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Schokokusstorte für Hochstapler

Nachdem die eine Torte für meine Große ja ein etwas aufwendigeres Projekt war (ein Rezept von Pierre Herme, das demnächst hier kommt), und ich mich etwas verplant hatte, musste es für die zweite Torte, die eine richtige Geburtstagstorte mit Kerzen und SchnickSchnack oben drauf werden sollte, etwas schneller gehen. Mal kurz durch den Rezepteordner mit allem was ich so rausreisse/kopiere/abschreibe geblättert und schon war die Lösung gefunden. Manchmal ist es doch ganz gut, wenn an alles, dass auch nur annähernd wie ein Rezept aussieht, irgendwo abheftet.

 
Mohrenkopftorte (darf man das überhaupt noch schreiben? Ich weiche jetzt doch wieder auf Schokokuss aus) wurde bei uns immer sehr gern gegessen, deshalb habe ich das Rezept für die Füllung auch in dem Ordner gefunden. Irgendwann einmal hatte ich es wohl bei meiner Mutter abgeschrieben...

Aber ein bisschen außergewöhnlicher als Biskuit, Creme draufklatschen und Kerzen reinstecken sollte es dennoch werden.
Ich stellte mir eine so schön hohe Torte vor, wie man sie zur Zeit überall sieht, mit Schokoguss, der dekorativ an der Seite herunterläuft. Also habe ich meinen Tortenring einfach kleiner gestellt, die Mengen aber so belassen wie für ein Rezept in der Springform mit 26 cm Durchmesser.
Wer also kein Hochstapler ist, nimmt einfach die größere Form und macht alles nur einlagig.

Die Creme war noch genauso wie in meiner Erinnerung, leicht säuerlich, cremig und doch luftig, mit den Mandarinen auch schön fruchtig - und dann noch die zerbrochenen Schokohüllen der Schokoküsse. Und noch einen Pluspunkt hatt sie: sie ist in weniger als 5 Minuten zusammengerührt.
Die Ganacheglasur, die ich noch als Extra dazugemacht habe, war aber auch sehr lecker und passte sehr gut dazu. Sie wird nämlich nicht hart, nur etwas fester, ähnlich einer weichen Pralinenfüllung und schmeckt auch genau so gut - zart schmelzend und doch kräftig schokoladig (allerdings hatte ich etwas davon übrig, sie schmeckt aber auch zu einem schönen Vanilleeis oder einfach so zum Löffeln).
Einen Nachteil hat der ganze Turmbau aber: das ganze ist etwas kniffliger zum Verteilen. Wir haben keine normalen Kuchenstücke geschnitten, sondern uns einfach querbeet durch den Kuchen gesäbelt. Das sah dann eher nach Schlachtfest als nach Kaffeekränzchen aus, aber mir war das ziemlich wurscht.

Wer Angst hat, die Füllung könnte rausquatschen, der sollte entweder noch etwas Sofortgelatine drunterrühren oder den Kuchen schon am Vortag komplett fertigstellen und richtig gut kühlstellen, dadurch wird das Innenleben auch etwas fester.

Und wir haben sie dann noch etwas weihnachtlicher und passend zum Geburtstag dekoriert:

Schokokusstorte für Hochstapler


Biskuitboden:
3 Eier
6 EL heisses Wasser
150 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
100 g Mehl
50 g Speisestärke
1 gestr. TL Backpulver


Fruchtfüllung:
2 Dosen Mandarinen

Cremefüllung:
1 Packung Schokoküsse
250 g Sahnequark
1 TL Zitronensaft
25 g Zucker
150 g saure Sahne
500 ml Schlagsahne
3 Päckchen Sahnesteif

Glasurganache:
65 g Schokolade mit 70% Kakaogehalt
125 g flüssige Schlagsahne
30 g Honig
30 g Butter

Zuerst die Biskuitböden herstellen. Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen. Für eine kleine und hohe Torte einen Tortenring (oder am besten gleich zwei, wer hat) auf 18 cm Durchmesser einstellen und auf ein mit Backpapier auslegtes Blech stellen.

Die Eier mit dem Wasser auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl, Speisestärke, Salz und Backpulver zusammen sieben unter die Eimasse heben, dann die Hälfte der Biskuitmasse in den einen Ring, die andere Hälfte in den zweiten geben und ca. 20 min backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Wer keine zwei Tortenringe hat, muss nacheinander backen.

Für die Cremefüllung die Waffel der Schokoküsse mit Hilfe eines Messer entfernen und beiseite stellen (zur Dekoration verwenden). Quark, Zitrone, Zucker und saure Sahne in einer ziemlich großen Schüssel glatt rühren, Schokoküsse dazugeben und alles grob mit einer Gabel vermengen. Sahne nach Packungsanweisung mit dem Sahnesteif steif schlagen und unterheben.

Glasurganache zubereiten. Dazu die Schokolade schmelzen. Sahne und Honig aufkochen lassen, zur geschmolzenen Schokolade geben und kräftig unterrühren. Leicht abkühlen lassen (auf ca. 40°C) und dann erst die Butter in Würfeln unterrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Weiter Abkühlen lassen, bis die Glasur nur noch zähfließend ist, sonst gibt es nicht die schönen Tropfen am Rand.

Mandarinen abgießen und etwas abtropfen lassen.

Einen der Biskuitböden auf die Servierplatte legen. Mit dem Inhalt der ersten Mandarinendose belegen. 1/3 der Creme darauf verteilen. Den nächsten Biskuit auflegen und wieder zuerst mit Mandarinen und 1/3 der Creme belegen.
Mit der restlichen Creme den Rand der Torte einstreichen. DAs geht am besten mit einer Palette.

Mit einem glatten Messer die Glasur auf dem Kuchen verteilen. Dabei immer wieder etwas Glasur "über den Rand schubsen", damit sie an der Torte herunterläuft.

Die Böden der Schokoküsse zur Dekoration verwenden, ich habe sie ohne System am Rand der Torte verteilt.

Und so sah das ganze fertig dekoriert aus:

Da Heiligabend war, stilecht mit einem Weihnachstmann





1 Kommentar:

  1. Tolle Idee! Sieht super aus!

    Liebe Grüße und ein Gutes Neues Jahr
    Anna

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