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Buchvorstellung: Verführerische Torten

Für die zweite Jahrehälfte haben die Kochbuchverlage das Backen für sich entdeckt und in den Vorschauen fanden sich so einige interessante Neuerscheinungen.
Den Anfang machte schon im Juli Edition Fackelträger mit dem Buch, dass ich euch heute vorstelle.


Hier ist schon auf dem Titelbild der Name Programm "Verführerische Torten: Kann denn Backen Sünde sein? - Himmlische Kuchen, üppige Torten und süße Kleinigkeiten " zeigt eine opulente süße Sünde aus Biskuit, Schokolade und Himbeeren - und dazu noch sehr schön fotografiert. Und innen geht es genau so weiter, dazu aber später mehr.

Das Buch wurde zuerst in Australien unter dem Namen "Indulgent Cakes" in der (fast schon legendären) Kochbuchreihe der Zeitschrift Australian Women Weekly veröffentlicht.
Und ein kurzes erstes Durchblättern zeigt auch an manchen Stellen die Verwandtschaft zu den anderen Australiern in meinem Kochbuchregal. Ich treffe beim Überfliegen der Titel ein paar alte Bekannte wie den Schokoladekuchen mit Roter Beete (Dan Lepard), Dattelkuchen (Donna Hay) oder auch Brownies mit Backpflaumen (Paul Allam).
Aber doch alle ein bisschen anders und mit einem gewissen Extra. Die Brownies warten noch mit Haselnüssen auf, die rote Beete findet sich kandiert in der Deko wieder und die Datteln werden mit Espresso kombiniert.


Im angelsächsischen Sprachraum wird mit dem Wort "Cakes" nicht wie bei uns in Kuchen und Torten unterschieden, deshalb findet man beides darin, wobei allerdings wohl die Torten deutlich überwiegen. Allerdings ist auch der Begriff Cakes hier ein bisschen weiter gefasst - es gibt auch Eistorten oder ein Parfait, dass in einer Kastenkuchenform eingefroren wurde.

Das erste Durchblättern sorgte schnell dafür, dass ich mich etwas genauer mit dem Buch befasst habe.
Nach einer sehr kurz gefassten Einleitung geht es direkt mit den Rezepten los.

Diese sind grob gegliedert in folgende Kapitel:

  • Schokolade & Kaffee
  • Orangen & Zitronen
  • Karamell & Nüsse
  • Beeren & Sahne
  • Ingwer & Gewürze
  • Blüten & Sirup
  • Äpfel & Birnen
Allerdings darf man das nicht zu eng sehen. "Äpfel und Birnen" ist zum Beispiel wohl eher als Oberbegriff für alles mögliche an Obst, das nicht zu den Beeren zu zählen ist gemeint, denn es finden sich auch Rezepte wie Polentakuchen mit Zwetschgen und Zitrone oder Maronenkuchen mit beschwipsten Quitten darunter.


Wollt ihr noch ein paar Beispiele aus den anderen Kapiteln?
Wie wärs mit einem Erdnusscreme-Schokoladenkuchen, einer Frozen -Joghurt-Torte mit Limetten und Passionsfrüchen oder einem Kaffee-Walnusskuchen mit Banane und Salzkaramell?

Hätte wer was gegen einen Blaubeer-Käsekuchen mit Zitronencreme und Baiserhaube? Oder doch lieber ein gestürzter Teekuchen mit Honigcreme?
Egal, ich nehm auch noch ein Stück Millefeuille aus Filoteig mit Lavendelpudding und dazu auch noch den Trifle-Orangenkuchen (der gigantisch lecker aussieht, aber es noch nicht in den Ofen geschafft hat. Für den kommenden Herbst habe ich mir auch noch den Maronenkuchen mit beschwipsten Quitten Vorgemerkt (dann aber ohne Schwips...). Eigentlich könnte ich noch endlos hier weiter aufzählen.

Wie man unschwer erkennen kann, allesamt für uns eher außergewöhnliche Kreationen, die wohl aber auch im Ursprungsland Australien nicht ganz zum Standardrepertoire gehören, deren Zutaten dort aber wahrscheinlich teilweise geläufiger sind.

Ich ordne eigentlich so gut wie alle Rezepte im Buch als Rezepte für besondere Gelegenheiten ein.

 
Vor allem auf Grund der spannenden Zutaten oder ihrer Kombination, zum Teil auch wegen des Arbeitsaufwands und dann noch zum Teil auch wegen einem Blick auf die Zutatenliste mit einem groben Abschätzen der Kalorien. Hier hat man manchmal den Eindruck, dass das Label auf dem Buchtitel "Garantiert ohne Kalorienangaben" nicht nur ein netter Werbegag sondern die pure Notwendigkeit ist (oder würdet ihr ein Rezept mit einer Angabe von zwölfunddreissig Millionen Kalorien nachbacken?). Aber das trifft auch nicht auf jedes Rezept zu, es gibt auch "schlankere" Backwerke. Und ich denke, der Titel des Buches ist hier ja auch aussagekräftig genug - Torte ist nichts für jeden Tag.

