Umgang damit. So wird erklärt, wie Schokolade temperiert wird oder kleine Blüten aus Rollfondant hergestellt werden. Und natürlich sind hier die Grundrezepte wie Vanille- oder Schokorührteig für manche der Backwerke in den folgenden Kapiteln versammelt.

Das Kapitel mit den "Kleinen Sünden" hatte es mir sofort angetan. Bei Karamellriegeln mit Brezelboden oder weißem Erdbeerfudge kann jeder süße Zahn nur ins Schwärmen geraten. Und so habe ich auch gleich die Honeycomb-Riegel mit Mandeln nachgemacht und sie waren wirklich lecker.


Aber auch bei "Süßen Teilchen" wie "Schaumkuss-Eistüten mit Beeren" könnte ich schwach werden (die muß ich unbedingt noch probieren). Die allgegenwärtigen Macarons fehlen ebensowenig wie Cupcakes mit Buttermilch und ausgefallerene Törtchen (Veilchen-Teilchen oder Törtchen mit schwarzer Sesampaste).



Bei "Kuchen und Mini-Kuchen" gibt es eine bunte Mischung aus (teilweise modernisierten) Klassikern wie Käsekuchen ohne Boden oder Möhrentorte (hier mit Ingwer und Tonkabohne) und Gebäcken mit Zutaten, die zur Zeit modern sind und vermehrt in Foodblogs zu finden sind. So wird 2 mal mit roter Beete gebacken, Karamell kommt in Form von Lakritz-Karamell-Tartelettes und einer Macadamia-Schokoladentorte mit Salzkaramell auf den Kaffeetisch.


Für die "HauteCouture" wird es dann etwas komplizierter mit kleinen Törtchen im abgeflämmten Baisermantel über die mit Fondant eingedeckter Spitzenbluse bis zur 3-stöckigen Hochzeitstorte im Ringellook (auch hier kommt wieder schwarze Sesampaste zum Einsatz).


Die Rezepte selbst sind übersichtlich und schlüssig beschreieben. Links die Zutaten, rechts die Zubereitung in Schritten. Es gibt ausführliche Angaben zur Zubereitungs-, Ruhe-, Back-, und Kühlzeit sowie eine Auflistung der benötigten Utensilien.
Für einige Rezepte (die mit selbstgemachten Eiswaffeln) wird ein Hörncheneisen* und das entsprechende Waffelhorn* benötigt, was sicher nicht jeder Haushalt zur Hand hat (ich auch nicht), aber ich bin noch am Überlegen, wie ich das ohne schaffen könnte.
Die Zutaten lassen sich meistens ohne größere Probleme beschaffen, für die etwas ausgefallerenen wie Veilchenzucker , Lakritzpaste o.ä. werden am Ende des Buches Bezugsquellen aufgeführt.

Allgemein lässt sich noch schreiben, daß die Autorin sehr gerne mit Frischkäse und den verschiedensten Gewürzen arbeitet.
Teilweise sind die Rezepte vegan, aber die Zutaten lassen sich leicht für Nicht-Veganer durch "normale" ersetzen.

Ausprobiert habe ich bisher folgende Rezepte:
Honeycomb-Riegel mit Mandeln 
Käsekuchen ohne Boden
Schokoladencupcakes mit Himbeeren - ein so lockerer Teig, so dass sich die Cupcakes nicht am Stück aus den Silikonförmchen entfernen ließen, deshalb haben wir auf das Frosting und hübsche Fotos verzichtet und die Krümel einfach so gegessen (gut geschmeckt hat es jedenfalls)

Falls jemand Interess bekommen hat, kann hier noch ein bißchen reingeschnuppert werden:

Laura Seebacher                                                                                                                                                     Liebes Bisschen: Traumhaft backen leicht gemacht *
Verlag Gräfe und Unzer
ISBN: 978-3833835032

Vielen Dank an den Verlag, der mir ein Exemplar zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.



