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schwäbische Dinnete mit Dinkel - vorsicht, herzhaft!

Kurz vor Weihnachten wird es nochmal herzhaft - nicht dass ihr den Zucker-Overkill bekommt.

Eine Dinnete ist so was wie ein schwäbischer Flammkuchen. Dünn, knusprig und lecker belegt. Dabei gibt es sowohl süße (mit z.B. Äpfeln) als auch herzhafte Beläge, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nur eines ist auf jeden Fall Pflicht - die saure Sahne.
Nicht Pflicht dagegen sind im Gegensatz zum Flammkuchen die Zwiebeln. Das macht mir und meinen Mädels so überhaupt gar nichts aus und deshalb ist uns eine Dinnete auch lieber.

Dinnete

Früher wurden Dinneten im dörflichen Backhaus nach den Brotlaiben mit der Resthitze gebacken.
Da der Teig sehr dünn ist, ging (und geht) das sehr schnell und die Resthitze war perfekt ausgenutzt.

Meine Version kommt mit Dinkelmehl im Teig daher, ist also noch schwäbischer als die normale Variante mit einem Teil Brotmehl. Früher wurde nämlich auf der schwäbischen Alb auch eher Dinkel als Weizen angebaut. Grund ist das hier herrschende ziemlich raue Klima, dass der Dinkel besser verträgt.
Aber nicht aus dem Grund habe ich es benutzt, sondern einfach, weil es den Teig noch aromatischer macht. Seinen Teil zu mehr Aroma trägt auch die lange Teigführung mit Vorteig bei.
Und wer sich mit Dinkel etwas auskennt, weiß natürlich auch um seine zu anderen Getreidearten unterschiedliche Proteinzusammensetzung, die weitaus weniger Allergien auslöst und ihn so verträglicher macht.

Wie auch immer- eine Dinnete schmeckt einfach immer und nicht nur zwischendurch. Mit einem Salat hat man eine komplette Hauptmahlzeit, die richtig glücklich macht und dabei noch gesund ist.


schwäbische Dinnete

Vorteig:
100 g Dinkelmehl (Type 630)
100 ml kaltes Wasser
1 g Hefe
1 Prise Salz
 
Teig:
150 g Dinkelmehl (Type 630)
250 g Weizenmehl (Type 550)
200 ml kaltes Wasser
9 g Salz
10 g frische Hefe
1 TL Zucker
 
Belag:
150 g saure Sahne
1 EL Weizenmehl
1 Ei
1 EL klein gehackter Schnittlauch
1 Msp. klein gehackter Knoblauch
Salz
Pfeffer
100 g gewürfelter Speck oder Rauchfleisch
50 g geriebener Bergkäse
 
 
Am Vorabend den Vorteig herstellen:
Dazu das Mehl in eine verschließbare Schüssel geben. Die restlichen Zutaten für den Vorteig zugeben und mit einem Kochlöffel zu einem homogenen Teig verrühren.
Abdecken, eine Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen, dann über Nacht in den Kühlschrank stellen. Soll es abends Dinnete gehen, dann eben morgens den Teig machen und tagsüber in den Kühlschrank stellen.
 
Für den richtigen Teig den Vorteig mit allen Zutaten in ungefähr 10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten. Wieder abdecken und nochmals 2 Stunden gehen lassen.
 
Den Backofen auf 220°C vorheizen und das Backblech mit erhitzen.
Teig zusammenschlagen und in 6 Teile trennen und kurz ruhen lassen.
In dieser Zeit 6 Backpapiere, die halb so groß sind wie das Backblech zurechtschneiden und den Belag zubereiten. Dafür saure Sahne mit Mehl, Ei, Salz, Pfeffer und Knoblauch sowie Schnittlauch verrühren.
 
Die 6 Teigteile jeweils zu einem ungefähr 3mm dicken Fladen ausrollen und auf die Backpapiere legen.
Jeden Fladen mit einer dünnen Schicht der Sauren-Sahne-Mischung bestreichen.
Käse und Speck darüber streuen.
Mit Hilfe eines Tortenretters oder ähnlichem 2 der Fladen mitsamt dem Backpapier auf das heiße Blech befördern.
 
Die Fladen in ungefähr 10 Minuten goldbraun und knusprig backen und noch heiß servieren.
In zwei weiteren Durchgängen die restlichen Dinneten backen.
 
Mir schmeckt so eine Dinnete auch noch kalt am nächsten Tag. Aber da solltet ihr schon Glück haben, damit überhaupt etwas übrig bleibt.
 




Kommentare:

  1. Was für ein köstlicher "Fladen". Das Wort "Dinnete" kannte ich noch gar nicht. So etwas ähnliches gibt es bei uns oft, deklariert als "Flammkuchen". :-) Und sag, ich bin ganz neidisch, scheint bei euch etwa die Sonne???
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Und wie die scheint, die Sonne, da kommen direkt schon Frühlingsgefühle auf ;-) Nix mit Weihnachten dieses Jahr...

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  2. super! vielen dank für das rezept, bin gerade dem dinkel backtechnisch sehr zugetan, das muss schleunigst nachgekocht werden. und der kekse bin ich schon überdrüssig ;-)

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