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Ein Katastrophenkuchen - Birnen-Kaffeekuchen

Heute lasse ich nur nachträglich etwas Backfrust ab und es gibt kein Rezept. Ich habe auch eine Weile überlegt, ob ich das überhaupt jemanden antun kann, aber vielleicht geht bei euch ja auch mal was gehörigst in die Hose.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich festgestellt habe, dass Rezepte eines Drei-Sterne-Kochs für mich wohl zu hoch sind. Auch wenn es sich um einen schnöden Rührkuchen handelt
Beim Adventskalender von Highendfood habe ich das eigentlich supertolle Buch I love New York: Mein New York Kochbuch  von Daniel Humm gewonnen. Um daraus endlich mal etwas zu machen, war der Birnen-Kaffeekuchen als erster Kuchen des neuen Jahres angesagt.
Wobei der Kaffee nicht in den Kuchen kommt sondern dazu getrunken wird.
Der Teig eigentlich eine ganz normale amerikanisch angehauchte Mischung (mit Creme fraiche, ok etwas mehr Fett und Zucker als bei Rose Levy Beranbaum, aber man muss ja alles mal ausprobieren...), Birnen, sehr viele Birnen als Fruchteinlage (das haben schon andere Blogger gemerkt, deshalb habe ich die Menge schon reduziert), noch eine "Marmormischung für etwas Farbe und Geschmack und oben drauf Streusel.

So war der Plan.

Aber damit hatte es sich schon. Der Kuchen war schnell zusammengerührt und nach Vorschrift Rezept alles in eine sogar etwas GRÖSSERE Kastenform gestapelt. Und damit nahm die Katastrophe ihren Lauf. Nach 30 Minuten im Ofen roch es angebrannt (und das bei nur 160°C?). Ein kurzer Kontrollblick - da blubbert schön Teig am Rand der Streusel hoch, sieht ja alles (noch) ganz lecker aus - bis mein Blick weiter nach unten wanderte. Am Boden des Ofens sammelten sich schon etwas größere übergelaufene Haufen Teig, die sich langsam aber sicher in Holzkohle verwandelten. Schnell mal mit dem Messer rausgekratzt und das ganze weiter beobachtet - und es ging spannend weiter.

Der Kuchen entwickelte nämlich eine Eigenleben und dabei auch großen Hunger. Ähnlich einem Walfischmaul verschluckte der ständig hoch- und überblubbernde Teig langsam aber sicher die schönen Streusel - bis fast auf den letzten Krümel.
Nach einer Stunde Backzeit stand mir der Schweiß auf der Stirn, ich fühlte mich vom ständigen Abkratzen des Herdbodens auch schon fast komplett durchgebacken (man beachte die hübschen Brandblasen an meinen Händen...). Obwohl ich gar war, der Kuchen war es noch lange nicht. Kurzes Anstupsen der Form (obwohl eigentlich schon schön braun) löste nur eine weitere Teigwoge aus. Da brauchte ich nicht mal eine Garprobe zu machen, das sah sogar ich mit bloßem Auge, dass da irgendwie was nicht stimmte.

Ich war so genervt, dass ich die Temperatur einfach hochdrehte und die schon leicht angekokelte schön gebräunte Oberfläche mit Alufolie abdeckte. Der Kuchen brauchte nochmal geschlagene 30 Minuten.

Nach kurzem Abkühlen wollte ich ihn aus der Form stürzen, der Kuchen konnte sich aber nicht so ganz dazu entscheiden. Die Hälfte kam mit, die andere Hälfte weigerte sich und blieb wie mit Haftcreme festgeklebt in der Form. Da war Rauslöffeln und "Zusammenkleben" angesagt.

Später wollte ich ihn noch umdrehen, damit wirklich die Oberseite zu sehen ist. Dabei brach er mir auch noch quer auseinander....



und geschmacklich war er jetzt auch nicht wirklich so bemerkenswert, das ich mir die Mühe mache, hier das Rezept aufzuschreiben. Andere haben ihn wohl besser hinbekommen, schaut mal hier: Chef Hansen

Ich hoffe, ich habe das backen nicht komplett verlernt...




Kommentare:

  1. Mach' dir nichts draus - ich hätte den Kuchen wahrscheinlich schon viel früher aufgegeben als du! Und das mit den Auslaufenden Formen hatte ich mal bei einer ländlichen Pastete, angebrates Schweinefett auf dem Backofenboden sorgte für eine nachhaltige Verschlechterung der Luftqualität. ;-) So und jetzt schaue ich mir den Wunderkuchen mal bei Chef Hansen an!
    Liebe Grüße,
    Eva

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  2. Och Barbara, da tust du mir im nachhinein noch leid! Aber bei aller Erfahrung, die man sammelt gehören solche 'Katastrophen' auch dazu! Ich hab gerade vor ein paar Tagen eine Creme 'versemmelt'.
    Macht nix! Freuen wir uns lieber über die schönen Sachen die wir so produzieren!
    Liebe Grüße
    Maren

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  3. Danke, ihr seid soooo lieb
    Manchmal meint man, nur einem selbst passieren solche Schweinereien

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  4. Ging mir eigentlich ganz genauso - ich hatte es nur nicht so ausführlich erklärt. Auf der Kaffeetafel kam der Kuchen allerdings sehr gut an. Ich glaube es ist einfach zu viel Birne drin...

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