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Schoko- und Karamellmoussetorte

Das war die Geburtstagstorte für meinen Mann. Grundlage waren die Schoko-Karamellmoussetörtchen aus dem Buch "Süsse Liebe" von Asa Swanberg.
Letztendlich übriggeblieben vom Rezept ist nur der Brownieboden und die Karamellmousse, da sie für die Schokomousse rohe Eier verwendet, was ich nicht wollte. Zusätzlich habe ich noch eine Schicht Schokobiskuit eingebaut, sonst wäre es zu viel Creme geworden.
Als Schokomousse habe ich mein Lieblingsrezept für Mousse au chocolat genommen, das komplett auf Eier verzichtet und davon die Hälfte gemacht. Eigentlich würde es einen Extrapost verdienen, so gerne mögen wir es, aber das kommt vielleicht irgendwann noch.

Auch die Form habe ich geändert, statt einzelner runder Törtchen, gab es eine große rechteckige Torte. So gab es unten eine Schicht Brownie mit kräftig Zimt, gefolgt von sehr luftiger Mousse au chocolat und eine Schicht Schokoladenbiskuit, eine dünne Schicht Karamellmousse und oben drauf Tupfer aus Mousse au chocolat, Sahne und das ganze durch Toffeesauce verbunden.

Geschmeckt hat es sehr lecker, aber die Torte erfordert doch etwas Zeit, da viele einzelne Bestandteile zubereitet werden müssen. 
Von der Karamellmousse hätte ich gerne etwas mehr draufgehabt...

Schoko- und Karamellmoussetorte

Toffeesauce:
100 ml heller Sirup (Grafschafter)
85 g Zucker
100 g Sahne

Brownieboden:
100 g Butter
100 g Zucker
2 Eier
150 g Weizenmehl
2 EL Kakaopulver
1 EL Zimt
1 TL Vanillezucker

Schokoladenbiskuit:
2 Eier
4 EL heisses Wasser
100 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
90 g Mehl
10 g Kakaopulver
1/2 getr. TL Backpulver

Mousse au Chocolat:
145 g Schokolade mit 70% Kakao
2 g Gelatine (gemahlen)
125 ml Milch
250 g Sahne

Toffeemousse:
100 ml der Toffeesauce von oben
150 g Sahne
4 g Gelatine

Verzierung:
200 g Sahne
restliche Toffeesauce
etwas Mousse au chocolat, zu Nocken geformt
Schokoraspeln

Zuerst die Toffeesauce zubereiten. Dazu einfach alle Zutaten in einem Topf verrühren und zum Kochen bringen. Ungefähr 10 Minuten lang köcheln, dabei gelegentlich umrühren. Zum Abkühlen kalt stellen.

Dann ist der Brownieboden dran. Ofen auf 175°C vorheizen. Ein Backrahmen mit ungefähr 20 x 24 cm Kantenlänge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stellen.
Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen. Zucker und Eier unterrühren. Die übrigen Zutaten mischen und auhch nur kurz einrühren. In den Backrahmen geben undauf der mittleren Schiene ungefähr 25 Minuten backen.
Leicht abkühlen lassen und aus dem Backrahmen lösen, der dann für den Biskuit gebraucht wird.

Für den Biskuit den eckigen Backrahmen wieder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blechstellen
Die Eier mit dem Wasser auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl, Kakao, Salz und Backpulver zusammen sieben unter die Eimasse heben, dann die Biskuitmasse in die Form geben und ca. 20  min backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Wenn die Böden komplett abgekühlt sind kann mit der Zubereitung der Füllungen begonnen werden. 

Zuerst kommt die Mousse au chocolat.
Dazu wird die Gelatine in wenig kaltem Wasser eingeweicht
Schokolade fein hacken und auf dem Wasserbad schmelzen. In einem Topf die MIlch aufkochen lassen und von der Hitzequelle nehmen. Die Gelatine in der Milch auflösen.
Die Milch nacheinander in 3 Portionen zur geschmolzenen Schokolade gen. Dabei jede Portion gründlich mit einem Teigschaber unterrühren, bis sich wieder eine homogene Masse gebildet hat.
Sofort anschliessend die Sahne steif schlagen. Vor dem Unterheben der Sahne die Temperatur der Schokomasse prüfen. Sie sollte zwischen 40 und 45°C liegen, darüber schmilzt die Sahne und das Mousse wird nicht luftig, darunter lässt sie sich nur schwer einarbeiten. Sahne vorsichtig unterheben.

