/

Buchvorstellung: Nigel Slater - Das Küchentagebuch

Bei mir hat diese Buchvorstellung im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern doch etwas länger gedauert. Aber wie sagt man den so schön - gut Ding will Weile haben.


Und auch Nigel Slater hat sein Küchentagebuch auch nicht in einer Woche mal kurz runtergeschrieben. Er begleitet uns nämlich ein ganzes Jahr lang durch die Küche und gibt in der Einleitung selbst zu, dass seine Rezeptnotizen aus seiner privaten Küche, die als Grundlage für dieses Buch dienen, nicht nur aus einem Jahr stammen sondern in mehreren Jahren gesammelt wurden. Ganz so lange habe ich dann doch nicht gebraucht. (Aber so ein Haus zu verputzen mit viel Selbermachen kostet sogar noch mehr Zeit als befürchtet).

Am Anfang hatte ich nach dem ersten Durchblättern kurz das Gefühl, dass ich dieses Mal im Gegensatz zu Tender | Obst* nicht so viel zum Nachkochen finden würde. Auf den ersten kurzen Blick hat mich nur das Rezept auf dem schon bekannten Schiebeeinband gereizt - Pistazien-Zitronen-Kekse. Deshalb habe ich es mir einfach mal in jeder freien Minute geschnappt und von vorne bis hinten durchgelesen (hier handelt es sich eben wieder nicht um ein reines Kochbuch - man muss sich darauf einlassen und darin lesen, um seinen Reiz zu erfahren). Um dann nicht mehr zu wissen, womit ich jetzt anfangen soll und wie ich das zeitlich unterbringe (da wir wie schon geschrieben, gerade am Haus verputzen waren immer noch sind).


Und dann hat mir so nach und nach die liebe Verwandtschaft die Entscheidungen abgenommen.

Ein Schüsselchen späte Johannisbeeren - da waren doch die verführerischen Beeren-Mandeltörtchen.
Eine größere Tüte nicht mehr ganz so hübscher Birnen - Birnen-Haselnusskuchen oder doch lieber das Haferflocken-Schoko-Crumble mit Birnen?
Ein verstaubtes Glas Orangenmarmelade, von der Kleinen angeschleppt - irgendwo in dem Buch wird das doch für ein Eis verwendet...

Und so wurde meine Liste an zu Backendem/Kochenden und Nachgemachtem schnell länger und länger. Auch wenn ich das Eis noch nicht gemacht habe (trotz dicker Staubschicht darauf ist die Marmelade noch ein gutes Jahr haltbar) es steht auch auf der Das-mache-ich garantiert-Liste.

Dieses Mal nimmt uns Nigel Slater an die Hand und mit in seine Küche und den angrenzenden Garten. Monat für Monat können wir ihn begleiten und erfahren dabei nicht nur viel über saisonales Kochen (auch wenn die Erntezeiten in GB wohl ein bisschen von unseren abweichen), sondern nehmen auch an seinem Küchenumbau teil oder erfahren von seinen Reisen nach Skandinavien und den folgenden Anstrengungen, die dortigen Genüsse in seiner Küche nachzubauen.


Mich hat das ganze Buch an einen gedruckten Blog erinnert. Es ist nämlich wieder gespickt mit vielen kleinen Geschichten und Gedanken rund um die Küche und Nigels Küchengarten. In den Texten findet man neben Unterhaltsamem zu Küchengeräten oder dem zu Erledigendem im Küchengarten noch zahlreiche Tipps und Tricks eines auf dem Boden gebliebenen Profikochs, dann folgt meist das Rezept. Überwiegend so wie man es kennt mit Zutatenliste und Anleitungstext, manchmal aber auch nur grob als Richtlinie aufgeschrieben. Und das ganze im Jahresverlauf geschrieben, beginnend mit einer wärmenden Suppe aus Speck und Sellerie sowie Cidre-Brot zum 1. Januar und endend mit einem Tamarinden-Fisch-Curry zu Silvester.

Und diese Bodenständigkeit des Kochs zieht sich auch durch die ganzen Rezepte in diesem Buch, wie er selbst schreibt findet man hier "nichts überkandideltes". Fast durchweg schnelle und einfache Rezepte für den Alltag eines Berufstätigen, der sich meist abends noch schnell was kocht, aber immer mit dem gewissen Extra. Und weil es eben Rezepte sind, die Nigel Slater direkt für sich und seine Mitesser zubereitet hat, schlagen seine Vorlieben deutlich durch. So findet man z. B. immer wieder Estragon als eines seiner Lieblingsküchenkräuter oder britisch angehaucht Früchte in Kombination mit Fleisch. Desserts und Kuchen bleiben unkompliziert, ohne viel Aufwand und schnell bei der Zubereitung.

Allgemein lässt sich schreiben, dass in diesem Buch tendenziell mehr fleisch-und fischhaltige Rezepte für Hauptspeisen und Snacks sind als in seinen bisherigen (wovon ich allerdings nur Tender-Obst ganz genau kenne). Bei 250 Rezepten kommt aber auch Obst, Gemüse und Süßes nicht zu kurz.

Soll ich euch ein bisschen Appetit machen?
Wer hat im März Lust auf eine Linsen-Spinat Pie oder Brötchen mit zerzupftem Schweinefleisch und Karotten-Ingwer Mayonnaise?
Könntet ihr im Sommer Nein Sagen zu Erdbeeren mit Minze-Himbeerzucker, Thymian-Zitonen-Kuchen und davor noch einem knusprigen Hühnchen mit Tomaten und Oliven?
Ende Juli und auch noch später freue zumindest ich mich über ein Pflaumen-Wassereis - bei mir dann wahrscheinlich mit Zwetschgen.
Und wenn es kühler wird dürfen wir uns auf Backkartoffeln mit Rilettes , Bananen-Trifle und auch ein fruchtiges Lachs-Curry freuen.


