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Schwarzwälder Kirsch nach Hannes Weber - und einen Glückwunsch an Caro

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, war ich am letzten Samstag mit Caro von Die Backwerkstatt - Mit Liebe backen auf der Cake Germany in Esslingen. Und sie hat trotz ein paar Hindernissen mit ihrer Hochzeitstorte eine Silbermedaille gewonnen. Ganz herzlichen Glückwunsch!
Wer ihre Torte sehen will, sollte unbedingt auf ihrem Blog vorbeischauen.


Jetzt aber zum im Titel angekündigten Rezept.
iEgentlich wohl so was wie die Lieblingstorte unseres Hausherrn. Und trotzdem hat er sie jetzt schon über 10 Jahre nicht mehr von mir bekommen. Ich konnte einer Schwarzwälder nämlich noch nie viel abgewinnen. Ich weiß zwar nicht genau warum - vielleicht liegt es an den Kirschen, oder am Kirschwasser?
Insgeheim war es vielleicht doch auch ein bisschen gekränkte Bäckerehre. Als ich sie nämlich das letzte Mal für ihn gebacken hatte, gab es in unserem noch nicht besonders gut ausgestatteten Haushalt nämlich noch kein Kirschwasser (das gibt es heute aber auch noch nicht;-)  ). Und deshalb habe ich damals kurzerhand Rum zum Tränken des Schokobodens genommen. Der stand noch vom Urlaub in Kuba auf dem Schrank (und war ein etwas kräftigerer, im Eichenfass gereifter, also vielleicht wirklich nicht so geeignet). Was heute in Backbüchern zu finden ist (Linda Lomelino macht es in ihrem Buch Torten auch), erntete damals nur blöde Witze und jahrelangen Spott. Deshalb habe ich mich einfach strikt geweigert, nochmals eine zu backen - entweder ohne zu Meckern auf meine Art oder gar keine!
Der 40. Geburtstag war mir jetzt aber dann doch ein passender Anlass, ihn mal endlich damit zu beglücken (außerdem sind dann so viele Mitesser dabei, da kommt die Torte auch weg, wenn ich kein Stück davon esse).


Allerdings konnte ich es mir dann doch nicht ganz verkneifen und habe ein Stückchen probiert. Und siehe da: sie hat mir sogar geschmeckt. Aber das lag bestimmt an der Schokomousse, die Hannes Weber , von dem das Rezept hier ursprünglich stammt noch mit rein packt, da schmeckt man die Kirschen nicht so ;-)

Eigentlich war das Rezept mein letztes Testrezept aus dem Lust auf Backen Buch. Aber ich habe dann doch einen anderen Boden gemacht und nur seine Füllung. Obwohl sich sein Rezept für den Marzipanbiskuit eigentlich gut anhört wollte ich keine 9 Eier (5 ganze und 4 Eigelb) schon allein für den Tortenboden verwenden. Ich habe ja schließlich keinen Hühnerhof (und außerdem hatte ich keine Zeit, nochmal welche auf dem Bauernhof zu holen). Deshalb gab es "nur" den bereits bewährten Wiener Boden in dunkel von Bernd Neuner und den Backfreaks als Unterlage.

Und Kirschwasser gab es wieder nicht rein (es haben ja schließlich Kinder mitgegessen).
Aber jetzt stehe ich vor dem nächsten Problem. ICH könnte mich ja mit dieser Art der Schwarzwälder sogar anfreunden - aber MEINE MÄDELS haben fein säuberlich jede Kirsche aus der Creme gepult. Manchmal ist es schon lustig, wie sich das alles wiederholt.


Schwarzwälder Kirschtorte

dunkler Wiener Boden:
6 Eier
240 g Zucker
1 Prise gemahlene Vanille
1 Prise Salz
200 g Mehl
35 g Kakaopulver
35 g Butter, geschmolzen

Füllung (Schokomousse und Vanillecreme):
1/2 Päckchen gemahlene Gelatine (4,5 g)
400 g Sahne
Mark einer halben Vanilleschote ( oder 1/2 TL gemahlene Vanille)
2 Eigelb
2 EL Milch
50 g Zucker
30 ml Kirschwasser (von mir weggelassen)
20 g Zartbitterkuvertüre, geschmolzen
150 g Sauerkirschen aus dem Glas, gut abgetropft

Zum Bestreichen und für die Deko:
300 g Sahne
3 g gemahlene Gelatine
1 EL Zucker
ca. 50 g Zartbitterkuvertüre
12 Kirschen (aus dem Glas von oben)
 

Zuerst den Boden herstellen.
Dazu den Ofen auf 190° C vorheizen. Den Boden einer runde Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, den Rand NICHT fetten.