Jetzt beginnt der Zusammenbau.
Dazu den Brownieboden auf eine Servierplatte legen und wieder mit dem Backrahmen umschliessen. Mousse au chocolat einfüllen (einen kleine Rest für die Deko aufheben).
Die Biskuitplatte auflegen und vorsichtig andrücken.

Zum Schluß noch die Toffemousse herstellen.
Dazu ebenfalls die Gelatine in wenig Wasser nach Packungsanleitung einweichen. 
Sahne steif schlagen und beiseite stellen.
Die eingeweichte Gelatine in einem kleinen Topf auflösen. Toffeesauce in den Topf geben und gut verrühren. Darauf achten, daß keine Gelatineklümpchen mehr zu sehen sind. 
Die Temperatur beachten (am besten kurz messen), die Toffeesauce darf auch nicht über 45°C haben, wenn sie zur Sahne gegeben und vorsichtig untergehoben wird.
Toffeemousse als oberste Schicht in den Backrahmen geben und glatt streichen.

Am besten über Nacht, aber mindestens 12 h im Kühlschrank fest werden lassen.
Backrahmen entfernen. 200 g Sahne steif schlagen und damit den Rand einstreichen sowie kleine Tupfen aufspritzen. Mousse auchocolat in kleine Nocken aufsetzen. Restliche Toffeesauce leicht erwärmen und darüberträufeln.

Zum Schluß noch mit geraspelter Schokolade bestreuen.


Schokoriegel mit Maracujaganache

Hier das letzte Rezept zu meine Maracuja-Orgie und gleichzeitig noch ein zweiter Beitrag für das Schokoladenevent von Nele auf ihrem Blog "Pralinenwahnsinn". (Vielleicht will kann Anna es auch noch für ihre Süßigkeiten brauchen?).

Lieblingsschokolade - Blogevent zum Start der neuen Pralinensaison (Einsendeschluss 22.10.2013)

Es sollte eine Schokolade mit Maracujafüllung werden, bei der auch die kräftig gelbe Farbe zur Wirkung kommt und der Geschmack der Früchte nicht durch zu dunkle Schokolade überdeckt wird. Ein passendes Rezept habe ich nicht so richtig gefunden, deshalb habe ich mir dieses ausgedacht.



Für die Farbe blieb eigentlich nur was mit weißer Schokolade übrig (oder ein Curd, was ich nicht machen wollte). Als farblichen und geschmacklichen Kontrast habe ich für die Umhüllung eine Milchschokoladekuvertüre gewählt.
Beides passt sehr gut zusammen. Außen knackig und schokoladig, innen etwas weicher und sehr fruchtig.

Man muss nur aufpassen, das man nicht zu viel Maracujapüree nimmt, sonst wird die Fruchtganache im Inneren zu weich.

Das ganze habe ich in 5 kleine Tafelformen mit (scheinbar) jeweils 50 g Inhalt. Schon beim letzten Versuch hat mir aber die Füllung nicht ganz gereicht und auch dieses Mal musste ich nochmal etwas Fruchtganache nachmachen. Jetzt habe ich die fertigen Tafeln ausgewogen und festgestellt, dass die Formen, wenn man sie eben abziehen will wohl einiges mehr (60 g, also 20% mehr als angegeben) fassen.

