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Raspberry Velvet Cheesecake

Clara von Tastesheriff sucht wieder Rezepte, dieses Mal sollen Cheesecakes gebacken werden. Und ich suchte ein zweites Testrezept aus dem Lomelinobuch. Warum also nicht den Red Velvet Cheesecake ausprobieren. Im Gegensatz zu den üblichen Cheesecakerezepten wird hier kein Boden aus Kekskrümeln verwendet, sondern 2 Red Velvet Biskuits. Also für meine Herrschaften hier ideal, denen normalerweise der Krümelboden zu wenig „Teig“ für die cremige Käsemasse ist. Aber es bedeutet auch ein bisschen mehr Backaufwand, da die Böden und die Füllung getrennt gebacken werden müssen.


Um die Kalorienmenge etwas zu entschärfen, wollte ich die Frischkäse-Sahne-Puderzucker-Creme außen herum einfach weglassen. Und weil ich sowieso schon am Ändern des Rezeptes war, habe ich mir auch eine, wie ich finde, sehr leckere Variante der Red Velvet Böden einfallen lassen. Da ich kein Freund von zu viel Farbstoff im Essen bin, versuchte ich, die Biskuits mit Himbeerpulver rot einzufärben und dadurch noch einen fruchtigen Himbeergeschmack mit reinzubringen. Dazu habe ich die 2EL rote Farbe ersatzlos gestrichen und den EL Kakao durch 1 EL gemahlene gefriergetrocknete Himbeeren ersetzt.

Wie schon geschrieben, geschmacklich ergänzen sich die himbeerigen Böden sehr gut mit der zitronigen Cheesecakemasse. Nur optisch kommt die rote Farbe nicht wirklich durch. Beim Anschneiden sah der Kuchen irgendwie leicht bläulich-lila aus. Wer also Wert auf eine kräftig rote Farbe legt, kommt nicht um einen kräftigen Griff in den Farbtopf herum. Ich vermute, der Grund liegt am Natron, das zum Teig gegeben wird (und den pH-Wert des Teiges im Vergleich zudem normalen in Himbeeren erhöht, dabei verändern viele natürlichen „Farbstoffe“ ihre Farbe).

Aber wer amerikanische Cheesecakes mag sollte diese Variante (trotz optischen Einbußen, aber man kann das Ganze ja doch noch unter einer Cremeschicht verstecken) unbedingt mal ausprobieren.
 
Raspberry velvet cheesecake

Teig:
250 ml Milch
1 EL Essig
2 zimmerwarme Eier
200 ml Sonnenblumenöl
240 g Zucker
225 g Weizenmehl
2 EL Speisestärke
1 TL Natron
1 EL Himbeerpulver (oder Kakao)
(2 EL rote Speisefarbe)

Cheesecakemasse:
600 g Doppelrahmfrischkäse

140 g Zucker
Saft und geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
150 g Sauerrahm
2 Eier
1 EL Weizenmehl

Zum Bestreuen: etwas Puderzucker

Ich habe zuerst die Cheesecakefüllung zubereitet, da sie noch dem Abkühlen und vor dem Zusammenbau noch in den Tiefkühlschrank muss.

Ofen auf 160°C vorheizen. Eine runde Backformen mit ca. 20 cm Durchmesser komplett mit Backpapier auslegen (und ggf. von außen mit einer Schicht Alufolie abdichten). Da die Füllung im Wasserbad gegart wird, ein möglichst tiefes Backblech in den Ofen schieben und mit erhitzen. In Einem Topf/Wasserkocher Wasser zum Kochen bringen.         

Frischkäse, Zucker und die zitronigen Zutaten vermischen. Die Eier gründlich unterrühren, dann die restlichen Zutaten zugeben und nochmals verrühren.

Die Mischung in die Springform geben und auf das Blech im heißen Ofen stellen. Rund um die Springform soviel heißes Wasser in das Blech gießen, bis die Springform zur Hälfte in Wasser steht.

