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doppelt süß - Vanille-Zimteis und ein Gastbeitrag bei herzelieb

Heute wird es in bei mir doppelt süß. Bei Miho von herzelieb gibt es heute im Laufe des Tages einen Gastbeitrag in Form eines Zwetschgen-Amarettini-Kuchen von mir.


Währenddessen gibt es hier die perfekte Begleitung: Vanille-Zimt-Eis nach Heston Blumenthal.

Für alle, die von Miho vorbeischauen aber zuerst mal: Herzlich willkommen! Ich hoffe, euch gefällt es hier und vielleicht kommt ihr mich ja ab und zu mal besuchen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.

Heston Blumenthal ist einer der kreativsten und verrücktesten Köche Englands. Er serviert wohl nicht nur außergewöhnliche Kombinationen und Herangehensweisen, sondern versucht mit teilweisen extremen Experimenten auch die wissenschaftlichen Hintergründe zu erforschen und zu erklären. Deshalb war es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis es das Buch "Heston at Home " es in mein Regal schaffen würde, als es von Valentinas Kochbuch vorgestellt wurde. In diesem Buch gibt es wirklich unglaublich viel zu lernen, nicht nur über Eis.

Ich werde wohl nie eine Senfeiscreme produzieren (so verführerisch da wohl auch klingt - grusel) oder eine Bacon and egg ice cream hat es nicht nur wegen der leicht verschwenderischen Anzahl von 24 Eigelben nicht auf meine Nachkochliste geschafft (so viele Baisers könnten wir gar nicht essen, um die restlichen Eiweiße loszuwerden).



Wegen der Beschreibung eines netten kleinen Experiments zur Geruchsadaption und der nicht verwendeten Eigelbe der sich sehr lecker lesenden Kombination Vanille-Zimt habe ich aber dieses Eis getestet. Das Experiment basiert darauf, das die menschliche Nase ein "Zuviel" an Geruch mit der Zeit ausblendet und man diesen dann nicht mehr wahrnimmt. Das merkt man selbst daran, dass man sein eigenes Parfum nur frisch nach dem Auftragen riecht. Oder ich merke es immer am Schweinestall vom Nachbarn. An manchen Tage rieche ich nur morgens was, dann störts mich nicht mehr. Kommt aber Besuch und der fällt fast wieder rückwärts mit zugehaltener Nase ins Auto, weiß ich sehr schnell was wieder los ist - obwohl ich es nicht rieche.
Nun aber endlich zum Experiment, dadurch kann man nämlich die Geschmacksrichtung des Eises wechseln. Gebt in eine verschließbare Qetschflasche eine Vanillestange, in eine andere 2 Zimtstangen und setzt euch vor die volle Eisschüssel mit dieser Sorte. Einmal kräftig an der Vanilleflasche schnüffeln und das Eis schmeckt nur nach Zimt. Dann eine kräftige Dosis aus der Zimtflasche, und das genau gleiche Eis schmeckt nur noch nach Vanille. Ich finde das irgendwie ziemlich lustig - es gibt Zaubereis ;-)

Die Gesamtmenge ist doch ziemlich groß, also aufpassen, wie viel Fassungsvermögen eure Eismaschine hat und ggf. die Mengen reduzieren. Auf das Milchpulver kann man auch verzichten, allerdings wird die Konsistenz dann sicher nicht ganz so cremig. Eine Alternative wäre der Ersatz durch 35 g ungesüßte Kondensmilch und die Eismasse dann 5 Minuten köcheln lassen.


Zimt-Vanilleeis

6 Vanilleschoten, der Länge nach halbiert
360 g Vollmilch
200 g brauner Zucker
35 g Milchpulver
840 g flüssige Schlagsahne
2 ganze Kaffeebohnen
1 große Zimtstange

Die Samen aus den Schoten kratzen und zusammen mit den Schoten und der Milch in einen Topf geben. Milchpulver und Zucker unterrühren. Unter ständigen Rühren bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich das Milchpulver aufgelöst hat.

Die restlichen Zutaten zugeben und zum Kochen bringen. In eine hitzefeste Schüssel gießen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Abgedeckt 2 h im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Eismaschine einschalten und die Mischung durch ein feines Sieb direkt in den Gefrierbehälter gießen. (Gebrauchsanweisung beachten).

Sobald das Eis zu softeisähnlicher Konsistenz gefroren ist, nimmt Heston Blumenthal sie heraus und mixt sie mit dem Stabmixer durch, bevor er sie nochmals in die Maschine gibt und weiter kühlt, bis sich die Paddel nicht mehr bewegen. Das war mir zu umständlich und ich habe das Eis nicht mehr gemixt, sondern direkt fertig gefroren und in den verschließbaren Vorratsbehälter gegeben. Mindestens eine Stunde noch im Gefrierschrank nachfrieren lassen, dann zum Servieren portionieren
Ich war sehr auf die Konsistenz gespannt, da auch hier nur etwas Milchpulver zur Erhöhung der Trockenmasse verwendet wird, der Wassergehalt in der Mischung aber ansonsten nicht versucht wird, irgendwo gebunden zu werden. Trotzdem war nach einer Nacht im Kälteschlaf das Eis noch schön cremig. Geschmacklich und von der Konsistenz erinnert es mich an Softeis.