Schokoladenriegel mit Maracujaganache

90 g Maracujapüree
130 g weisse Schokolade, fein gehackt

150 g Milchschokolade, fein gehackt

Zuerst muss die Milchschokolade temperiert werden. Ca. 75 g der Schokolade nach dieser Anleitung temperieren. 
Die Giessform mit einem sauberen und trockenen Lappen vorsichtig auswischen. Es sollte kein Staubfitzelchen mehr darin sein.
Die Schokolade in ungefähr gleich großen Portionen in die einzelnen Vertiefungen geben und durch Schwenkbewegungen oder einem Pinsel gleichmäßig verteilen, so daß die Fomen komplett mit einer dünnen Schokoschicht ausgefüllt sind. Überschüssige Schokolade zurück in die Schmelzschüssel laufen lassen, dann im Kühlschrank fest werden lassen. 

Für die Maracujaganache das Fruchtpüree in einem Topf aufkochen lassen und vom Herd ziehen. Weisse Schokolade zugeben, 2 Minuten stehen lassen und dann zu einer glatten Masse verrühren. Die Masse auf 28°C abkühlen lassen und erst dann in die bereits feste Milchschokolade giessen (sonst schmilzt diese wieder und das Temperieren war umsonst). Nur so viel Ganache einfüllen, dass noch ungefähr ein 2 mm Platz nach oben in den Förmchen für den Boden der kleinen Tafeln übrigbleibt.
Zum Kristallisieren ungefähr 2 h in den Kühlschrank stellen stellen. Wenn die Ganache dann noch zu weich ist, länger drin lassen.

Restliche Milchschoko wie oben beschrieben temperieren und zügig auf den Tafeln verstreichen. Mit einer Palette glatt ziehen und wieder kühl stellen, bis die Schokolade fest ist. Dabei darauf auchten, dass die Kanten der Tafeln sauber abgezogen und somit "scharfkantig" sind.

Am nächsten Tag sehr vorsichtig aus den Formen entfernen (müsste normal durch Umdrehen und leichtes Klopfen auf die Arbeitsfläche gehen) und luftdicht verpacken. 
Am besten kühl aufbewahren.


Die fast ganz lilafarbene Einschulungstorte unserer Großen

darf hier natürlich auch nicht fehlen. Zum einen, weil eine wirklich leckere (aber eigentlich nicht fondantgeeignete) Füllung, zum anderen, weil ein Fondantaufleger drauf war, der ganz im Design des Schulranzens gehalten war.


Da meine Große noch alleine bei mir zu Hause war (die Kleine hatte schon Kindi), hat sie mir beim Basteln des Auflegers tatkräftig geholfen und viele der Blüten ausgestochen und angeklebt, den Fondant in den jeweiligen Farben gefärbt, fleissig weich geknetet und ab und zu auch noch fleissiger Fondant genascht. Die ganzen Blüteninnenteile (Kugeln usw.) hat sie ganz alleine gemacht.

Um den Kuchen habe ich mich dann gekümmert. Es handelte sich um einen ganz normalen Biskuitboden, der mit einer Art deutscher-Tiramisu-Verschnitt (Quark und Mascarpone) gefüllt wurde. Für die kräftig lilane Farbe habe ich Brombeeren genommen. Damit das ganze durch die Fondantauflage nicht zu süß wird, habe ich für die Füllung ein wenig am Zucker gespart. 
Die Füllung selbst ist schön fruchtig und cremig. Da ich keine störenden Kerne drin wollte, habe ich die Brombeeren kurz aufgekocht und dann durch die Flotte Lotte mit der kleinsten Lochscheibe passiert. Wer keine hat kann genauso gut die Brombeeren durch ein feines Sieb streichen (das dauert halt ein bißchen länger und gibt mehr Schweinerei).

Brombeer-Tiramisu-Torte

Biskuitboden:
3 Eier
6 EL heisses Wasser
150 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
100 g Mehl
50 g Speisestärke
1 gestr. TL Backpulver


Füllung:
500 g Brombeeren, gewaschen und verlesen
2 Päckchen gemahlene Gelatine
200 g Sahne
500 g Mascarpone
500 g Quark
150 g Zucker


Zuerst den Biskuitboden herstellen. Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen. Für eine runde Torte eine Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen. Ich habe einen eckigen Backrahmen mit ca. 20 x 23 cm Kantenlänge genommen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestellt.
Die Eier mit dem Wasser auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl, Speisestärke, Salz und Backpulver zusammen sieben unter die Eimasse heben, dann die Biskuitmasse in die Form geben und ca. 20 bis 25  min backen. Aus dem Ofen nehmen und Abkühlen lassen.

