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Buchvorstellung: Manuela Kjeilen - Die Backfee süß & salzig

Das sollte mein Beitrag für die "Jeden Tag ein Buch" -Woche sein, die zuerst leider verschoben bzw. deren Konzept jetzt komplett überarbeitet wurde.
Ich hätte dieses Mal nur ein Buch, und zwar dieses hier gehabt, da ich meine "Munition" sowieso schon in den letzten Wochen hier verballert hatte, zum Beispiel mit dem Patisseriebuch von William Curley. Und ganz ehrlich gesagt - ich habe jetzt wohl auch keine Lust mehr - weder darauf ein Buch, auf Herz und Nieren zu prüfen noch auf Testbacken und dann das Schreiben. Und ich glaube, meinen Lesern wird es auch langsam so gehen. Es wird auch mal wieder Zeit für was selbst Zusammengebasteltes.

Ich wollte diese Rezension aber nicht weiter aufschieben bis genauer Ablauf und Details veröffentlicht sind. Wer aber auf dem Laufenden bleiben will, kann sich gerne auf der offiziellen Facebookseite von "Jeden Tag ein Buch" informieren.


Nichtsdestotrotz müsst ihr jetzt hier noch mal durch. Aber ihr werdet es wahrscheinlich nicht bereuen, denn ein Buch das sich fast ausschließlich mit Hefegebäck beschäftigt war mir so noch nicht bekannt. Und das erste Buch von Manuela Kjeilen hat mir ja auch ziemlich gut gefallen. Und ich glaube, den Lesern hier auch.

Manuela Kjeilen ist immer noch eine der bekanntesten Bloggerinnen Norwegens. Auf Passionforbaking lässt die 5-fache Mutter ihrer kreativen Ader freien Lauf und tobt sich mit Süßem aller Art aus. Hier wird das Herz jedes Hobbybäckers und Zuckerjunkies schwach. Wie schon im ersten auf deutsch erschienenen Buch Die Backfee: Zuckersüß *hat sie auch hier im zweiten die meisten Bilder selbst fotografiert.
Wenn ich richtig kapiert habe (ich bin dem norwegischen nicht ganz so mächtig, außer femty-femty und Tak for Maten kann ich gar nichts) dann hat sie bereits 5 Bücher veröffentlicht.
Die Bilder sind auch wieder im gleichen Stil - Sixties und pastellig. Ein paar hübsche Dekoartikel, aber nicht zu heftig - das Gebäck bleibt im Mittelpunkt. Alles wirklich sehr rosa-mädchenhaft und auch manchmal leicht kitschig, aber (je nach Veranlagung und Stimmungslage) auch schön.

(Und psst, nicht weitersagen, aber ich glaube, auf manchen Bildern hat sie sogar den gleichen Pulli wie im ersten Buch an).


Schon an der Einleitung merkt man wieder, mit welcher Leidenschaft Manuela bäckt und was für ein Familienmensch sie ist. Sie schreibt warmherzig über die Erinnerungen an ihre Großmutter und warum sie unbedingt ein Buch über Hefegebäck schreiben wollte.

Nach ein paar Tipps für gelungenes Hefegebäck geht es auch direkt in die Rezepte.

Insgesamt finden sich 60 Rezepte für fluffiges Gebäck mit Hefe, ein paar  hefelose "Ausreisser" wie Granola Bars, Vanille-Mandel-Biscotti, oder Knäckebrot finden sich auch darunter.

Die überwiegende Anzahl, ungefähr 2/3, sind süß. Der Rest ist entweder neutral wie z.B. Breakfast Buns oder Croissants und kann für süße oder herzhafte Beläge verwendet werden oder ist eindeutig herzhaft wie Rosmarin-Knoblauch-Rolls oder die beiden Pizzateige (einer davon ist mit Feta im Teig, das ist auf jeden Fall auch noch ein Versuch wert).


