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Torte Ananas-Kokos-Schoko-Karamell - Ergebnis einer Küchenkatastrophe

Mein Weihnachtsgeschenk an Euch: Die Erkenntnis, dass auch in einer Bloggerküche nicht alles klappt ;-) und eine Aufmunterung, dass doch noch was Leckeres aus den größten Küchenkatastrophen entstehen kann. Ich hoffe ihr haltet bis zum Ende meines Romans durch, denn da werdet ihr mit einem festlichen Tortenrezept belohnt.

Denn hier hat mal wieder so gut wie gar nichts auf Anhieb funktioniert. Obwohl das Ergebnis ja nicht so schlimm aussieht. Aber leider auch nicht besonders hübsch ;-)


Eigentlich wollte ich nämlich einen ganz anderen Kuchen machen. Und zwar die "Victoria" von Pierre Hermé, die ihr hier bei Eva bewundern könnt.
Ich hatte schon einen festen Plan - und sogar Kokosmehl (im Rezept steht "Kokosnuss, gemahlen"). Den Koriander wollte ich durch Minze ersetzen, die ich in der Hoffnung, dass sie dort wirklich so wuchert wie alle behaupten, diesen Sommer hoffnungsvoll in meinen ersten eigenen Garten gepflanzt habe. Richtig wuchern tut sie noch nicht und als ich morgens schon mal ein paar Blätter abzupfen wollte fand ich kaum mehr ein Blatt sondern nur gefräßige schwarze Raupen mit gelben Punkten - da ist mir die Lust auf Minze im Kuchen dann doch vergangen.

Trotzdem machte ich mich unverzagt an die weitere Arbeit. Eine Kokosdaquoise sollte dir Unterlage bilden. Und ich war ganz stolz auf das Kokosmehl - bis den aufgeschlagenem Eiweiß komplett die Puste ausging beim unterheben. Da war nichts mehr mit luftig leicht und locker, ich hatte eine Art Mürbteig. Ich gab noch nicht auf und versuchte, die Pampe zu backen. Mit dem Ergebnis, dass mir beim Abheben vom Blech der komplette Boden zerbröckelte. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Kokosnuss eigentlich in Form von Raspeln rein sollte und nicht gemahlen (vielleicht ein Übersetzungsfehler?).
Der schnell mit 2 Eiern zusammengerührte helle Biskuit half auch nichts. Das Grundrezept dass ich genommen habe, ist für 6 Eier und ich habe gab aus Versehen Mehl und Zucker für 3 Eier rein (tja, rechnen ist halt Glückssache).
Zum Glück hatte ich genug Eier und so versuchte ich mich an dem Boden, der es letztendlich dann geworden ist - meiner Allzweckwaffe, dem dunklen Wiener Biskuit.

In der Zwischenzeit hatte mich allerdings die Lust auf die etwas aufwendigere Kokosschaumcreme von Hermé verlassen und ich machte mich an eine Kokosmousse nach William Curley - die leider für den vielen Boden zu wenig war.
Also schaute ich mal, was noch so da war und fand natürlich Schokolade. Und weil ich Pierre Hermé nicht ganz außen vor lassen wollte, machte ich noch die Schokoladenkaramellsahne seiner Kreation "Tout Paris" als oberste Schicht. Die war wenigstens erfreulich unaufwendig.


Um mich nicht auch noch mit einer aufwendigen Deko herumschlagen zu müssen, gab es eine Glanzglasur für drum herum (Rezept nach William Curley). Irgendwie behagte sie mir im Originalrezept aber so gar nicht. Da man sie abkühlen lässt und dann zum Überziehen noch mal leicht erwärmt hatte ich die Chance, sie mir mal vor dem Überziehen im festen Zustand anzuschauen.
Ich sag nur Gummibärchen in schwarz mit Schokoladengeschmack ;-)
Ich versuchte, die Gelatine durch mehr Schokolade soweit zu "verdünnen", dass die Glasur eine etwas angenehmere Konsistenz bekam. Das hat dann sogar erstaunlicherweise sehr gut geklappt, allerdings ist sie nicht ganz einfach zu verarbeiten, da sie sehr schnell anzieht und fest wird. Dann bitte nicht versuchen, etwas daran noch zu verbessern, da man jede Berührung später sieht. Aber sie verdient wenigstens den Titel "zart schmelzend" und mit der Verteilung der Deko können Unebenheiten und ähnliches aber ganz gut kaschiert werden (ich spreche aus Erfahrung).

