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Zwei gar nicht so einsame Wölfe


 
..endlich durfte ich wieder ein bisschen kneten. Kurz vor, während und nach dem Umzug war bisher leider so gar keine Zeit für irgendwelche Zuckermodellierungen. Aber ich hatte noch ein Versprechen an zwei liebe Mitbloggerinnen einzulösen. Als ich nämlich vor langer langer Zeit den kleinen Löwen für Benni zeigte, fragten diese beiden lustigerweise gleichzeitig nach, ob ich auch schon mal einen Wolf modelliert hätte. Jetzt nahm ich mir einfach mal die Zeit - meine Mädels wollten auch mitmachen und einen Wolf für sich. So hätten wir insgesamt ein ganzes Wolfsrudel von 4 Stück gehabt. Aber sie waren nicht ganz so geduldig und sind nach dem Kopf lieber zu Blümchen und Zuckerknete vernichten (naschen) übergegangen.




So gingen nach ein paar Tagen Trocknungszeit kurz nach Pfingsten 2 Wölfe als Überraschungspäckchen auf Wanderschaft, einmal zu Maren von MaLus Köstlichkeiten in den hohen Norden und einer zu Katrin von Geschmackssinn  nach Berlin.

Da ich weiß, dass sie gut angekommen sind, zeige ich sie jetzt auch mal.

Himbeerschokowürfel mit oder auch ohne Tonkabohne

Es war Pfingsten und ich wollte ein bisschen was "tortiges" machen. Mitten in der Erdbeersaison hatte ich natürlich auch was mit Erdbeeren geplant - und zwar diese wunderbaren Erdbeertörtchen von Matthias Ludwigs, die es lustigerweise bei Maren auch an Pfingsten gab.
Aber dann hatte ich vergessen, Zitronen einzukaufen - bei uns im Dorf gibt es keinen Laden und nur extra wegen Zitronen ins Auto (und das noch bei hochsommerlichen Temperaturen damals), das ist ja auch blöd. Deshalb ging es wieder an die Vorräte und in Richtung Bücherregal.



Es sollte was fruchtiges werden und es waren noch reichlich TK-Himbeeren vorhanden. Himbeeren und Schokolade sind eine klassische Kombination, die mir schon oft untergekommen ist, die Tonkabohne wollte ich einfach mal dazu ausprobieren. Aus mehreren verschiedenen Rezepten habe ich mir dann  letztendlich diese Würfel zusammengebastelt. Wer mag, gibt die Tonkabohne in die Schokocreme, wer nicht, kann sie auch ersatzlos draußen lassen. Schokomousse schmeckt auch pur gut.

Dabei habe ich eine neue Schokomoussetechnik ausprobiert, die sehr gut geklappt hat und auch einen echten Wiener Boden gebacken, der wohl doch so langsam aber sicher meinem bisherigen Standardbiskuitrezept (mit Wasser) den Rang abläuft. Er schmeckt irgendwie feiner und "eleganter".

Zum Glück haben sie gar nicht nach Notlösung geschmeckt, sondern einfach nur so lecker, daß sogar unsere Große noch einen zweiten verlangte.

Wir haben ungefähr 10 Würfel mit einer Größe von ca. 7 x 7 cm herausbekommen. Also jetzt keine Riesenmenge. Aber so hatte ich nach 2 Tagen wieder Grund zum Backen und Torte schmeckt allzu alt ja auch nicht mehr so lecker.


Himbeerschokowürfel

 
Wiener Schokoladenbiskuit:
3 Eier
120 g Zucker
1 Prise Salz
100 g Weizenmehl Type 405
18 g Kakaopulver
20 g flüssige Butter
 
Schokomousse:
150 g Sahne
60 g Zartbitterkuvertüre (bei mir 52% Kakaogehalt)
1/4 Tonkabohne, fein gerieben
 
Himbeermousse:
125 g Himbeeren (TK oder frisch)
200 g Sahne
75 g Zucker
4 g gemahlene Gelatine
Saft einer Zitrone
 
Ganache zum Verzieren:
30 g Sahne
30 g Zartbitterkuvertüre (bei mir 52% Kakaogehalt)
 
Zuerst den Schokoladenbiskuit herstellen.
Dazu den Ofen auf 180° C vorheizen und einen rechteckigen Backrahmen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen. Meinen Rahmen habe ich auf die Größe 28 x 35 cm eingestellt.
In der Küchenmaschine mit dem Schlagbesen die Eier mit dem Salz zuerst kurz durchschlagen. Dann auf höchste Stufe stellen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Ungefähr 10 Minuten schlagen, bis eine helle, sehr schaumige Masse entstanden ist.
Mehl mit dem Kakao mischen, auf die Eimasse sieben und vorsichtig unterheben.
Zum Schluss die flüssige Butter zugeben und ebenfalls unterheben.
In den Backrahmen geben, glattstreichen und ungefähr 20 Minuten backen.
Zum Abkühlen auf ein Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.
 
In der Zwischenzeit können beide Mousses vorbereitet werden.
 
Für die Schokoladenmousse die Schokolade bei niedrigster Temperaturstufe in einem kleinen Topf auf dem Herd schmelzen (die Temperatur darf nicht 35°C überschreiten). Geschmolzene Schokolade von der Hitzequelle nehmen.
Sahne mit der geriebenen Tonkabohne steif schlagen und 1/3 davon unter die flüssige Schokolade rühren. Diese Masse dann unter die restliche Sahne heben und kühl stellen.
 
Für die Himbeermousse die Gelatine 5 Minuten in 2 EL Wasser einweichen. Die Himbeeren mit Zucker und Saft in einen kleinen Topf geben und unter rühren nur solange erwärmen, bis die Himbeeren zerfallen. Himbeeren mit einer Gabel oder ähnlichem vollständig zerdrücken. Gelatine in die warmen Himbeeren rühren und unter weiterem Rühren auflösen. Abkühlen lassen, bis das Himbeerpüree etwas anzieht. Dann die Sahne steif schlagen und die Himbeermasse unterheben. Ebenfalls kalt stellen.
 
