/

Himbeerschokowürfel mit oder auch ohne Tonkabohne

Es war Pfingsten und ich wollte ein bisschen was "tortiges" machen. Mitten in der Erdbeersaison hatte ich natürlich auch was mit Erdbeeren geplant - und zwar diese wunderbaren Erdbeertörtchen von Matthias Ludwigs, die es lustigerweise bei Maren auch an Pfingsten gab.
Aber dann hatte ich vergessen, Zitronen einzukaufen - bei uns im Dorf gibt es keinen Laden und nur extra wegen Zitronen ins Auto (und das noch bei hochsommerlichen Temperaturen damals), das ist ja auch blöd. Deshalb ging es wieder an die Vorräte und in Richtung Bücherregal.



Es sollte was fruchtiges werden und es waren noch reichlich TK-Himbeeren vorhanden. Himbeeren und Schokolade sind eine klassische Kombination, die mir schon oft untergekommen ist, die Tonkabohne wollte ich einfach mal dazu ausprobieren. Aus mehreren verschiedenen Rezepten habe ich mir dann  letztendlich diese Würfel zusammengebastelt. Wer mag, gibt die Tonkabohne in die Schokocreme, wer nicht, kann sie auch ersatzlos draußen lassen. Schokomousse schmeckt auch pur gut.

Dabei habe ich eine neue Schokomoussetechnik ausprobiert, die sehr gut geklappt hat und auch einen echten Wiener Boden gebacken, der wohl doch so langsam aber sicher meinem bisherigen Standardbiskuitrezept (mit Wasser) den Rang abläuft. Er schmeckt irgendwie feiner und "eleganter".

Zum Glück haben sie gar nicht nach Notlösung geschmeckt, sondern einfach nur so lecker, daß sogar unsere Große noch einen zweiten verlangte.

Wir haben ungefähr 10 Würfel mit einer Größe von ca. 7 x 7 cm herausbekommen. Also jetzt keine Riesenmenge. Aber so hatte ich nach 2 Tagen wieder Grund zum Backen und Torte schmeckt allzu alt ja auch nicht mehr so lecker.


Himbeerschokowürfel

 
Wiener Schokoladenbiskuit:
3 Eier
120 g Zucker
1 Prise Salz
100 g Weizenmehl Type 405
18 g Kakaopulver
20 g flüssige Butter
 
Schokomousse:
150 g Sahne
60 g Zartbitterkuvertüre (bei mir 52% Kakaogehalt)
1/4 Tonkabohne, fein gerieben
 
Himbeermousse:
125 g Himbeeren (TK oder frisch)
200 g Sahne
75 g Zucker
4 g gemahlene Gelatine
Saft einer Zitrone
 
Ganache zum Verzieren:
30 g Sahne
30 g Zartbitterkuvertüre (bei mir 52% Kakaogehalt)
 
Zuerst den Schokoladenbiskuit herstellen.
Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen und einen rechteckigen Backrahmen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen. Meinen Rahmen habe ich auf die Größe 28 x 35 cm eingestellt.
In der Küchenmaschine mit dem Schlagbesen die Eier mit dem Salz zuerst kurz durchschlagen. Dann auf höchste Stufe stellen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Ungefähr 10 Minuten schlagen, bis eine helle, sehr schaumige Masse entstanden ist.
Mehl mit dem Kakao mischen, auf die Eimasse sieben und vorsichtig unterheben.
Zum Schluss die flüssige Butter zugeben und ebenfalls unterheben.
In den Backrahmen geben, glattstreichen und ungefähr 20 Minuten backen.
Zum Abkühlen auf ein Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.
 
In der Zwischenzeit können beide Mousses vorbereitet werden.
 
Für die Schokoladenmousse die Schokolade bei niedrigster Temperaturstufe in einem kleinen Topf auf dem Herd schmelzen (die Temperatur darf nicht 35°C überschreiten). Geschmolzene Schokolade von der Hitzequelle nehmen.
Sahne mit der geriebenen Tonkabohne steif schlagen und 1/3 davon unter die flüssige Schokolade rühren. Diese Masse dann unter die restliche Sahne heben und kühl stellen.
 
Für die Himbeermousse die Gelatine 5 Minuten in 2 EL Wasser einweichen. Die Himbeeren mit Zucker und Saft in einen kleinen Topf geben und unter rühren nur solange erwärmen, bis die Himbeeren zerfallen. Himbeeren mit einer Gabel oder ähnlichem vollständig zerdrücken. Gelatine in die warmen Himbeeren rühren und unter weiterem Rühren auflösen. Abkühlen lassen, bis das Himbeerpüree etwas anzieht. Dann die Sahne steif schlagen und die Himbeermasse unterheben. Ebenfalls kalt stellen.
 
Zusammenbau:
Den Biskuit in 2 lange Streifen von 14 x 35 cm schneiden. Einen davon auf die Servierplatte legen. Die schon recht feste Schokomousse darauf verteilen (sie musste wahrscheinlich mindestens eine Stunde gekühlt werden).
Den zweiten Biskuit darauflegen und darauf die auch schon fester gewordene Himbeermousse darauf verteilen (nicht bis ganz zum Rand, da sie noch etwas breit läuft).
Ich habe versucht, mit einer Palette leichte Wellen zu formen, mann kann sie aber auch nur glatt streichen.
Zur Deko die Sahne mit der Schoko in einen kleinen Topf geben, bei milder Hitze auf dem Herd solange rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist und sich alles homogen verbunden hat. Diese Gananche mit einem Teelöffel auf die Himbeermousse träufeln und das ganze nochmals ungefähr 2 h kalt stellen, bevor daraus Würfel (oder auch  nur Scheiben) geschnitten werden können.
 
Für einen einfacheren Zusammenbau kann man auch einen in der Größe passenden Backrahmen verwenden, ich habe aber keinen und deshalb mal einfach so gestapelt.
 
So schmeckt Schokolade auch in der größten Hitze
 
 




Kommentare:

  1. Der Würfel auf deinem Foto ist aber deutlich kleiner als 7 x 7cm, oder? ;-)
    Sieht auf jeden Fall sehr schick aus!
    Liebe Grüße,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ähm, ich bin nicht so gut im gerade schneiden. Unsere Würfel waren alle so ungefähr zwischen 5 und 8 cm (und manchmal auch Rechtecke). Ich habe es von meinen gebackenen Maßen runtergerechnet und bin dann immer etwas schief gekommen. Wenn jemand gleichmäßiger schneiden kann, haut es aber hin. Auf dem Foto ist der zu sehen, der am ehesten wie ein Würfel aussah ;-)

      Löschen
  2. Also das war in der Tat keine Notlösung. Die Klingen absolut lecker! Ist der Teig, bzw Rezept von M. Ludwigs? Ich steh ja auf solche Schnittchen ;-)
    Liebe Grüße Maren

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Maren, sie sind so ein bisschen zusammengewürfelt, der Boden ist nicht von ihm, aber die Cremes, wobei ich mir die Freiheit genommen habe und noch die Tonkabohne zugefügt habe.

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, also schreibt los!