Nigel Slater hat schon eine ganze Reihe sehr erfolgreicher Kochbücher geschrieben, unter anderem auch Tender. Gemüse: Von der Aubergine bis zur Zwiebel * , das ebenfalls auf deutsch im DumontVerlag erschienen ist, und auch schon seine (kulinarische) Biographie, die verfilmt wurde. Er schrieb viele Jahren eine Kolumne für den Observer und heute für den Guardian. Auch das bereits vonmir vorgestellte Tender - Obst LINK stammt aus seiner Feder.

Die (eher wenigen) Bilder aus Küche und Garten stammen wieder von Jonathan Lovekin. Sie sind wieder sehr schlicht gehalten, zeigen aber die Freude am Kochen und illustrieren Slaters Küchenalltag perfekt.


Folgende Rezepte haben wir bisher ausprobiert:
  • Birnen-Haselnusskuchen mit Streuseln: perfekt für nicht mehr so ganz schöne Birnen mit einer Sirupüberraschung zwischen den Streuseln
  • Johannisbeer-Mandel-Törtchen: saftig und fruchtig mit leckeren Marzipanstückchen
  • Lachsröllchen mit Speck: sehr schnell und einfach gemacht und doch nicht ganz gewöhnlich und (schon wieder) einfach lecker. 

Das Eis muss leider noch warten, die Zeit fehlte mir einfach und ich kam (und komme immer noch) leider nur zum notdürftig und auf die Schnelle kochen (die einzigste Ausnahme war der Geburtstag unseres Hausherrn)- aber es wird auf jeden Fall noch ausprobiert.

Wer jetzt Lust auf das Buch bekommen hat:
Nigel Slater*
Das Küchentagebuch
Dumont Verlag
ISBN: 978-3832194772

Noch mal ein Dankeschön an den Dumont-Verlag für die freundliche Überlassung des Buchs zur Rezension. Meine Meinung zu diesem Buch und dieser Artikel sind davon nicht beeinflusst.

Alle mit * versehenen Links sind Affiliate Links





Johannisbeer-Mandel-Törtchen (mit noch ein paar Himbeeren)

Heute wird es schon wieder nussig. Besser gesagt mandelig. Aber zu vielen Früchten und Beeren und vor allem zum Herbst passt das einfach perfekt.

Johannisbeer-Marzipan-Törtchen


So wurde das zweite Testrezept aus Nigel Slaters Küchentagebuch auf den ersten Blick doch recht ähnlich zum ersten. Aber nur auf den ersten Blick. Denn eigentlich sind die Backwerke komplett unterschiedlich. Während beim Birnen-Nusskuchen der Reiz in den unterschiedlichen Texturen (knusprig, locker, weich, saftig) und der eher sanften Kombination Birne-Zimt liegt, gibt es hier weniger Texturkontrast sondern macht der Reiz des Gebäcks der Kontrast der sauren Beeren zum süßen Marzipan aus. Das Besondere hier ist, dass das Marzipan in relativ großen Stücken gelassen wird und man so beim Genuss immer wieder direkt auf ein Stückchen stößt. So kann man sich das (etwas nervige und) mühsame Zerkleinern des Marzipans, um es vollständig in den Teig einzuarbeiten, mit ruhigem Gewissen sparen. Insgesamt eher weiche und saftige, aber nicht langweilige Törtchen.

Da die Formen relativ klein sind geht das Gebäck bei ausreichendem Aufschlagen auch ohne Backpulver gut auf. Wer keine Förmchen in einer passenden Größe hat, kann gut auch Muffins daraus backen und die Backzeit entsprechend reduzieren (ich würde mal ca. 30 Minuten backen). Was ich nicht machen würde, ist, eine größere Backform zu nehmen und daraus einen ganzen Kuchen zu backen - die Wahrscheinlichkeit, dass der Kuchen nach dem Backen zusammenfällt wäre mir zu groß.

Hier kamen endlich mal wieder meine Minikastenformen zum Einsatz. Ende der 90er waren sie eine Zeitlang recht modern. Obwohl ich damals noch keinen eigenen Haushalt hatte, kaufte ich mir irgendwann mal welche (nur weil sie günstig zu haben waren) - um sie nie zu benutzen. Sie mussten sage und schreibe 15 Jahre warten, um benutzt zu werden - und kommen bei uns in letzter Zeit dafür lustigerweise immer öfter zum Einsatz (auch wenn nicht alles darin gebackene verbloggt wird).

 



Johannisbeer-Mandel-Törtchen


Teig:
180 g weiche Butter

180 g Zucker
2 Eier

80 g Mehl

150 g Mandeln, gemahlen

100 g Marzipan
200 g Beeren (bei mir viele Johannisbeeren und ein paar Himbeeren, es gehen auch Blaubeeren)
 
Ofen auf 180°C vorheizen und die Formen vorbereiten. Wie oben schon beschrieben, habe ich 6 kleine Kastenformen im Verbund mit einer Größe von 8 x 10 cm genommen. Es eignen sich aber auch genauso viele runde mit einem Durchmesser von ca. 10 cm.
Egal welche es letztendlich werden - einfach ausfetten und ausmelieren. Oder wie ich auf dem Bild mit Backpapier auslegen.
 
Für den Teig Butter und Zucker sehr schaumig schlagen. Eier nacheinander einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl und Mandeln mischen und unter die Ei-Zuckermasse heben.
Zum Schluß das Marzipan in ungefähr 1 cm große Würfel schneiden und nur kurz unterheben.
Diesen stückigen Teig in die vorbereitete Formen füllen und glatt streichen.

Noch die Beeren darüber streuen und für 40 Minuten ab in den Ofen mit den Törtchen.
 
Vor dem Servieren komplett abkühlen lassen und dann mit Puderzucker bestäubt geniessen.