Nach dem Abkühlen die Füllung zubereiten. Dazu die Brombeeren kurz aufkochen und durch ein Sieb passieren (oder die flotte Lotte).
Gelatine nach Packungsanweisung einweichen.
Quark, Mascarpone und Zucker glatt rühren und die Brombeeren untermischen.
Die Gelatine bei milder Hitze unter Rühren auflösen. 
4 EL der Quarkmasse unter die heisse Gelatine rühren, dann das ganze unter die restliche Quarkmasse heben.
Sahne steif schlagen und ebenfalls unterheben.

Den Backrahmen oder Tortenring auf eine Servierplatte legen. Den Biskuitboden einmal quer durchschneiden und die eine Hälfte ind den Rahmen legen. Mit der Hälfte der Creme bedecken, den anderen Boden auflegen und die restliche Creme einfüllen.
Zum Fest werden mindestens 6 h kalt stellen. Dann den Rahmen/Ring entfernen und noch nach Wunsch dekorieren.




Mein armer alter Mann und seine experimentierwütige Frau oder Käsekuchen ohne Boden

An und für sich ist ja an einem Käsekuchen nichts besonderes. Leider ist er aber nicht ganz so experimentierfreudig wie ich, er könnte, glaube ich, sehr gut auf meine ewig Rezeptetestereien oder eigene Versuche verzichten. Ihm wäre wahrscheinlich jede Woche einmal Marmorkuchen und einmal Hefezopf am liebsten. Tja, Pech gehabt, der Arme ;-)
Kurz bevor mein Mann letzte Woche aber Geburtstag hatte, habe ich das neue Buch "Liebes Bisschen als Rezensionexemplar zu geschickt bekommen. Irgendwie hat er es wohl rumliegen gesehen, denn als dann auf einmal ein Käsekuchen zum Kaffee auf dem Tisch stand hatte er schon gleich einen Verdacht:

Er:Was ist das? Ist das schon wieder ein Experiment?
Ich: Neeeein, ein ganz normaler Käsekuchen.
-Kuchen wird angeschnitten-
Er: Der sieht aber irgendwie anders aus?
Ich: (Grins) Nur ein bißchen, der hat keinen Boden. Aber das gehört so.
Er: Warum? Das geht doch gar nicht, daß ist dann ja nur Matsche.
Ich: Der ist aber sonst ganz normal, nur eben ohne Boden. Du wirst ja jetzt bald ganz alt und deine Zähne sind ja auch nicht mehr die besten, also wollte ich mal nett sein und...

Am Ende hat er ihn dann doch ohne weiteres Murren gegessen, den "das Experiment" war wirklich lecker und kommt schon ziemlich dem nahe, was ich mir als perfekten Käsekuchen vorstelle (es spricht ja an und für sich nichts dagegen, für meinen Mann das nächste Mal dann auch einen Mürbteigboden drunter zu machen).

Der Kuchen selbst ist nicht so saftg-glitschig, wie ich schon viele Käsekuchen gesehen, gegessen und gebacken habe. Er ist locker und luftig, aber trotzdem irgendwie cremig-mürb (das ist sehr schwer zu beschreiben).
Ich habe wie als Variante vorgeschlagen, die Vanille durch Tonkabohne ersetzt und davon 1/4 Bohne in den Teig gerieben.

Heute leider ein ziemlich bescheidenes Bild, die Zeit reichte nicht zu einem besseren.


