/

Eine kulinarische Weltreise - heute wird es griechisch

Letzte Woche waren wir mit Julia vom Schokohimmel im sonnigen Süden, genauer gesagt in Spanien.
Heute gehen wir nur eine kleine Ecke weiter, denn die kulinarische Weltreise macht Station in Griechenland.


Dort gibt es ja sehr viele Leckereien, die meisten davon sind aber eher herzhafterer Natur.

Banner mit presented by

In einer guten Tsatsiki könnte ich baden (wahrscheinlich eignet sie sich aber eher nur als Gesichtsmaske), Gyros, gegrillte oder frittierte Tintenfische  und Dolmades sind fast überall bekannt.

Aber es gibt auch einige unbekanntere Gerichte, die aber nicht minder lecker sind. Eine warme Hühnersuppe, mit Ei und Zitrone legiert (Avgolemono) oder ein Pastizio (Auflauf aus Hackfleisch, Nudeln, Bechamelsosse und Tomaten) bringt in den langsam lästig fallenden Wintertagen ein bisschen Sonne auf den Teller und wärmt gleichzeitig. Und Spanakopita  (Spinattäschchen mit Fetakäse) könnte ich jeden Tag essen.
Und auch welche, die mich zum Gruseln bringen. Taramsalata zum Beispiel, eine Fischrogencreme.

Die griechische Küche bietet viel Meeresgetier und Gemüse und schmeckt (oft) nach Oregano, Zitrone oder Orange.

Aber auch die süßen Sachen können sich sehen lassen. Zumindest Baklava ist vielen bekannt. Die griechische Variante verwendet dazu eher Pistazien als "Nusszutat" und ist mir persönlich lieber als die "Walnussvariante".
Quitten sind sehr beliebt und werden pochiert, gedünstet oder im Ofen gebacken. Mindestens genau so gern, wenn nicht noch mehr, essen die Griechen Reisbrei in allen Variationen.
Bei Halva und pochierten Früchten in Zuckersirup kann man sich seinen Zahnarzt zum Freund auf Lebenszeit machen. Und zu gern würde ich einmal Mastix probieren, der im griechischen Teil von Zypern teilweise wie Kaugummi gekaut wird.

Letztendlich habe ich mich natürlich dazu entschieden, hier ein süßes Rezept vorzustellen. Ein den Kourabiedes sehr ähnliches Rezept habe ich in meiner Weihnachtsbäckerei vorgestellt, jetzt sollte es also eher ein Dessert sein.

Und da das Buch "Die Welt in meiner Küche: Familienrezepte von Finnland bis Südafrika " von Tessa Kiros mit einem umfangreichen Griechenlandkapitel aufwarten kann und auch eines meiner meistgenutzten Alltagskochbücher ist, fiel mir die Wahl nicht schwer. Allerdings habe ich die Menge halbiert und das ganze war dann für 4 Personen ein süßes Mittagessen mit wirklich üppigen Portionen

Darf ich vorstellen?


Bougatsa

Dabei handelt es sich um eine Art in Filoteig verpackter Griessauflauf und ist mit fertig gekauftem Teig auch sehr schnell gemacht. Die Ursprungsvariante ist nur mit Vanille innen und Zimt oben drauf, man kann auch gerne mit Orangenschale oder Rosenwasser das Aroma variieren.
Das Essen ist ein Erlebnis für sich: zuerst knuspert man sich durch den zimtigen Deckel, um dann auf weiche Griesscreme zu stoßen, die intensiv nach Vanille schmeckt. Das Ganze ist eher gehaltvoll und schon etwas süß, deshalb haben wir ganz eigenmächtig noch Filets von Blutorangen dazu gegessen, was wunderbar gepasst hat und eine erfrischende fruchtige Komponente hineingebracht hat.