Die Rezepte decken fast die ganze Bandbreite an dem, was mit Hefeteig möglich ist ab.
Schnecken und Buns (eine Art gefülltes süßes Brötchen), Brioches, Plunder, Fettgebackenes wie Donuts oder auch im Ofen gebackene Donuts genauso wie Ciabatta, Baguette oder Pizza.
Nur Blechkuchen habe ich keinen gefunden (aber vielleicht gibt es dafür in Skandinavien keine Tradition).
Aber dafür wird man mit Rezepten für Vanille-Milchreis-Buns, Ananasbrioches, Karamell-(mit Daimstückchen) und S´mores-Buns oderZitronendonuts belohnt.

Wie im Vorgängerbuch erstreckt sich fast jedes Rezept über 4 Seiten, davon sind ungefähr 2 1/2 Bilder der Arbeitsschritte und des Ergebnisses. Nach einer kleinen persönlichen Einleitung zum Rezept folgen die Mengenangaben und anschließend die Auflistung der Zutaten, dann Beschreibung im Fließtext (manchmal inkl. Variationstipps).
Die Zutaten sind durchweg eigentlich gängig und in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich.

Was mich etwas stört, ist das in fast allen Rezepten laut Text der Ofen gleich zu Beginn vorgeheizt werden soll. Das ist absolut unnötig (und auch ganz schöne Energieverschwendung), denn der Hefeteig muss ja auch noch aufgehen. Bei durchschnittlich 20 Minuten Knetzeit (sie nutzt ihre Küchenmaschine dafür ausgiebig, ich finde das ein bisschen unnötig lange)und 45 Minuten Gärdauer läuft der Ofen dann schon über eine Stunde, bevor das Gebäck überhaupt geformt wird.
Die Bilder sind gewohnt hübsch anzusehen in ihrem typisch pastelligen und liebevollen Stil.

 
Und noch ein kleines Problem habe ich mit dem Buch. Die meisten Rezepte basieren auf 3 (die eigentlich zwei sind) Grundrezepten. Es gibt 2 identische Grundrezepte - der für süßes Hefegebäck ist genau gleich wie das Rezept für Brioche - und noch eine Teigvariante mit Vanillepuddingpulver.
Da ist oft hauptsächlich im Aussehen und in der Füllung oder im Belag Abwechslung drin und diese sind vorwiegend amerikanisch oder skandinavisch orientiert (mit Kokos, Brownies, Daims, Lemon Curd,...). Aber so lange das Ergebnis schmeckt...und sie ist dabei ja auch ziemlich einfallsreich.

Das waren meine Testrezepte:
Noch fest auf der Nachbackliste sind die gebackenen Donuts und Applefritters (die ausgestochenen Mittelteile von Donuts mit Zimt und Äpfeln locker zu Kugeln gepresst und frittiert), aber mir hat leider die Gelegenheit zum Ausprobieren gefehlt.

Für Brote und Brötchen gibt es sicher bessere Bücher. Die meisten Rezepte dazu haben mich nicht so von Hocker gehauen, aber für Anfänger sind sie wahrscheinlich ok. Nur manchmal werden auch Begrifflichkeiten durcheinandergeworfen (da wird mal ein Vorteig mit Hefe als Sauerteig bezeichnet...).

Nichtsdestotrotz ein nettes und auch zauberhaftes Buch, aber sicher kein Muss für ernsthafte Bäcker, die gerne experimentieren.

Wer Lust auf das Buch bekommen hat:

Manuela Kjeilen *
Die Backfee. Süß und salzig: Brote, Brioches, Baguettes, Croissants, Buns, Rolls *
ISBN 978-3772473739
Verlag BusseSeewald

Noch mal ein Dankeschön an den Verlag BusseSeewald für die freundliche Überlassung des Buchs zur Rezension. Meine Meinung zu diesem Buch und dieser Artikel sind davon nicht beeinflusst.

Alle mit * versehenen Links sind Affiliate Links


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