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Buchvorstellung: Linda Lomelino - Torten

Bereits die zweite Neuerscheinung auf deutsch in diesem Jahr einer skandinavischen Bloggerin, die sich hauptsächlich mit süßem beschäftigt.

Dieses Mal ist es das Buch "Torten" von Linda Lomelino, erschienen im AT Verlag, einem meiner Lieblingsverlage (der mir das Buch auch als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat - nochmal Danke!).


Linda Lomelino ist aus Schweden und bloggt ihre fantasievollen Tortenschöpfungen auf "Call me Cupcake", den ich schon eine Weile verfolge. Sie hat ihre Hobbys zum Beruf gemacht und arbeitet heute als freie Fotografin (die Bilder im Buch hat sie also auch selbst gemacht) und Tortenkreateurin.
Im letzten Jahr ist ihr zweites Kochbuch, ein Buch über selbstgemachtes Eis, erschienen.

Nun durfte ich mich also in ihrem Buch umsehen. Zuerst dachte ich, ich hätte ein Mängelexemplar bekommen, da ein Teil des Buches, der erste Teil, auf leicht schmaleren Blättern gedruckt ist. Bis ich feststellte, dass dadurch die einleitenden Seiten mit Vorwort, Beschreibung von Utensilien und Zutaten (inklusive Bezugsquellen) sowie die grundlegenden Techniken mit Tipps und Tricks vom Rest des Buches optisch abgesetzt sind.

Beim ersten Durchblättern kam ich mir wie im Tortenhimmel vor. Alle ihre Torten sind wunderhübsch anzusehen, liebevoll bis ins kleinste Detail dekoriert und die Rezepte für das  Innenleben sind sehr abwechslungsreich (und auch wieder leicht amerikanisch angehaucht). Es wird zur Verschönerung mit allen möglichen Materialien gearbeitet, mit Fähnchen, Frosting, echten Blüten oder Blüten aus Zucker, Karamell ...

Mir fiel sofort wieder die immer öfters auftauchenden Kombination Schoko-Lakritze ins Auge. Da komme ich wohl langsam wirklich nicht drum rum. Das muss ich einfach mal ausprobieren.


Man findet einige schon bekanntere Backwerke oder auch inzwischen fast schon Klassiker, die sie in ihrem Stil variiert und mir auch vollkommen neue Zusammenstellungen.

So peppt sie ihre Schwarzwälder Kirschtorte mit Mascarpone und Rum statt Kirschwasser auf (was hat mein Mann mich ausgelacht, als ich vor ein paar Jahren kubanischen Rum in die Schwarzwälder kippte ... jetzt ist es salonfähig) oder gibt in ihren Karottenkuchen deluxe noch Kokosraspeln und Apfelmus. Man findet den Red Velvet Cake als Cheesecake und eine gefrorene Tiramisutorte.

Die Zahl an fruchtigen und eher schokoladig-karamelligen Torten hält sich ungefähr in der Waage.

Meine Kleine hat gleich die Torte mit ihren Lieblingskeksen (Oreos) bestellt. Und ich blieb an der Ahornsiruptorte und der Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter hängen...


Zum Glück hatte eben meine Kleine auch Geburtstag und so konnte ich hemmungslos in dem Buch schwelgen und mir gleich mehrere Nachbackrezepte aussuchen, um die Praxistauglichkeit der Rezepte zu testen. Nicht nur mit der Familie will gefeiert erden, auch im Kindergarten und mit den Kindergartenkumpels noch zu Hause.


Bei den Cremes zur Dekoration wird öfters auf die typischen amerikanischen Frostings zurückgegriffen, da sie sich einfach sauber spritzen lassen und über längere Zeit stabil bleiben, so dass die Optik eine Weile auf dem Kuchenbüffet bestehenbleibt und auch das Anschneiden übersteht. Schön ist aber, dass nicht immer nur mit Farbe sondern auch teilweise mit Früchten zum Einfärben gearbeitet wird. Und das sich im Inneren dann wenigstens leichtere Cremes mit Joghurt oder ähnlichem finden.