Zusammenbau:
Den Biskuit in 2 lange Streifen von 14 x 35 cm schneiden. Einen davon auf die Servierplatte legen. Die schon recht feste Schokomousse darauf verteilen (sie musste wahrscheinlich mindestens eine Stunde gekühlt werden).
Den zweiten Biskuit darauflegen und darauf die auch schon fester gewordene Himbeermousse darauf verteilen (nicht bis ganz zum Rand, da sie noch etwas breit läuft).
Ich habe versucht, mit einer Palette leichte Wellen zu formen, mann kann sie aber auch nur glatt streichen.
Zur Deko die Sahne mit der Schoko in einen kleinen Topf geben, bei milder Hitze auf dem Herd solange rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist und sich alles homogen verbunden hat. Diese Gananche mit einem Teelöffel auf die Himbeermousse träufeln und das ganze nochmals ungefähr 2 h kalt stellen, bevor daraus Würfel (oder auch  nur Scheiben) geschnitten werden können.
 
Für einen einfacheren Zusammenbau kann man auch einen in der Größe passenden Backrahmen verwenden, ich habe aber keinen und deshalb mal einfach so gestapelt.
 
So schmeckt Schokolade auch in der größten Hitze
 
 




Ein Blick in meine Küche - Behind the Scenes

Ich wollte Euch ja schon lange einen kleinen Blick in meine neue Küche werfen lassen. Aber wie das eben so ist - meistens ist sie nicht aufgeräumt (und wenn, dann bin ich nicht da, also auch nichts mit Bildchen) oder ich denke mal wieder nicht ans Foto machen.
Jetzt gab aber Stephs Aufruf zum Blick in die Küchen und auf den Blogger"arbeitsplatz"den endgültigen Anstoß, wenigstens halbwegs klar Schiff zu machen, die Arbeitsplatten und Schränke zu polieren und die noch etwas kahle Küche ins Netz zu verfrachten.

Behind the Scenes vom 01.06.-30-06-2014

Wie ihr ja vielleicht wisst, ist diese Küche noch nicht lange meine. Wir sind erst Anfang Mai umgezogen. Und da ich mit Wohndekokram nicht so kann, sieht es auch dementsprechend noch nicht ganz so wohnlich und gemütlich aus, wie es mit der Zeit hoffentlich werden wird (im Kindi wird immer fleißig gebastelt, da kommt dann schon noch was zum Ankleben und Hinstellen zusammen - man beachte die Fensterbank über der Spüle, dort stehen immerhin schon zwei gebastelte Blümchen).

Meine Küche vorher war relativ klein und unter dem Dachgeschoss - ohne direkten Blick nach drauße, ziemlich dunkel  und ich musste zum Schnippeln auch bei Sonnenschein meist ein Licht anmachen. Dementsprechend freue ich mich jetzt nicht nur über ein paar der für meine Verhältnisse reichlichen Schubladen, die teilweise sogar noch relativ leer sind (aber sicher nicht allzu lange) und eine schön große Arbeitsplatte, sondern auch fast aufs Spülen.
Denn so einen Ausblick hat nicht jede Spülfrau - Wenn es sein muss kann ich direkt die Feldmäuse auf dem Acker nebenan nassspritzen:


Aber es gab nicht nur mehr Platz in der Küche, auch technisch wurde etwas aufgestockt. Die Mikrowelle, die ich eigentlich nur zum Schokolade schmelzen benutzt habe, wurde aus der Küche verbannt. Dafür habe ich ein neues Spielzeug bekommen - einen Einbaudampfgarer (direkt über dem Backofen). Zu Beginn der Küchenplanung, war das eigentlich nie eine Option, aber ein Küchenverkäufer hat so davon geschwärmt, das ich mich mal näher damit beschäftigt habe. Und bisher sind wir vollauf zufrieden damit, auch wenn ich noch etwas in der Testphase bin.



Auch unser Kochfeld ist mit 80 cm etwas breiter als bisher und mit Induktion ausgestattet (wogegen ich mich zu Beginn sehr gewehrt habe). Deshalb konnten die meisten meiner Töpfe nicht mit umziehen. Die Breite ist sehr praktisch, jetzt kriege ich endlich alle Töpfe auf den Herd ;-) und kann auch schon mal, zumindest theoretisch für eine ganze Kompanie kochen.


Was im Schwäbischen sehr typisch ist, ist das wir neben der Küche eine kleine "Speis", also Vorratskammer haben. Sie befindet sic hhinter der Wand mit den Hängeschränken. Sehr praktisch, da muss man nicht wegen jeder Kleinigkeit in den Keller. Aber sie sieht noch nicht vorzeigbar aus und wird es wohl auch nie sein (Es fehlen noch ein Teil der Regalbretter). Sobald die angebracht sind, wird auch die Brotschneidemaschine aus der Küche rausgestellt werden und der Toaster bekommt auch nicht einen Dauerplatz auf der Arbeitsfläche.



Meine Kochbücher haben nur einen kleinen Platz in der Küche und das Regal hat ein etwas unpraktisches Format. So können die Bücher nicht stehen sondern müssen liegen, was aber irgendwie so unordentlich aussieht. Hier sind auch nur die, die ich zur Zeit am meisten benutze (oder die aus Faulheit nur kurz reingelegt wurden - und dann nie wieder wegkommen).


Der Großteil an meinen Kochbüchern ist in einem separaten Regal ein Stockwerk höher untergebracht. Vor dem Umzug habe ich den Bestand allerdings ein gutes Stück reduziert. Es waren einfach zu viele und einige davon habe ich so gut wie nie benutzt (ich habe sie aber in vertrauensvolle Hände abgegeben, bei mir wird kein Buch entsorgt). Wie man sieht, sind sie bisher aber nur grob sortiert. Es sind immer noch nicht gerade wenige - und auch schon wieder welche dazugekommen - schäm...


Steph möchte auch gern den Blogger"arbeitsplatz" sehen. Damit kann ich aber im Moment noch nicht so richtig dienen - ich habe meinen Lieblingsplatz noch nicht wirklich gefunden. Meist sitze ich am Esstisch und tipple am Laptop rum - am Ende werde ich aber wohl neben dem Kochbuchregal landen, wo mein weißer Tisch steht, der bisher auch immer als Fotountergrund diente (im Moment liegt aber zu viel Krimskrams drauf - man kann weder daran schreiben noch darauf Fotos machen).
Deshalb ist im Moment auch unser Balkon mein Behelfsfotostudie - dort lagerten bis vor kurzem auch 2 Einwegpaletten, die sich wunderbar als Untergrund eigneten (die mein Hausherr aber jetzt leider entsorgt hat. So muss ich da gerade für jedes Foto irgendwie improvisieren und weil es so praktisch ist, nehme ich meist den rohen Betonboden als Untergrund).

