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backtechnisches Neuland für mich - vegane Dattel-Schoko-Muffins

Es gibt ja Blogs, die sich nur mit dem Backen veganer Cupcakes und Kuchen beschäftigen, für mich war das aber ganz was neues und ich hatte bisher auch kein Bedürfnis danach.

Ich erinnerte mich nur dunkel daran, irgendwo bei Dan Lepard in seinem Buch Short and Sweet mal einen Schokokuchen mit Datteln und ohne Ei gesehen zu haben. Daraufhin habe ich mir Datteln besorgt, weil ich neugierig war, wie sich ein solcher Kuchen bäckt und auch wie er schmeckt. Das er ganz vegan ist, war mir gar nicht bewusst, bis ich die Datteln einweichte und das Rezept erstmal ganz durchgelesen habe. Die Datteln lagen nämlich schon eine Weile rum und mussten jetzt endlich verbacken werden. Und da merkte ich auch erst, das geraspelte Karotten in den Kuchen sollen. Das geht bei uns gar nicht - Gemüse muss unsichtbar bleiben, sonst habe ich keine Mitesser mehr. Und 14 Muffins sind mir alleine doch zu viel. Also habe ich die Karotten kurzerhand nicht geraspelt sondern püriert. Mit einem guten Pürierstab geht das ohne Probleme (ansonsten eben zuerst Raspeln und dann Pürieren).

Dan Lepard beschreibt das Zusammenspiel und die Aufgaben der einzelnen Bestandteile so:
Die pürierten Datteln wirken als Emulgator für das Öl und übernehmen somit die Rolle des Eigelbs man merkt das auch sehr schnell beim Zusammenmixen, denn es entsteht eine mayoähnliche Masse, von der Farbe ähnlich wie mit Zucker aufgeschlagenem Ei.
Die Kombination aus (eiweißreicherem) Brotmehl und geraspelter Karotte ersetzt das Eiklar und hält die Krume zusammen.
Ich hatte ein bisschen Bammel, dass mir durch das Pürieren der Karotten dann doch alles zusammenfällt, deshalb habe ich lieber Muffins gemacht, das hält meistens durch die Größe leichter zusammen. Im Original wird der Teig in 2 Portionen in einer Springform mit 18 cm Durchmesser nacheinander gebacken und dann mit eine Kakaopuderzuckerglasur zusammengeklebt.
Aber schaut mal:




Sieht doch wunderbar aus. Und das Ergebnis war auch geschmacklich eine wirklich positive Überraschung: Sehr saftig, feucht, nicht zu süß und einfach lecker (mein Mann hat weder von den Datteln noch den Karotten etwas gemerkt - Mission erfolgreich!). Die Paranüsse geben neben ein bisschen Knack und haben einen wunderbar buttrigen Geschmack.

Ich war nach dem Probieren sogar froh, dass ich nur die halbe Packung der Datteln gebraucht habe, denn so kann es bald eine Wiederholung geben.

Dattel-Schoko-Muffins

200 g kochendes Wasser
100g g entsteinte Datteln, grob gehackt
150 ml Sonnenblumenöl
1 EL Apfelessig
75g gehackte Paranüsse, in einer Pfanne leicht geröstet
150 g geraspelte oder pürierte Karotten
150 g Zucker
175 g Weizenmehl Type 1050
3 EL Kakaopulver
1 TL Lebkuchengewürz
1 TL gemahlener Ingwer
3 TL Backpulver
 
Backofen auf 180°C vorheizen. Muffinform mit Papierförmchen auslegen. Man erhält ungefähr 14 Muffins.
 
Die Datteln mit dem kochenden Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach im Mixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren. Dazu zuerst die Datteln mit wenig Wasser zerkleinern und erst dann das restliche Einweichwasser zugeben und weitermixen. Zum Schluss den Essig zugeben und bei laufendem Pürierstab/Mixer das Öl einlaufen lassen. Dabei ändert sich Farbe und Konsistenz von dünnflüssig und dunkelbraun zu einer schaumigen mayonaisseartigen hellgelben Konsistenz.
In eine Schüssel geben und Nüsse, Karottenpüree sowie Zucker unterrühren.
Die restlichen Zutaten mischen und unterheben.
 
Auf die Förmchen verteilen und 20 Minuten backen.
 
Wer mag kann noch eine Kako-Puderzuckerglasur darüber verteilen.


Kommentare:

  1. Du hast einen Pürierstab, der rohe Möhren püriert? Wahnsinn! Was für einer ist das?
    Das mit den Datteln (als Eigelbersatz nutzbar) ist interessant, wobei ich vermutlich niemals vegan backen werde. Warum sollte ich?

    Liebe Grüße,
    Eva

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  2. Hallo Eva, ich habe einen Kenwood Triblade und hab es einfach mal probiert. Ich glaube, der kriegt alles klein. Ich habe bisher auch noch nie vegan gebacken, das war jetzt eigentlich ein Versehen (weil ich wie mein Mann immer wieder bemängelt, ständig was mit Kuchen rumexperimentieren muss).

    Liebe Grüße,
    Barbara

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  3. Total interessant, Barbara! Auch ich kenne mich überhaupt nicht mit veganem Backen aus, es war mir sogar eher suspekt. Dein Post zeigt, dass es das nicht sein muss.
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Hallo MaLu. Ich habe mich auch immer gewundert, wie das wohl schmecken soll und ob das überhaupt funktioniert, jetzt habe ich es zumindest für diese Version als eigentlich sehr gut empfunden.

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  4. Sehen fast so gut aus wie meine Brownies ohne Ei. :-) Ich hab mir da auch ein Rezept mit einer Banane gebastelt. Nur habe ich die Veganer im Stich gelassen und fleissig Milch und flüssige Butter verwendet. Aber der Hammer waren dann meine ungebackenen Dattelbrownies...

    Dein Rezept hat eine lustige Komponente. Das ist der Esslöffel Essig. In der USA wird ja immer Bakingsoda verwendet und damit das richtig zum Arbeiten beginnt, kommt dann die entsprechende Menge Essig hinzu, der durch die Neutralisation dann als ein Salz im Kuchen endet. Irgendwann muss dann jemand in einem Rezept das Bakingsoda vergessen haben zu erwähnen und andere glaubten plötzlich, dass der Kuchen auch ohne Bakinsoda nur mit Essig aufgeht. Sie behaupten sogar, dass der Essiggeschmack durch das Backen verschwindet, was natürlich ohne Speisenatron nicht der Fall ist. Aber zum Glück hast Du noch Backpulver hinzugefügt. :-) Ich persönlich mag den Geschmack von Speisenatron nicht. Ich finde auch die Dosierung sehr schwierig. Daher verwende ich lieber Backpulver. Erstaunlicher Weis habe ich beobachtet, dass Leute mit Sodbrennen meine Kuchen mit bakingsoda speziell lieben...

    Da ich ohnehin ein Brownierezept mit Datteln gesucht habe, werde ich Dein Rezept einmal ohne Essig abspeichern. Danke.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Hallo Anna, danke für deine ausführliche Antwort, ich gehe mir jetzt mal noch deine Brownies anschauen. Das Natron macht mir geschmacklich eigentlich nichts aus (wenn genügend einer sauren Komponente im Teig ist, die es neutralisiert), was mich eher stört ist zuviel normales Backpulver mit Phosphaten im Teig, da ich das sehr schnell rausschmecke (und durch ein pelziges Gefühl auf der Zunge bemerke)

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