Birnen-Haselnusskuchen mit Streuseln

Sind eure Kinder/sonstigen Familienmitglieder auch leicht mäkelig? Den Anfang zu diesem Kuchen machte nämlich ein Beutel Birnen, den uns die Nachbarin meiner Eltern mitgeschickt hatte (so langsam werden wir hier von allen Seiten mit Grundmaterial für den Blog versorgt...).
Wie ich hatte der Großteil der Birnen (sie sind eben sehr empfindlich) schon seine besten Tage hinter sich. Leicht angeschlagen, etwas überreif und nicht mehr ganz taufrisch - so wie ich mich gerade jeden Morgen fühle. Meine Mitesser lassen solches Obst zum Frisch-Essen liegen (sämtliche Umerziehungsversuche scheiterten bisher erfolglos - ich hoffe mal, dass sie mich, wenn ich mal etwas angeschlagen unten an der Treppe liege, nicht auch liegen lassen).
Mit mir kann man in diesem Zustand nicht besonders viel anfangen, aber Birnen sind gerade dann perfekt, um weiterverarbeitet zu werden. Nämlich sehr saftig und butterzart.


Also schnappte ich mir das neu auf deutsch erschienene Buch von Nigel Slater - sein Küchentagebuch und suchte mir ein Testrezept mit Birnen. Denn bevor ich euch das Buch vorstelle, müssen die Rezepte ja sowieso ausprobiert werden.

Ich wurde schnell fündig - einfache Kuchen stehen hier ja für jeden Tag sehr hoch im Kurs. Und wenn dann noch Streusel dabei sind sowieso.
Und dann schafft Nigel Slater es mal wieder, aus einem einfachen Kuchen mit ganz normalen Zutaten etwas Besonderes zu machen. Denn der Kuchen an sich ist schon gut und die Kombination Nuss-Birne-Zimt ein richtiger Klassiker. Aber der eigentliche Clou ist der eingekochte Sirup der weich gekochten Birnen. Dieses saftig-zimtige und leicht säuerliche Topping, das nur stellenweise darübergeträufelt wird, macht aus einem normalen Kuchen dann doch ein Geschmackserlebnis.

Zuerst kam mir die Backzeit sehr lange vor (aber ich habe sowieso die Tendenz, meine Kuchen zu früh aus dem Ofen zu nehmen). Aber das Obst sorgt dafür, dass der Kuchen auch nach dem Backen nicht zu trocken ist.

So kann man sich auf schichtenweise Kuchenglück freuen:
Zuerst ein locker-würziger Nussrührteig, dann eine Schicht samtig-süße Birnen, getoppt von knusprigen Streuseln und zum guten Schluss noch abwechselnd eine knackige Zucker-Zimt-Kruste und saftiger Birnensirup.

Ich kann nur sagen: an die Rührbesen - fertig - los!
 


Birnen-Haselnusskuchen

Birnen:
1 Zitrone
750 g Birnen
3 EL Zucker
Zimt nach Geschmack ( 1 bis 2 kräftige Prisen)

Teig:
175 g weiche Butter
85 g brauner Zucker
85 g heller Muscovadozucker
2 Eier
80 g gemahlene Haselnüsse
1 Msp Vanille, gemahlen
1/2 TL Zimt, gemahlen
165 g Mehl (Type 405)
7 g Backpulver

Streusel:
2 EL brauner Zucker
100 g Mehl
75 g Butter 
ein paar Tropfen Wasser

zum Bestreuen:
etwas Zimt und brauner Zucker


Ofen auf 160°C vorheizen und eine quadratische Form mit ungefähr 22 x 22 cm Kantenlänge vorbereiten(fetten, melieren).

Zuerst die Birnen vorbereiten. Dazu wird die Zitrone ausgepresst und der Saft in einen Topf gegeben.
Die Birnen, schälen, das Kerngehäuse entfernen und in grobe Würfel schneiden. Immer wieder mit dem Zitronensaft vermengen, damit die Birnen nicht braun werden.
Den Topf auf den Herd stellen und den Inhalt aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren. Zucker und Zimt darüber streuen und so lange köcheln lassen, bis die Birnen glasig sin und sich mit einem Messer ohne Widerstand durchstechen lassen.
Den Saft nicht verkochen lassen!

Für den Teig Butter und beide Zuckersorten mit der Vanille und Salz sehr schaumig rühren. Eier nacheinander einzeln unterrühren ( jeweils ca. 1 min).
Mehl, Nüsse , Backpulver und Zimt mischen und unter die Ei-Zuckermasse heben.
Diesen Teig in die vorbereitete Form füllen und glatt streichen.

Für die Streusel einfach alle Zutaten miteinander zu einer krümeligen Masse verkneten.

Die Birnen mit einer Schaumkelle aus dem Sirup heben und auf dem Teig verteilen (dabei immer kurz über dem Topf abtropfen lassen).

Die Streusel über die Birnen geben, dann Zucker und Zimt darüber streuen.

Im Backofen ca. 60 Minuten goldbraun backen (Garprobe nicht vergessen!).

Kurz vor Ende der Backzeit wird der Birnensirup wieder aufgekocht und auf 3 bis 4 EL eingekocht.
Den Kuchen direkt aus dem Backofen mit dem warmen Sirup beträufeln und dann vollständig abkühlen lassen, bevor er aus der Form genommen wird.
 






Chili-Mandel-Biskuits - vorsicht herzhaft!

Das letzte Nachbarschaftshockrezept und der vorerst letzte Teil meiner kleinen "Vorsicht, herzhaft!"-Reihe. Wunderbar mürb und doch knusprig. Und wieder mit etwas Biss, dieses Mal von den ganzen blanchierten Mandeln.


Chili und geräucherter Paprika sorgen für eine milde Schärfe und leichtes Raucharoma, der Knoblauch für Würzigkeit.

