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Kokos-Sanddorn-Torte mit ein bisschen Orchideen

Zum 60. Geburtstag meine Mutter sollte es schon eine etwas besondere Torte sein.
Sie wünschte sich Blümchen, der Rest war ihr egal. Und da es genügend Mitesser gab, wollte ich mal eine etwas außergewöhnlichere Geschmacksrichtung ausprobieren.


Ich musste nicht lange überlegen - ich griff gleich zu Matthias Ludwigs und dem Rezept für Kokos-Sanddorn-Törtchen, die ich auch schon bei Maren bewundert hatte. Wie so oft bei mir habe ich die Törtchen in eine normal große Torte umgemodelt (26 cm Durchmesser).

Sie kommt erfrischend fruchtig mit dem typisch leicht herben Sanddorngeschmack daher. Vor dem Tortengenuss hatte ich aber leider einige Hürden zu überwinden. Zum einen gibt es bei uns hier im Süden Deutschlands Sanddorn in jedweder Form fast nirgends zu kaufen. Ich wurde erst bei der dritten Anlaufstelle im Reformhaus in Form von Saft fündig (und der war dann auch nicht wirklich günstig).


Das zweite Problem war die Kokoscreme (ähnlich gekocht wie eine Panna Cotta), die leider überhaupt nicht geklappt hat und sich beim Festwerden im Tiefkühler in 2 Phasen getrennt hat - was ich leider erst am Morgen des Geburtstages bemerkt habe. Der untere Teil war eine klare wirklich zähe und ziemlich geschmacksneutrale Gummischicht, der obere eine sehr weiche Kokospampe. Warum das passiert ist weiß ich nicht. Irgendwo habe ich mal was darüber gelesen, warum sich Panna Cotta manchmal trennt - es hatte was mit der Hitze und der Abkühlungszeit zu tun, aber mir fällt es nicht mehr ein.
So musste ich mir schnell einen Plan B einfallen lassen - für einen erneuten Versuch fehlte mir Zeit (und zugegebenermaßen auch Lust, ich wollte nicht noch einen Gummireifen produzieren).
So bin ich auf eine Mousse aus weißer Schokolade und Kokosmilch umgeschwenkt, was geschmacklich und von der Konsistenz her auch perfekt gepasst hat.

Obendrauf kamen noch ein paar selbstgemachte Orchideen aus Blütenpaste. Zusammen mit ein paar Biskuitkrümeln und etwas weißer Schokolade sah das gar nicht so schlecht aus ;-)


Kokos-Sanddorn-Torte

dunkler Wiener Boden:
6 Eier
240 g Zucker
1 Prise gemahlene Vanille
1 Prise Salz
200 g Mehl
35 g Kakaopulver
35 g Butter, geschmolzen
 
Kokosmousse:
70 g Kokosmilch
10 g Zucker
4 g gemahlene Gelatine, eingeweicht
150 g weiße Schokolade, fein gehackt
140 g Sahne
 
Sanddornmousse:
150 ml Sandornsaft
8 g Gelatine, eingeweicht
20 g Honig
2 Eigelbe
60 g Zucker
300 ml Sahne
 
Am besten zuerst die Kokosfüllung zubereiten, dann kann sie tiefgekühlt werden und gut als Einlage in die Sanddornmousse gesetzt werden. Man benötigt dafür einen verstellbaren Tortenring , den man auf 16 cm Durchmesser einstellt. Eine eben Unterlage, die auch mit eingefroren werden kann bereitstellen und mit Frischhaltefolie abdecken. Den Tortenring daraufstellen und die Folie am Rand hochziehen  oder wenigsten ringsrum einen eng anliegenden Wulst formen, so kann nur sehr wenig auslaufen.

Dann Kokosmilch und Zucker aufkochen. Von der Hitzequelle nehmen und die Gelatine darin unter Rühren auflösen. Die gehackte Schokolade zugeben, kurz umrühren und 2 Minuten stehen lassen. In dieser Zeit die Sahne cremig aufschlagen.
Die Kokos-Schokomischung erneut durchrühren, jetzt müsste sich die Schokolade komplett aufgelöst haben. Sobald diese Mischung sich nur noch handwarm anfühlt (also 35°C hat), die Sahne unterheben.
In den vorbereiteten Tortenring füllen und ca. 2 h oder länger tiefgefrieren.


Als nächstes die Böden herstellen. Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen. Ich habe ein mit Backpapier ausgelegtes Blech  genommen und eine runde Springform mit 26 cm Durchmesser.

Die Eier, Zucker Salz und Vanille auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen (mindestens 5 Minuten). Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl und Kakao Speisestärke zusammen sieben und dann unter die Eimasse heben, danach die Butter untermelieren.
Ungefähr 1/3 der Biskuitmasse in die runde Form geben und ca. 20 bis 25  min backen. Die restliche Masse auf das Backblech streichen (auf einer Größe von ungefähr 40 x 21 cm) und nach dem runden Boden in 12 bis 15 Minuten fertigbacken (hiervon bleiben später beim Zusammenbau etwas übrig).
Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und den runden Boden auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, den eckigen auf dem Blech.

Jetzt geht es an die Sanddornmousse.
Dazu 50 ml des Saftes mit dem Honig auf ca. 60 bis 70°C erwärmen (nicht kochen). Gelatine darin auflösen. Restlichen Saft untermischen.
Eigelb und Zucker über einem heißen Wasserbad schaumig aufschlagen, bis die Masse eine Temperatur von ca. 80°C erreicht hat.
Unter die Sanddornmasse heben.
Sahne luftig aufschlagen und ebenfalls unterheben.

Dann folgt der Zusammenbau.
Den runden Boden auf eine Servierplatte legen. einen Tortenring ungefähr 4 cm größer einstellen und darum herum stellen.
Den rechteckigen Boden der Länge nach in ungefähr 7 cm breite Streifen schneiden und hochkant an der Innenseite des Tortenrings rund um den bereits eingelegten Biskuit aufstellen. Hier wird etwas übrig bleiben. Den restlichen gebackenen Boden kann man wie ich zur Deko mitverwenden oder z. B. für ein Trifle oder Cakepops verwenden (er lässt sich auch sehr gut einfrieren).
Den Tortenring eng ziehen, so dass eine komplett mit Biskuit ausgelegt Art "Schüssel" entsteht.
Darin eine dünne Schicht Sanddornmousse verstreichen.
Die tiefgekühlte Kokosmousse mittig einlegen. Am besten funktioniert das Lösen und Einlegen auf folgende Weise: am Rand zwischen Ring und Mousse mit einem Messer entlangfahren, dann auf die Sanddornmousse stürzen und die Frischhaltefolie nur nach oben abziehen.
Mit restlicher Sanddornmousse bedecken.

Zum Festwerden mindestens 3 h in den Kühlschrank stellen, dann kann der Tortenring entfernt werden und die Torte nach Wunsch dekoriert werden.

Sie wurde von allen Testessern sehr gelobt (außer meinen Mädels " Mama, die gelbe Creme schmeckt mir nicht ... und die weiße auch nicht, ich mag eigentlich nur die Blumen essen...) und war sehr schnell vom Büffet verschwunden.




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