Käsekuchen ohne Boden

6 Eier, getrennt
250 g weiche BUtter
250 g Zucker
Schale (gerieben) und Saft 1/2 Zitrone
1/4 Tonkabohne, gerieben
1 kg Quark
1/2 TL Salz
115 g Mehl
15 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Den Backofen auf 150°C vorheizen. Eine Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und ausmelieren.

Butter und Eigelbe in einer Schüssel schaumig schlaegen. Langsam den Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse sehr schaumig und hell ist.
Die geriebene Zitronenschale, der Saft der Zitrone und die geriebene Tonkabohne zur Eigelbmasse geben und unterrühren.
Qurak zugeben und unterheben. 
Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen und ebenfalls unterheben
Die Eiweisse steif schlagen, dabei das Salz zugeben. 
Das steife Eiweiß vorsichtig so kurz wie möglich unter die Quarkmasse heben und das ganze in die Springform füllen.
Auf der mittleren Schiene ca. 50 Minuten backen, am besten bei Umluft.
Er darf nach dem Backen noch einen leicht wabbeligen Kern haben.  Nach dem Backen komplett auskühlen lassen und dann ungefähr noch 6 h kühl stellen und erst danach servieren.

Die Autorin empfiehlt dazu Himbeersauce.
 


Passionsfruchtcupcakes mit Orangenstreuseln

Ich hatte vor kurzem das Glück, viele Passionsfrüchte sehr günstig zu bekommen. Da nicht alles gleich verarbeitet werden konnte, habe ich die Früchte halbiert, das Mark ausgelöffelt und das ganze dann mit Hilfe der "Flotten Lotte" (Passiermühle) mit der feinsten Scheibe durchpassiert. So bekommt eine ziemlich hohe Ausbeute an Püree/Saft, da die Kerne fast vollständig trocken in der Lotte zurückbleiben. Mein Püree habe ich dann sorgfältig in Portionen zu 50 bis 70 ml eingefroren (bis ich alle Rezepte rausgekramt habe, die ich schon lange machen wollte, und für die man Passionsfrüchte braucht)


Damit nicht nur Süßigkeiten daraus werden, habe ich mich auch für etwas Gebackenes entschieden und war sehr gespannt, ob das Aroma den Backofen übersteht.
Der Geschmack ist noch deutlich wahrnehmbar, da die Menge an Püree aber nicht zu hoch war auch nicht unangenehm stark. Die Krume selbst wird leuchtend gelborange.
Das Grundrezept war ein Rezept von Nicole Stich aus dem Buch "Sweets", dort allerdings mit Himbeerfrosting. Uns war es aber nicht so nach cremig, deshalb habe ich einfach Orangenstreusel auf den Teig gepackt. Das rundet, wie ich fand, den Passions-fruchtgeschmack eigentlich sehr gut ab.




Passionsfruchtcupcakes mit Orangenstreuseln

Rührteig:
100 g Butter, weich
125 g Zucker
ca. 75 ml Passionsfruchtsaft
2 Eier
125 g Mehl (Type 405)
25 g Speisestärke
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Natron
2 EL Sahne

Streusel:
40 g Butter
40 g Zucker
65 g Mehl (type 405)
Schale 1/2 unbehandelten Orange

Ofen auf 180°C vorheizen, eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen

Für den Teig Butter und Zucker schaumig rühren. Eier nacheinander zugeben und jeweils vollständig unterrühren. Passionsfruchtsaft/ -püree zugiessen und ebenfalls gut verrühren.
Mehl, Speisestärke, Backpulver und Natron mischen und nur noch kurz zusammen mit der Sahne unterheben (nur solange, bis sich ein halbwegs homogener Teig gebildet hat).
Den Teig auf die 12 Vertiefungen des Blechs verteilen.

Für die Streusel einfach alle Zutaten zu einem krümeligen Teig verkneten und auf dem Teig im Muffinblech verteilen.

Ca. 25 Minuten auf der untersten Schiene backen, bis sie goldbraun sind und duften. Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und dann zum vollständigen Abkühlen aus den Vertiefungen des Muffinblechs heben und auf ein Kuchengitter setzen.