Natürlich würden beide heutigen Rezepte sehr gut zusammenpassen, aber auch jedes für sich schmeckt einfach lecker.

"Aprikosen-Dattel-"Gugelhupf" mit Weizenkeimen

Für meinen Blog hier ist das jetzt schon fast wieder ein diätetisches Lebensmittel.
Die Süße kommt nämlich nur von ein paar eingeweichten und zerhäckselten Datteln und einem spärlichen Esslöffel Honig (den wahrscheinlich aber die Hefen während der Gare schon aufgevespert haben) - und natürlich einer großen Dosis getrockneten Aprikosen - aber die sind ja eigentlich gesund und so fast gar nicht süß ;-)
Das wird durch die Weizenkeim aber sicher ausgeglichen -hoffe ich doch wenigstens. Und Fett in Form von Butter oder Öl sucht man hier auch vergeblich.


Was mich an diesem Rezept von Dan Lepard aus seinem Buch Short and Sweet reizte, war die Aussage, dass die zerkleinerten Datteln das Volumen und die Haltbarkeit eines einfachen Hefeteiges positiv beeinflussen. Das wollte ich dann auch mal testen. Aber im Endeffekt kann ich es nicht bestätigen.

Und da sich Clara von Tastesheriff diesen Monat dringend Gugelhupf wünscht habe ich mich an einer Art "Freeform-Hupf" (der mir leider nicht ganz gelungen ist) versucht - aber genaueres seht ihr in der Anleitung - und sie kann die vielen Vitamine darin bestimmt gut brauchen.


Aprikosen-Dattel-"Hupf" mit Weizenkeimen
200 ml kochendes Wasser
50 g entsteinte Datteln, grob gehackt
125 g Naturjoghurt
10 g Hefe
200 g getrocknete Aprikosen, fein gehackt
3/4 TL gemahlener Zimt
1 EL Honig
2 gehäufte EL Weizenkeime
350 g Mehl Type 550
1 TL Salz

Sesamsamen

Öl zum Kneten

Das kochende Wasser wird über die Datteln gegeben, dann lässt man beides stehen, bis es sich nur noch handwarm anfühlt.
Joghurt zugeben und mit dem Pürierstab sehr fein pürieren
Alle restlichen Zutaten (außer Sesamsamen) werden in eine abdeckbare Schüssel geben, die Dattel-Joghurtmischung zufügen und alles zu einem klebrigen Teig verkneten (nur so lange, bis ein Teig entstanden ist)

Mit einem Tuch zudecken und 10 Minuten stehen lassen.
Den Teig sanft und nur kurz (ca. 10 Knetbewegungen) mit eingeölten Händen durchkneten, dann 10 Minuten abgedeckt stehen lassen, nochmals auf gleiche Weise kneten, abdecken und weitere 10 Minuten stehen lassen. Jetzt folgt eine Teigruhe (abgedeckt) von 30 Minuten.

Den Teig halbieren und auf einer geölten Arbeitsfläche aus der einen Hälfte einen ca. 40 cm langen Strang formen. Diesen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zu einem Ring schließen. Die andere Hälfte Dritteln und jeweils auch einen dünnen, 40 cm langen Strang formen. Die drei Stränge zu einem Zopf flechten und leicht nach außen versetzt auf den bereits auf dem Backblech liegenden Teigring setzen.


Leicht mit Wasser bepinseln und großzügig mit Sesam bestreuen
Mit einem Küchentuch zudecken und ca. 45 Minuten gehen lassen.
Nach 20 Minuten den Backofen auf 220°C vorheizen.

Den fertig gegangenen Teig in den Backofen stellen. Mit einer Sprühflasche (wie zum Pflanzen besprühen) etwas Wasser in den Backofen spritzen (bis die Oberfläche des Teiges glänzt) und schnell die Tür verschließen.
Nach 20 Minuten Backzeit die Temperatur auf 180°C reduzieren und das Brot in weiteren 25 Minuten fertig backen.
Zum Abkühlen auf ein Kuchengitter stellen.

Vor dem Anschneiden komplett auskühlen lassen

Nougattraum-Muffins


Heute gibt es saftige Marmormuffins mit einer doppelten Dosis Nougat. Im weißen Teig als Stückchen, im braunen Teig liefern sie die Farbe (und noch einen Extraschubs Saftigkeit).
Ganz ambitionierte können das Nougat natürlich auch selbst machen (nach diesem Rezept, aber ohne die Zitrone und die gehackten Mandeln), ich hatte aber für die Weihnachtsbäckerei ein bisschen zu viel gehortet und das musste langsam dringend weg. Ausserdem glaube ich nicht, das man den Aufwand hier geschmacklich rechtfertigen kann.

 
Damit die Stückchen sich während dem Backen nicht vollständig auflösen, habe ich das Nougat in 7 bis 8 mm große Würfel geschnitten und diese dann für eine Stunde in den Gefrierschrank gestellt.
Bis auf die Kühlzeit ein sehr schnelles und einfaches Rezept, bei dem der Geschmack trotzdem nicht zu kurz kommt.