Was mir persönlich an den Rezepten sehr gut gefällt, ist das Linda die meisten ihrer Einzelbestandteile auch selbst herstellt. So wird die Blaubeerkonfitüre für die Kardamom-Blaubeertorte direkt aus frischen Früchten gekocht. Selbst die Nuss-Nougat-Creme für den Nuss-Nougat-Traum ist selbstgemacht.

Die Rezepte sind alle ähnlich aufgebaut. Ein kurzer persönlicher Einleitungstext, dann folgt 2 - spaltig das Rezept: links die Zutaten, getrennt in Bestandteile der Torten, rechts Schritt für Schritt die "Anleitung", ebenfalls getrennt in die einzelnen Bestandteile und den abschliessenden Zusammenbau. So wird zum Beispiel zuerst eine Karamellsauce hergestellt, die dann für die Füllung (Karamellcreme) verwendet wird. Das ist sehr übersichtlich und man muss nicht ständig im Text suchen, wie es weitergeht.
Die Rezepte sind klar und leicht verständlich formuliert und teilweise noch durch Schritt-für-Schritt-Fotos ergänzt. Von jeder Torte gibt es aber auch mindestens 1 Bild der fertigen Torte.

Wir haben folgendes ausprobiert:
Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter - Das Innenleben hat uns sehr gut geschmeckt, die Buttercreme außen ist was für die Freunde amerikanischer Backkunst
Raspberry Velvet Cheesecake - eine etwas anderer Cheesecake mit etwas mehr Boden, sehr lecker
Oreo-Torte - gab es als "Unterlage" für die Kindergeburtstagstorte meiner Kleinen, ich konnte leider nicht komplett probieren (deshalb und weil ich das Äußere komplett verändert habe, gibt es auch das Rezept nicht), aber alle, die es konnten, fanden ihn lecker. Ich persönlich fand den Abschnitt des von mir probierten hellen Teiges etwas zäh, der dunkle war aber gut. Bei diesem Rezept hat sich wohl auch ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen: In den Zutaten sind nur Eiweiße angegeben, im Zubereitunstext werden aber auch Eier verwendet (ich habe 2 ganze Eier genommen, das passte zu den anderen Rezepten im Buch mit ähnlichem Grundteig)

Wer Lust auf das Buch bekommen hat:
Linda Lomelino
Torten *
AT Verlag
ISBN: 978-3038007159









Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom AT Verlag zur Verfügung gestellt, was meine persönliche Meinung zum Buch aber in keinster Weise beeinflusst hat.

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Kommentare:

  1. Hallo liebe Barbara, wie du weißt besitze ich auch dieses Buch ;-) und finde es auch ähnlich schön, wie du. Alles was du in deiner Rezension schreibst kann ich bestätigen. Leider gefiel mir der Teig bei der Zitronen- und Blaubeertorte nicht so gut. Mir war er irgendwie zu grob bzw. zäh. Ob's an mir lag? Kann sein. Aber da mir der Rest so gut gefiel und schmeckte, werde ich sie demnächst noch einmal mit meinem Biskuitrezept nachbacken, denn für mich müssen Torten möglichst aus einem zarten, feinen Teig bestehen.
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Hallo Maren, ich habe nachgeschaut, die Teige sind ja dem hellen der Oreoteige ziemlich ähnlich. Wie du lesen konntest, war er mir auch irgendwie zu zäh.

      Liebe Grüße,
      Barbara

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  2. Durch meine Blog-Abstinenz ist mir nicht aufgefallen, dass Du schon zwei Torten aus dem Buch gebloggt hast. Da muss ich direkt mal nachlesen. Das Buch habe ich noch nicht, aber es steht auf meiner Wunschliste. Lindas Torten sind optisch auf jeden Fall eine Augenweide.

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    1. Schön anzusehen sind sie auf jeden Fall, da hast Du recht!

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