Auch mit großartiger Fotoausrüstung kann ich nicht dienen - ich habe weder Reflektor noch Diffusor oder Beleuchtungszubehör. Und die "Props" halten sich auch in Grenzen. Sie bestehen aus einer Handvoll Tellern, ein paar Geschirrtüchern aus dem täglichen Gebrauch, 2 Teelöffeln und nur ein bisschen Zusatzkram wie einem schicken Tortenständer aus Porzellan oder dem Drahtkuchenständer, den ich oft für Muffins nehme. Der ganze Kram passt noch ganz gut in eine Kiste. Manchmal hätte ich da gerne etwas mehr, aber da bin ich wohl auch zu schwäbisch (ich will jetzt nicht geizig schreiben, was uns ja nachgesagt wird) um mir teures Zeug anzuschaffen, das nur auf Fotos zu sehen ist. Aber so schicke alte verschnörkelte Löffel und Kuchengabeln würden mir schon gefallen...

Das wars bei mir eigentlich. Ich hoffe, hier habt bis zum Ende durchgehalten.
Auf jeden Fall habt ihr euch dafür aber eine süße Erfrischung verdient :

 
 
Ich hoffe, euch hat mein kleiner Einblick gefallen,



Sauer macht lustig und dieses Zitronen-Sahneeis auch noch glücklich

Kennt ihr auch diese Zitronen-Buttermilcheishörnchen, die man am Kiosk kaufen kann? Das war früher immer mein Lieblingseis. In der Zwischenzeit mag ich das Eis selbst zwar auch noch sehr gerne, dieses kaugummiähnliche gelbe Etwas, das von manchen Herstellern als Zitronensauce dazu reingestrudelt wird aber eher weniger.

Zitronensahneeis selbstgemacht

Dieses Eis hier schmeckt so ähnlich, nur irgendwie besser. Gleichzeitig zitroniger und sahniger, aber mit einer weniger schaumigen Konsistenz. Also eher wie in einer Eisdiele.
Diese Sorte wanderte auch bei meinen Mädels gleich ganz oben auf die Beliebtheitsliste. Ich hatte ihnen einen Teil davon frisch aus der Eismaschine in Eislollieformen abgefüllt und sie schleckten sich munter durch den kleinen Vorrat. Und die bei ihnen nicht so ganz beliebte Eiswaffeln konnten sie sich dabei sparen - nur das Gekleckse dabei nicht ;-)

Und weil das Eis so lecker und erfrischend ist, darf es auch noch beim Eisevent von Sonnensofie mitmachen.

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Das Rezept ist wieder aus dem Buch "Das beste Eis der Welt " von Jeni Britton Bauer und ergibt auch ohne Ei ein sehr cremiges Eis. Ich habe nur etwas mehr Speisestärke als im Originalrezept verwendet, da ich mich kurz verlesen hatte ( 2 EL statt 1 EL und 1 TL), das Eis ist aber trotzdem was geworden und man schmeckt sie auch nicht raus.


Zitronen-Sahne-Eis

Grundmasse Eis:
450 ml Vollmilch
2 EL Speisestärke
40 g Frischkäse (mit Raumtemperatur)
300 g Sahne
150 g Zucker
2 EL Honig (im Original Glukosesirup)
1 Prise Salz
Schale von 2 gewaschenen unbehandelten Zitronen, mit dem Sparschäler in Streifen abgeschält
 
Zitronensirup:
120 ml frisch gepressten Zitronensaft
2 EL Zucker
 
Zuerst den Sirup herstellen.
Dazu den Zitronensaft mit dem Zucker in einem kleinen Topf mischen und aufkochen lassen. Rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Sobald der Topf noch handwarm ist, in den Kühlschrank stellen. 
 
In dieser Zeit kann wieder die Eisbasis hergestellt werden.
Dazu 4 EL der Milch abnehmen und mit der Speisestärke in einer kleinen Schüssel glatt rühren.
Die restliche Milch, Zucker, Sahne, Zitronenschalen und Honig in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und 4 min kochen lassen.
Die angerührte Speisestärke einrühren und nochmals 1 min aufkochen lassen, bis die Mischung deutlich andickt.
Frischkäse in der kleinen Schüssel mit dem Salz glatt rühren und einen kleinen Teil der heißen Milchmischung unterrühren. Dann dieses in den großen Topf geben und gut verrühren.

Im Kühlschrank oder besser in einem Eisbad komplett abkühlen lassen, dann die Eisbasis durch ein Sieb streichen, um die Zitronenschalen zu entfernen. Die Basis in die Eismaschine geben und anschalten. Den Zitronensirup in einem dünnen Strahl einlaufen lassen und das Ganze nach Herstelleranleitung gefrieren.
Verschließbare Vorratsbehälter am besten auch schon vorher in den Tiefkühlschrank stellen und nur kurz wieder herausnehmen, um das fertige Eis darin abzufüllen.










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Zimtschneckendampfnudeln mit selbstgemachter Vanillesauce

Hab ich euch schon von meinem neuen "Spielzeug" in der Küche erzählt? In der neue Küche steht nämlich auch ein Einbaudampfgarer, der jetzt so langsam aber sicher auf Herz und Nieren geprüft wird. Nachdem ich schon ausgiebigst Gemüse, Reis und Kartoffeln (und auch etwas Fleisch) darin gekocht habe, sollte es jetzt auch endlich mal was nicht-herzhaftes sein.

Und da kam mir Stefanies Blogevent zum Hefeteig gerade recht. Gerade an dem Tag, als sie ihre Ankündigung veröffentlichte, hatte ich mir nämlich was zufällig passendes für den Dampfgarer ausgedacht. Wir machen öfters mal Dampfnudeln mit Apfelkompott, wie hier direkt in einem Topf. Nur das in der Zwischenzeit meine Fräuleins die Äpfel dazu nicht mehr unbedingt wollen (wir haben gerade mal wieder eine pingelige Phase und Apfelmus mit den klitzkleinsten Stückchen geht ja mal so was von gar nicht -  Mama wie kannst du nur!!!!).

Banner Hefeteig

Meine Gedanken schwebten von Dampfnudel pur - was mir zu langweilig war - über Dampfnudeln mit Vanillesauce zu anderen Gewürzen. Und dann hatte ich endlich die Erleuchtung: Warum nicht mal den Dampfnudelteig ausrollen, eine Zimtschneckenfüllung darauf verteilen und dann einfach die Zimtschnecke zur Dampfnudel machen?