Und wer es noch dazu fruchtig mag, der kann gerne ein paar Kirschen noch unter den Teig heben oder zwischen die Schichten geben (aber ich bin nicht so der Kirschenfreund, vor allem nicht so richtig von gebackenen).
 
Nougattraum-Muffins

125 g Butter
125 g Zucker
¼ TL gemahlene Vanille
3 zimmerwarme Eier

250 g Weizenmehl

2 TL Backpulver

50 g Nougat, geschmolzen und wieder etwas abgekühlt

75 g Nougat, in Würfel geschnitten und dann tiefgekühlt

Optional zur Dekoration: 50 g temperierte Zartbitterschokolade

Ofen auf 175°C vorheizen. Eine Muffinform mit den Förmchen auslegen.
Butter, Zucker und Vanille hellschaumig aufschlagen. Eier einzeln unterrühren, dabei jeweils ungefähr 1 Minute rühren, bevor das nächste hinzugegeben wird.
Mehl und Backpulver mischen und mit einem Spatel unter die Ei-Buttermischung heben.
Ungefähr 2/3 des Teiges auf die Muffinförmchen verteilen.
In den Rest das noch geschmolzene Nougat rühren.

Die gefrorenen Nougatstückchen in den weißen Teig drücken, dann mit dem braunen Nougatteig bedecken.

Im heißen Backofen 25 bis 30 Minuten backen. Ungefähr 5 Minuten im Muffinblech abkühlen lassen, dann zum vollständigen Abkühlen herausnehmen.

Nach Wunsch noch mit etwas temperierter Zartbitterschokolade verzieren





karamelisierter Kokosreis mit Mirabellenkompott

Ich habe von Reishunger ein kleines Paket zum Probieren zugesandt bekommen.


Reishunger ist ein noch junges Unternehmen, das sich ganz dem Reis verschrieben hat. Sie schreiben selbst über sich :
" In der Mensa gab es mal wieder Papp-Reis mit Sauce, als uns klar wurde, dass die Menschheit Besseres verdient hat – denn wie bei den meisten Naturprodukten gibt es auch beim Reis jedes Jahr zur Erntesaison besonders erlesene Qualitäten. Seit diesem Tag steht Reishunger für 100% sortenreinen Reis, den wir aus den besten Anbauregionen der Welt beziehen."

Soweit ich es durch die Probepackungen beurteilen konnte, sind die einzelnen Reissorten wirklich sehr hochwertig, sowohl optisch (es sind auch kaum Bruchkörner sichtbar, die Körner haben eine fast einheitliche Größe), als auch geschmacklich. Wir haben für dieses Rezept den Jasminreis und ansonsten noch bisher den Basmatireis getestet.
Die meisten Produkte gibt es in Bioqualität (wenn allerdings dabei eine Reissorte nicht in der erwünschten Qualität erhältlich ist, wird z.B. für Jasminreis noch auf konventionellen Anbau zurückgegriffen).

Zusätzlich zum Reis kann man im Onlineshop noch das entsprechende Kochzubehör, Gewürze und Zugaben oder ganze Reisboxen/-sets erwerben. Und für die ausgefalleneren Reissorten gibt es auch die passenden Rezeptvorschläge.


Hier habe ich den Jasminreis verwendet, der nach dem Kochen etwas klebrig bleibt, sich also gut für eine etwas cremigere Nachspeise eignet. Gekocht habe ich ihn in Kokosmilch anstelle von Wasser und zum Schluss zur Abrundung noch etwas Sahne zugegeben. Der Reis blieb schön bissfest und hat uns geschmacklich sehr gut gefallen. Die Kombination mit den säuerlichen Mirabellen, der etwas üppigeren Reiscreme und die knackigen Karamellschicht ergeben beim essen schöne Kontraste in Geschmack und Textur.

Statt Mirabellen eignen sich auch Pflaumen oder Zwetschgen, die beide allerdings dann in Spalten geschnitten werden sollten und etwas länger richtig gekocht werden müssen.



Karamellisierter Kokosreis mit Mirabellenkompott

Mirabellenkompott:
100 ml Wasser
250 g Mirabellen (bei mir aus der TK-Truhe, nicht vorher aufgetaut, sonst leidet die Farbe) oder Zwetschgen/Pflaumen
5 Kardamomkapseln Kardamom, grob zerstoßen

Milchreis:
100g Jasminreis
200 g Kokosmilch
2 TL Zucker
50 ml flüssige Sahne

4 TL brauner Zucker


Für das Kompott Wasser und Kardamom aufkochen. die halbierten Mirabellen zugeben, erneut aufkochen lassen und von der Hitzequelle ziehen. 15 Minuten ziehen lassen, dann die Mirabellen ohne das Gewürzwasser auf 4 Portionsschälchen verteilen. Bei Seite stellen und den Reis zubereiten

Den Reis nach Packungsanweisung waschen und mit der Kokosmilch in 20 Minuten unter leichtem Köcheln garen.
Von der Herdplatte nehmen und den Zucker unterrühren. Leicht Abkühlen lassen, dann die Sahne unterrühren und auf dem Mirabellenkompott verteilen.

Mit dem braunen Zucker bestreuen und dem Küchenflambierer (oder unter dem heißen Backofengrill) karamellisieren.

