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Buchvorstellung: Donna Hay: Die neuen Klassiker

Wie ich schon bei meinem ersten Testrezept geschrieben habe, ist dies mein erstes Donna Hay-Buch.

Natürlich kannte ich den Namen und wusste durch andere Blogs, was mich ungefähr erwartet: schnelle und einfach Küche, frisch und mit einem gewissen Pep.
Als ich dann das Paket vom AT-Verlag auspackte, war ich doch etwas überwältigt. Allein schon von der reinen Größe des Buches. Es kommt mit 30 X 25 cm in einem sehr großen Format daher (und passt deshalb bei mir nur liegend in sämtliche Bücherregale) und ist auch kein Leichtgewicht. Auch ein erstes kurzes Durchblättern durch den Wälzer machte mir gleich Lust aufs Nachkochen und -backen. Bekanntes neben neuem - eine tolle Mischung und dabei noch sehr schön fotografiert.


Die Autorin Donna Hay ist in Australien ein richtiger Star. Neben inzwischen über 20 Kochbüchern gibt es nämlich noch ein regelmäßig erscheinendes Magazin und auch eine Fernsehsendung. Gleichzeitig vertreibt sie in einem Onlinestore Küchenzubehör, ihre Bücher, einige Backmischungen und wie mir scheint auch sämtliches im Buch verwendete Dekomaterial. Sie hat ein eindeutiges Gespür, was Trends im Foodbereich betrifft - sowohl im Bereich der Aromen und ihrer Kombinationen als auch der Zubereitungstechniken für den normalen Haushalt (und nicht nur dort, auch ihre Fotografie und Layout sind sehr modern).

Für mich ist das Buch auch fast ein Lehrbuch in moderner Foodfotografie. Der Fokus liegt auf dem perfekt angerichteten Gericht, die Deko hält sich in Grenzen, auch farblich, und die meisten Fotos sind mit viel Licht hell ausgeleuchtet. Dadurch wirken die Bilder manchmal schon fast schwebend und leicht. Und dann gibt es wiederum das komplette Gegenteil (eher bei den Fleischgerichten) - was zur Zeit ja auch auf Blogs immer öfters zu sehen ist und wohl eine neue Trendrichtung ist - sehr dunkel gehaltene Bilder, die eine eher geheimnisvolle und düstere, winterlichere Stimmung ausstrahlen.
Wer als Blogger die Bilder etwas genauer betrachtet kann sehr viel über Bildaufbau, Komposition und Erzeugen einer bestimmten Stimmung lernen.


Von den Fotos gehe ich jetzt direkt zu den Rezepten. Um die Überleitung zu schaffen: es gibt zu wirklich jedem Rezept eines. Aber hier ist mir hier ein kleines Manko aufgefallen. Ich wollte nämlich, von den Fotos angereizt, verschiedene Rezepte lesen und habe sie erst nach etwas Vor- und Zurückblättern gefunden. Die Reihenfolge an Fotos und Rezepttexten folgt, wie es manchmal scheint, keiner direkten Logik sondern wahrscheinlich am ehesten Platzgründen. Es gibt z.B. öfters mehrere Seiten mit Fotos, dann eine Doppelseite mit einer Seite Rezepte und einer Seite Foto. Sind die Rezepte aber länger und es passen nicht alle auf diese Rezepteseite, dann kann es sein , dass ein Rezept erst nach der nächsten Fotoserie ganz am Ende der Rezepte mit zu finden ist. Nicht schlimm und jammern auf sehr hohem Niveau, aber manchmal eben ein bisschen lästig.

Nun aber wirklich zu den Rezepten: Das Buch lässt sich grob in 2 Bereiche aufteilen - Pikant und Süß. Wobei das Verhältnis grob geschätzt bei 2/3 zu 1/3 liegt.

Der pikante Teil ist noch unterteilt in die Kapitel Eier und Käse, Pasta, Asia-Nudeln und Reis, Suppe, Rind, Huhn und Ente, Schwein und Lamm, Fisch und Meeresfrüchte, Pasteten und Tartes sowie Salate und Beilagen.
Insgesamt sind die Rezepte eher fleischlastig (und wirken trotzdem nicht zu schwer)und oft asiatisch inspiriert.


Im süßen Teil finden sich Cookies, Kekse und süße Schnitten, Kleingebäck, Kuchen, Puddings und Aufläufe, Pies und Tartes und zum Schluss Desserts.

Zwischen die einzelnen Rezepte der Kapitel sind unter dem Titel "So gelingt XYZ (Shortbread, Brathähnchen, Sushi,...) immer wieder ein klassisches Grundrezept eingestreut, an dessen Anschluss es dann meist eine Doppelseite mit 4 Variationen des Grundrezeptes gibt.

