/

Birnen-Haselnusskuchen mit Streuseln

Sind eure Kinder/sonstigen Familienmitglieder auch leicht mäkelig? Den Anfang zu diesem Kuchen machte nämlich ein Beutel Birnen, den uns die Nachbarin meiner Eltern mitgeschickt hatte (so langsam werden wir hier von allen Seiten mit Grundmaterial für den Blog versorgt...).
Wie ich hatte der Großteil der Birnen (sie sind eben sehr empfindlich) schon seine besten Tage hinter sich. Leicht angeschlagen, etwas überreif und nicht mehr ganz taufrisch - so wie ich mich gerade jeden Morgen fühle. Meine Mitesser lassen solches Obst zum Frisch-Essen liegen (sämtliche Umerziehungsversuche scheiterten bisher erfolglos - ich hoffe mal, dass sie mich, wenn ich mal etwas angeschlagen unten an der Treppe liege, nicht auch liegen lassen).
Mit mir kann man in diesem Zustand nicht besonders viel anfangen, aber Birnen sind gerade dann perfekt, um weiterverarbeitet zu werden. Nämlich sehr saftig und butterzart.


Also schnappte ich mir das neu auf deutsch erschienene Buch von Nigel Slater - sein Küchentagebuch und suchte mir ein Testrezept mit Birnen. Denn bevor ich euch das Buch vorstelle, müssen die Rezepte ja sowieso ausprobiert werden.

Ich wurde schnell fündig - einfache Kuchen stehen hier ja für jeden Tag sehr hoch im Kurs. Und wenn dann noch Streusel dabei sind sowieso.
Und dann schafft Nigel Slater es mal wieder, aus einem einfachen Kuchen mit ganz normalen Zutaten etwas Besonderes zu machen. Denn der Kuchen an sich ist schon gut und die Kombination Nuss-Birne-Zimt ein richtiger Klassiker. Aber der eigentliche Clou ist der eingekochte Sirup der weich gekochten Birnen. Dieses saftig-zimtige und leicht säuerliche Topping, das nur stellenweise darübergeträufelt wird, macht aus einem normalen Kuchen dann doch ein Geschmackserlebnis.

Zuerst kam mir die Backzeit sehr lange vor (aber ich habe sowieso die Tendenz, meine Kuchen zu früh aus dem Ofen zu nehmen). Aber das Obst sorgt dafür, dass der Kuchen auch nach dem Backen nicht zu trocken ist.

So kann man sich auf schichtenweise Kuchenglück freuen:
Zuerst ein locker-würziger Nussrührteig, dann eine Schicht samtig-süße Birnen, getoppt von knusprigen Streuseln und zum guten Schluss noch abwechselnd eine knackige Zucker-Zimt-Kruste und saftiger Birnensirup.

Ich kann nur sagen: an die Rührbesen - fertig - los!
 


Birnen-Haselnusskuchen

Birnen:
1 Zitrone
750 g Birnen
3 EL Zucker
Zimt nach Geschmack ( 1 bis 2 kräftige Prisen)

Teig:
175 g weiche Butter
85 g brauner Zucker
85 g heller Muscovadozucker
2 Eier
80 g gemahlene Haselnüsse
1 Msp Vanille, gemahlen
1/2 TL Zimt, gemahlen
165 g Mehl (Type 405)
7 g Backpulver

Streusel:
2 EL brauner Zucker
100 g Mehl
75 g Butter 
ein paar Tropfen Wasser

zum Bestreuen:
etwas Zimt und brauner Zucker


Ofen auf 160°C vorheizen und eine quadratische Form mit ungefähr 22 x 22 cm Kantenlänge vorbereiten(fetten, melieren).

Zuerst die Birnen vorbereiten. Dazu wird die Zitrone ausgepresst und der Saft in einen Topf gegeben.
Die Birnen, schälen, das Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Immer wieder mit dem Zitronensaft vermengen, damit die Birnen nicht braun werden.
Den Topf auf den Herd stellen und den Inhalt aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren. Zucker und Zimt darüber streuen und so lange köcheln lassen, bis die Birnen glasig sin und sich mit einem Messer ohne Widerstand durchstechen lassen.
Den Saft nicht verkochen lassen!

Für den Teig Butter und beide Zuckersorten mit der Vanille und Salz sehr schaumig rühren. Eier nacheinander einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl, Nüsse , Backpulver und Zimt mischen und unter die Ei-Zuckermasse heben.
Diesen Teig in die vorbereitete Form füllen und glatt streichen.

Für die Streusel einfach alle Zutaten miteinander zu einer krümeligen Masse verkneten.

Die Birnen mit einer Schaumkelle aus dem Sirup heben und auf dem Teig verteilen (dabei immer kurz über dem Topf abtropfen lassen).

Die Streusel über die Birnen geben, dann Zucker und Zimt darüber streuen.

Im Backofen ca. 60 Minuten goldbraun backen (Garprobe nicht vergessen!).

Kurz vor Ende der Backzeit wird der Birnensirup wieder aufgekocht und auf 3 bis 4 EL eingekocht.
Den Kuchen direkt aus dem Backofen mit dem warmen Sirup beträufeln und dann vollständig abkühlen lassen, bevor er aus der Form genommen wird.
 






Kommentare:

  1. Ich kann mir kaum vorstellen, dass du dich weniger "taufrisch" fühlst als ich. ;-)
    Und da ich nicht so gut versorgt werde, werde ich gleich auf dem Markt mal nach Birnen Auschau halten. Danke für die Empfehlung!
    Liebe Grüße,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nach einer längeren Reise wie du darf man sich auch etwas erschlagen fühlen - von den Eindrücken, dem Erlebten und so wie ich dich jetzt mal einschätze auch viel Bewegung :-)

      Löschen
  2. Ach, wie kenne ich diesen Matschzustand, als die Kinder noch klein waren. Leider konnte man mit mir dann nicht mehr so viel anfangen, wie mit deinen Birnen. Ich bin ja ein Nigel Slater Fan, auch wenn ich (tatsächlich) noch kein Buch von ihm besitze. Das muss sich ändern, oder ??
    Mäkelige Familienmitglieder? Naja, wenn man bedenkt, dass mein Mann meine Kuchen meist nicht einmal probieren möchte, seufz ... Na, wenigstens gibts genug andere dankbare Abnehmer.
    Liebe Wochenendgrüße Maren

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Maren, ich sehe schon, wir haben ein schweres Päckchen zu tragen ;-).
      Ob sich das mit dem Nigel Slater-Buch ändern muss? Wenn ich deine Backkunstwerke so anschaue, kann Nigel Slater einpacken, da ist er mehr so fürs einfache und schnelle.
      Liebe Grüße,
      Barbara

      Löschen
    2. Ja, das stimmt! Wahrscheinlich bewundere ich ihn deshalb auch ein wenig ;-)

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, also schreibt los!