Kann warm oder kalt gegessen werden. Allerdings sollte die braune Zuckerschicht erst direkt vor dem Servieren gemacht werden.


Royal Torte

Besondere Ereignisse erfordern bei uns auch besondere Backwerke. Zum 4. Geburtstag unserer Kleinen gab es noch eine weitere Torte für den Familienkaffeetisch, eine für alle Schokoholics in der Familie. Und da Schokolade bei uns DAS Soulfood überhaupt ist (nicht nur im Winter), dachte ich auch gleich an das noch laufende Geburtstagsevent von Bushcooks Kitchen.

3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood

Da noch reichlich Nougat von der Weihnachtsbäckerei übrig war und ich auch noch Eiweiße eingefroren hatte (es gehen aber natürlich auch frische) , sollte etwas her, dass auch die Vorräte etwas verringert (ihr wisst ja, irgendwann demnächst oder auch nicht so ganz demnächst ziehen wir bald um).


Meine Wahl fiel auf eine Royaltorte aus dem schon hier vorgestellten Buch "Schokolade. Die Kochschule ". Allerdings habe ich nichts von dem leckeren Boden verschwendet und daraus Kreise ausgestochen, sondern einfach mehr Füllung gemacht und das Ganze dann in rechteckige Schnitten zerteilt.

Diese Schnitten haben mir wirklich sehr gut gefallen (nicht nur mir).
Wenn man sich von oben nach unten durchgräbt, bekommt man zuerst eine extracremige Schokoladenmousse auf Basis einer englischen Creme (etwas weniger schokoladig und luftig als mein Standardrezept, aber dafür wirklich extrem cremig), um dann knusprige Waffelbrösel, umhüllt von Nougat zu finden und am Schluss auf eine flaumige Mandeldaquoise zu stoßen.

Und das beste daran: das Ganze ist gar nicht so aufwendig selber zu machen (wenn man wie ich die Abkürzung nimmt und gekauftes Nougat verwendet, statt es, wie im Rezept angegeben, selbst zu machen).


Royal-Torte
Daquoiseboden:
6 Eiweiß
60 g Zucker
35 g Mehl
100 g Mandeln, gemahlen
120 g Puderzucker

Knuspernougat:
60 g zerstoßene Waffelröllchen (z.B. Cigarettes russes, Crêpes Dentelles oder einfach nur Cornflakes)
150 g Nougatmasse

Schokoladenmousse:
220 g Schokolade mit 70% Kakaogehalt
2 Eigelb
20 g Puderzucker
100 g Vollmilch
700 g Sahne (150 g und 550 g)

Zuerst den Daquoiseboden herstellen.
Dazu den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und einen rechteckigen Backrahmen in der Größe 23 auf 26 cm daraufstellen.
Eiweiße steif schlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Mehl, Mandeln und Puderzucker mischen und mit einem Teigspatel unterziehen.
In den Backrahmen gießen und 15 Minuten backen.
Abkühlen lassen und den Boden mit dem backrahmen auf die gewünschte Tortenplatte stellen.

Für das Knuspernougat einfach das Nougat schmelzen, die Waffelröllchen unterheben und die Mischung auf der Daquoise verteilen.

Zum Schluss wird noch die Schokomousse hergestellt.
Dazu die Schokolade fein hacken und in einer hitzefesten, relativ großen Schüssel über einem Wasserbad schmelzen.
Die Eigelbe mit dem Zucker in einem kleinen Topf verrühren. Milch und 150 g Sahne unterrühren und vorsichtig unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse merklich eindickt (bei ungefähr 84°C).

Vom Herd ziehen und 1/3 davon mit kleinen kreisenden Bewegungen und einem Teigspatel unter die geschmolzene Schokolade rühren. Die beiden anderen Drittel auf gleiche Weise nacheinander unterrühren.
Die restliche Sahne (550 g) cremig-luftig aufschlagen. Die Temperatur der Schokoladencreme messen. Wenn sie bei 45 bis50°C liegt, die Sahne vorsichtig unterheben. (Ist die Schokocreme zu heiß, schmilzt die Sahne, ist sie zu kalt, wird die Mousse körnig).

Die Schokomousse auf dem Knuspernougat verteilen und mindestens 6 h lang im Kühlschrank fest werden lassen (Jetzt kann die ganze Torte auch so wie sie ist für eine spätere Verwendung tiefgekühlt werden).

Den Backrahmen entfernen, nach Wunsch dekorieren (bei mir 100 g cremig geschlagene Sahne und Schokotäfelchen) und möglichst bald verzehren (da der Knuspernougat sonst weich wird).

Einfach genial lecker...


Ein paar Blümchen aus Zucker zur Eröffnung der Backwerkstatt

Caro von der Backwerkstatt habe ich vor gut einem Jahr in der Anlaufstelle für alle Motivtortenverrückten , dem Torten-Talk-Forum kennen gelernt. zuerst virtuell, dann im wirklichen Leben. Sie wohnt nämlich nicht ganz eine Autostunde von mir entfernt.
In der Zwischenzeit gibt sie in ihrer Backwerkstatt Kurse rund um Motivtorten und Tortendekoration. Und diese Backwerkstatt eröffnet heute nach einem Umzug wieder ihre Pforten.

