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Buchvorstellung: Die Dampfgarbibel

Heute geht es um ein Grundkochbuch zu einem meiner Lieblingsspielzeuge in der Küche. Wie schon im Titel unschwer zu erkennen geht es um den Dampfgarer.
Susanne Kuttnig-Urbanz und Friedrich Pinteritsch haben ein umfangreiches Werk vorgelegt, das im Pichler Verlag erschienen ist.


Susanne Kuttnig-Urbanz studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften. Die passionierte Hobbyköchin arbeitet als Kommunikationstrainerin.
Friedrich Pinteritsch ist geprüfter Diätkoch und laut "Autoreninfo" Experte für gesunde Ernährung.
Das Autorenduo aus Österreich hat zusammen schon mehrere Bücher zum Thema Dampfgaren veröffentlicht. Inwieweit und ob es zu "Rezepteüberschneidungen" zu den bereist erschienen Büchern kommt kann ich nicht beurteilen (da ich die anderen nicht kenne).

Als wir unsere Küche planten, kannten wir Einbaudampfgarer noch gar nicht. Aber einer der Küchenverkäufer hat ihn und die besondere Art, damit zu Kochen, uns so schmackhaft gemacht, dass wir auf die Einbaumikrowelle verzichteten (in meiner alten Küche hatten wir sie als Zusatzgerät und da schon kaum genutzt) und den Platz eben dafür nutzen.
Ziemlich schnell zog auch ein Kochbuch für den Dampfgarer ein, allerdings eine mit eher ausgefallenen Gerichten und etwas besonderen Rezepten.
Ich war eine ganze Weile auf der Suche nach einem Buch, dass mehr Alltagsküche bietet und bin hier wohl (zumindest Großteils) fündig geworden.

Die Dampfgarbibel kommt rein äußerlich mit einem frischen Erscheinungsbild daher (wenn die Schriftart auf dem Titel auch zugegebenermaßen nicht besonders modern wirkt). Durch ein spezielles Druckverfahren erscheinen dafür aber die kondensierten Dampftropfen auf der Oberfläche sehr lebensecht.
Das Innere ist kontinuierlich in einem sehr übersichtlichen, genauso frisch und leicht wirkenden Layout gestaltet. Zu fast jedem Rezept gibt es ein Foto ohne viel Schnick-Schnack, bei dem das Essen im Vordergrund steht. Die Rezepte sind klar strukturiert, leicht und verständlich geschrieben und mit Angaben zu Zubereitungs- sowie Garzeit versehen. Manchmal findet man noch Tipps, z.B. zur Aufbewahrung und zum Regenerieren.


Das Buch unterteilt sich nach dem Vorwort in folgende kleinere Kapitel, bevor sich die Rezepte anschließen:

  • Alles, was man zum Dampfgaren wissen muss
  • Dampfgaren von A-Z (Erklärung der gängigen Begriffe)
  • Übersicht über die Garzeiten und Gartemperaturen
  • Unsere Empfehlungen zu den Lebensmitteln (etwas biologisch angehaucht)
  • Allgemeines zu den Rezepten
  • Abkürzungen und Küchenbegriffe (inkl. Übersetzung der österreichischen Bezeichnungen)

Es folgen die einzelnen Rezeptekapitel mit folgenden Themenund daran zum Abschluß noch ein übersichtliches Rezepteregister:
  • Vorspeisen und Suppen
  • Hauptspeisen
  • Beilagen
  • Gästemenüs
  • Allerlei
  • Baby & Kind
  • Süßes
In den allgemeinen Kapiteln erfährt der angehende Dampfgarer alles Wissenswertes, was man über das Dampfgaren wissen muss. Man erfährt, wie das Dampfgaren funktioniert, was alles machbar ist und was nicht (z.B. eignet sich der Dampfgarer nicht wirklich zum Abkochen von Nudeln), welche Bleche es gibt und was sonst noch zu beachten ist.
 
Die vorgestellten Rezepte sind relativ vielseitig und eine bunte Mischung aus Bekanntem und neuen Rezepten. Die meisten lassen sich mit dem normalem Dampfgarer umsetzen, gegebenenfalls in Kombination mit einem ebenfalls normalen Backofen (z.B. wenn es noch eine Kruste geben soll) - oder eben direkt mit einem Kombidampfgarer. Falls ein Rezept nur mit dem Kombidampfgarer zuzubereiten ist, wird dieses direkt im Titel genannt.