Am Beispiel von Bananenbrot: Dort gibt es die Varianten Bananen-Dattel-Brot mit Ahorn-Frischkäseglasur, Bananen-Kokosbrot mit Himbeeren, Bananen-Erdnussbutterbrot und Bananen-Schokoladenbrot mit Haselnüssen. Jetzt bin ich bestens gerüstet für überreife Bananen ;-)

Wollt ihr noch mehr Appetit auf das Buch bekommen?

Ich nenn mal ein paar der Rezepte aus meinen Lieblingskapiteln:
Es gibt Fruchtiges wie Erdbeer-Cranberry-Eispops, Beeren-Meringue vom Blech oder Rhabarber-Granatapfel-Streuselauflauf genauso wie Schokoladiges mit einem Chocolate-Mud-Cake oder Schokoladen-Karamell-Puddings.
Bei den herzhaften Gerichten blieb ich bei Kartoffeln mit Polentakruste, sommerlicher Bolognese, Zucchinischnitten und auch Pasta mit Chorizo und Linsen hängen. Es gibt sogar ein Rezept, um Ricotta selbst zu machen.
Es tauchen Gemüsesorten wie Choi sum oder Gai larn auf, von denen ich noch nie gehört hatte und die ich bei uns in der Pampa wohl auch nie zu Gesicht bekommen werde. Aber was solls - es gibt mehr als genügend andere Rezepte.


Der AT-Verlag bietet auf seiner Homepage auch eine Leseprobe für das Buch an, mit der man einen guten ersten Eindruck bekommt.
Von vielen, die schon mehrere Donna-Hay-Bücher besitzen, habe ich gehört, dass es ihr bestes Buch sei. Das kann ich nicht beurteilen, da es ja mein erstes ist.
Allerdings findet sich hinten im Buch eine kleine "Warnung" für Abonnenten des Donna-Hay-Magazins, denn diese kennen wohl unter Umständen einige der Rezepte bereits.

Und das waren meine Testrezepte:
  • Zwetschgen-Brownie-Tartelettes: im Original mit Himbeeren, aber ich war mal wieder so frei... Am Teig habe ich nichts geändert und das war auch gut so
  • Coeur à la crème: ein sahniger Dessertraum in weiß
  • Schmorhuhn mit Gewürzen: dank der Schmetterlingsform schnell im Ofen gebraten und sehr lecker
  • Fischküchlein: bei uns ohne Kapern-Knoblauch -Mayonaisse, aber trotzdem ein Genuss. Eignet sich sehr gut für Kinder

Das Buch wurde inzwischen schon in einigen anderen Blogs rezensiert.
Zum Beispiel bei der Turbohausfrau oder auch in der Kochbuchecke und hier.
Nur eine Rezension, die der FAZ, fiel komplett aus der Reihe, was aber wahrscheinlich an der komplett anderen Anspruchshaltung liegt.

Und wer jetzt ganz viel Appetit auf das Buch bekommen hat:

Donna Hay *
Die neuen Klassiker: Donnas Favoriten - über 300 neue Rezepte
AT-Verlag
ISBN: 978-3038008255


Noch ein Dankeschön an der AT-Verlag, der mir das Buch zur Rezension überlassen hat.
Dies hatte keinerlei Einfluss auf meine Meinung zum Buch.







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Kommentare:

  1. Also ich finde, dass es vollkommen okay ist, ein bisschen auf hohem Niveau zu jammern wegen der etwas unlogische Ordnung von Rezepten und Bildern. Mich würde das auch eher stören. Die Rezepten werden dadurch nicht schlechter, aber das Kochbuch selber hat damit eben einen kleinen Schönheitsfehler und seien wir ehrlich: wir kaufen Kochbücher doch nicht nur wegen der Rezepte, sondern wegen dem Gesamterlebnis ;-)

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    1. Da hast Du irgendwie recht. Kochbücher ohne schöne Aufmachung und guten Rezepten gibt es in meinem Regal fast nicht mehr. Ich habe da bei unserem Umzug ziemlich aussortiert, sonst wären es auch langsam wirklich zu viele ;-)

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  2. Liebe Brabara,
    vielen Dank für den Link zur FAZ-Rezension, ich dacht schon, ich stünde mit meiner eher verhaltenen Begeisterung für das Buch allein da. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Bei Jürgen Dollase lese ich ganz gerne die Rezensionen. Er kann so schön böse schreiben, auch wenn ich seinen Kochbuchgeschmack nicht ganz teile (bei uns ist eben mehr Hausmannskost angesagt, außer ab und zu bei Torten).

      Liebe Grüße,
      Barbara

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