An dieser Stelle zuerst mal ein dickes: Herzlichen Glückwunsch

Wenn meine alte müde Karre mitmacht, werde ich sie dabei heute mittag ein bisschen besuchen und mir dabei die Werkstatt mal richtig anschauen.


Zu einer Eröffnungsfeier muss natürlich auch ein kleines Gastgeschenk mit. Da ich noch nicht ganz weiß, ob ich es bis hin schaffe, durfte es nichts leicht verderbliches sein.


Statt dessen dachte ich mir: Blumen passen immer - und diese hier können nicht verwelken, sie sind nämlich ganz aus Zucker (außerdem konnte ich so auch mal wieder ein bisschen mit "Zuckerknete" spielen).




Buchvorstellung: Linda Lomelino - Torten

Bereits die zweite Neuerscheinung auf deutsch in diesem Jahr einer skandinavischen Bloggerin, die sich hauptsächlich mit süßem beschäftigt.

Dieses Mal ist es das Buch "Torten" von Linda Lomelino, erschienen im AT Verlag, einem meiner Lieblingsverlage (der mir das Buch auch als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat - nochmal Danke!).


Linda Lomelino ist aus Schweden und bloggt ihre fantasievollen Tortenschöpfungen auf "Call me Cupcake", den ich schon eine Weile verfolge. Sie hat ihre Hobbys zum Beruf gemacht und arbeitet heute als freie Fotografin (die Bilder im Buch hat sie also auch selbst gemacht) und Tortenkreateurin.
Im letzten Jahr ist ihr zweites Kochbuch, ein Buch über selbstgemachtes Eis, erschienen.

Nun durfte ich mich also in ihrem Buch umsehen. Zuerst dachte ich, ich hätte ein Mängelexemplar bekommen, da ein Teil des Buches, der erste Teil, auf leicht schmaleren Blättern gedruckt ist. Bis ich feststellte, dass dadurch die einleitenden Seiten mit Vorwort, Beschreibung von Utensilien und Zutaten (inklusive Bezugsquellen) sowie die grundlegenden Techniken mit Tipps und Tricks vom Rest des Buches optisch abgesetzt sind.

Beim ersten Durchblättern kam ich mir wie im Tortenhimmel vor. Alle ihre Torten sind wunderhübsch anzusehen, liebevoll bis ins kleinste Detail dekoriert und die Rezepte für das  Innenleben sind sehr abwechslungsreich (und auch wieder leicht amerikanisch angehaucht). Es wird zur Verschönerung mit allen möglichen Materialien gearbeitet, mit Fähnchen, Frosting, echten Blüten oder Blüten aus Zucker, Karamell ...

Mir fiel sofort wieder die immer öfters auftauchenden Kombination Schoko-Lakritze ins Auge. Da komme ich wohl langsam wirklich nicht drum rum. Das muss ich einfach mal ausprobieren.


Man findet einige schon bekanntere Backwerke oder auch inzwischen fast schon Klassiker, die sie in ihrem Stil variiert und mir auch vollkommen neue Zusammenstellungen.

So peppt sie ihre Schwarzwälder Kirschtorte mit Mascarpone und Rum statt Kirschwasser auf (was hat mein Mann mich ausgelacht, als ich vor ein paar Jahren kubanischen Rum in die Schwarzwälder kippte ... jetzt ist es salonfähig) oder gibt in ihren Karottenkuchen deluxe noch Kokosraspeln und Apfelmus. Man findet den Red Velvet Cake als Cheesecake und eine gefrorene Tiramisutorte.

Die Zahl an fruchtigen und eher schokoladig-karamelligen Torten hält sich ungefähr in der Waage.

Meine Kleine hat gleich die Torte mit ihren Lieblingskeksen (Oreos) bestellt. Und ich blieb an der Ahornsiruptorte und der Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter hängen...


Zum Glück hatte eben meine Kleine auch Geburtstag und so konnte ich hemmungslos in dem Buch schwelgen und mir gleich mehrere Nachbackrezepte aussuchen, um die Praxistauglichkeit der Rezepte zu testen. Nicht nur mit der Familie will gefeiert erden, auch im Kindergarten und mit den Kindergartenkumpels noch zu Hause.


Bei den Cremes zur Dekoration wird öfters auf die typischen amerikanischen Frostings zurückgegriffen, da sie sich einfach sauber spritzen lassen und über längere Zeit stabil bleiben, so dass die Optik eine Weile auf dem Kuchenbüffet bestehenbleibt und auch das Anschneiden übersteht. Schön ist aber, dass nicht immer nur mit Farbe sondern auch teilweise mit Früchten zum Einfärben gearbeitet wird. Und das sich im Inneren dann wenigstens leichtere Cremes mit Joghurt oder ähnlichem finden.

Was mir persönlich an den Rezepten sehr gut gefällt, ist das Linda die meisten ihrer Einzelbestandteile auch selbst herstellt. So wird die Blaubeerkonfitüre für die Kardamom-Blaubeertorte direkt aus frischen Früchten gekocht. Selbst die Nuss-Nougat-Creme für den Nuss-Nougat-Traum ist selbstgemacht.