Eine ewig lange Geschichte mit glücklichem Ausgang, denn das Endprodukt konnte sich dann doch noch sehen lassen und geschmeckt hat es auch, sogar sehr gut.

Und weil ihr mit dieser Kalorienbombe auch ordentlich was für eure Rundungen tun könnt, ist das Rezept noch für Zorras aktuelles Event "Rezepte für die Figur".
Blog-Event CIV - Rezepte für die Figur

es gehen dort natürlich auch "schlanke" Rezepte, aber das ist diese Torte definitiv nicht. Vielleicht habe ich dazu noch ein Rezept nach Weihnachten? Aber ich befürchte, wohl eher nicht... wenn ich mir meine ganzen Beiträge so ansehe.



Ananas-Kokos-Schoko-Karamelltorte

dunkler Wiener Boden:
6 Eier
240 g Zucker
1 Prise gemahlene Vanille

1 Prise Salz

200 g Mehl
35 g Kakaopulver
35 g Butter, geschmolzen

Kokos-Mousse mit Ananaseinlage:
5 g Gelatine, gemahlen
250 g Sahne, aufgeschlagen
150 g Kokosnusspüree (ungesüßt)
40 g Zucker
ca. 150 g Ananas in kleinen Stücken (bei mir aus der Dose)
 
Schokoladen-Karamellsahne:
75 g Zucker
27 g Butter, weich
1 Prise Salz
54 g Sahne, flüssig
2 g Gelatine, gemahlen
50 g Zartbitterkuvertüre mit 60% Kakaogehalt, fein gehackt
50 g Zartbitterkuvertüre mit 70% Kakaogehalt, fein gehackt
200 g Sahne, aufgeschlagen
 
dunkle Glanzglasur:
120 ml Wasser
9 g Gelatine, gemahlen
150 g Zucker
50 g Kakaopulver
85 g Sahne, flüssig
25 g Zartbitterkuvertüre mit 60% Kakaogehalt
25 g Zartbitterkuvertüre mit 70% Kakaogehalt
 
Dekoration:
Ananasstücke,
Kokosraspeln

Wenn möglich bereits am Vortag den Wiener Boden zubereiten. Dann ist er wirklich komplett abgekühlt und lässt sich leichter schneiden.
 
Dazu den Ofen auf 190° C vorheizen. Den Boden einer runde Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, den Rand NICHT fetten.

Die Eier, Zucker Salz und Vanille auf höchster Stufe hell schaumig aufschlagen (mindestens 5 Minuten). Es soll eine sehr helle und luftige Masse geben.
Mehl, Kakao und Speisestärke zusammen sieben und dann unter die Eimasse melieren, danach die geschmolzene Butter vorsichtig unterheben.
In die Form geben und ca. 30 Minuten backen.
Nach dem Backen aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und den runden Boden aus der Form nehmen. Dazu den Rand mit einem kleinen Messer oder einer Palette von der Form lösen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Den Boden horizontal in 2 dünnere, ungefähr gleich dicke Böden teilen.
Einen direkt auf die Servierplatte legen, er bildet die unterste Schicht der Torte.
Der zweite wird im Durchmesser verkleinert, indem rundum ein Rand von 1 cm entfernt wird. Das geht am besten mit einem Tortenring, der im Durchmesser 2 cm kleiner eingestellt wird und den man dann als Ausstecher für den Boden benutzt.
Der kleinere Boden wird erst später benötigt.
Den Tortenring so wie er ist (mit dem kleineren Durchmesser) mittig auf den unteren Boden stellen und leicht andrücken.

Denn zuerst kommt die erste Füllung, die Kokosmousse, auf den untersten Boden.
Die Gelatine in ca. 3 EL kaltem Wasser einweichen und 5 Minuten ziehen lassen.

Die Hälfte des Kokosnusspürees mit dem Zucker in einem kleinen Topf ganz vorsichtig erhitzen (es brennt leicht an), bis es sich warm anfühlt
Gelatine zugeben und unter Rühren auflösen, dann das restliche Kokosnusspüree zugeben.
Leicht abkühlen lassen, bis auf ungefähr 40°C, dann die Sahne unterheben.
Zum Schluss die gut abgetropften Ananasstücke unterheben.

