/

Anistaler

Habt ihr auch schon mal so viele Plätzchen auf einen Sitz gegessen, dass euch schon schlecht war?
Ich schon - früher und manchmal auch noch heute. Grund war und ist eigentlich immer noch der mehr als wohlgefüllte Gutsleteller meiner Mutter an Weihnachten. An die 30 Sorten waren bei ihr keine Seltenheit und wir Kinder durften zwar beim Backen helfen und dabei auch ein bisschen Naschen, aber der Großteil wurde sorgfältig verwahrt und kam erst an den Festtagen auf den Tisch. Da war dann natürlich klar, dass wir uns wie die Geier darauf stürzten.
Und wenn wir dann schon halb im Zuckerkoma waren, half nur noch eins - ein Springerle. Zwar auch sehr süß, aber mit der Geheimzutat an Weihnachtsgewürzen, die gegen Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Sodbrenne, also praktisch den Volkskrankheiten an Weihnachten, hilft - Anis.


Mit seinem lakritzartigen, aber auch süßlichen und fein-würzigem, Geschmack ist er sicher nicht jedermanns Sache und wird meist nur schwach dosiert. Aber bei Springerle gehört er eben in quasi voller Dröhnung dazu (ich muss zugeben, sonst würden die auch nach nicht viel schmecken, sie bestehen ansonsten nur aus Ei, Zucker und Mehl) und ich mag seinen Geschmack sehr gerne.
Und wenn wir uns eins davon geschnappt hatten, dann ging es uns auch schon fast gleich wieder besser.

Ich selbst habe noch nie Springerle gemacht. Erstens habe ich keine Sogenannten "Models" um sie in Form zu kriegen (wer nicht weiß, was das ist, schaut hier: Klick). Und zweitens ist die Herstellung ein bisschen knifflig, sie müssen nämlich ein Füßchen bekommen - und das wollen sie nicht immer. Wie bei Macarons muss man sie antrocknen lassen, aber länger (am besten über Nacht) und dann unten wieder anfeuchten.

Deshalb habe ich heute praktisch die "Schnellversion" dabei. Fix zusammengerührt, kein umständliches Formen und schnell gebacken - keine Wartezeit und kein Bangen, ob sie überhaupt locker werden und ihre Füßchen bekommen.

Das Rezept habe ich bei Bettina Matthaei gefunden (in ihrem Das große Buch der Gewürze. Von Bittersüß nach Feuerscharf , eines meiner Dauerlieblingskochbücher).

Wer Lakritze und Anis mag, wird diese Taler lieben. Denn der Anis Geschmack ist zwar in der Zuckerschicht außen rum ziemlich konzentriert, aber auch der Teig innen schmeckt lecker danach.

Und die Taler selbst sind dabei wunderbar mürb und knusprig.


Anistaler

 
125 g Butter
100 g Zucker
1 TL frisch gemahlene Anissamen
1 Prise Salz
200 g Weizenmehl Type 405
1 Eiweiß
 
zum Wälzen:
2 bis 3 EL brauner Zucker
1 TL frisch gemahlene Anissamen
 
Butter, Zucker, Salz und Anis miteinander verkneten.
 
Das Mehl dazugeben und ebenfalls unterkneten.
Zum Schluss das Eiweiß noch dazu und jetzt nur noch so lange kneten, bis es homogen eingearbeitet ist.
 
Aus dem Teig eine Rolle mit ca. 5 cm Durchmesser formen.
Brauner Zucker und die zweite Anismenge mischen und die Rolle darin wälzen.
 
 
Den Backofen auf 200°C vorheizen. 1 BAckblech mit Backpapier auslegen und die Rolle in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden.
 
Flach auf das Blech legen (meine haben alle auf eines gepasst) und im heißen Ofen solange backen, bis die Ränder der Kekse goldbraun werden.


Kommentare:

  1. Sollte ich doch wieder einmal probieren. Vielleicht mag ich inzwischen Anis. Der Geschmack ändert sich ja manchmal. Danke für das schöne Rezept.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich persönlich mag ighn sehr gerne. Vielleicht kommt das von den vielen Springerle in der Kindheit ;-)

      Liebe Grüße,
      Barbara

      Löschen
  2. Mein letztes Zuckerkoma ist zum Glück schon Jahre her. ;-)
    Aber deine Anis-Plätzchen packe ich mir gern für die diesjährige Weihnachtsbäckerei ein. Danke!
    Liebe Grüße,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann bin ich gespannt, wie sie dir schmecken!

      Auch ein Grüßle,
      Barbara

      Löschen
  3. Toll, habe bei dem Gewinnspiel gewonnen, das letztens mal gestartet wurde. Schönen Gruß und Danke an die Glücksfee!!

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, also schreibt los!