Die Rezepte sind alle ähnlich aufgebaut. Ein kurzer persönlicher Einleitungstext, dann folgt 2 - spaltig das Rezept: links die Zutaten, getrennt in Bestandteile der Torten, rechts Schritt für Schritt die "Anleitung", ebenfalls getrennt in die einzelnen Bestandteile und den abschliessenden Zusammenbau. So wird zum Beispiel zuerst eine Karamellsauce hergestellt, die dann für die Füllung (Karamellcreme) verwendet wird. Das ist sehr übersichtlich und man muss nicht ständig im Text suchen, wie es weitergeht.
Die Rezepte sind klar und leicht verständlich formuliert und teilweise noch durch Schritt-für-Schritt-Fotos ergänzt. Von jeder Torte gibt es aber auch mindestens 1 Bild der fertigen Torte.

Wir haben folgendes ausprobiert:
Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter - Das Innenleben hat uns sehr gut geschmeckt, die Buttercreme außen ist was für die Freunde amerikanischer Backkunst
Raspberry Velvet Cheesecake - eine etwas anderer Cheesecake mit etwas mehr Boden, sehr lecker
Oreo-Torte - gab es als "Unterlage" für die Kindergeburtstagstorte meiner Kleinen, ich konnte leider nicht komplett probieren (deshalb und weil ich das Äußere komplett verändert habe, gibt es auch das Rezept nicht), aber alle, die es konnten, fanden ihn lecker. Ich persönlich fand den Abschnitt des von mir probierten hellen Teiges etwas zäh, der dunkle war aber gut. Bei diesem Rezept hat sich wohl auch ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen: In den Zutaten sind nur Eiweiße angegeben, im Zubereitunstext werden aber auch Eier verwendet (ich habe 2 ganze Eier genommen, das passte zu den anderen Rezepten im Buch mit ähnlichem Grundteig)

Wer Lust auf das Buch bekommen hat:
Linda Lomelino
Torten *
AT Verlag
ISBN: 978-3038007159









Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom AT Verlag zur Verfügung gestellt, was meine persönliche Meinung zum Buch aber in keinster Weise beeinflusst hat.

Alle mit * versehenen Links sind Affiliate Links


Aprikoseneierschecke auf meine Art

Kennt ihr das auch: Man sucht ein Rezept für einen Klassiker, guckt in ein paar Koch- oder Backbüchern nach und dann - weiß man auch nicht mehr als vorher. Den man sitzt mit genauso vielen unterschiedlichen Rezepten da, wie man Bücher gewälzt hat.



auch hier ging es mir mal wieder so:
mal mit Hefeteig; mal mit Mürbteig:
mit Vanillepuddingpulver in der Eiercreme oder Mehl oder überhaupt nichts
viel oder wenig Zucker
Konditorcreme in der Quarkschicht oder nur Ei
Vanille oder Zitrone
....

Letztendlich habe ich mir mal wieder eine Version gebastelt, die mir am besten gefiel und weil sowieso schon alles anders war, auch noch Aprikosen auf dem Mürbteig verteilt und Orange in die Quarkfüllung. Letztendlich ist es also eher eine Tarte geworden, dafür aber eine, die uns ziemlich gut geschmeckt hat.


Eierschecke mit Aprikosen

Mürbteig:
200 g Mehl
100 g Butter
1 Ei
30 g Zucker
1 Prise Salz

1 Dose Aprikosen, gut abgetropft

Quarkschicht:
250 g Magerquark
65 g Zucker
1 Ei
abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange

Eierguss:
75 g Zucker
75 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl

Für den Mürbteig einfach alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten und dann nochmals 30 Minuten kühl stellen.

Ungefähr nach 15 Minuten Kühlzeit den Backofen auf 175°C vorheizen.
Ich habe eine Tarteform mit 28 cm Durchmesser und herausnehmbaren Boden benutzt, es geht aber auch eine normale Springform. Aber egal welche Form, zuerst ausbuttern und mit Mehl leicht bestäuben.

Nach der Kühlzeit den Mürbteig ungefähr rund ausrollen und in die Form legen. Dabei den Rand nicht vergessen. Mit den Aprikosen belegen.

Quark mit Zucker, Ei und Orangenschale luftig aufschlagen und auf den Aprikosen verteilen.

Für den Eierguss Butter und Zucker schaumig rühren, dann nacheinander die Eier jeweils gut unterrühren und zum Schluss das Mehl unterheben. Auf die Quarkschicht streichen.

Jetzt ab in den Backofen und dort auf mittlerer Schiene ungefähr 45 Minuten backen. Die Oberfläche sollte richtig goldbraun sein.


Buchvorstellung Nigel Slater - Tender:Obst

Ich hoffe, ihr habt noch nicht genug von den vielen Buchvorstellungen in letzter Zeit.
Heute gibt es aber kein Backbuch (und auch kein Fotografierbuch), bevor es nächste Woche noch mal ein Tortenbuch gibt und dann für eine Weile Buchpause ist.