Gesagt, getan und das Ergebnis kann sich ganz gut sehen (und schmecken) lassen. Der einzige Haken ist, das es aus dem Dampfgarer nicht die schöne knusprige braune Schicht an der Unterseite gibt, die viele so gerne mögen - aber die gibt es bei unseren Apfeldampfnudeln auch nicht.
Und wer keinen Dampfgarer hat kann das ganze auch auf die herkömmliche Weise machen und die Schnecken in lauwarme Milch setzen und zuerst auf dem Herd und dann im Backofen garen.

Im Rezept findet ihr beide Vorgehensweisen, dann kann sich jeder die seinige raussuchen.
Das Rezept reicht für 6 hungrige Personen.

Das Vanillesaucenrezept stammt von Michel Roux aus seinem Buch "Süßes: 150 Törtchen und Desserts " und ist das beste, das ich kenne. Probiert es mal aus - man braucht nicht unbedingt Zimtschneckendampfnudeln dazu. Obwohl es natürlich sehr gut passt ;-).


Zimtschneckendampfnudeln mit selbstgemachter Vanillesauce

 
Teig:
250 ml Milch, Zimmertemperatur
25 g Hefe
30 g Zucker
500 g Mehl
2 Eier
etwas Salz
80 g weiche Butter
 
Füllung:
50 g Butter, geschmolzen
ca. 2 EL Zimt
4 EL brauner Zucker (oder mehr, je nach Geschmack)
 
Vanillesauce:
500 ml Milch
125 g Zucker, geteilt in 80 und 45 g
1 Vanilleschote, längs halbiert
6 Eigelb (die Eiweiße anderweitig verwenden, sie lassen sich auch sehr gut einfrieren)

Zuerst wird der Hefeteig hergestellt. Dazu das Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde formen. In diese Mulde werden die zimmerwarme Milch, Zucker und die zerbröselte Hefe gegeben. Gut verrühren, dabei darf auch etwas Mehl mit eingearbeitet.
15 Minuten stehen lassen.

Die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einem homogenen, elastischen Teig verkneten. Das kann bis zu 10 Minuten dauern, auch mit dem Knethaken im Handrührgerät oder in der Küchenmaschine.

Den Teig mit einem leicht angefeuchteten Tuch abdecken und 45 bis 60 Minuten gehen lassen (das Volumen sollte sich verdoppelt haben).

Den Teig auf eine Arbeitsfläche geben, nochmals kräftig durchkneten und 5 Minuten ruhen lassen.
Ungefähr 1 cm dick zu einem großen Rechteck ausrollen.

Mit der Butter bestreichen. Zimt aufstreuen. Wenn nicht überall eine dünne Zimtschicht ist, einfach mehr verwenden. Zucker darüber streuen (auch hier sollte überall was davon sein).

Von der längeren Seite des Rechtecks aus möglichst eng zu einer langen Rolle aufrollen.
Diese in ungefähr 24 dicke Scheiben schneiden (waren bei mir ungefähr 6 cm hoch).

Garen im Dampfgarer:
Das ungelochte Blech dünn mit Butter ausstreichen.
Die Schnecken mit leichtem Abstand (1 cm) in das Blech setzen. Nochmals mit dem feuchten Tuch abdecken und 20 Minuten gehen lassen.
In den Dampfgarer schieben und die Temperatur auf 100°C stellen.
Einschalten.
Meine Dampfnudeln haben 30 Minuten gebraucht, bis sie gar waren, aber das kann von Dampfgarer zu Dampfgarer unterschiedlich sein

Konventionell mit Herd und Backofen:
Hierbei werden nochmals 250 ml Milch und 30 g Zucker benötigt.
Der verwendete Topf sollte ungefähr einen Durchmesser von 30 cm und hitzefeste Griffe und Deckel haben.
Milch und Zucker im Topf auf 35° C erwärmen. (Kann man gut testen: sie darf sich an der Unterlippe nicht warm anfühlen).
Die Schnecken hineinsetzen. Deckel auflegen und 20 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit den Ofen auf 180°C vorheizen.
Dann die Dampfnudeln auf mittlerer Temperaturstufe auf dem Herd im Topf bei geschlossenem Deckel 10 Minuten garen.
Anschließend  (Deckel immer zu lassen) den Topf im heißen Backofen noch 35 Minuten backen.

In der Zwischenzeit kann die Vanillesauce hergestellt werden.
Dazu die Vanilleschote der Länge nach halbieren. Das Mark herauskratzen und zusammen mit der Milch, 80 g Zucker und dem Rest der Vanilleschoten in einem kleinen Topf zum Kochen bringen.

In der Zwischenzeit die Eigelbe und 45 g des Zuckers mit einem Schneebesen (oder dem Handrührgerät) schaumig rühren.  Die Eigelbmasse sollte hellgelb und dicklich-schaumig werden.
Die sehr heiße Milch unter ständigem Rühren zu den Eigelben geben, dann die entstandene Creme zurück in den Topf geben.
Bei milder Hitze auf 85°C erwärmen (zur Rose abziehen) und dabei nicht mehr Aufkochen lassen (sonst kann es sein, das es Rührei statt Vanillesauce gibt).

Beides Zusammen noch warm servieren und dabei glücklich lächeln, weil es so lecker geworden ist.

Uns schmecken Reste auch immer kalt, aber das ist nicht jedermanns Fall. 
 


Bananenkuchen mit Karamellsauce

Kennt ihr sie auch die einsamen Bananen, die sich in der Obstschale schwarz ärgern, weil sie nicht gegessen werden?
Dieser Kuchen ist eine gute Gelegenheit, sie zu besänftigen los zu werden.
Wie schon so oft von mir geschrieben, bin ich kein Bananenkuchenfan, aber manchmal gibt es fast keine andere Möglichkeit mehr, die Dinger an den Mann (oder das Kind)zu bringen.
Trotzdem hatte es dieser Kuchen auf meine Nachbackliste geschafft, wahrscheinlich wegen der Karamellsauce. Und mehr als genügend Bananen waren auch da.


Jetzt kann ich ihn abhacken. Und ich muss sagen, geschmacklich hat er mir sogar gut gefallen (da die Bananen gar nicht so deutlich rauszuschmecken sind).
Es gibt allerdings zwei große "Aber":
Der Rest der Mitesser war nicht so angetan (sie sind aber im Gegensatz zu mir keine so großen Karamellfans).
Und optisch ist der Kuchen im Anschnitt auch nicht besonders schön. Er ist mir zwar nicht "runtergesetzen", aber er sieht an vielen Stellen durch die nur grob zermatschten Bananen so aus. Dort wirkt der Kuchen dann eben wie nicht aufgegangen.

