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Buchvorstellung Nigel Slater - Tender:Obst

Ich hoffe, ihr habt noch nicht genug von den vielen Buchvorstellungen in letzter Zeit.
Heute gibt es aber kein Backbuch (und auch kein Fotografierbuch), bevor es nächste Woche noch mal ein Tortenbuch gibt und dann für eine Weile Buchpause ist.

Ich habe mich ziemlich (sehr) gefreut, als ich vom Dumont-Verlag das Buch Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube * von Nigel Slater als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Erstens, weil vor allem heimisches Obst bei uns (neben Süßigkeiten;-)) einen sehr wichtigen Teil der Familienernährung darstellt und zweitens, weil wir durch den baldigen Umzug einen eigen Garten haben werden, den wir noch passend "bestücken" müssen.

 

Hierbei handelt es sich nämlich nicht nur um ein Kochbuch mit Früchten sondern auch um eine Art Sammlung der Erfahrungen von Nigel Slater mit seinem Küchengarten. Man kann nachlesen, warum er welche Sorten pflanzt, was man im Garten dabei beachten sollte und er hat auch sonst noch kleine unterhaltsame Gartengeschichten parat.
 
Nigel Slater hat schon eine ganze Reihe sehr erfolgreicher Kochbücher geschrieben, unter anderem auch Tender. Gemüse: Von der Aubergine bis zur Zwiebel * , das ebenfalls auf deutsch im DumontVerlag erschienen ist, und auch schon seine (kulinarische) Biographie, die verfilmt wurde. Er schrieb viele Jahren eine Kolumne für den Observer und heute für den Guardian.

Die Bilder stammen von Jonathan Lovekin. Die Bilder sind schlicht und anregend, strahlen Lebensfreude und illustrieren Slaters Freude an seinem Garten.


Die äußere und innere Gestaltung und Aufmachung ist sehr schön. Mit hochwertiger Bindung und Papierqualität. Die Deckseite des Buches fällt durch eine halbe Banderole auf. Sie ergänzt das Titelfoto und ist beweglich über dem pinkfarbenen Stoffeinband angebracht.

Nach seiner sehr persönlichen Einleitung folgen 23 Kapitel, speziell den von Nigel Slater in seinem Garten gepflanzten Obstsorten (er zählt auch Nüsse zu den Obstsorten) gewidmet.

Es geht nicht nur um so gängige heimische Obstarten wie Äpfel und Birnen, es gibt auch Stachelbeeren, Holunder, Pflaumen und Arten wie Feigen, Nektarinen und Pfirsiche, von denen man nicht vermuten würde, das sie im doch eher rauheren englischen Klima wachsen.


Insgesamt findet man folgende 23 Arten an Obst: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Feigen, Haferpflaumen, Haselnüsse, Himbeeren, Holunder, Kirschen, Maronen, Pfirsich und Nektarinen, Pflaumen, Quitten, Rhabarber, Rote Johannisbeere, Stachelbeere, Walnüsse, Weintrauben, schwarze und weiße Johannisbeere und noch ein Sammelkapitel mit Früchten wie Schlehen oder Mispeln.

Jedes Kapitel beginnt Nigel Slater mit einer sehr persönlichen und unterhaltsamen Schilderung der betreffenden Art.

Im Allgemeinen folgt dann ein kurzer Abschnitt über den Garten (Besonderheiten im Anbau), die Küche (worauf muss man bei der Zubereitung achten), Auflistung einiger Sorten (leider etwas england-spezifisch, aber es ging ja auch nicht anders) , Kombinationsmöglichkeiten mit Gewürzen und anderen Lebensmitteln, die Rezepte an sich und manchmal auch ein paar Anregungen für Rezeptkreationen und schnelle Ideen zwischendurch.

Das Buch sorgt dafür, das man zwar nur kurz durchblättern will, sich dann aber immer wieder festliest. Und es sorgt dafür, das ich mich freue, das in meinem zukünftigen Garten anzupflanzen, was ich will und mich nicht mehr davor zu scheuen.