Ich habe mich ziemlich (sehr) gefreut, als ich vom Dumont-Verlag das Buch Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube * von Nigel Slater als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Erstens, weil vor allem heimisches Obst bei uns (neben Süßigkeiten;-)) einen sehr wichtigen Teil der Familienernährung darstellt und zweitens, weil wir durch den baldigen Umzug einen eigen Garten haben werden, den wir noch passend "bestücken" müssen.

 

Hierbei handelt es sich nämlich nicht nur um ein Kochbuch mit Früchten sondern auch um eine Art Sammlung der Erfahrungen von Nigel Slater mit seinem Küchengarten. Man kann nachlesen, warum er welche Sorten pflanzt, was man im Garten dabei beachten sollte und er hat auch sonst noch kleine unterhaltsame Gartengeschichten parat.
 
Nigel Slater hat schon eine ganze Reihe sehr erfolgreicher Kochbücher geschrieben, unter anderem auch Tender. Gemüse: Von der Aubergine bis zur Zwiebel * , das ebenfalls auf deutsch im DumontVerlag erschienen ist, und auch schon seine (kulinarische) Biographie, die verfilmt wurde. Er schrieb viele Jahren eine Kolumne für den Observer und heute für den Guardian.

Die Bilder stammen von Jonathan Lovekin. Die Bilder sind schlicht und anregend, strahlen Lebensfreude und illustrieren Slaters Freude an seinem Garten.


Die äußere und innere Gestaltung und Aufmachung ist sehr schön. Mit hochwertiger Bindung und Papierqualität. Die Deckseite des Buches fällt durch eine halbe Banderole auf. Sie ergänzt das Titelfoto und ist beweglich über dem pinkfarbenen Stoffeinband angebracht.

Nach seiner sehr persönlichen Einleitung folgen 23 Kapitel, speziell den von Nigel Slater in seinem Garten gepflanzten Obstsorten (er zählt auch Nüsse zu den Obstsorten) gewidmet.

Es geht nicht nur um so gängige heimische Obstarten wie Äpfel und Birnen, es gibt auch Stachelbeeren, Holunder, Pflaumen und Arten wie Feigen, Nektarinen und Pfirsiche, von denen man nicht vermuten würde, das sie im doch eher rauheren englischen Klima wachsen.


Insgesamt findet man folgende 23 Arten an Obst: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Feigen, Haferpflaumen, Haselnüsse, Himbeeren, Holunder, Kirschen, Maronen, Pfirsich und Nektarinen, Pflaumen, Quitten, Rhabarber, Rote Johannisbeere, Stachelbeere, Walnüsse, Weintrauben, schwarze und weiße Johannisbeere und noch ein Sammelkapitel mit Früchten wie Schlehen oder Mispeln.

Jedes Kapitel beginnt Nigel Slater mit einer sehr persönlichen und unterhaltsamen Schilderung der betreffenden Art.

Im Allgemeinen folgt dann ein kurzer Abschnitt über den Garten (Besonderheiten im Anbau), die Küche (worauf muss man bei der Zubereitung achten), Auflistung einiger Sorten (leider etwas england-spezifisch, aber es ging ja auch nicht anders) , Kombinationsmöglichkeiten mit Gewürzen und anderen Lebensmitteln, die Rezepte an sich und manchmal auch ein paar Anregungen für Rezeptkreationen und schnelle Ideen zwischendurch.

Das Buch sorgt dafür, das man zwar nur kurz durchblättern will, sich dann aber immer wieder festliest. Und es sorgt dafür, das ich mich freue, das in meinem zukünftigen Garten anzupflanzen, was ich will und mich nicht mehr davor zu scheuen.


Die Rezepte sind sehr unterschiedlich. Es gibt Rezepte mit und sehr viele ohne Fleisch, einfache und schnelle Dinge ebenso wie ausgefallenere Kreationen. Die überwiegende Anzahl ist, bedingt durch das Thema Obst natürlich süß.
Manchmal sind die Arbeitsschritte sehr genau beschrieben, manchmal mehr nach Gefühl. Aber darauf legt Nigel Slater auch wert. Man sollte sich mehr auf sein eigenes Gefühl beim Kochen verlassen, anstatt strikt irgendwelche komplizierten, vor Zutaten nur so strotzende Rezepte nachzukochen (obwohl ich das auch mal gerne mag, aber nicht im hektischen Alltag).
Nicht alle Rezepte sind bebildert (das hätte wohl auch den Umfang des ohnehin schon dicken und schweren Buches gesprengt), was aber durch die bildhafte Sprache von Nigel Slater gar nicht notwendig ist. Man kann teilweise die Speisen schon beim Lesen schmecken.


Es finden sich Gerichte wie:
- Ofenbirne mit Cranberries und Orange
- Blaubeer Clafoutis
- Gebratene Entenkeule mit Kürbis und Brombeer – Apfel Soße
- Frischkäsecreme mit Erdbeeren und Maracuja
- Ente mit Feigen und Barolo
- Gebackene Feigen mit Rotwein und Vanille
- Tiramisu mit gebrannten Haselnüssen
- Himbeer Sahne Eiscreme
- Pfirsich Eisbecher mit sommerlicher Fruchtsoße
- Schokoladen Maronen Terrine
- Zimt- Panna Cotta mit würzigem Ofenrabarber



Und nach dem Durchlesen kam die schwierige Aufgabe, mir ein paar Testrezepte auszusuchen. Nicht schwierig, weil mich nichts ansprach - das Gegenteil war der Fall. Vieles ist nicht gewollt raffiniert sondern erhält seine Raffinesse durch die Beschränkung auf wenige aber perfekt zueinanderpassende Zutaten (und das sogar durchweg gängige) Und deshalb wird das Buch mich wohl auch noch sehr lange in die Küche begleiten.