Und dann habe ich noch festgestellt, dass diese Zuckerperlen ja fast allgemeingefährlich sind. Wenn man unvorsichtigerweise direkt darauf beißt, könnte man ja auch direkt in einen Stein beißen. Die kommen wohl nicht mehr so schnell zum Einsatz, auch wenn sie sehr hübsch anzusehen sind.

Wer aber Karamell und Bananen mag wird diesen Kuchen auch sehr gerne mögen.

Das Originalrezept stammt aus dem Buch Die Backbibel. Ich habe allerdings die Teigmenge halbiert und so statt einer Form mit 28 cm Durchmesser nur eine mit 20 cm genommen. Und die Karamellmenge (ich kenn ja schließlich meine Pappenheimer) geviertelt - aber auch mir hat die Saucenmenge vollauf genügt. Die Herstellung der Sauce habe ich verschnellert und auf das Herstellen eines Zuckersirups und das dann zeitintensive Auskochen des Wassers verzichtet. Mir ist der direkte Weg lieber und das Ergebnis ist das gleiche.


Bananenkuchen mit Karamellsauce

125 g Butter, weich
150 g Zucker
1 Prise Salz
1/4 TL Vanille, gemahlen
2 Eier
100 g Saure Sahne
150 g Mehl (Type 405)
1 TL Backpulver
1 Banane
10 g brauner Zucker

Karamellsauce:
50 ml Sahne
75 g Zucker
20 g Butter
 
Ofen auf 180°C vorheizen, eine Springform mit 20 cm Durchmesser ausfetten und mit Mel ausstreuen
 
Für den Teig Butter und Zucker mit der Vanille und Salz schaumig rühren. Eier einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl und Backpulver mischen. Abwechselnd in ca. 3 Portionen mit der sauren Sahne zugeben und jeweils gut unterrühren.
Zum Schluss die Banane mit einer Gabel grob zerkleinern und unterheben.
 
Den fertigen Teig in die Form geben und ca. 50 Minuten backen (Garprobe nicht vergessen). Den Kuchen kurz abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf die Servierplatte stellen.
 
Ungefähr 10 Minuten, bevor der Kuchen aus dem Ofen kommt, die Karamellsauce zubereiten.
Dazu die Sahne in einem kleinen Topf (oder der Mikrowelle) erhitzen. Den Zucker in einer dünnen Schicht auf den Boden eines weiterenTopfes streuen. Bei mittlerer Hitze erwärmen und ohne zu Rühren, goldbraun karamellisieren lassen. Wenn die gewünschte Farbe erreicht ist, sofort vom Herd ziehen und die Sahne zugeben(Vorsicht, spritzt!).
Mit einem Holzspatel gut unterrühren, bis eine homogene Mischung entsteht (ggf. nochmals leicht erwärmen).
Ungefähr 3 Minuten abkühlen lassen, dann die Butter zugeben und erneut glatt rühren.
 
Wenn der Kuchen ungefähr 10 Minuten aus dem Ofen ist, wird dieser mit einem Schaschlikstäbchen ungefähr 30 Mal eingestochen und mit der noch relativ dünnflüssigen Karamellsauce übergossen. Bis zum Rand streichen und noch nach Wunsch verzieren. Es würden sich z.B. auch Bananenchips gut darauf machen.

Cayucos Cookies (Schoko-Erdnussbutter-Cookies)

Habt ihr auch es schon bemerkt? Obwohl hier der Ofen im wahrsten Sinne des Wortes heiß läuft, gibt es, wenn ich mich richtig erinnere, bisher nur ein Cookierezept im Blog. Das musste dringend geändert werden, vor allem weil meine Mädels gerade sehr viel lieber Kekse als Kuchen essen.
Deshalb habe ich mich auch ganz schnell ans Backen gemacht und dieses schon lange auf der Nachbackliste stehende Rezept von Nicole Stich aus ihrem Buch "Sweets: Himmlische Verführungen für den ganzen Tag " herausgekramt.
Bisher war ja alles aus dem Buch sehr gelungen und lecker (die Salzburger Nockerl verschweige ich jetzt lieber, denn es war meine Schuld, dass daran nichts nockerliges mehr war, als sie total zusammengefallen waren).


Ich stellte mir die eigentlich schon klassische Kombination Schoko-Erdnussbutter sehr lecker vor (ich muss zugeben, bei uns gibt es manchmal Erdnussbutter aufs Brot und noch etwas Nutella drüber...).

Aber ich war von den fertigen Keksen doch etwas enttäuscht. Bei den Keksen dominiert absolut der Schokoladengeschmack. Ich konnte nur die Erdnusstückchen oben drauf schmecken, im Teig selbst war für mich nicht erdnussiges wahrnehmbar. Auch die Konsistenz war nicht so ganz meins, vor allem frisch gebacken. Sie waren irgendwie kompakt und ziemlich fest (aber manche mögen sie ja so)Am nächsten Tag habe ich sie fast besser gefunden, da waren sie etwas mürber geworden.

Andere Blogger haben sie hoch gelobt, vielleicht war deshalb meine Erwartung einfach zu groß.

Wer sie also schon mal gebacken hat oder sie jetzt nachbäckt, darf mir liebend gerne seine Meinung dazu schreiben. Ich bin gespannt!


Cayucos Cookies

200 g Zartbitterschokolade
100 g cremige Erdnussbutter
100 g Zucker
50 g brauner Zucker
2 Eier
ca. 1/4 TL Salz
100 g Mehl

zum Wälzen: 50 g grob gehackte gesalzene und geröstete Erdnüsse

Backofen auf 180°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Schokolade fein hacken und in einer hitzefesten Schüssel über einem heißen Wasserbad schmelzen.

Erdnussbutter, Zucker und brauner Zucker cremig rühren. Eier dazugeben und in ca. 3 Minuten etwas aufschlagen. Dann Salz und Mehl mischen sowie unterrühren. Zum Schluss Mehl und Backpulver mischen und ebenfalls unterrühren.

Die gehackten Erdnüsse in eine kleine Schüssel geben.

Mit Hilfe von einem Teelöffel walnussgroße Portionen vom Teig abnehmen, zu Kugeln rollen und in den Erdnüssen wälzen.

Mit etwas Abstand auf die Bleche setzen und leicht flach drücken und in 13 bis 14 Minuten nur so lange backen, bis sie noch nicht ganz durchgebacken sind. Vor dem Verzehr ganz Abkühlen lassen.