Die Kokosmousse in den Tortenring auf dem untersten Boden verteilen und glatt streichen. Mit dem kleineren Tortenboden bedecken.
 
Für die Schokoladen-Karamellsahne zuerst die Gelatine in ca. 2 EL kaltem Wasser einweichen. 5 Minuten stehen lassen.
Den Zucker in einen kleinen Topf geben. Er sollte den Boden in einer dünnen Schicht bedecken. Vorsichtig ohne zu Rühren erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist und sich ein bernsteinfarbener Karamell gebildet hat.
Butter und flüssige Sahne zugeben (Vorsicht! Schäumt kräftig auf), aufkochen lassen und rühren, bis sich sämtlicher fester Karamell gelöst hat.
Von der Hitzequelle nehmen.
Eingeweichte Gelatine und die beiden Kuvertüresorten zugeben. Kurz stehen lassen, dann durchrühren. Normalerweise müsste die Schokolade schon geschmolzen sein, ansonsten sanft weiterrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.
Abkühlen lassen, bis die Schokoladen-Karamellmischung 40°C erreicht hat (das geht ziemlich schnell), dann die locker aufgeschlagene Sahne unterheben.

Ebenfalls in den Tortenring geben, auf den zweiten Boden und glatt streichen.
Jetzt sollte die Torte ungefähr 2 Stunden gut durchkühlen.

Während der Kühlzeit die dunkle Glanzglasur zubereiten.
Dazu wird wieder die Gelatine eingeweicht.
Das Wasser mit dem Zucker in einem kleinen Topf mischen und unter rühren Aufkochen. 2 bis 3 Minuten köcheln lassen, dann Kakaopulver und Sahne einrühren.
Weitere 5 Minuten köcheln lassen, dann von der Hitzequelle nehmen und die eingeweichte Gelatine sowie die beiden Kuvertüresorten zugeben. Kurz stehen lassen, dann glatt rühren.
Am besten im Topf abkühlen lassen und vor Gebrauch auf ungefähr 35°C erwärmen.

Nach Ablauf der Kühlzeit den Tortenring von der Torte lösen (am besten mit einem kleinen Messer zwischen Ring und Torte entlang fahren und dann den Tortenring lockern und nach oben abziehen).
Wenn möglich, die Torte auf ein Gitter stellen und darunter einen Bogen Backpapier auslegen (zum Auffangen der überschüssigen Glasur).
Die bereits erwärmte Glanzglasur zügig von der Mitte der Torte aus bis zum äußeren Rand der Oberfläche angiessen (so dass ein Teil auch den Rand hinunterläuft). Mit einer großen Palette zuerst die Oberfläche schnell glatt streichen, dann die heruntergelaufene Glasur noch rund um den Rand verteilen.
Es ist wahrscheinlich auch einiges außerhalb der Torte gelandet - einfach fest werden lassen und später mit einem Löffel und einem Messer entfernen.

Solange die Glasur halbwegs weich ist, am unteren Rand Ananasstücke befestigen, die auf dem verbreiterten Rand ganz gut halten.
 

Kommentare:

  1. Oh weia, Barbara! Das kommt mir bekannt vor!!

    Aber erstmal Frohe Weihnachten, du Liebe!

    Im Ernst: An diesem Weihnachtsfest kam ich mir backtechnisch öfter mal wie ein absoluter Anfänger vor. Nichts klappte so richtig. Ich habe Zutaten vergessen, unsauber gearbeitet und habe Törtchen im letzten Moment versaut, weil ich mit dem Löffel dagegen gekommen bin :-( . Naja, was soll's. Die letzte Zeit hat anscheinend Spuren hinterlassen. Geschmeckt hat aber alles, genau wie deine fabelhafte Torte.
    Ich wünsche euch noch schöne, freie Tage. Deine Mädels sind sicher völlig aus dem Häuschen.
    Liebe Grüße
    Maren

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  2. Boah, du warst aber tapfer. Ich hätte bereits früher aufgegeben. Aber Ende gut alles gut und vielen dank fürs Mitmachen beim Event.

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    1. Mir blieb nichts anderes übrig - die Torte war fest eingeplant ;-)

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