Geschmacklich für mich das perfekte und etwas außergewöhnlichere Käsegebäck, wenn die Kalorien keine Rolle spielen.

Optisch sicher etwas gewöhnungsbedürftig, da der geräucherte Paprika bei mir für eine fast schon orangefarbene Färbung der Biscuits gesorgt hat. Aber so fallen sie wenigstens farblich etwas aus dem Rahmen zwischen einheitlich hellbraunem Käsegebäck und machen zu recht auf sich aufmerksam.

Wieder war das originale Rezept dafür von Dan Lepard, aus diesem Buch hier: Short and Sweet. Den dort verwendeten Cheddar habe ich durch einen kräftigen Bergkäse ersetzt.
Man kann eigentlich alle Sorten nehmen, so lange sie gut schmelzen und einen etwas kräftigeren Geschmack haben.

Und wie Zorra es geahnt hätte - diesen Monat dreht sich in ihrem Event alles um  Käse, genauer gesagt Schweizer Käse. "Schweizer Käse Sehnsucht" ist das Thema und für dieses Rezept würden sich wohl Gruyère, Appenzeller, Emmentaler oder auch Sbrinz eignen - entscheidet selbst.

Blog-Event CII - Schweizer Käse Sehnsucht (Einsendeschluss 15.10.2014)

Für uns hat es dieses Käsegebäck definitiv nicht zum letzten Mal gegeben.


Chili-Mandel-Biscuits


175 g weiche Butter
175 g würziger Bergkäse, fein gerieben
1 TL Chiliflocken
3/4 TL Salz
2 TL gemahlene Paprika, am besten geräuchert
1 kleine Zehe Knoblauch, zu einer Paste zerdrückt (geht mit confierten besonders gut)
175 g Mehl Type 405
2 TL kaltes Wasser
150 g ganze blanchierte Mandeln (d.h. ohne Haut)

Ofen auf 180°C vorheizen und die Mandeln auf einem Backblech goldbraun rösten. Abkühlen lassen und zuvor Ofen wieder ausschalten.

Käse, Butter, Gewürze und Knoblauch zu einer halbwegs homogenen Mischung verrühren. Mehl und Wasser zugeben und zu einem weichen homgenen Teig verarbeiten.
Mandeln kurz von Hand unterkneten, bis sie gleichmäßig verteilt sind.
Ein Stück Frischhaltefolie mit ca. 40 cm Länge glatt auf der Arbeitsfläche auslegen und die Hälfte des Teiges darauf geben. Die Folie über den Teig schlagen und so lange mit leichtem Druck hin und herrollen, bis sich eine zylindrische Rolle mit ca. 5 cm Durchmesser gebildet hat. Mit der anderen Teighälfte wiederholen und beiden Teigrollen für 1 h tiefkühlen. Die Rolle sollte ziemlich fest, aber noch schneidbar sein

Backofen auf 180°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die beiden Rollen aus dem Gefrierschrank nehmen, auswickeln und 1cm dicke Scheiben schneiden, die auf die Backbleche gelegt werden.

Etwas Abstand lassen, die Biscuits  laufen etwas breit.

In 20 bis 25 Minuten knusprig und goldbraun ausbacken, dann auf dem Blech abkühlen lassen (zu Beginn sind sie noch sehr leicht zerbrechlich!).



Käse-Hafer-Knusperfinger - vorsicht herzhaft!

Nochmal Knabberkram in herzhaft. Ich habe mich für den Nachbarschaftshock ausgiebigst ausgetobt in der Küche, da ich so viele herzhafte kleine Rezepte zum Nachbacken auf der Liste habe und so wenig Gelegenheit, sie dann auch wirklich zu backen. Wir knabbern das nicht nur einfach so weg, da mein Mann Käse in jedweder Form (außer auf Pizza) verschmäht und die Zwerge eher Süßschnäbel sind. Und ich selbst kann bei dem ganzen Süßkram hier nicht auch noch viel Knabberkram essen, sonst passe ich bald nicht mehr in meine Küche.



Diese Knusperfinger fallen schon fast in die Kategorie gesund (aber eben nur fast).
Es sind Haferflocken drin, die für einen kräftigen Biss und Knusprigkeit sorgen und auch noch ein bisschen Dinkelmehl, das für ein besseres Gewissen sorgt.

Ansonsten haben sie als ungewöhnliche Zutat noch gemahlenen Senf zu bieten. Dadurch bekommen sie einen etwas ungewöhnlicheren, interessanteren Geschmack und eine ganz leicht Schärfe.

Das Original ist von Dan Lepard aus dem Buch Short and Sweet und wird dort mit Blauschimmelkäse (Stilton) zubereitet (den ich wiederum nicht mag und deshalb durch eine Käsemischung aus Gouda und Emmentaler ersetzt habe).


Käse - Hafer-Knusperfinger

75 g Haferflocken (blütenzart)
100 g mittelalter Gouda, fein gerieben
100 g Emmentaler, fein gerieben
100 g weiche Butter
2 TL Senfpulver (gemahlener Senf aus dem türkischen Lebensmittelladen)
2 Eigelbe
1 EL kaltes Wasser
100 g Mehl Type 405
50 g Dinkelmehl
1/2 TL Salz


Ofen auf 180°C vorheizen und die Haferflocken auf einem Backblech goldbraun rösten. Abkühlen lassen und zuvor Ofen wieder ausschalten.

Käse, Butter, Senf, Eigelbe und Wasser zu einer halbwegs homogenen Mischung verrühren. Die restlichen Zutaten mit den Haferflocken zugeben und zu einem weichen Teig verarbeiten.
Eine Kastenform mit 30 cm Länge mit Frischhaltefolie auslegen und den Teig darin verteilen, indem ér flach hineingepresst wird. Mit Frischhaltefolie abdecken und ungefähr 2 h kühl stellen (oder auch für eine spätere Verwendung tiefkühlen.