Unsere Lieblingswaffeln und der Pfingstlümmel

Vor einer Weile war meine jüngste Schwester zu Besuch und es gab Kartoffelwaffeln. Sie haben ihr geschmeckt, aber sie hat sich auch beschwert, dass mein normales Waffelrezept noch gar nicht verbloggt habe.


Mir war das noch gar nicht aufgefallen und als es dann wieder Waffeln gab, hab ich schnell mal ein Foto gemacht, damit meine Schwester bald die allerbesten Waffeln essen kann. Und außerdem gibt es sie auch wahrscheinlich heute, da bei uns ringsum überall Markt ist. Und wir werden auch dorthin gehen - aber nicht allzu lange, weshalb es ein schnelles Mittagessen geben sollte.

Denn bei uns im Dorf gibt es eine besondere Tradition. Die Jungs aus der 4. und 8. Klasse ziehen als "Pfinsgtlümmel" verkleidet in 2 Altersgruppen durchs Dorf und sammeln mit dem Spruch "Weiber, Weiber Oier raus, sonscht kommt der Marder ens Hennahaus. Dr Marder isch a grimmigs Tier, der frisst nämlich mehr als mir" Eier (und inzwischen noch lieber Süßigkeiten). Sämtlicher männlicher Nachwuchs ab Grundschulalter geht auch mit - mit genau festgelegten Aufgaben.Da unser Dorf recht winzig ist (und wahrscheinlich sogar mehr Kühe als Einwohner hat) sind die Gruppen nicht allzu groß und es gibt jedes Jahr meist nur pro Altersgruppe 1 bis 2 Pingstlümmel (die Jungs stecken unter einem mit Buchenästen verhüllten und Frühlingsblumen dekorierten Gestell). Diese Lümmel treiben es manchmal recht wild und werden deshalb von den "Bauern" (im Bauernhemd und mit Schellenriemen) in Schach gehalten, indem sie mit einer Art Hundeleine zumindest ein bisschen zurückgehalten werden. Und dann gibt es noch die "Sammler", die von Haus zu Haus gehen und die Eier/Süßigkeiten einsammeln.
Ist der Dorfrundgang beendet, dann wird die Beute gerecht verteilt und die Jungs gehen hungrig nach Hause. Bei mir würden sie dann heute mit dem hier verköstigt:

den Lieblingswaffeln aller hier - und aller die sie jemals probiert haben.
Das Rezept stammt aus dem Buch Anniks göttliche Kuchen von Annik Wecker und ist eigentlich unser Standardrezept für Waffeln. Obwohl ich immer wieder auch andere ausprobiere, meine beiden Süßen wünschen sich immer genau diese. Und am liebsten mit Apfelmus und diiiiick mit Puderzucker bestäubt (eigentlich schon drin gebadet).


 

Unsere Lieblingswaffeln

 

180 g weiche Butter
200 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
4 Eier
400 g Mehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz
ca. 350 ml Milch

Butter mit Zucker und Vanille schaumig schlagen. Nacheinander die Eier jeweils für ca. 30 Sekunden unterrühren.
Mehl, Backpulver und Salz mischen und abwechselnd mit der Milch unter die Butter-Ei-Mischung rühren.
Der Teig sollte ziemlich zähflüssig sein. Bei Bedarf etwas mehr Milch einrühren.

Im heißen Waffeleisen bis zum gewünschten Bräunungsgrad ausbacken , mit einer Gabel herausnehmen und direkt servieren.

Das Rezept ergibt ungefähr 12 Waffeln.



Rhabarber-Joghurteis mit einem Hauch Honig

Diesen Monat wird es bei Zorra vom Kochtopf und ihrem monatlichen Blogevent frisch und griechisch. Sie sucht nämlich Rezepte mit griechischem Joghurt.

Blog-Event XCIX - Rezept mit Joghurt nach griechischer Art plus 10 Elinas Probierpakete für Blogger und Leser zu gewinnen (Einsedeschluss 15. Juni 2014)


Griechischer Joghurt eignet sich besonders gut zum Herstellen von Eis oder auch Frozen Joghurt. Er ist nämlich bereits ein so genannter "Abtropfjoghurt". Das heißt, man kann sich das etwas lästige "Sieb-mit einem Mulltuch-auslegen-und-über-Nacht-in-den-Kühlschrank-stellen" sparen. Das wäre nämlich für ein richtiges Frozen Joghurt nötig. Durch das Abtropfen des Wassers (also Senkung des Wassergehalts) wird nämlich nicht nur der prozentuale Fettgehalt, sondern auch der Eiweißgehalt im Joghurt erhöht. Und dadurch hat er eine höhere Trockenmasse in der Eisgrundmasse als mit normalem oder nicht abgetropften Joghurt, was wiederum eine bessere Cremigkeit des Eises bewirkt.


 
Theoretisch könnte man auch normalen Joghurt nehmen. Allerdings braucht ihr dann aber ungefähr 1 kg Naturjoghurt und solltet ihn dann eben in einem mit einem sauberen Passier- oder Mulltuch ausgelegten Sieb (das in eine große Schüssel gehängt wurde) über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen. Macht man das nicht, wird das Joghurteis sehr fest und hat kleine Wasserkristallen, vom Geschmack her ist es eher wässrig.

 
Man kann auch sehr gut am Rohstoffaufwand bei der Herstellung von griechischem Joghurt sehen, warum Fett- und Protein- (Eisweiß-)gehalt höher sind. Um 1 Kilogramm griechischen Joghurt herzustellen, werden ca. 4 l Milch benötigt (wobei eben vor allem Eiweiß, aber auch Fett durch das Abtropfen im Joghurt bleiben). Für einen konventionellen "deutschen" Joghurt braucht die Molkerei aber nur 1 l Milch. Da könnt ihr auch sehen, woher (zumindest ein Teil) des Preisunterschiedes herkommt.
 
Nu aber endlich Schluss mit der Klugscheißerei und ein paar Worte zum Eis.
Grundlage war ein Rezept von Jeni Britton Bauer, dass ich schon vor 2 Jahren gemacht habe, damals mit selbst abgetropftem Joghurt (hier werden dann 1 kg normaler Joghurt gebraucht, die man abtropfen lässt. Von der verbliebenen Joghurtmasse im Sieb werden dann 400 g benötigt).
 
