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Luftige Gewürzküchlein (pain d'épices)

Ein einsames angebrochenes Glas Orangenmarmelade dämmerte noch im Kühlschrank und wollte weg. Es war schon eine gute Weile offen, ich weiß schon gar nicht mehr weshalb (vielleicht war es für das Eis, das ihr nächste Woche hier findet, das habe ich nämlich auch schon vor einer guten Weile fabriziert).
Irgendwas hatte ich damit gemacht - aber was?!
Zum So-Aufs-Brot-Essen ist sie mir (und nicht nur mir in diesem Haushalt) zu herb, also musste sie wo rein. Und zwar so gut versteckt, dass sie optisch nicht mehr auszumachen ist.


Irgendwie erinnerte ich mich dunkel an ein Kuchenrezept damit und wurde zuerst bei Pierre Hermé und dann bei Christophe Felder fündig. Pain D'épices heißt das Ganze im Original, also praktisch Gewürzbrot.

Eigentlich zwei ziemlich ähnliche Rezepte, nur bei Felder mit "endverbraucherfreundlicheren" Zutaten. Deshalb schnappte ich mir das Rezept und marschierte in die Küche. Obwohl es im Kapitel Adventsbäckerei zuhause war. Manchmal bin ich der Zeit wohl schon wieder soweit hinterher, dass ich ihr fast schon wieder voraus bin :-)


Das Wort "Brot" ist als Namensgeber etwas irreführend, denn es handelt sich zwar um ein Roggenmehlgebäck (was die Küchlein außerordentlich saftig macht), aber auch um sehr süße (und würzige) kleine Teilchen.
Die Konsistenz ist auch mehr kuchenähnlich als brotartig, also steht dem Einsatz zum Nachmittagskaffee nichts mehr im Wege.
Am Rezept selbst ist nichts auszusetzen, ich würde das nächste Mal nur etwas weniger Backpulver nehmen (da ich es etwas rausgeschmeckt habe, aber ich bin da auch etwas empfindlich). Und auf die klebrige Glasur aus Aprikosenkonfitüre und Orangenmarmelade habe ich dankend verzichtet.


Typisch ist das sogenannte "Viergewürz" (im Original Quatre èpices). Dabei handelt es sich um eine Mischung aus gemahlenem Muskat, Ingwer, Pfeffer und Nelken. Wer sie nicht als Mischung hat, kann sie sich auch selbst mischen.

Gewürzküchlein

100 ml Milch
4 Stück Sternanis
240 g Honig
25 g Mehl Type 405
150g Roggenmehl
25 g Kartoffelstärke
1 Päckchen Backpulver
15 g brauner Zucker
1 TL gemahlener Zimt
1/4 TL Viergewürz
240 g Orangenmarmelade
2 Eier
80 g weiche Butter
1 TL Salz

Backofen auf 170° C vorheizen. 2 Muffinbleche mit jeweils 12 Vertiefungen bereitstellen und mit Papierförmchen auslegen.

Die Milch in einem kleinen Topf aufkochen lassen. dann von der Hitzequelle nehmen und den Sternanis darin etwa 10 Minuten ziehen lassen.

In dieser Zeit kann der Teig zubereitet werden. Sofern ein flüssiger Honig verwendet wird, kann dieser direkt genutzt werden, eine festere Sorte sollte in einem Topf erwärmt werden.
Sämtliche trockenen Zutaten sowie die Orangenmarmelade mit dem Honig mischen und zu einem homogenen Teig rühren.

Eier, weiche Butter und Salz unterrühren, am besten kurz mit dem Handrührgerät.
Den Sternanis aus der Milch entfernen und die jetzt aromatisierte Milch zum Teig giessen.
Gründlich unterrühren.

Den Teig auf die 24 Mulden der Muffinbleche verteilen und jweils in ca. 25 Minuten goldbraun backen.
Ein köstlich weihnachtlicher Duft erfüllt dabei die Küche und kündigt rechtzeitig an, dass die Küchlein bald fertiggebacken sind.



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