Backofen auf 180°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Den gekühlten Teigblock aus dem Kühlschrank nehmen, auswickeln und quer zur langen Seite in ca. 4 mm dicke Scheiben schneiden, die auf die Backbleche gelegt werden.

Sie können sehr nahe nebeneinander liegen, da sie nicht breit laufen.

In 15 Minuten knusprig und goldbraun ausbacken, dann auf dem Blech abkühlen lassen (zu Beginn noch sehr leicht zerbrechlich!).







Parmesan-Grissini - vorsicht, herzhaft!

Ein Rezept aus dem wunderbaren Buch "Made in italy " von Giorgio Locatelli.


Sie sind knusprig, würzig und der Teig ist viel besser zu verarbeiten als bei den Laugengrissinis (da fester) für den gleichen Anlass im letzten Jahr. Es war nämlich wieder Nachbarschaftshock angesagt. Und ich bin immer noch nicht der Salatheld - und bringe deshalb auch keinen mit. Für den Hausgebrauch kann ich inzwischen ganz gut Salate machen (ich habe erst mit 30 angefangen, dieses Grünzeug zu essen), aber jemand anderen kann ich das , was ich da  so fabriziere nicht zum Verzehr anbieten. Ich will ja keinen Nachbarschaftsstreit heraufbeschwören ;-) - "Die wollte uns vergiften...)

Aber Backen klappt ja halbwegs und meist auch ohne größere Zwischenfälle. Also habe ich mich daran gemacht, eine ganze Serie von Käsegebäck zu produzieren.

Und diese hier waren die absoluten Lieblinge meiner beiden Mädels (und irgendwie auch aller anderen Kinder) aus der Käsegebäckreihe. Und auch sicher das kalorienärmste. Ich selbst kann mich noch nicht entscheiden, ob mir diese hier oder doch die Chilli-Mandel-Biscuits lieber waren, deren Rezept in ein paar Tagen kommt.

Sie werden zwar garantiert nicht alt, aber sollte der Fall doch eintreten - vielleicht weil ihr die 4-fache Menge für nur 2 Personen zubereitet habt, dann kann man sie fein zermahlen auch wunderbar als besonders schmackhafte Panade für Hähnchenbrust oder ähnliches verwenden.


Parmesan-Grissini

50 g weiche Butter
200 ml Milch
10 g Hefe
375 g Weizenmehl Type 550
50 g fein geriebener Parmesan
10 g Salz


Mehl in eine Schüssel geben. Eine Kuhle formen und die Milch hineinschütten. Hefe reinkrümeln, mit etwas Mehl vom Kuhlenrand verrühren und 15 ruhen lassen.

Alle anderen Zutaten für den Hefeteig zugeben und kräftig (und lange) zu einem glatten Teig verkneten.

Teig auf eine saubere Arbeitsfläche legen und mit einem feuchten Geschirrtuch zugedeckt ungefähr 30 Minuten gehen lassen.

Dann breit und flach drücken, mit den Fingern mehrere Löcher hineindrücken und zuerst das Linke, dann das rechte Drittel auf das mittlere Drittel falten. Wieder mit den Finger Löcher eindrücken und nochmals abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

In dieser Zeit nach 15 Minuten den Backofen auf 230°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig halbieren und jeweils zu einem großen Rechteck ausrollen (aber nicht breiter als euer Backblech!).

Quer in ungefähr 1 cm breite Streifen schneiden und jeden Streifen locker von der Mitte aus zu den Rändern hin leicht rund rollen. Der Teig soll dabei leicht gedehnt werden.

Auf die Backbleche legen. Sollten die Stangen an den Enden noch etwas dickere Knubbel haben, diese jetzt mit dem Finger etwas platter drücken.

Nochmals 10 Minuten ruhen lassen, dann die Temperatur des Ofens auf 180°C herunterschalten und die Grissini in ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Auf einem Gitter komplett abkühlen lassen, dann steht dem Knabberspaß nichts mehr im Wege.


Eine kleine Meerjungfrau

Zu Beginn des Sommers im Juni/Juli häufen sich bei uns die Geburtstage. Und die Kinder warten inzwischen schon auf eine Zuckerfigur, die sie dann als Deko für ihre Kindergeburtstagstorte verwenden können (bevor sie meist bis auf das letzte Zuckerstückchen vernichtet wird, aber zum Glück nicht an einem einzigen Tag).

 
Johanna, die Größte meiner Schwester, wurde 7 und wollte mit ihren Freundinnen und Freunden einen Unterwassergeburtstag feiern.

Da darf natürlich eine Meerjungfrau auf der Torte nicht fehlen, damit die "echten" Meerjungfrauen und Wassermänner eine standesgemäße Party feiern können.


Wie immer aus Modelierfondant mit 2 Zahnstochern als Inhalt, um sie etwas abzustützen. Inzwischen bekomme ich die Hautfarbe auch halbwegs hin (meine erste Meerjungfrau für meine Kleine vor 1 1/2 Jahren sah aus, als ob sie zu lange auf der Sonnenbank verbracht hätte).






Raspberry Velvet MiniGugl

Vor einer Weile habe ich euch bei Facebook meine von Maren von Malus Köstlichkeiten geschenkte Miniguglform gezeigt. Da meine Mädels total auf sie abgefahren sind, sollte sie auch schnell ausprobiert werden. Man sollte es nicht glauben, trotz Backwahn und allem zugehörigen (tausend Backformen, Bücher, Dekokram,...) hatte es bisher keine Miniguglform in meine Küche geschafft - obwohl sie schon eine Weile auf meiner heimlichen Wunschliste stand. Noch mal ein dickes Danke an Maren!


Aber jetzt bin ich dann auch endlich voll im Trend und kann mitgugln (wie immer ein bisschen später dran als alle anderen :-) ).