Diese Mal habe ich es soweit verändert, dass ich eben griechischen Jogurt genommen habe und statt Glucosesirup Honig (was ja sehr gerne zu griechischem Joghurt serviert wird).
Mir gefällt das Eis geschmacklich sehr gut: Frisch, leicht säuerlich und doch cremig und etwas sahnig. Der Rhabarbergeschmack ist deutlich wahrnehmbar, aber nicht so dominant. Bei mir essen dieses Eis deshalb auch diejenigen, die Rhabarber in Kuchenform eigentlich gar nicht mögen -also praktisch alle außer mir ;-)
 


Rhabarber-Joghurt-Eis

Grundmasse Eis:
400 g griechischer Joghurt
350 ml Vollmilch
2 EL Speisestärke
60 g Frischkäse (mit Raumtemperatur)
120 g Sahne
150 g Zucker
2 EL Honig
 
Rhabarberkompott:
250 g frischer Rhabarber, geschält und in 2 cm lange Stücke geschnitten
70 g Zucker
 
Zuerst das Kompott herstellen.
Dazu den Ofen auf 150° C vorheizen. Den Rhabarber mit dem Zucker in einer kleinen Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) mischen und dann 45 Minuten lang im Ofen backen. Immer wieder mal umrühren, dann zerfällt der Rhabarber schön.
nach Ablauf der Backzeit herausnehmen und komplett abkühlen lassen.
 
In dieser Zeit kann die Eisbasis hergestellt werden.
Dazu 4 EL der Milch abnehmen und mit der Speisestärke in einer kleinen Schüssel glatt rühren.
Die restliche Milch, Zucker, Sahne und Honig in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und 4 min kochen lassen.
Die angerührte Speisestärke einrühren und nochmals 1 min aufkochen lassen.
Frischkäse in der kleinen Schüssel glatt rühren und einen kleinen Teil der heißen Milchmischung unterrühren. Dann dieses in den großen Topf geben und gut verrühren.

Das abgekühlte Rhabarberkompott und den Joghurt zugeben. Gut vermischen (es dürfen aber noch einzelne Rhabarberfasern sichtbar sein).
Im Kühlschrank oder Eisbad komplett abkühlen lassen, dann in die Eismaschine geben und nach Herstelleranleitung gefrieren lassen.
Verschließbare Vorratsbehälter am besten auch schon vorher in den Tiefkühlschrank stellen und nur kurz wieder herausnehmen, um das fertige Eis darin abzufüllen.

Jetzt kann der Sommer kommen!




Eine Symphonie in rot weiß - Erdbeer-Frischkäsetorte nach Pierre Hermé

Ich habe das Gefühl, das es gerade wieder ein bisschen "in" ist, richtig aufwendige Torten zu backen. Aber nicht nur mit viel Fondant und Dekokram aufgehübschte, sondern auch "normale", nur eben mit mehreren Cremes oder Teigen und (ich schreib mal jetzt einfach so) halbwegs "naturbelassener" Deko.
Pierre Hermé versteht es, richtige Geschmackssensationen sehr elegant und mit einem gewissen Understatement zu "verpacken".

Diese "Symphonie" (so der Name in seinem Buch pH10) ist noch eines der unaufwendigeren seiner Gebäcke (auch wenn es hier vielleicht nicht so aussieht). Er serviert davon 4 kleine Torten oder 20 Einzelportionen.
Geschmacklich passt alles wunderbar zusammen, sehr locker leichte Frischkäsecreme mit leicht säuerlicher Note, süße Erdbeeren und alles durch die in den verschiedenen Teigen verwendeten Mandeln harmonisch vereint.Und dann wieder ein Spiel mit den unterschiedlichen Texturen (knackige Streusel, weicher Biskuit und Biskuit mit ein bisschen Crunch) und Konsistenzen (Erdbeeren püriert und gekocht im Kompott sowie als Belag frische).



Ich wollte eine normal große Torte (mit 26 cm Durchmesser). Dazu habe ich 3/4 der von Pierre Herme im Rezept verwendeten Menge genommen (er macht kleinere Törtchen und Einzelportionen daraus) -außer für das Erdbeerkompott, das war nur die halbe Menge (als ich das gemacht hatte, habe ich bemerkt, dass nur die halbe Mange wahrscheinlich etwas knapp wäre) und für die Streusel (davon machte ich 1/4).
Wer also das genau richtige Verhältnis will, sollte die Mengen für das Erdbeerkompott x1,5 nehmen.
Die Mengen an Biskuitteig mit Mandelsplittern und Frischkäsemousse waren ansonsten genau richtig, um den Tortenring voll zu bekommen und ein optisch ansprechendes Verhältnis von Durchmesser und Höhe der Torte zu bekommen.

Für den Jocondebiskuit für den äußeren Rand bin ich wieder auf Christophe Felder ausgewichen (ich hatte den von Pierre Herme verwendeten Invertzucker nicht da, außerdem wollte er unendlich viele Eier...), wie schon für den Daquoiseboden der Millefeuille Milena. In diesem Rezept hier hatte er zwar nicht mehr so viele seltsame Zutaten, aber ich wollte nicht herumexperimentieren. Leider hatte ich hier mengenmäßig absolut keine Richtung, und wenn ich zu wenig Masse habe, lässt sich der Biskuit auch nicht richtig in meiner Küchenmaschine zubereiten. Deshalb gibt es hier etwas Biskuitüberschuss (aber so kann man sich die Stellen mit den schönsten Himbeertupfern raussuchen) -oder ihr nehmt nur die Hälfte, dass müsste reichen - dann aber nur auf ein halbes Blech ausstreichen. Aber meine Mädels waren über die Randabschnitte ziemlich glücklich und haben sie gleich verspeist.

Die einzelnen Bestandteile habe ich in der Reihenfolge der Zubereitung aufgeschrieben, nicht in der Reihenfolge des Zusammenbaus. Der ist am Ende des Rezeptes erklärt.

Leider gibt es kein Anschnittbild, zu schnell war die Torte (die ich zur Taufe meiner kleinen Nichte Julia Amelie gemacht habe) verspeist - und dann machte auch noch mein Fotoakku schlapp.