Die Rezepte selbst sind schlüssig aufgebaut. Zuerst Zeitangaben und Angaben für wie viele Portionen, dann manchmal eine kurze Einleitung oder ein Hinweis zum Rezept ("sollte am Vortag zubereitet werden"...).
Auf die Auflistung der Zutaten folgt Schritt für Schritt die Zubereitung. Beinhaltet das Rezept kleinere Teilrezepte (eine Füllung, Glasur oder Sirup zum Tränken), sind diese separat nach der Schritt-für-Schritt-Zubereitung aufgeführt.
Das finde ich sehr praktisch, denn so kann man sich diese Teile für eigene Backexperimente schnell herauspicken, ohne das gesamte Rezept durchlesen zu müssen. Was noch sehr schön ist, sind die Hinweise am Ende des Rezepts. Unter "Tipps" sind z.B. Bezugsquellen für besondere Zutaten genannt oder wie man diese am besten für das Rezept vorbereitet (oder Reste aufbewahrt,...). Es gibt Querverweise zu den am Ende des Buches bebildert aufgezeigten Grundtechniken, so das auch nicht so bewanderte Hobbybäcker die Rezepte einfacher nachbacken können. Und besonders praktisch: Hinweise, was wann wie lange vorher vorbereitet werden kann und wie es aufzubewahren ist.

Sämtlichen Rezepten ist mindestens eine Doppelseite reserviert - eine Seite Bild, eine Seite Text. Bei längeren und schwierigeren Rezepten auch mal 2 Doppelseiten mit Fotos von einzelnen Schritten.
 
Und das bringt mich jetzt zu den Fotos. Die sind jedes für sich wirklich wunderschön und modern, wohl auch ganz so wie jeder Foodblogger sich wünscht, sie selbst zu machen (und auch in den diversen Workshops, die man inzwischen belegen kann, beigebracht bekommt). Aber mir persönlich ist es manchmal einfach zu viel des Guten - alles was man darüberschütten kann, sei es Glasur, Streusel oder Beeren, im Überschuß (und natürlich altes Geschirr ;-) ) Aber das trifft eben nur meine persönliche Meinung - und ist vielleicht auch stimmungsabhängig.

In jedem Kapitel eingestreut ist noch eine Doppelseite mit den wichtigsten Infos zu den Namensgebern des Kapitels. Also z.b. bei Schokolade&Kaffee ein paar schnelle, nicht besonders tiefgehende Absätze über das Hacken von Schokolade, Kakaogehalt oder Kakaonibs (manchmal leider etwas zusammenhanglos).

Den Abschluss des Buches machen die bebilderten Grundtechniken, ein kleiner Exkurs über Backformen und ein umfangreiches Glossar.

Nun aber noch zu meinen Testrezepten und wie wir sie fanden:

  • Kürbisgugelhupf mit Ingwer schön saftig und lecker würzig, für Kinder würde ich das nächste mal etwas weniger Ingwer nehmen. Optimal, um auch mal wieder Gemüse im Kuchen zu verstecken
  • Cookies & Cream Cake der Name spricht schon für sich, dass kann doch nur lecker sein (sofern man die Puddingschichten nicht zu dick macht, dann finde ich hier nur noch schwer Abnehmer)
  • den Baiserboden der Baisertorte mit Ananas und Kaffirlimette, allerdings weniger davon. Hat super geklappt und lecker geschmeckt. Wenn ich mal mehr Eiklare übrig habe, kommt die Originalversion zum Einsatz, dann habe ich dickere Böden
Fall ihr Interesse an dem Buch bekommen habt:
Edition Fackelträger
Verführerische Torten: Kann denn Backen Sünde sein? - Himmlische Kuchen, üppige Torten und süße Kleinigkeiten
ISBN: 978-3771646073
Preis: 29,99

Mein Fazit:
Allein schon zum Ansehen wunderbar. Obwohl sich bei mir beim lesen der Rezepttitel und Betrachten der Bilder ein leichter Over-Kill einstellt. Einen Kuchen mit Sirup tränken, Creme rein und drauf und noch ein Berg kandierte Früchte - manchmal wäre für mich persönlich weniger mehr gewesen. Aber ich muss ja nicht alle Rezepte genau so nachbacken.
Insgesamt bietet das Buch also nicht nur schöne Rezepte, sondern auch noch Inspiration für eigene Ideen, indem man nur die wirklich gut aufgeführten Teilrezepte nachmacht.



1 Kommentar:

  1. Liebe Barbara,
    das Buch habe ich noch nicht entdeckt, deine Beschreibung macht aber auf jeden Fall Appetit drauf!
    Die Kuchen/Torten klingen toll, wobei ich ganz bei dir bin. Sehr viel von allem ist manchmal einfach zu viel. Aber wie du sagst, da kann man ja nach seinem Geschmack abändern - macht eh Spaß, das Experimentieren!
    Liebe Grüße, Eva (ichmussbacken.com)

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