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Kürbisgugelhupf mit Ingwer

Immer wieder versuche ich, auch Gemüse in süßen Kuchen unterzubringen. Denn meistens werden die Kuchen dadurch schön saftig (leider manchmal auch mit Tendenz zum "Runtersitzen"), bleiben es auch eine kleine Weile und sind weniger süß.


Mein Lieblingsgemüse dazu war bisher immer Zucchini. Auch Versuche mit Roter Beete im Schokokuchen haben ich und meine Versuchsobjekte bereits hinter mir - mit mäßigem Erfolg, denn eigentlich mag ich die überhaupt nicht und konnte mich deshalb auch nur schwer überwinden, sie in Kuchenform zu essen.


Mit Kürbis hatte ich schon das eine oder andere Rezept entdeckt, aber mich mangels der passenden Saison nicht daran versucht.
Naja, dem konnte letztendlich abgeholfen werden, indem ich im Tiefkühlschrank auf eine Portion davon gestoßen bin, die sich vorsichtig unter den Zwetschgen, die so langsam vor der neuen Ernte abgearbeitet werden, versteckt hatten.
Ich hatte keine Gnade und verwurstelte sie zu diesem würzigen Gugelhupf. Denn das muss man ihm lassen, er ist würzig, wirklich kräftig würzig. Und durch den Ingwer auch leicht scharf. Und davon ist wiederum so viel drin, dass der Kuchen wahrscheinlich zusammen mit dem Kürbis schon fast wieder gesund ist.

Das Gute zuerst: vom Kürbis schmeckt man absolut nichts. Das Gemüse ist ja allein, vornehm ausgedrückt, eher geschmacksneutral. Egal was man daraus kocht, es schmeckt vorwiegend nach dem, was man noch dazugibt.
Hier ist es neben Ingwer eben eine kräftige Mischung aus dem Weihnachtsgewürzregal. Aber zumindest ich mag das ja (wenn es nicht gerade 30 Grad im Schatten hat...)
Und supersaftig ist der Kuchen auch - deshalb sollte der Kuchen, wenn es sehr warm ist, lieber im Kühlschrank aufbewahrt werden (sonst freuen sich die Mikroorganismen über ein Festmahl und der Gugel schimmelt schnell).
Ein leider nicht so schöner Nebeneffekt des sehr saftigen ist, dass der Teig eben die oben genannte Tendenz zum Runtersitzen hat.
Bei mir war es zwar nur an manchen Stellen so und wahrscheinlich war ich selbst schuld daran, da ich zu früh nachgeschaut habe, ob der Kuchen schon durch ist.


Das Rezept stammt aus dem Buch Verführerische Torten: Kann denn Backen Sünde sein? - Himmlische Kuchen, üppige Torten und süße Kleinigkeiten , erschienen bei Edition Fackelträger und war mein erstes Testrezept für die noch folgende Buchvorstellung.
Ich würde sagen: Zum Nachbacken weiterempfohlen. Für Kinder aber nur bedingt geeignet (außer sie mögen es würzig). Wenn das Kürbispüree schon fertig ist, ist der Kuchen ratzfatz zusammengerührt.
Mir war der Kuchen schon saftig und süß genug, deshalb habe ich die im Rezept verwendete Karamellglasur durch einen Schokoladenguss ersetzt.

Noch kurz zum Kürbispüree. Meins war von einem Butternutkürbis, den ich geschält und in Spalten geschnitten mit etwas Wasser weich gekocht und dann püriert hatte.
Das kann man auch direkt für den Kuchen machen, es muss nicht vorher eingefroren sein.



Kürbisgugelhupf mit Ingwer


185 g Butter
1/2 TL Salz
1 TL gemahlene Vanille
5 cm frischer Ingwer, fein gerieben
275 g brauner Zucker
3 Eier
450 g Weizenmehl
1 1/2 TL Backpulver
3 TL gemahlener Ingwer 
1 TL gemahlener Zimt
1/2 TL gemahlene Muskatnuss
1/4 TL gemahlene Nelken
3/4 TL Natron
250 ml Buttermilch
350 g pürierter Butternutkürbis

Dekoration:
ca. 100 g temperierte Vollmilchkuvertüre


Den Backofen auf 180° C vorheizen und eine Gugelhupfform mit etwa 2,5 l Fassungsvermögen ausfetten (entspricht ungefähr einem Durchmesser von 22 bis 24 cm).
Butter, Salz, Vanille, Ingwer und Zucker miteinander hellschaumig aufschlagen.
Die Eier nacheinander gut unterschlagen.
Das Mehl mit Backpulver, Natron und sämtlichen Gewürzen mischen und abwechselnd mit der Buttermilch unterheben.
Das Kürbispüree unterrühren und den Teig in die Backform geben.

Auf der untersten Schiene im Backofen ca. 50 Minuten backen (das war bei mir viel zu kurz, ich habe 15 Minuten mehr gebraucht). Garprobe machen und Backzeit ggf. verlängern.

Der Kuchen duftet jetzt verführerisch nach den Gewürzen.
Trotzdem noch 15 Minuten in der Form abkühlen lassen und erst dann auf ein Kuchengitter stürzen.
Komplett erkalten lassen, dann mit der Schokolade beträufeln und nach Wunsch noch mehr dekorieren.



Kommentare:

  1. Mmhhhh, der klingt aber schon sehr gut - gerade wegen der Gewürze! So richtig herbstlich!
    Das mit dem Runtersitzen kenne ich von meinem Zucchini-Kuchen. Der schmeckt toll und ist super-saftig, und hat leider immer einen kleinen, sitzengebliebenen Teil :-( . Das muss man vielleicht einfach in Kauf nehmen bei einem "gesunden" Kuchen mit hohem Gemüseanteil!
    Liebe Grüße, Eva (ichmussbacken.com)

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    1. Das Gefühl habe ich leider auch. Aber ich werde ihn nochmal als Blechkuchen (und mit etwas weniger Ingwer) probieren, dann wird es vielleicht besser)

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  2. Das ist ja mal ein interessantes Rezept, Barbara! Mit Kürbis habe ich auch schon gebacken, aber die Kombi mit Ingwer finde ich sehr toll! Was könnte man denn gegen das klitschige machen? Das stört mich immer. Und rote Bete finde ich auch scheußlich. Deshalb habe ich sie auch noch nie verbacken.
    Gut dass ich noch eingefrorenen Kürbis habe ... Und Zwetschgen ... Kommt dir das bekannt vor? :-D
    Liebe Grüße Maren

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    1. Oh, und ob mir das bekannt vorkommt ;-) Ich horte ja auch alles...
      Meine Idee gegen das glitschige ist, vielleicht das nächste mal einen Blechkuchen daraus zu machen - damit dürfte es doch besser werden. Oder vielleicht die zugegebene restliche Flüssigkeitsmenge etwas zu reduzieren. Mal schauen....

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