Ich wollte was farblich passendes zur Form machen, fragt mich aber nicht, wie ich auf die seltsame Idee gekommen bin, den die Form ist rot. Und Farbe im Kuchen verwende ich eigentlich nicht so gern (nur ab und an auf der Deko, die die meisten sowieso nicht mitessen).
Und so blieb fast nichts anderes übrig, außer Red Velvet MiniGugl. Eine liebe Leserin brachte mich noch auf die Idee, Himbeeren reinzupacken, was ich dann in Form von Himbeerpulver auch gemacht habe (meines ist von Madavanilla - Himbeer Fruchtpulver ). Wer keins hat, lässt es einfach weg, dann ist es das Originalrezept, allerdings ohne den leckeren Himbeergeschmack (sie schmecken dann nur leicht schokoladig).
Auch auf die Farbe kann man ohne irgendwelche Auswirkungen verzichten - sie sind dann eben nicht rot sondern eher hellbraun.

Herausgekommen (falls sie raus wollten...) sind saftige und doch fluffige kleine Küchlein, die perfekt in eine kleine Hand passen. Natürlich durfte das zugehörige Cream Cheese Frosting mit weisser Schokolade nicht fehlen, das geschmacklich perfekt passt. Und die Gugl-Öffnung in der Mitte bietet sich auch einfach zum Was-Rein-Füllen an.
Im Vergleich zu anderen Rezepten mit reinem Frischkäse gibt hier die saure Sahne ein etwas säuerlicheres und frischer schmeckendes Frosting. Die Idee ist von Rose Levy Beranbaum aus dem Heavenly Cakes - Buch.

Trotz heftigstem Einfetten habe ich leider nur die Hälfte der Gugl unbeschadet aus der Form bekommen, was sich aber nach öfterem Backen hoffentlich von selbst erledigt. Und so war es zusätzlich noch ganz praktisch, dass ich noch etwas Frosting zubereitet hatte - das eignete sich nämlich auch hervorragend als Klebstoff, um die kleinen Scheisserchen wieder zusammenzupuzzeln.

Das Rezept ergibt ungefähr 45 Minigugl.



Raspberry Velvet MiniGugl

Teig:
100 g Butter, weich
175 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
25 g Zartbitterschokolade, geschmolzen
2 EL Sonnenblumenöl
1 TL Essig
1 EL Himbeerpulver (optional)
1/4 TL rote Speisefarbe (optional, im Original 2 TL)
1 Msp gemahlene Vanille
120 g Sahne
200 g Mehl (Type 405)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 EL Backkakao

White Chocolate Cream Cheese Frosting:
45 g weiße Schokolade
65 g Frischkäse, glatt gerührt
15 g Butter, weich
1 TL saure Sahne
 
Ofen auf 175°C vorheizen, und die Vertiefungen der Miniguglform ausfetten.
 
Für den Teig Butter und Zucker mit Salz schaumig rühren. Das Ei unterschlagen.
Geschmolzene Schokolade, Öl, Essig, Himbeerpulver, Vanille und die rote Farbe zugeben und unterrühren.
 
Mehl, Backpulver, Natron und Kakao mischen. Abwechselnd in ca. 2 Portionen mit der Sahne zugeben und jeweils gut mit einem Spatel unterheben.

Die Förmchen fast eben voll füllen. Ich habe es zuerst mit einem Teelöffel versucht, bin dann aber sehr schnell auf einen Gefrierbeutel umgestiegen, dem ich eine Ecke abgeschnitten habe. So konnte ich ihn wie einen Spritzbeutel benutzen.
 
In ungefähr 18 Minuten goldbraun backen, dann aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Die Form erneut ausfetten und mit Teig befüllt nochmals auf die gleiche Art backen. Ich hatte soviel Teig, dass auch ein dritter Backdurchgang nötig war (meine Mädels freuten sich über die vielen Gugls).

Während die Gugl backen, kann das Frosting zubereitet werden. Dazu einfach die weiße Schokolade über einem warmen Wasserbad schmelzen. Die weiche Butter zugeben und unterrühren, bis sie komplett eingearbeitet ist. Frischkäse und Saure Sahne ebenfalls einrühren, bis alles eine homogene Masse ergibt.





Ich bin noch was schuldig - das letzte Treffen der Ulmer Tortenverrückten

Am 20. Juli (leider auch schon wieder ein paar Tage her) war es nach längerer Zeit endlich wieder soweit: Torten"Stammtisch" bei Caro von der Backwerkstatt.


Caro war so lieb und hat 4 Tortenverrückte (Birgit, Vanessa, Tamara und meiner einer) zu sich in ihren Kursraum eingeladen, um gemeinsam mal wieder ein bisschen mit Zucker zu basteln. Da sie dort normalerweise Kurse rund um Motivtorten gibt (schaut mal ihr Kursprogramm an), ist sie dort für solche Anlässe bestens ausgestattet. Wir kannten alle Caros Kursraum schon, die restlichen Teilnehmer unseres Treffens hatten schon bei Caro verschiedene Kurse gemacht und ich durfte mit meinen Mädels bei ihrer Einweihung im April dort auch schon Rosen aus Blütenpaste herstellen.

Caro und ich hatten ein kleines Programm vorbereitet. Wir wollten Cupcakes etwas sommerlich dekorieren und so zeigte Caro uns, wie man kleine Frangipanis aus Blütenpaste herstellt. Es entstanden süße kleine Blüten, die sich sehr gut auf den Cupcakes machten.
Ich hatte natürlich nicht nur meine Kamera daheim vergessen (die Fotos, die ihr hier seht, hat mir Caro zur Verfügung gestellt - Danke!), sondern auch vergessen, Cupcakes zu backen.
Also auch noch ein Dankeschön an Tamara, die nicht nur mich mit leckeren frisch gebackenen Blaubeermuffins mit Zucker-Muskatkruste versorgte.