Die Rezepte sind sehr unterschiedlich. Es gibt Rezepte mit und sehr viele ohne Fleisch, einfache und schnelle Dinge ebenso wie ausgefallenere Kreationen. Die überwiegende Anzahl ist, bedingt durch das Thema Obst natürlich süß.
Manchmal sind die Arbeitsschritte sehr genau beschrieben, manchmal mehr nach Gefühl. Aber darauf legt Nigel Slater auch wert. Man sollte sich mehr auf sein eigenes Gefühl beim Kochen verlassen, anstatt strikt irgendwelche komplizierten, vor Zutaten nur so strotzende Rezepte nachzukochen (obwohl ich das auch mal gerne mag, aber nicht im hektischen Alltag).
Nicht alle Rezepte sind bebildert (das hätte wohl auch den Umfang des ohnehin schon dicken und schweren Buches gesprengt), was aber durch die bildhafte Sprache von Nigel Slater gar nicht notwendig ist. Man kann teilweise die Speisen schon beim Lesen schmecken.


Es finden sich Gerichte wie:
- Ofenbirne mit Cranberries und Orange
- Blaubeer Clafoutis
- Gebratene Entenkeule mit Kürbis und Brombeer – Apfel Soße
- Frischkäsecreme mit Erdbeeren und Maracuja
- Ente mit Feigen und Barolo
- Gebackene Feigen mit Rotwein und Vanille
- Tiramisu mit gebrannten Haselnüssen
- Himbeer Sahne Eiscreme
- Pfirsich Eisbecher mit sommerlicher Fruchtsoße
- Schokoladen Maronen Terrine
- Zimt- Panna Cotta mit würzigem Ofenrabarber



Und nach dem Durchlesen kam die schwierige Aufgabe, mir ein paar Testrezepte auszusuchen. Nicht schwierig, weil mich nichts ansprach - das Gegenteil war der Fall. Vieles ist nicht gewollt raffiniert sondern erhält seine Raffinesse durch die Beschränkung auf wenige aber perfekt zueinanderpassende Zutaten (und das sogar durchweg gängige) Und deshalb wird das Buch mich wohl auch noch sehr lange in die Küche begleiten.

Letztendlich habe ich mich aber für folgendes entschieden:

Zimt-Sternanis-Zwetschgen - eine sehr harmonische Kombination
Himbeer - Cranachan - absolut lecker und dabei auch noch irgendwie gesund ;-)
üppiges Apfel Crumble - bei uns in einem etwas anderen Format, aber durch das Karamellisieren der Äpfel etwas besonderes

Wenn ich mich für nur 10 Kochbücher aus meinem Regal entscheiden müsste, wäre dieses garantiert dabei.

Nigel Slater
Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube *
Dumont Verlag
ISBN 978-3832194505

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt, was meine persönliche Meinung zum Buch aber in keinster Weise beeinflusst hat.

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Kommentare:

  1. Hmm das hört sich nicht schlecht an!Auch wenn meine Daumen eher weniger grün sind und ich gartenteschnich total versage, hört sich das Backen mit dem Früchten echt interessant an. Vorallem weil soweit ich beurteilen kann viele verschiedene Früchte, benutzt werden.

    Schöne Rezension .

    Liebe Grüße Chrissi
    von http://chrissitallys.blogspot.de/

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  2. Endlich hast du's geschafft, Barbara! Dieses Buch habe ich nicht :-D ! Aber es klingt sehr gut und die Rezepte, die du schon ausprobiert hast sprechen für sich. Besonders das Beschränken auf wenige Zutaten finde ich gut und interessant.
    Genieß das schöne Wetter (hoffentlich)!
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. ...endlich ;-) aber wer weiß, vielleicht ändert sich das ja noch

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  3. heissa, das steht bei mir auch noch auf dem listchen!

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