 
 
Es finden sich Rezepte für Grießschnitten als Suppeneinlage, italienische Pastaquiche oder Reisfleisch von der Pute. Gewagtere Köche probieren vielleicht Hühner-Satay-Spiesse mit Erdnusssauce oder eine Blattspinat-Kichererbsen-Terrine.
 
Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf gesunder und leichter Ernährung, gerne auch mit diversen Hülsenfrüchten und Getreidearten variiert. Manche davon findet man nicht unbedingt in jedem Supermarkt, aber sie sind auch nicht besonders schwer aufzutreiben. Eine Besondere Vorliebe haben die Autoren aber wohl für sogenannte "Hanfnüsse", die in einigen Rezepten auftauchen. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass sie sich sicher durch gehackte Mandeln oder Nüsse ersetzen lassen.
Richtig "schwere" Hausmannskost ist kaum zu finden, liegt aber wohl bei den meisten Dampfgarköchen auch nicht ganz im Fokus zur Zubereitung im Dampfgarer.
Auf meinem Blog geht es ja fast durchgängig nur süß zu, aber ich habe nicht nur süße Testrezepte ausgesucht. Nicht nur, weil das Kapitel mit Süßem nicht sooo umfangreich ist (und mich dort auch nicht alles so ganz angesprochen hat), auch weil ich ja einen kompletten Überblick für die Qualität der Rezepte haben wollte.

 
 
So haben wir ausprobiert:
  • Apfelnockerl mit Butterbröseln - ein einfacher, saftiger und schmackhafter Nachtisch
  • Rinderragout mit Gemüse und Nudeln - durch das vorherige normale Anbraten der Fleischstücke sehr aromatisch und keine geschmacklichen Einbußen. Und beim langsamen Fertiggaren im Dampfgarer muss man nicht aufpassen, dass nichts anbrennt, sehr praktisch
  • Polenta-Sauerrahm-Taler - als "Kartoffelküchle" den Kindern verkauft sind diese Taler gleich zum Lieblingsrezept avanciert und in unser Standardbeilagenrepertoire aufgenommen worden
  • warmes Couscous-Frühstück avanciert hier langsam zum Lieblingsfrühstück
  • italienische Nudelquiche - eine Art Auflauf ohne Kruste - einfach auch mit restlichen Nudeln zuzubereiten und doch schmackhaft
Ich muss zugeben, nicht für jedes aufgeführte Rezept wäre ein Dampfgarer nötig. Ich würde jetzt nicht unbedingt den Dampfgarer aufheizen, um 2 Tomaten zu blanchieren, damit sich die Haut besser abziehen lässt, um diese Tomaten dann kleingewürfelt  in einem (kalt servierten) Wrap zu verarbeiten. Dazu macht mir das Auswischen des Dampfgarers einfach nicht genug Spaß. Für manche der Rezepte (vorwiegend den Marmeladerezepten im Kapitel "Allerlei") braucht man den Dampfgarer auch nur zum Sterilisieren. Aber gerade in dem Kapitel sind einige meiner Lieblingsrezeptideen versteckt - ein Räucherlachsdip oder auch das Zucchinichutney.


Aber das Werk ist unbestritten sehr umfang- und abwechslungsreich und die wirklich meisten Rezepte gefallen mir und es sind auch noch genügend zum Nachkochen markiert - auch wenn ihr hier auf dem Blog davon wahrscheinlich nicht so viel lest.
Das Buch wird es mir doch um einiges erleichtern, den Dampfgarer mehr als "normales" Küchengerät zu benutzen und auch, uns wenigstens ein bisschen gesünder zu ernähren.
 
Susanne Kuttnig-Urbanz, Friedrich Pinteritsch
Dampfgarbibel
Pichler Verlag
ISBN: 978-3854316855
 
Wer Fragen zum Dampfgarer und drumrum hat, darf sich gerne bei mir melden.
 
Zum Abschluss noch ein Dankeschön an den Pichler Verlag, der mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung zu diesem Buch ist aber meine eigene und nicht davon beeinflusst.



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