Mein Anteil am Treffen waren ganz einfache Zuckerblüten, die nur aus ausgestochenen Kreisen hergestellt werden und durch ein bisschen Falten erheblich komplizierter aussehen, als sie sind. Sie erinnern an aus Filz oder Stoff genähte Blumen und auch wenn sie nicht lebensecht aussehen, finde ich sie doch ganz hübsch.


Das Highlight des ganzen Treffens war aber die Einweihung von Caros Shopecke. Dort können ihre Kursteilnehmer sich jetzt direkt eine Grundausstattung besorgen, ohne lange in diversen Onlineshops suchen zu müssen (in diesem Bereich ist Ulm und Umgebung eben noch ein Dorf - Motivtortenkram gibt es dort nicht). Neben diversen Werkzeugen gibt es auch Backformen, Fondant zum Eindecken, Blütenpaste und sonst noch vieles, was das Bäckerinnenherz begehrt.


Hier sieht man die Shopecke im Hintergrund.

Und hier richtig:

Und irgendwann demnächst werde ich mir die Backwerkstatt-Schürze auch noch zulegen. Nicht nur, weil ich in der Küche ein kleines Ferkel bin und regelmäßig ein Schweinerei veranstalte. Und die Schürze natürlich auch sehr nett aussieht.
Sondern auch, weil ich einen erheblichen Nachteil an der neuen Küche entdeckt habe. Die neue Arbeitsplatte ist etwas höher als die alte und jetzt aus Stein. Deshalb weiß ich nicht genau, an was es von beidem liegt - aber seit dem Umzug werden mir sämtliche T-Shirts und sonstigen Oberteile um den Hosenbund/-knopf rum mit kleinen Löchern verziert. Nachdem ich das eine Weile beobachtet habe, weiß ich jetzt, dass die Reibung des Hosenknopfes an der Arbeitsplatte sämtliche nicht so stabilen Stoffzwischenlagen einfach niedermacht. Ich denke mal, eine Schürze ist eine wesentlich sinnvollere Investition als jede Woche 3 neue T-Shirts.

Übrigens blogtgt Caro auch und zwar auf "Mit Liebe gebacken" und Birgit findet ihr bald auf Birgits Backzauber. Von Caro gibt es jetzt ganz aktuell für alle Interessierten einen Newsletter. Dort findet ihr nicht nur Termine und Neues der Backwerkstatt, sondern auch Aktuelles aus der Region (was mit Backen und Co. zu tun hat - z.B. die Cake Germany-Messe in Esslingen). Schaut einfach auf die Backwerkstatt vorbei und fordert ihn über das Kontaktformular an.


Noch ein Dankeschön an Birgit für das sehr leckere Johannisbeergelee!

Gedämpfte Schokoladencreme im Gläschen mit Tonkahäubchen

Nachdem ich jetzt einen Monat ausgesetzt habe, habe ich heute wieder einen Beitrag für Zorras monatliches Blogevent. Dieses Mal richtet Claudia von Geschmeidige Köstlichkeiten das Event aus und sucht Rezepte für "Smooth Food". Damit sind nicht (nur) die zur Zeit fast allgegenwärtigen Smoothies gemeint. Auf Claudias Blog dreht sich nämlich alles um genussvolle Rezepte für Menschen mit Kau- und Essproblemen. Durch eine ehemalige Studienkollegin weiß ich, wie schnell man zum Beispiel durch einen Unfall mit folgender Kiefer-OP selbst vor einem solchen Problem stehen kann.
Bei ihr finden aber nicht nur Betroffene leckere, optisch ansprechende und in der Textur interessante Anregungen, auch Menschen, die zum Glück nicht an Kauproblemen leiden, werden ihre Rezepte ansprechend finden und einiges zum Nachkochen finden.

Ich wollte ein Dessert machen und ging mal davon aus, dass die meisten Betroffenen weiche und labbrige Rezepte im Puddingstil für Desserts schon zu genüge kennen. Bei mir sollte es etwas Kompakteres mit mehr Mundgefühl, etwas Intensives und auch ein bisschen Luxuriöses geben. Und da kommt bei mir meist gleich Schokolade in Spiel.
Dass hier immer wieder gerne Neues und auch außergewöhnlichere Zubereitungsarten ausprobiert werden, davon konntet ihr ja hier stellenweise schon ausgiebigst lesen. Und natürlich mache ich auch nicht vor unserem Dampfgarer halt - wenn man so ein Gerät hat, sollte es schließlich auch genutzt werden. Nur zur Deko eignet es sich nicht besonders gut - soooo hübsch ist er auch wieder nicht. Also nutzte ich die Gelegenheit.

Es regnete wie wahnsinnig und wir hatten auch wirklich Lust was süßes-schokoladiges. Wie schon oft in diesem Fall wurde ich in dem Buch Schokolade. Die Kochschule fündig, denn mir ist die Schokocreme eingefallen, die ich mir bisher immer verkniffen habe. Dort allerdings mit Espressogelee -brrr, bei uns mit etwas luftigerem obendrauf, einem mit Tonkabohne aromatisiertem Sahnehäubchen.


Nach dem Probieren muss ich gestehen - das ist wirklich keine Schokocreme für jeden Tag. Sie ist für echte Schokoladenjunkies, nämlich extrem schokoladig und durch die 70%ige Schokolade doch eher herb als süß. Kindern macht man damit nicht unbedingt eine Freude (die essen eher nur das Sahnehäubchen). Die Kombination mit hohem Kakaogehalt und eher wenig zugegebener Flüssigkeit sorgt für eine relativ feste Creme, deren Konsistenz an eine Ganache erinnert und viel fester als zum Beispiel Pudding ist. Geschmacklich schön intensiv, aber man sieht die Kalorien fast direkt vom Löffel auf die Hüften hüpfen, so gehaltvoll ist sie.
Ich musste feststellen, dass es wohl nicht nur ein Zuckerkoma sondern auch ein Schokokoma gibt. Nachdem ich nämlich mein Gläschen vernichtet hatte (und eigentlich wirklich pappsatt war), musste ich noch ein paar Löffel der Reste meiner Zwerge essen (die mir zum Wegwerfen zu schade waren) - danach war mir den ganzen Mittag gelinde gesagt nicht mehr ganz so wohl.