Bougatsa

Für die Teigschichten:
ca. 150 g Filoteig
Für die Griesscreme:
1 l Milch
150 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
85 g Griess
2 Eier
zusätzlich
125 g zerlassene Butter (davon kommen 2 EL in die Griesscreme, der Rest ist zum Bestreichen des Filoteigs)
Zum Bestreuen:
1 TL gemahlener Zimt
1TL Puderzucker (wenn gewünscht)
Für die Griesscreme werden Milch, Zucker und Vanille in eine Topf gegeben und unter gelegentlichem Rühren aufgekocht.
Den Griess in Form eines dünnen Strahls in die kochende Milch rieseln lassen.
Aufkochen lassen, dann die Temperatur auf schwache Hitze stellen und unter weiterem gelegentlichen Rühren den Griess 10 bis 15 Minuten eindicken lassen.
Vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen.
Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Eine Auflaufform vorbereiten, indem sie leicht mit etwas der geschmolzenen Butter ausgestrichen wird. Für das gelingen ist eine genügend große Auflaufform wichtig. Meine war ungefähr 20 x 25 cm groß und 8 cm tief.  Vor allem die Tiefe ist wichtig, da sonst die Griesscreme nicht hineinpasst.
Meine Auflaufform war ziemlich genau halb so groß wie die Filoteigblätter.
Deshalb konnte ich wie folgt die Form damit auskleiden:
Ein Blatt bündig mit der unteren (zum Koch hingerichteten) Kante in die Form legen, den überschüssigen Teig über die obere Kante hängen lassen.
Den Teig dünn mit Butter bepinseln. Dann das nächste Teigblatt so einlegen, das jetzt das Teigblatt mit der andern (oberen, vom Koch weiter weg befindlichen) Kante der Form bündig abschliesst und den Teig an der unteren Kante überhängen lassen.
Insgesamt 7 Teigblätter auf diese Weise einlegen. Dann die restlichen Filoteigblätter mit einem leicht angefeuchteten Tuch zudecken, damit sie nicht austrocknen.
Die Eier leicht verschlagen und mit 2 EL der geschmolzenen Butter unter den jetzt ausgequollenen Griess rühren.
In die ausgekleidete Auflaufform gießen und glatt streichen.
Jetzt werden die überlappenden Teigblätter nacheinander über die Griesscreme geklappt. Dazu immer wie bei den unteren Schichten jedes Teigblatt mit Butter bestreichen, bevor das folgende darüber geklappt wird.
Nun müssten noch ungefähr 4 Teigblätter übrig sein.
Diese werden quer halbiert und auch noch, immer mit Butter dünn eingestrichen, darüber gestapelt.
Damit man die Bougatsa später halbwegs ordentlich portionieren kann, wird es jetzt ziemlich kompliziert. Man muss nämlich einen Teil der oberen Teigblätter in Portionsgröße durchschneiden, aber nicht komplett bis zur Griesscreme (sonst quillt diese beim Backen raus).
Deshalb ein sehr scharfes Messer benutzen und den Teig vorsichtig mit der anderen Hand, die flach aufgelegt wird, festhalten. Ich habe 8 Portionen "gekennzeichnet".
Dann darf das Ganze endlich in den Ofen.
Auf mittlerer Schiene wird zuerst für 15 Minuten gebacken, dann die Temperatur auf 160°C herunterschalten und nochmals 45 Minuten backen. Nach Ablauf der Backzeit mit Zimt (und evtl. Puderzucker) bestäuben und für weitere 10 Minuten in den Ofen stellen.
Vor dem Anschneiden etwas abkühlen lassen, da die Griesscreme sonst sehr leicht dabei herausgedrückt wird.



Habt ihr Appetit auf mehr?

Dann besucht nächste Woche unbedingt Toni von "Backen macht froh". Ich verrate mal nicht zu viel, aber dort wird es wieder herzhaft und es geht in kühlere Regionen.

Und hier könnt ihr noch zu allen teilnehmenden Blogs reinspickeln:




Kommentare:

  1. Du hast uns den Grieß unterschlagen :-(((( wieviel gehört denn da rein?
    liebe Grüsse Heidi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habs oben direkt verbessert (gestern hatte ich leider keine Zeit mehr - bei uns war U-Untersuchung der Kleinen und deren Kindergeburtstagsparty angesagt...)

      Löschen
  2. Du hast uns den Grieß unterschlagen :-(((( wieviel gehört denn da rein?
    liebe Grüsse Heidi

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Barbara,
    das klingt sehr lecker :-). Da würde ich gern ein Stück von nehmen. :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Soll ich eine Portion auf Rundreise schicken? Jeder nimmt sich ein Stück und schickt den Rest weiter ;-)

      Löschen
  4. Ich schließe mich an! Ein Stück bitte ins Knusperstübchen. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...und zwar von Katrin direkt ins Knusperstübchen :-)

      Löschen
  5. Das ist ja ein total interessanter Beitrag mit Lehrstunde über die griechische Küche! Toll! Vielen Dank, Barbara.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hoffe bloss, dass ich keinen Mist erzählt habe (das schreibe ich jetzt lieber ganz klein .ich war eigentlich noch nie in Griechenland)

      Löschen
  6. Wenn ich schon "Grießcreme" lese, ist es um mich geschehen... Grießkuchen sind ein totaler Gaumenschmaus! Danke für diese griechische Inspiration! :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hab ich doch gerne gemacht ;-). Aber solche Griesskuchen, die oft mit Joghurt gemacht werden und dann noch mit Sirup getränkt werden habe ich noch nie ausprobiert (steht jetzt aber schon auf der Liste)

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, also schreibt los!