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doppelt süß - Vanille-Zimteis und ein Gastbeitrag bei herzelieb

Heute wird es in bei mir doppelt süß. Bei Miho von herzelieb gibt es heute im Laufe des Tages einen Gastbeitrag in Form eines Zwetschgen-Amarettini-Kuchen von mir.


Währenddessen gibt es hier die perfekte Begleitung: Vanille-Zimt-Eis nach Heston Blumenthal.

Für alle, die von Miho vorbeischauen aber zuerst mal: Herzlich willkommen! Ich hoffe, euch gefällt es hier und vielleicht kommt ihr mich ja ab und zu mal besuchen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.

Heston Blumenthal ist einer der kreativsten und verrücktesten Köche Englands. Er serviert wohl nicht nur außergewöhnliche Kombinationen und Herangehensweisen, sondern versucht mit teilweisen extremen Experimenten auch die wissenschaftlichen Hintergründe zu erforschen und zu erklären. Deshalb war es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis es das Buch "Heston at Home " es in mein Regal schaffen würde, als es von Valentinas Kochbuch vorgestellt wurde. In diesem Buch gibt es wirklich unglaublich viel zu lernen, nicht nur über Eis.

Ich werde wohl nie eine Senfeiscreme produzieren (so verführerisch da wohl auch klingt - grusel) oder eine Bacon and egg ice cream hat es nicht nur wegen der leicht verschwenderischen Anzahl von 24 Eigelben nicht auf meine Nachkochliste geschafft (so viele Baisers könnten wir gar nicht essen, um die restlichen Eiweiße loszuwerden).



Wegen der Beschreibung eines netten kleinen Experiments zur Geruchsadaption und der nicht verwendeten Eigelbe der sich sehr lecker lesenden Kombination Vanille-Zimt habe ich aber dieses Eis getestet. Das Experiment basiert darauf, das die menschliche Nase ein "Zuviel" an Geruch mit der Zeit ausblendet und man diesen dann nicht mehr wahrnimmt. Das merkt man selbst daran, dass man sein eigenes Parfum nur frisch nach dem Auftragen riecht. Oder ich merke es immer am Schweinestall vom Nachbarn. An manchen Tage rieche ich nur morgens was, dann störts mich nicht mehr. Kommt aber Besuch und der fällt fast wieder rückwärts mit zugehaltener Nase ins Auto, weiß ich sehr schnell was wieder los ist - obwohl ich es nicht rieche.
Nun aber endlich zum Experiment, dadurch kann man nämlich die Geschmacksrichtung des Eises wechseln. Gebt in eine verschließbare Qetschflasche eine Vanillestange, in eine andere 2 Zimtstangen und setzt euch vor die volle Eisschüssel mit dieser Sorte. Einmal kräftig an der Vanilleflasche schnüffeln und das Eis schmeckt nur nach Zimt. Dann eine kräftige Dosis aus der Zimtflasche, und das genau gleiche Eis schmeckt nur noch nach Vanille. Ich finde das irgendwie ziemlich lustig - es gibt Zaubereis ;-)

Die Gesamtmenge ist doch ziemlich groß, also aufpassen, wie viel Fassungsvermögen eure Eismaschine hat und ggf. die Mengen reduzieren. Auf das Milchpulver kann man auch verzichten, allerdings wird die Konsistenz dann sicher nicht ganz so cremig. Eine Alternative wäre der Ersatz durch 35 g ungesüßte Kondensmilch und die Eismasse dann 5 Minuten köcheln lassen.


Zimt-Vanilleeis

6 Vanilleschoten, der Länge nach halbiert
360 g Vollmilch
200 g brauner Zucker
35 g Milchpulver
840 g flüssige Schlagsahne
2 ganze Kaffeebohnen
1 große Zimtstange

Die Samen aus den Schoten kratzen und zusammen mit den Schoten und der Milch in einen Topf geben. Milchpulver und Zucker unterrühren. Unter ständigen Rühren bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich das Milchpulver aufgelöst hat.

Die restlichen Zutaten zugeben und zum Kochen bringen. In eine hitzefeste Schüssel gießen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Abgedeckt 2 h im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Eismaschine einschalten und die Mischung durch ein feines Sieb direkt in den Gefrierbehälter gießen. (Gebrauchsanweisung beachten).

Sobald das Eis zu softeisähnlicher Konsistenz gefroren ist, nimmt Heston Blumenthal sie heraus und mixt sie mit dem Stabmixer durch, bevor er sie nochmals in die Maschine gibt und weiter kühlt, bis sich die Paddel nicht mehr bewegen. Das war mir zu umständlich und ich habe das Eis nicht mehr gemixt, sondern direkt fertig gefroren und in den verschließbaren Vorratsbehälter gegeben. Mindestens eine Stunde noch im Gefrierschrank nachfrieren lassen, dann zum Servieren portionieren
Ich war sehr auf die Konsistenz gespannt, da auch hier nur etwas Milchpulver zur Erhöhung der Trockenmasse verwendet wird, der Wassergehalt in der Mischung aber ansonsten nicht versucht wird, irgendwo gebunden zu werden. Trotzdem war nach einer Nacht im Kälteschlaf das Eis noch schön cremig. Geschmacklich und von der Konsistenz erinnert es mich an Softeis.

Natürlich würden beide heutigen Rezepte sehr gut zusammenpassen, aber auch jedes für sich schmeckt einfach lecker.

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