Für diese Creme braucht man aber nicht unbedingt einen Einbaudampfgarer, es genügt auch ein Dämpfkorb oder -einsatz für einen Kochtopf oder auch ein Wasserbad im Backofen.

Und noch ein Tipp: Hier werden sehr wenige Zutaten verwendete, dadurch steht und fällt der Geschmack dieses Nachtischs mit der Qualität der verwendeten Schokolade - nehmt also wirklich nur eine, die euch auch pur wirklich gut schmeckt. Wer es etwas süßer mag, kann auch Schokolade mit nur 60% Kakaogehalt verwenden, braucht dann aber etwas mehr, damit die Creme fest wird (das liegt am geringeren Kakaobuttergehalt)

Wir haben 4 flache, breite Gläschen mit 7,5 cm Durchmesser und 3 cm Höhe genommen. Ich würde etwas kleinere empfehlen (oder die Schokolade in einer dünneren Schicht einfüllen und vielleicht 6 Stück dann befüllen), damit die Portionen nicht ganz so mächtig werden.
Bei kleineren Gläschen kann die Garzeit dann um einige Minuten reduziert werden (ich würde sie ungefähr 15 Minuten garen).


Gedämpfte Schokocreme mit Tonkahäubchen

Schokoladencreme:
120 g dunkle Schokolade (70% Kakaogehalt) oder 140 g mit 60% Kakaogehalt
100 ml Milch
1 Ei
1 Eigelb
 
Sahnehäubchen:
100 ml Schlagsahne
1 TL Zucker
1/4 Tonkabohne, frisch gerieben
 
Die Schokolade schmelzen, am besten in einer hitzefesten Schüssel im Wasserbad.
In einem separaten Topf die Milch stark erhitzen und kurz vor dem Aufkochen von der Hitzequelle nehmen.
In 3 Portionen nacheinander zur flüssigen Schokolade geben, dazwischen jeweils immer gut mit einem Teigschaber unterrühren.
Ei und Eigelb leicht verschlagen und unter die Schoko-Milchcreme rühren, bis alles homogen ist.
 
Auf 4 bis lieber 6 hitzefeste Schüsselchen verteilen. Diese mit Frischhaltefolie möglichst dicht abdecken.
 
Im Dampfgarer:
In das Lochblech auf der 3. Schiene in den Dampfgarer geben. 15 (kleinere Gläschen) bis 20 (Gläschen mit 7,5 cm Durchmesser) Minuten lang bei 85°C Dampftemperatur garen.
 
Im Kochtopf mit Dämpfeinsatz:
In den Dämpfeinsatz stellen, Topf verschließen und bei mittlerer Temperaturstufe auch je nach Gläschengröße 15 bis 20 Minuten garen.
 
Im Wasserbad :
Backofen auf 100°C vorheizen. Ein Backblech einschieben und ca. 1 cm hoch mit kochendem Wasser füllen). Die Gläschen direkt in das heiße Wasser stellen und ebenfalls 15 bis 20 Minuten garen.
 
Nach dem Garen vollständig abkühlen lassen.
 
In der Zwischenzeit kann man die Sahne zusammen mit Zucker und Tonkabohne fest, aber nicht komplett steif schlagen.
Jeweils eine großen Klacks auf die Schokocreme setzen und nach Wunsch noch mit Schokoladenraspeln bestreuen.
 


peanut butter chocolate cookies /Erdnussbutter-Schoko-Cookies

Hier kommt das Gegenstück zu den Cayucos Cookies, die ich im Frühjahr mal verbloggt hatte und von denen ich doch etwas enttäuscht war.

 
Hier aber überhaupt gar nicht. Alle Erdnussbutter- und Schokofans sollten dieses Rezept von Dan Lepard unbedingt mal probieren - für mich die beste Art, ein angebrochenes Glas Erdnussbutter (das zumindest bei mir etwas verloren im Schrank stand) zu verwerten. Dan Lepard macht seine Cookies allerdings ohne Schokolade, aber für mich gehört das in Cookies einfach rein.
 
Der Teig wird durch den doch nicht unerheblichen Fettgehalt schön mürbe, aber für einen zumindest ansatzweisen gesunden Ausgleich sorgen noch ein paar knackige Haferflocken.

 

Peanut Butter Chocolate Cookies

200 g Erdnussbutter "crunchy"
125 g weiche Butter
175 brauner Zucker
150 g normaler Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1 Ei
150 g Mehl
100 g kernige Haferflocken
1 TL Natron
125 g dunkle Schokolade (bei mir 70% Kakaogehalt), in Stückchen geschnitten
 
 

Backofen auf 170°C vorheizen. Erdnussbutter, Butter mit beiden Zuckerarten und der Vanille schaumig schlagen.
Ei unterrühren.
 
Mehl mit Haferflocken und Natron mischen und zusammen mit den Schokostückchen ebenfalls unterrühren.
 
Mit einem EL kleine Häufchen (von ca. 30 g) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und nur solange backen, bis sie aufgegangen sind und sich am Rand bräunen. Das dauert ungefähr 12 bis 14 Minuten.
Mit dem restlichen Teig genau so verfahren (ich habe 3 Bleche mit jeweils ca. 12 Cookies herausbekommen).
 
Kurz auf dem Blech abkühlen lassen, bis sie etwas fester geworden sind, dann zum vollständigen Auskühlen auf ein Drahtgitter setzen.