Letztendlich habe ich mich aber für folgendes entschieden:

Zimt-Sternanis-Zwetschgen - eine sehr harmonische Kombination
Himbeer - Cranachan - absolut lecker und dabei auch noch irgendwie gesund ;-)
üppiges Apfel Crumble - bei uns in einem etwas anderen Format, aber durch das Karamellisieren der Äpfel etwas besonderes

Wenn ich mich für nur 10 Kochbücher aus meinem Regal entscheiden müsste, wäre dieses garantiert dabei.

Nigel Slater
Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube *
Dumont Verlag
ISBN 978-3832194505

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt, was meine persönliche Meinung zum Buch aber in keinster Weise beeinflusst hat.

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karamelliges Apfel-Crumble

Zeit für ein letztes Testrezept von Nigel Slater und sein Buch Tender: Obst. Er nennt ihn „üppiger Apfel Crumble“, ich habe ihn lieber umgetauft, da ich das üppig etwas irreführend finde. Hier geht es nämlich nicht um eine fett- und zuckertriefende Streuselschicht oben drauf. Was dieses Crumble üppig macht, ist das Karamellisieren der Äpfel mit braunem Zucker, bevor sie mit Streuseln bedeckt in den Ofen wandern. Allerdings fällt dadurch auch der Abwasch etwas üppiger aus, man braucht nämlich noch eine extra Pfanne (was mich aber in diesem Fall nicht so sehr gestört hat, denn geschmacklich lohnt es sich auf jeden Fall).


Beim Karamellisieren in der Pfanne kann man auch etwas abschätzen, wieviel Flüssigkeit das Crumble noch zusätzlich braucht. Für Nigel Slater ist es perfekt, wenn es eine Konsistenz hat, die einem sehr saftigen weichen Apfelkompott mit Stückchen ähnelt. Wenn die Äpfel also zu trocken sind, lieber etwas Wasser und/oder Zitronensaft dazugeben.
Im Originalrezept wird das Crumble in eine Backform gegeben, die ungefähr 1,5 l fassen sollte, Durchmesser wird keiner angegeben. Mir hat aber die Idee, jedem einen eigenen Crumble zu machen, besser gefallen. Und so gab es bei uns 8 kleine Förmchen (mit jeweils ca. 8 bis 10 cm Durchmesser) aus den unten angegeben Mengen (so hatte jeder 2, das war sogar noch besser).
Aber beim nächsten Mal würde ich doch etwas ändern. Das Crumble schmeckt an und für sich schon sehr lecker, aber ich persönlich liebe Zimt zu Äpfeln und werde deshalb nächstes Mal noch etwas davon zu den Streuseln geben.
Und die mit Vanille aromatisierte Sahne, die auf den noch warmen Crumbles leicht schmilzt, wird es auf jeden Fall auch nochmal dazu geben (Nigel Slater hat sicher nur vergessen, sie in seinem Rezept zu erwähnen, da kommt sie nämlich nicht vor).

 
Karamellige Apfel Crumbles

Apfelfüllung:
850 g säuerliche Äpfel
Saft einer halben Zitrone
75 g brauner Zucker
30 g Butter
 
Streusel:
95 g Butter
150 g Mehl
45 g brauner Zucker
1 EL Wasser

Ofen auf 180°C vorheizen. Eine große Backform (1,5 l Inhalt) oder 8 kleine hitzefeste Förmchen (ca. 8 cm Durchmesser) bereitstellen.
Äpfel schälen, entkernen und in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Zitronensaft und brauner Zucker untermischen.
Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen, bis sie zischt. Die Apfelzuckermischung zugeben und eine Weile köcheln lassen, ohne zu viel herumzurühren (sonst zerfallen sie). Erst wenn der austretende Saft ziemlich verdunstet ist, umrühren. Die Äpfel sollten leicht anbräunen und der Zucker an manchen stellen leicht karamellisiert sein.
In die Backform/Förmchen geben. Angebackenen Zucker mit etwas Waser und/oder Zitronensaft und einem Spatel lösen und ebenfalls zu den Äpfeln geben.
Für die Streusel werden Mehl und Butter mit den Fingern in einer Schüssel miteinander verrieben, bis keine Butterstückchen mehr sichtbar sind. Dann wird der Zucker grob untergemischt und diese Mischung mit dem Wasser beträufelt. Vorsichtig Kneten, bis sich zusammenhängende Streusel bilden.
Über den Äpfeln verteilen und im Ofen goldbraun backen. Bei der großen Form dauert das 40 bis 50 Minuten, die Einzelförmchen brauchen  nur ca. 35 Minuten.

Wer mag, schlägt noch einen Becher Schlagsahne luftig auf (aber nicht steif), gibt ein bis 2 Teelöffel Vanillezucker dazu und serviert das zu den Crumbles.