Symphonie


Erdbeerkompottfüllung:
175 g Erdbeeren, halbiert
26 g Zucker
3 g Gelatine, in 2 EL Wasser eingeweicht
42 g Erdbeersaft (vom Pochieren der Erdbeeren)
58 g Erdbeeren, mit dem Stabmixer püriert
4 g Zitronensaft

Streusel:
25 g Zucker
25 g Butter
25 g gemahlenen Mandeln
25 g Mehl
1 Prise Fleur de Sel

Mandelbiskuit mit gerösteten Mandelsplittern:
15 g gehackte Mandeln, in einer Pfanne ohne Fett goldbraun geröstet
100 g gemahlenen Mandeln
75 g Puderzucker
27 g Mehl
126 g Eiweiß ( bei mir von genau 4 Eiern)
50 g brauner Zucker
evtl. etwas Eiweißpulver

Jocondebiskuit mit Himbeersplittern:
2 Eier
2 Eigelb
110 g gemahlene Mandeln
135 g Zucker (geteilt in 85 und 50 g)

2 Eiweiß
50 g Mehl 
1 Handvoll gefrorene Himbeeren

Frischkäsemousse:
37 g Wasser
120 g Zucker
68 g Eigelb (wieder bei mir von genau 4 Eiern)
360 g Frischkäse
22 g Puderzucker
9 g Gelatine (entspricht 1 Päckchen gemahlener Gelatine)
450 g Sahne

Erdbeerbelag:
500 g frische Erdbeeren, in Scheiben geschnitten


Erdbeerkompott:
Ich habe die Erdbeeren halbiert, da es irgendwie so wenige waren. Pierre Hermé lässt sie aber ganz. Die Erdbeeren werden mit 17 g des Zuckers in eine hitzefeste Schüssel gegeben, die auf einen Topf passen sollte, ohne den Topfboden zu berühren. In den Topf Wasser geben ( er Schüsselboden sollte auch dieses nicht berühren) und zum sanften Köcheln bringen. Die Erdbeeren mit Hilfe dieses Wasserbads 45 Minuten lang pochieren (dabei sollte das Wasser ständig köcheln).
Durch ein Sieb gießen, dabei den Saft auffangen (bei mir war es genau die Menge, die ich weiterverwenden musste). Die Erdbeeren im Sieb vollständig abkühlen lassen.
Erdbeersaft mit den pürierten Erdbeeren, 9 g Zucker und Zitronensaft in einem kleinen Topf sanft erwärmen. Die eingeweichte Gelatine darin auflösen.
Erdbeerstücke untermischen
Einen Tortenring auf 21 cm Durchmesser einstellen, auf eine einfrierbare Unterlage stellen und das Kompott einfüllen. Das ganze tiefkühlen.

Streusel:
Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verkneten. Ungefähr 2 Stunden im Kühlschrank aufbewahren, dann den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech krümeln und bei 170°C goldbraun backen. Abkühlen lassen.

In der Wartezeit können die beiden Biskuits gebacken werden:

Mandelbiskuit mit gerösteten Mandelsplittern:
Backofen auf 180°C vorheizen. Boden einer Springform mit 24 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen (oder einen Tortenring entsprechend einstellen).
Gehackte und gemahlene Mandeln, Puderzucker und Mehl vermischen.
Eiweiß (mit einer Prise Eiweißpulver, soweit vorhanden) steif schlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen. Vorsichtig mit einem Gummispatel die Mehl-Mandelmischung unterheben.
In die Springform füllen und 25 Minuten backen.

Joconde-Biskuit:
Backofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Eventuell einen rechteckigen Backrahmen auf ca. 30 x 40 cm Größe einstellen darauf stellen, es geht aber auch ohne.

Eier, Eigelbe, Zucker  (85 g) und geriebene Mandeln in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen der Küchenmaschine ungefähr 15 Minuten stark schlagen, bis eine hellgelbe, nur leicht fließende Creme entstanden ist.
Eischnee steif schlagen und dabei die zweite Zuckermenge (50 g) einrieseln lassen. Mehl auf die Masse sieben und vorsichtig mit einem Spatel unterheben.
In den Backrahmen geben, die direkt aus dem Tiefkühlschrank genommenen Himbeeren in der Hand zerdrücken und die kleinen Stücke darauf verteilen und ungefähr 12 Minuten backen. Der Biskuit sollte auf leichten Fingerdruck nachgeben. Mit einem Messer aus dem Backrahmen lösen und auf ein Kuchengitter stürzen. Abkühlen lassen.


Frischkäsemousse:
Wasser und Zucker in einem Topf vermischen und so lange kochen, bis der Sirup eine Temperatur von 121°C erreicht hat. In der Zwischenzeit die Eigelbe in eine Küchenmaschine geben (mit eingesetztem Schlagbesen; es geht auch mit dem Handrührgerät, allerdings wäre dann eine 3. helfende Hand nicht schlecht).
Kurz bevor der Sirup seine Endtemperatur hat, die Maschine einschalten (auf mittlere Geschwindigkeit). Sobald der Sirup fertig gekocht ist, diesen in einem Schwung zugeben und auf höchste Geschwindigkeit schalten, bis eine sehr luftige hellgelbe Masse entstanden ist. Dann auf kleiner Geschwindigkeit weiterrühren, bis sich die Masse nur noch handwarm anfühlt.
In der Zwischenzeit kann die Gelatine in 2 bis 3 EL Wasser eingeweicht werden.
Den Frischkäse in den bereits oben verwendeten Topf geben, mit dem Puderzucker glatt rühren und auf kleiner Stufe unter rühren sanft erwärmen. Die Gelatine zugeben und in der Frischkäsemasse auflösen.
Zur Ei-Sirupmasse geben und locker unterheben.
Sahne steif schlagen und ebenfalls unterheben.

So, jetzt sind alle Bestandteile fertig, jetzt geht es an den Zusammenbau.
Den runden Biskuit mit den Mandelsplittern auf die Servierplatte legen. Einen verstellbaren runden Tortenring auf ca. 27 cm einstellen und darum herum stellen.
Den Jocondbiskuit mit den Himbeeren der Länge nach in ungefähr 7 cm breite Streifen schneiden und im Tortenring am Rand des Mandelbiskuits aufstellen, so dass er einen äußeren Ring bildet.
Die Hälfte der Frischkäsemousse einfüllen. Die gefrorene Scheibe Erdberrkompott darauf legen und mit der restlichen Frischkäsemousse bedecken.

Das ganze am besten über Nacht, aber mindestens 6 h im Kühlschrank fest werden lassen.

Kurz vor dem Servieren den Tortenring entfernen. Die in Scheiben geschnittenen Erdbeeren fächerförmig in Ringform von außen nach innen auf die Torte legen, dabei innen einen Kreis von 13 cm Durchmesser frei lassen.
Hier werden die Streusel eingefüllt.
Eventuell die Streusel noch mit etwas temperierter weißer Schokolade beträufeln (ich habe weiße Raspelschokolade darauf gestreut).