Die Eier, Zucker Salz und Vanille auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen (mindestens 5 Minuten). Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl, Kakao und Speisestärke zusammen sieben und dann unter die Eimasse melieren, danach die geschmolzene Butter vorsichtig unterheben.

In die Form geben und ca. 30 Minuten backen.
Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und den runden Boden aus der Form nehmen. Dazu den Rand mit einem kleinen Messer oder einer Palette von der Form lösen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Für die Füllung wird zuerst die Gelatine in wenig kaltem Wasser eingeweicht (entsprechend Packungsanweisung).

In einer kleinen hitzefesten Schüssel die Eigelbe mit Vanillemark, Milch und Zucker verrühren. Einen Topf mit Wasser erhitzen, in den man die Schüssel einhängen kann, ohne das sie das Wasser berührt und über diesem heißen Wasserbad diese Zutaten unter ständigem Rühren auf 85°C erhitzen ("zur Rose abziehen" - bei dieser Temperatur dickt die Masse dann deutlich zu einer Creme ein).
Vom Topf nehmen und unter weiterem Rühren die Gelatine in der noch heißen Creme auflösen. Das Kirschwasser, falls verwendet, unterrühren und die Creme im Kühlschrank abkühlen lassen (Vorsicht, geht recht schnell!).

Die Schokolade ebenfalls in eine hitzefeste Schüssel geben und auf dem gleichen Wasserbad schmelzen.

Die Sahne steif schlagen und unter die abgekühlte, aber noch nicht gelierte Eiercreme heben. Ein Drittel dieser Sahnecreme abnehmen und unter dieses Drittel die geschmolzene Kuvertüre heben (so entsteht die Schokomousse).

Für den Zusammenbau den Biskuit in 3 dünne Böden schneiden.
Den untersten Boden auf eine Tortenplatte legen und einen Tortenring um den Boden stellen.
Die Kirschen darauf verteilen, dann die Schokomousse auf die Kirschen geben und glatt streichen.
Den mittleren Boden auflegen, leicht andrücken und mit der Vanillecreme bedecken.
Diese auch wieder glatt streichen und den letzten Boden auflegen.

Nach 2 Stunden Kühlzeit im Kühlschrank sind die Füllungen fest genug, um den Tortenring zu entfernen und der Torte mit der Dekoration den Feinschliff zu geben.
Erneut die Gelatine ein wenig kaltem Wasser 5 Minuten einweichen.
in der Zwischenzeit die Sahne mit dem Zucker steif schlagen, dann die Gelatine vorsichtig bei mittlerer Hitze auflösen und vom Herd nehmen.
Zum Angleichen der Temperatur 2 EL der Sahne unter die  aufgelöste Gelatine rühren, dann diese Mischung unter die Sahne heben.
Die Torte ringsherum mit der Sahne einstreichen, dabei etwas für die gespritzten Sahnetuffs auf der Oberfläche zurück behalten.
Diese werden mit einem Spritzbeutel mit großer Sterntülle aufgebracht (insgesamt 12 Tuffs).
Auf jedes Sahnehäufchen kommt eine Kirsche und in die Mitte der Torte wird mit Hilfe eines Sparschälers großzügig die Zartbitterschokolade verteilt, indem damit feine Schokoladenspänen abgehobelt werden. Das geht am besten, wenn das Schokoladestück größer als die benötigten 50 g ist, so kann man es noch gut festhalten.

Bis zum Servieren kalt stellen und dann beim ersten Bissen sich wundern, warum man das nicht schon lange mochte.



Kommentare:

  1. Ein wahrhaft wunderschön gelungene Torte! Chapeau!
    Ich stimme dir allerdings zu, der riesige Schwarzwälderkirsch-Fan bin ich auch nicht.
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Bei deinen Torten ist eine Schwarzwälder ja fast langweilig ;-) Und danke für das Kompliment!

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  2. Hallo Barbara,

    danke für den Glükwunsch und nochmal das Kompliment, die Torte sieht aus wie vom Bernd, wenn nicht noch schöner :)

    LG Caro

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    1. Auch Dankeschön. Und lass das bloß den Bernd nicht hören :-)))

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