Ungefähr 50 Minuten backen, bis der Rand eher fest, die Mitte aber noch leicht wabblig ist (bei mir hat das 60 Minuten gedauert, aber mein Ofen ist manchmal etwas schwach auf der Brust).

In der Form komplett auskühlen lassen, dann die Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken und im Gefrierschrank mindestens 2 Stunden tiefkühlen (so wird die Masse stabil genug, um sie auf die Böden zu geben, kann aber auch eine Weile länger darin aushalten und somit gut schon am Vortag zubereitet werden).

Dann geht es endlich an die Red Velvet Böden.

...und schon wieder mit etwas Warterei los. Denn zuerst wird die Milch mit dem Essig gemischt und muss 30 Minuten ziehen (wobei sie leicht ausflockt und Raumtemperatur annimmt). Man kann aber auch eine Abkürzung nehmen und direkt Buttermilch verwenden.

2 Springformen mit 20 cm Durchmesser fetten und ausmelieren (da ich immer noch keine zwei habe, habe ich 2 Tortenringe auf die passende Größe eingestellt und diese auf das große rechteckige Backblech, dass ich zuvor mit Backpapier ausgelegt habe).

Ofen auf 175°C vorheizen.

Sämtliche flüssigen Zutaten in einer großen Rührschüssel verrühren.

Mehl mit allen anderen trockenen Zutaten gut mischen und zu der Eiermischung geben. 1 Minute lang aufschlagen, dann gleichmäßig auf die Formen verteilen und im Ofen ungefähr 30 Minuten lang backen (Garprobe nicht vergessen).

Auch diese Böden komplett auskühlen lassen.

Für den Zusammenbau einen davon auf die Servierplatte legen, die (an)gefrorene Cheesecakefüllung darauflegen und mit dem zweiten Boden bedecken.

Komplett auftauen lassen, ggf. den Rand der Cheesecakefüllung etwas glatt streichen und kurz vor dem Verzehr mit etwas Puderzucker bestäuben.




Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    wie sollte es anders sein, das Buch von Linda Lomelino habe ich auch! Allerdings noch relativ neu. Deshalb finde ich es natürlich megainteressant wenn du mir schon mal etwas vorbackst ;-) !
    Tja, so einen richtigen Red Velvet bekommt klappt mit Farbe einfach am besten. Aber viele haben ja starke Vorbehalte dagegen. Bei mir hält es sich in Grenzen. Wenn ich bedenke, was uns täglich so untergejubelt wird, dann fällt ein Tröpfchen Lebensmittelfarbe (fürs Auge) auch nicht mehr ins Gewicht. Aber das kann ja jeder halten wie er mag. Deine Idee, es mit den getrockneten Himbeeren zu versuchen, finde ich toll, weil es eben auch noch einen klasse Geschmack hat.
    Warum die Cheesecakefüllung erst noch eingefroren werden muss erschließt sich mir aber irgendwie nicht.
    Liebste Grüße Maren

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    1. Das Buch geister ja schon durch einige Blogs. Demnächst kommt noch eine "Richtige" Vorstellung. Mit den Farbe hast Du ja recht, aber ich wollte auch versuchen, wie sie in einem Feuchteren Teig rauskommt, nachdem es vor Weihnachten mit den Hmbeerspiralen so gut geklappt hat.

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  2. Also ich finde, auch wenn die Böden jetzt nicht rot geworden sind, sieht der Cheesecake trotzdem super lecker aus. :-)
    Liebe Grüße,
    Claudi

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  3. Der Kuchen sieht wirklich sehr gelungen aus. Davon hätte ich jetzt gerne ein Stück.

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    1. Hätt ich dir gern geschickt, aber nix mehr da. Da hilft nur selber backen ;-) (und mir dann schreiben, obs geschmeckt hat)

      Liebe Grüße,
      Barbara

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