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Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter oder Turmbau zu Bab(f)el


…uff, der wohl längste Titel aller Zeiten.

 
Zur Zeit stapeln sich bei mir die neuen Backbücher. Damit sich keines ungerecht behandelt fühlt, wechsle ich schön ab beim Backen. Heute ist mein erstes Rezept aus Linda Lomelinos Buch „Torten “ dran. Sie hat einen richtig typischen Tortenstil. Alle sind im Durchmesser eher klein (um die 15 cm) und dafür umso höher zu richtigen Türmen aufgestapelt. Auch diese hier hat 4 Teigschichten und dazwischen noch Apfelkompott. Überhaupt steckt der Kuchen voller Äpfel in den verschiedensten Verarbeitungsformen. Für den Teig werden Apfelmus und geraspelte Äpfel verwendet, als Füllung dann weich gekochte Apfelwürfel. Daher kommt auch „mein“ Name. Unsere Große hatte, als sie noch um einiges kleiner war, ein paar lustige Wortkreationen. Statt  „Apfel“ wollte sie immer eine „Babfel“ (viel öfters wollte sie aber Baubibärle, das sagte sie zu Gummibären).

Außen rum kommt eine amerikanische Buttercreme, d. h. sehr viel Butter und Zucker. Hier ein bisschen variiert, indem die Butter gebräunt wurde. Dadurch erhält das ganze eine viel interessantere Geschmacksnote (in Richtung nussig, karamellig), ist mir persönlich aber trotzdem insgesamt immer noch viel zu süß. Aber das ist ja Geschmackssache. Ich bin dem Vorschlag der Autorin gefolgt und habe noch etwas Zimt hinzugefügt.

Das Innenleben selbst gleicht das Frosting etwas aus, denn es ist gar nicht so süß, wie auch die hier verwendete Zuckermenge vermuten lässt. Dafür aber durch die vielen Äpfel sehr saftig und es wird kräftig mit Zimt gewürzt.

Wenn es mal eine Wiederholung gibt, dann kommt für uns nur eine dünne Schicht Schlagsahne außen rum, dass passt in meiner Vorstellung fast noch besser als die Buttercreme (ist aber eben nicht ganz so standfest und leicht in die Spiralform zu bringen).

Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter

Teig:
150 g Butter
3 zimmerwarme Eier
120 g Zucker
120 g brauner Zucker
1 TL gemahlene Vanille
180 g Weizenmehl
2 TL Backpulver
1 ½ TL Natron
150 g Apfelmus
250 g Apfelraspeln (ca. 2 Äpfel)

Apfelkompott:
300 g Apfelwürfel
75 ml Wasser
40 g brauner Zucker
¼ TL Vanille, gemahlen 

Buttercreme:
200 g Butter
150 g Puderzucker
75 g flüssige Sahne
1 Prise Zimt

Dekoration:
Im Original 1 Miniapfel, bei mir ein Apfelschnitz, mit Zitrone bepinselt

Ofen auf 175°C vorheizen. Zwei runde Backformen mit 15 cm Durchmesser einfetten und melieren. Ich habe nur eine mit 18 cm, deshalb habe ich die genommen und noch zusätzlich einen Tortenring auf den gleichen Durchmesser eingestellt und diesen auf den mit einer Silikonmatte ausgelegten Rost gestellt. Dann habe ich die Silikonmatte etwas eingerollt und die Springform daneben gestellt. So konnte ich beide Böden gleichzeitig backen.
Butter schmelzen und wieder etwas abkühlen lassen.
Eier, beide Zuckersorten und die Vanille auf höchster Stufe mit dem Schaumbesen sehr luftig aufschlagen, bis ein hellgelber Schaum entstanden ist.
Die Butter unter weiterem Schlagen in einem dünnen Strahl dazugeben und schlagen, bis sie homogen eingearbeitet ist.
Die trockenen Zutaten mischen und unterheben.
Apfelmus und geraspelte Äpfel hinzufügen und unterheben.
Gleichmäßig auf die beiden Formen verteilen und 40 bis 45 Minuten lang backen.
Aus dem Ofen nehmen und komplett abkühlen lassen. Nach 10 Minuten die Form lösen und entfernen.
Solange die Böden backen, kann die Füllung und das Frosting zubereitet werden.

Für die Creme die Butter schmelzen. Weiter erhitzen, bis sie zu zischen beginnt. Solange sie noch zischt und schäumt, ist noch Wasser in der Butter und sie bräunt noch nicht. Sobald man nichts mehr hört, muss man aber aufpassen. Jetzt nimmt sie sehr schnell eine goldbraune Farbe an und riecht karamellig. Schnell von der Hitzequelle ziehen, sonst verbrennt sie. In eine kalte Schüssel gießen und abdecken. Etwas abkühlen lassen, dann im Kühlschrank wieder leicht stocken lassen. Das dauert seine Zeit, deshalb kann jetzt das Kompott zubereitet werden.
Den Topf nur leicht ausreiben, dann alle Zutaten für das Kompott hineingeben und ohne Deckel die Äpfel in 10 bis 15 Minuten weich kochen. Dabei verdunstet auch die meiste Flüssigkeit. Ebenfalls abkühlen lassen.

Die leicht gestockte Butter aus dem Kühlschrank nehmen und schaumig schlagen. Puderzucker und Sahne und, falls gewünscht, den Zimt zugeben und nochmals sehr luftig aufschlagen. Zu Beginn sieht die Creme  vielleicht etwas geronnen aus, das gibt sich aber beim Aufschlagen.

Dann geht es an den Zusammenbau. Die abgekühlten Böden jeweils horizontal halbieren. Jetzt hat man 4 Böden. Den ersten auf die Servierplatte legen und mit1/3 des Apfelkompotts bedecken. Immer abwechselnd so weiter verfahren, bis der letzte Boden aufgelegt werden kann. Dieser sollte die untere Hälfte eines Bodens sein und mit der Schnittseite nach unten aufgelegt werden. So erhält man schöne Kanten.
Mit eine dünnen Schicht Creme bestreichen und diese im Kühlschrank etwas fest werden lassen.
Dann die Torte samt Servierplatte auf eine Drehteller stellen und mit der restlichen Creme nochmals eine Schicht auftragen (geht am besten mit einer kleinen Palette). Diese Palette oder der Rücken eines Löffels werden dann zum Einziehen des Spiralmusters verwendet.

Dazu die Spitze der Palette leicht in die Mitte der Tortenoberfläche drücken, den Drehteller drehen Die Palette immer gleich halten, aber beim Drehen der Platte so in Richtung Rand bewegen, dass eine Spirale entsteht.
Am Rand genau so verfahren, allerdings nur in Ringen das Muster eindrücken.

In die Mitte den Apfel oder den Schnitz setzen und schon kann serviert werden.

 

Kommentare:

  1. Wow, wunderschön ausdekoriert! Gab es einen bestimmten Anlass für dein Kunstwerk? ;-)
    Zur Buttercreme: probier' doch mal die italienische, die ist leichter und eleganter und dennoch standfest. Sowohl die von Felder als auch die von Hermé sind super.
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Danke schön, das war einfach nur so zum Testen. Ich schau mir mal bei beiden die Rezept an.

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  2. Liebe Barbara,
    das sieht einfach traumhaft gut aus - so schön gestaltet. Durch den Apfelkompott war die doch sicherlich auch nicht ganz so mächtig!! :)

    Viele liebe Grüße
    Sarah

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    1. Im Inneren war der Kuchen gut, aber eben die Buttercreme...

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